Jahresbilanz

Stromnetz Hamburg macht 92 Millionen Euro Gewinn

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Karin Pfäffle, Geschäftsführerin Stromnetz Hamburg, und Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne, Archivbild).

Karin Pfäffle, Geschäftsführerin Stromnetz Hamburg, und Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne, Archivbild).

Foto: Christian Charisius / dpa

Kerstan: Netzrückkauf war auch wirtschaftlicher Erfolg – die Einnahmen der Stadt könnten trotzdem bald sinken. Wird Strom dann teurer?

Hamburg. Für Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) ist das Jahresergebnis der Stromnetz Hamburg GmbH (SNH) ein weiterer Beleg dafür, dass der Rückkauf der Energienetze richtig war. Mit 93,4 Millionen Euro hat das städtische Unternehmen 2020 noch etwas mehr Gewinn als 2019 gemacht – damals waren es 91,9 Millionen Euro gewesen.

Nach Steuern führt die SNH in diesem Jahr 92,3 Millionen Euro an den Hamburger Haushalt ab. Das sei ein „hervorragendes Ergebnis“ und ein „willkommener Finanzbeitrag“ in diesen schwierigen Zeiten, sagte Kerstan bei der Vorstellung des Unternehmensergebnisses in einer Online-Pressekonferenz.

Stromnetz Hamburg hat 2020 viel Geld "in Erhalt und Ausbau" investiert

„Es zeigt sich, dass die Sorgen anlässlich der Reprivatisierung unbegründet waren.“ Der Rückkauf der Energienetze sei „eindeutig ein wirtschaftlicher Erfolg“ und es sei ein „Gewinn für Hamburg, dass die SNH jetzt Teil der öffentlichen Unternehmensfamilie“ sei. Zudem ermögliche es der Stadt die aktive Gestaltung der für den Klimaschutz nötigen Energiewende.

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Senator und die SNH-Geschäftsführerin Karin Pfäffle betonten, dass die SNH 2020 sehr viel Geld in das Hamburger Stromnetz gesteckt habe. 347,1 Millionen Euro seien „in den Erhalt und den Ausbau der Netzinfrastruktur und der Messeinrichtungen geflossen“, so das Unternehmen. Kerstan wies dabei auch auf die Rolle der SNH beim Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos hin. Kaum eine andere Stadt sei bei deren Ausbau so weit wie Hamburg.

Steigt der Strompreis für die Kunden? Behörde antwortet ausweichend

Allerdings könnten sich die Summen, die Hamburg aus dem Betrieb des Stromnetzes erhält, bald verringern. Das liegt laut Umweltbehörde an Regeln der Bundesnetzagentur für die so genannte Eigenkapitalverzinsung der Infrastrukturunternehmen. „In welcher Höhe es zu Einnahmereduzierungen durch eine Verringerung der Eigenkapitalverzinsung kommt, bleibt abzuwarten“, sagte Behördensprecher Jan Dube. SNH-Geschäftsführer Thomas Volk sagte, im Falle einer zurückgehenden Verzinsung müsse die SNH mit der Stadt sprechen, ob sie weiter so stark investieren können.

Auf die Frage, ob und wie stark die Stromkosten künftig für die Kunden steigen werden, machte die Behörde keine eindeutige Aussage. „Die Netzentgelte fließen zu rund einem Viertel in den Gesamtstrompreis ein. Hinzu kommen weitere Preisbestandteile, wie der Beschaffungspreis und die EEG-Umlage“, sagte Sprecher Dube. „Diese hängen stark von der Marktentwicklung sowie den politischen Entscheidungen ab, beispielsweise durch die jüngst erfolgte Senkung der EEG-Umlage durch Bundeszuschüsse. Wir setzen uns dafür ein, dass Strom zu möglichst günstigen Preisen angeboten werden kann.“

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