Hamburg

Stefan Raid ist neuer Vorsitzender der Deutschen Sportjugend

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Der Hamburger Stefan Raid (51) spielt seit dem 11. Lebensjahr Basketball und war schon früh auch als Trainer und Schiedsrichter aktiv.

Der Hamburger Stefan Raid (51) spielt seit dem 11. Lebensjahr Basketball und war schon früh auch als Trainer und Schiedsrichter aktiv.

Foto: Christoph Mertens / dsj

Der Hamburger will sich bei Entscheidern mehr Gehör verschaffen. Er rückt ins Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes auf.

Hamburg. Der Harburger Bankkaufmann Stefan Raid wurde beim digitalen Hauptausschuss der Deutschen Sportjugend (dsj) zum neuen Vorsitzenden des Verbandes gewählt. Der Familienvater, seit 2011 Vizepräsident des Deutschen Basketball-Bundes für Jugend und Schulsport, erhielt 78,46 Prozent der Stimmen, Gegenkandidat Anton Tsirin (Makkabi Deutschland e. V.) 4,88 Prozent. Raid (51), von 2016 bis 2020 Finanzvorstand der Sportjugend, tritt die Nachfolge Michael Leyendeckers (33) an, der im Februar aus persönlichen Gründen zurückgetreten war.

Erst im vergangenen Oktober hatte sich dieser bei der Stichwahl zum DSJ-Vorsitzenden mit 132 zu 121 Stimmen gegen Raid durchgesetzt. Raids Amtszeit läuft bis Oktober 2022, danach darf er sich zur Wiederwahl stellen. Eine Altersgrenze existiert nicht.

Sportjugend vertritt 9,6 Millionen Mitgliedscaften in Vereinen

„Der Kinder- und Jugendsport ist für mich seit jeher eine Herzensangelegenheit. Ich habe mich für ihn seit meiner eigenen Jugend in vielen Funktionen engagiert und darf diese Arbeit nun mit unserem hervorragenden Team fortsetzen“, sagte Raid. Die Sportjugend vertritt rund 9,6 Millionen Mitgliedschaften in 90.000 Vereinen im Alter von bis zu 27 Jahren, ist damit eine der größten Personenorganisationen des Landes. Mit seiner Wahl rückt Raid, einer der wenigen Hamburger Spitzenfunktionäre in nationalen Verbänden, ins Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) auf, der DSJ-Dachorganisation.

Mit einem Vier-Stufen-Plan will die Sportjugend in den nächsten Wochen und Monaten die Folgen der Corona-Pandemie weiter bekämpfen, Kinder und Jugendliche wieder zum Sport, in Bewegung und zurück in die Vereine bringen. „Der Schaden für Psyche und Motorik ist jetzt schon immens, wir müssen verhindern, dass er nicht noch größer wird“, sagt Raid.

Stefan Raid will das Ehrenamt stärken

Der DSJ bei der Politik mehr Gehör zu schaffen, als Rufer und Mahner aufzutreten, werde jetzt einer seiner Hauptaufgaben werden: „Vereine und Verbände haben in den vergangenen Monaten hervorragende Hygienekonzepte aufgelegt, dennoch ist Sport bisher nur in homöopathischen Dosen erlaubt worden. Es ist schade, dass die politischen Entscheider so wenig Vertrauen in uns in unsere Maßnahmen setzen.“

Zudem möchte der neue Vorsitzende das Ehrenamt stärken, den Nachwuchs motivieren, Aufgaben in Vorständen und Präsidien zu übernehmen, wie er es sein Leben lang getan hat. Bei den Olympischen Jugendspielen in Lausanne (Winter 2020) und Buenos Aires (Sommer 2018) hatte Raid als stellvertretender Chef de Mission die deutschen Jugendmannschaften betreut.

( rg )

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