Corona-Pandemie

Inzidenz in Hamburg sinkt unter 100 – zumindest laut RKI

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Lars Haider
Hamburgs Corona-Alleingang: Tschentscher gegen Söder und RKI

Hamburgs Corona-Alleingang: Tschentscher gegen Söder und RKI

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat am Freitag seine Erklärung zur Einführung der neuen "Bundes-Notbremse" abgegeben. Dabei wies er darauf hin, dass Hamburg sich an mehreren Stellen schärfere Maßnahmen gewünscht hätte.

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Erstmals seit Mitte März ist die Inzidenz unter diesen wichtigen Wert gefallen. Doch Lockerungen sind deshalb noch nicht in Sicht.

Hamburg. Die Ausgangsbeschränkungen und harten Corona-Regeln in Hamburg zahlen sich aus: Die Sieben-Tage-Inzidenz ist am Mittwoch laut Robert Koch-Institut erstmals seit Mitte März unter den wichtigen Wert von 100 gefallen – Hamburg ist damit neben Schleswig-Holstein (70) das Vorzeigeland im Kampf gegen die Pandemie.

In allen anderen Bundesländern liegen die Inzidenzen über 100. Doch auf Lockerungen der Maßnahmen können die Menschen in Hamburg nicht so schnell hoffen.

Hamburg orientiert sich an eigenen Zahlen, nicht an RKI-Zahlen

Das liegt vor allem daran, dass Hamburg seine Corona-Politik nicht an den offiziellen Zahlen des RKI ausrichtet – obwohl die rein rechtlich verbindlich sind –, sondern eigene, angeblich aktuellere Werte errechnet. Die lagen zuletzt immer zwischen 15 und 20 Punkten über den RKI-Angaben, am Dienstag vermeldete Hamburg etwa eine Sieben-Tage-Inzidenz von rund 114 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern.

Soll heißen: Erst wenn die eigenen Zahlen dauerhaft unter 100 sinken, wird der Hamburger Senat über Lockerungen nachdenken. Paradoxerweise könnte er das, wenn die Werte sich nach oben unterscheiden würden, nicht. Lägen die RKI-Angaben für Hamburg etwa bei 165, und Hamburg käme „nur“ auf 150, müsste die Stadt laut des neuen Infektionsschutzgesetzes in den Schulen komplett auf Distanzunterricht umstellen.

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Corona-Pandemie: Hamburg will Jojo-Effekt vermeiden

Die Auswertungen des RKI dürften Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD)in seinem vorsichtigen Kurs und der Einschätzung bestätigen, dass die Ausgangssperren zwischen 21 und fünf Uhr den Unterschied machen – und genau deshalb daran festhalten lassen, selbst wenn die Zahlen in den nächsten Tagen weiter heruntergehen würden.

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Man wolle auf jeden Fall einen Jojo-Effekt vermeiden, sagte Tschentscher, und neben Schleswig-Holstein dauerhaft unter 100 bleiben. Hamburg ist inzwischen klar besser als die beiden anderen Stadtstaaten: Bremen hat eine Inzidenz von 152, Berlin liegt bei 134, der Bundesdurchschnitt bei 162.

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