Hamburg

Die Elbphilharmonie-Orgel hat die Pfeifen schön

| Lesedauer: 2 Minuten
Organistin Iveta Apkalna spielt vor Orgelbauer Philipp Klais.

Organistin Iveta Apkalna spielt vor Orgelbauer Philipp Klais.

Foto: Christian Charisius / dpa

Titularorganistin Iveta Apkalna war nach der Reinigung an der Neuintonation beteiligt – und hört jetzt einen deutlichen Unterschied.

Hamburg. Am Freitag erklang sie wieder vor Publikum – wenn auch nur vor einem sehr kleinen: die Orgel im Großen Saal der Elbphilharmonie. Anfang Januar war das Instrument in seine Bestandteile zerlegt und gereinigt worden. Im Anschluss wurde die Orgel neu intoniert, der Klang durch winzige Veränderungen an den Orgelpfeifen neu eingerichtet.

Nun spielte Titularorganistin Iveta Apkalna Stücke von Johann Sebastian Bach, Charles-Marie Widor und Paul Dukas. Apkalna war nach der Reinigung an der Neuintonation der Orgel beteiligt – und hört jetzt einen Unterschied: Die Künstlerin verglich die Klangfarben-Register der Orgel mit einem Haushalt von 69 Mitgliedern. Fünf von ihnen seien nun „reifer, schöner und integrierter“.

Normalerweise hätte die 2017 in Betrieb genommene Orgel erst nach 15 bis 20 Jahren gereinigt werden müssen. Dass die Reinigung jetzt schon stattfand, lag an einem „Malheur“, das sich wenige Monate vor der Eröffnung der Elbphilharmonie ereignet hatte, wie Intendant Christoph Lieben-Seutter sagte.

Orgel in der Elbphilharmonie erklingt wieder

Im eigentlich schon fertiggestellten Saal war damals nochmals gebaut worden. „Die Luft war voller Staub, der hat sich in die Orgelpfeifen abgesetzt“, so Lieben-Seutter. Ursprünglich war die mehrwöchige Reinigung für die Sommerpause 2021 eingeplant und nun durch den Lockdown vorgezogen worden. Die Sommerpause verkürzt sich somit auf die Zeit zwischen dem 12. und 25. Juli.

Lesen Sie auch:

Für die Reinigung der 4765 Orgelpfeifen, die zwischen elf Millimetern und 10 Metern groß sind, war das Unternehmen von Orgelbauer Philipp Klais aus Bonn zuständig. Bei der Intonierung wurden auch technische Neuerungen berücksichtigt, sagte Klais, beispielsweise bei den Modulationsmöglichkeiten des Windes, der durch die Pfeifen schwingt.

Wissenswertes zur Elbphilharmonie:

  • Die Elbphilharmonie ist ein Konzerthaus, das als neues Wahrzeichen von Hamburg gilt
  • Sie wurde im Januar 2017 offiziell eröffnet
  • Das 110 Meter hohe Gebäude liegt in der HafenCity in Hamburg und soll mit seiner Form an Wellen, Segel und Eisberge erinnern
  • Wo heute die Elbphilharmonie steht, befand sich früher der Kaiserspeicher A
  • Das Konzept der Elbphilharmonie stammt von Projektentwickler Alexander Gérard und wurde bereits 2001 vorgestellt. Der Bau dauerte von 2007 bis Ende 2016
  • Die Baukosten betrugen 866 Millionen Euro

„Wir sind für die Zukunft gerüstet“, erklärte Lieben-Seutter. Bis es die Orgel wieder live hören kann, muss das Publikum sich weiter gedulden: Noch mindestens bis zum 14. April ruht der Spielbetrieb in der Elbphilharmonie durch die Corona-Beschränkungen.

( kwr )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg