Brutale Bande in Hamburg

Kriminelle Kinder rauben Kinder aus - Polizei machtlos

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André Zand-Vakili
Die Große Freiheit auf St. Pauli - rund um den Kiez treiben die Minderjährigen ihr Unwesen.

Die Große Freiheit auf St. Pauli - rund um den Kiez treiben die Minderjährigen ihr Unwesen.

Foto: Roland Magunia / Roland Magunia/Funke Foto Services

Überfälle, geraubtes Geld, Drogen- und Waffendelikte: Täter sind polizeibekannt – müssen aber keine Strafe fürchten.

Hamburg. Eine Kinderbande, die rund um den Kiez andere Kinder überfällt, sorgt auf St. Pauli für Aufregung. Laut Zeugen sollen die Täter teilweise erst zehn oder elf Jahre alt sein. Bei ihren Überfällen gehen die jungen Räuber brutal vor. In einem Fall waren ihre Opfer, zwei Jungen, erst acht Jahre alt. Eine Strafe müssen die Täter nicht fürchten. Laut Gesetz sind unter 14-Jährige strafunmündig.

Zu dem Überfall auf die beiden Achtjährigen kam es am 1. Mai an der Straße Am Brunnenhof vor der Friedenskirche. Dort hatten vier Jungen den beiden Jüngeren aufgelauert. Einem von ihnen wurde in den Bauch geschlagen, dann entriss ihm ein Täter das Portemonnaie. Schließlich konnten die Achtjährigen flüchten und liefen zur Polizeiwache an der Lerchenstraße. Von dort wurde eine Fahndung eingeleitet. Die vier gesuchten Jungen wurden nicht entdeckt.

Kinderbande raubt Kinder auf St. Pauli aus

Dafür stieß die Polizei auf eine Mutter, deren zwölf Jahre alter Sohn und dessen Freund (13) zuvor auf dem Schulhof an der Thadenstraße angegriffen und verprügelt worden waren. Die Beschreibungen der Täter sind nahezu identisch.

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Ebenfalls am 1. Mai war ein Zwölfjähriger an der Skaterbahn nahe der Holstenstraße überfallen und beraubt worden. Die Täter hatten ihn gegen die Wand gedrückt und 10 Euro aus der Geldbörse entwendet. In diesem Fall wurden zwei 13-Jährige und ein vor wenigen Tagen 14 Jahre alt gewordener Junge als Tatverdächtige.

Die kriminellen Kinder sind bereits polizeibekannt

Die Kinder sind bereits polizeibekannt, weil sie Drogen gekauft hatten oder mit Messern in der Waffenverbotszone auf dem Kiez erwischt worden waren. Ob sie möglicherweise an den Überfällen Am Brunnenhof oder in der Thadenstraße beteiligt waren, wird noch geprüft. Die Polizei schließt nicht aus, dass es weitere Überfälle gab, die nicht angezeigt wurden.

„Wir nehmen die Taten sehr ernst, können aber strafrechtlich gegen Kinder nicht vorgehen“, sagt Polizeisprecher Holger Vehren. Deshalb würden nun präventive Maßnahmen ergriffen. Dazu gehörten „sehr eingehende Gespräche“ mit den Eltern der ermittelten Täter.

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