Pandemie

Corona-Fälle an Hamburgs Schulen: die aktuelle Lage

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Die Elbinselschule in Wilhelmsburg wurde nach mehreren nachgewiesenen Corona-Infektionen vorübergehend geschlossen.

Die Elbinselschule in Wilhelmsburg wurde nach mehreren nachgewiesenen Corona-Infektionen vorübergehend geschlossen.

Foto: picture alliance / dpa

Eine Schule muss wegen Infektionen vorerst schließen. Hamburger Schulleiter sorgen sich um ungeimpfte Lehrkräfte.

Hamburg. Wieder musste eine Hamburger Schule wegen mehrerer Corona-Infektionen schließen. Weil am Standort Krieterstraße der Grundschule Elbinselschule (Wilhelmsburg) nach den Ostertagen insgesamt acht Infektionen bei Schülern durch PCR-Tests bestätigt wurden, hat das Gesundheitsamt Mitte „eine Reihentestung verfügt, die voraussichtlich am Mittwoch oder Donnerstag durchgeführt wird“.

Das teilte die Schulbehörde mit. „Bis zum Vorliegen der Ergebnisse voraussichtlich Ende der Woche ist der Unterrichtsbetrieb am Standort Krieterstraße ausgesetzt.“ Die Infektionen seien zunächst in Schnelltests festgestellt worden, so Schulbehördensprecher Peter Albrecht. „Die betroffenen Schüler verteilen sich über mehrere Klassen und Jahrgänge, es sind jeweils einzelne Infektionen.“

Corona an Hamburgs Schulen: 56 Fälle am Montag

Für den Montag meldete die Schulbehörde 56 infizierte Schulbeteiligte aus insgesamt 40 Schulen, davon 53 Schülerinnen und Schüler sowie drei infizierte Schulbeschäftigte. In der Regel handle es sich um einzelne Infizierte, sagte Behördensprecher Albrecht.

Nur von der Berufsbildenden Schule BS 15 seien drei, vom Friedrich-Robbe-Institut drei, vom Gymnasium Lohbrügge drei, vom Marion-Dönhoff-Gymnasium drei und von der Stadtteilschule Lohbrügge ebenfalls drei infizierte Schulbeteiligte gemeldet worden.

So viele Schüler steckten sich seit Ende der Ferien an

Bisher registrierte die Schulbehörde seit Wiederaufnahme des partiellen Präsenzunterrichts am 15. März insgesamt 889 Infektionen im Schulkontext (807 Schüler und 82 Schulbeschäftige).

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241 der betroffenen Schüler hätten sich allerdings ausschließlich im Distanzunterricht befunden und die Schulen nicht betreten, so Albrecht. „Der Anteil der infizierten Schulbeteiligten an den Infektionen lag im Zeitraum vom 15. März bis einschließlich 12. April somit bei acht Prozent, deutlich unter dem Anteil der Schulbeteiligten an der Hamburgischen Gesamtbevölkerung von 15,3 Prozent.“

An diesen Schulen wurden die meisten Corona-Fälle nachgewiesen

Die meisten Infektionen gab es laut Behörde zuletzt an der Beruflichen Schule für medizinische Fachberufe auf der Elbinsel (33 Fälle), der Beruflichen Schule Hamburg-Harburg (24), der Schule Beim Pachthof (21) und der Beruflichen Schule Anckelmannstraße (21)

Auch an der Stadtteilschule Wilhelmsburg (17), der Staatliche Fachschule für Sozialpädagogik (16), der Gyula Trebitsch Schule Tonndorf (13), der Stadtteilschule Süderelbe (13), der Stadtteilschule Lurup (12), der Stadtteilschule Altona (11), der Beruflichen Schule Burgstraße (11) und der Beruflichen Schule für Wirtschaft und Handel Hamburg-Mitte (11) wurden viele Fälle nachgewiesen. „Die Schnelltest-Strategie an Schulen funktioniert und sorgt dafür, dass Infektionen frühzeitig erkannt werden“, sagte Behördensprecher Albrecht.

Lehrer immer noch nicht geimpft – Schulleiterin verärgert

Derweil wächst vor allem an weiterführenden Schulen der Unmut darüber, dass Lehrer hier noch immer nicht geimpft werden. „Die Impfpriorisierung in Hamburg wird zunehmend schwerer nachzuvollziehen“, sagte Maike Languth, Schulleiterin des Gymnasiums Eppendorf, dem Abendblatt.

„Was mich wirklich momentan aufregt, ist, dass meine Lehrerinnen und Lehrer ungeimpft Selbsttestungen von Schülerinnen und Schülern begleiten müssen, sich mit 14 Lernenden in einem Raum befinden und diese täglich unterrichten. An den weiterführenden Schulen werden Kolleginnen und Kollegen bisher in Hamburg nicht geimpft, während in anderen Bundesländern schon alle Lehrkräfte geimpft werden.“

"Zunehmend Sorge um meine Kollegen"

Impfneid sei „bestimmt kein feiner Zug“, so Languth. „Aber ich habe zunehmend Sorge um meine Kolleginnen und Kollegen und alle Schulbeschäftigten, die vor Ort und im Fernunterricht wirklich ihr Bestes geben. Es sollten nun alle in Schulen Tätigen berücksichtigt werden!“

Das sieht auch Johannes Preidt so, Schulleiter des Johannes-Brahms-Gymnasiums. „Wenn wir uns die Verteilung der Inzidenzen anschauen, so liegt der Peak bei der Altersklasse der Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen“, so Preidt. „Da irritiert es, dass die in diesen Schulformen Beschäftigten explizit von der Impfberechtigung ausgeklammert sind - wir aber gleichzeitig gemeinsam mit unseren Schülerinnen und Schüler in einem Raum die Testungen anleiten und durchführen.“

Die aktuellen Corona-Fallzahlen aus ganz Norddeutschland:

  • Hamburg: 2311 neue Corona-Fälle (gesamt seit Pandemie-Beginn: 430.228), 465 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (davon auf Intensivstationen: 44), 2373 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1435,3 (Stand: Sonntag).
  • Schleswig-Holstein: 1362 Corona-Fälle (477.682), 623 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 39). 2263 Todesfälle (+5). Sieben-Tage-Wert: 1453,0; Hospitalisierungsinzidenz: 7,32 (Stand: Sonntag).
  • Niedersachsen: 12.208 neue Corona-Fälle (1.594.135), 168 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen, 7952 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1977,6; Hospitalisierungsinzidenz: 16,3 (Stand: Sonntag).
  • Mecklenburg-Vorpommern: 700 neue Corona-Fälle (381.843), 768 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 76), 1957 Todesfälle (+2), Sieben-Tage-Wert: 2366,5; Hospitalisierungsinzidenz: 11,9 (Stand: Sonntag).
  • Bremen: 1107 neue Corona-Fälle (145.481), 172 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 14), 704 Todesfälle (+0). Sieben-Tage-Wert Stadt Bremen: 1422,6; Bremerhaven: 2146,1; Hospitalisierungsinzidenz (wegen Corona) Bremen: 3,88; Bremerhaven: 7,04 (Stand: Sonntag; Bremen gibt die Inzidenzen getrennt nach beiden Städten an).

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