Forschung

Hamburger Firma entwickelt Impfstoff gegen Corona

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Christoph Rybarczyk und Peter Ulrich Meyer
Kann er bald einen Corona-Impfstoff aus Hamburg anbieten? Schnelltests und Selbsttests sowie eine Ultra-PCR hat der  geschäftsführende Gesellschafter der Hamburger Medizintechnik und Biotech-Firma Sanagroup, Dr. Thomas Wüstefeld, bereits im Sortiment.

Kann er bald einen Corona-Impfstoff aus Hamburg anbieten? Schnelltests und Selbsttests sowie eine Ultra-PCR hat der geschäftsführende Gesellschafter der Hamburger Medizintechnik und Biotech-Firma Sanagroup, Dr. Thomas Wüstefeld, bereits im Sortiment.

Foto: Marcelo Hernandez / FUNKE Foto Services

Klinische Tests der sanaGroup beginnen. Wo sich Hamburger jetzt kostenlos auf Corona testen lassen können und was man beachten muss.

Hamburg. Nach den in Deutschland bekannten Mitteln von Biontech, AstraZeneca und Moderna könnte bald ein in Hamburg entwickelter Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen werden. Das an den Elbbrücken gelegene Unternehmen sanaGroup arbeitet seit etwa einem Jahr mit internationalen Partnern an einem Serum.

Jetzt sollen die letzten klinischen Tests beginnen. Der geschäftsführende Gesellschafter der SanaGroup, Dr. Thomas Wüstefeld, bestätigte dem Abendblatt, dass man einen Impfstoff entwickelt habe. „Wir haben ein dezidiertes Team, welches an der Entwicklung eines mRNAbasierten Impfstoffs arbeitet.“

Corona-Impfstoff aus Hamburg?

Das ist die Technologie, die auch der Biontech-Impfstoff nutzt. Die sanaGroup will ihren Impfstoff so herstellen, dass er auch gegen die gefährlichen Corona-Mutationen wirkt. Wüstefeld sagte: „Der Bauplan oder Code kann entsprechend den bestimmten Virusmerkmalen (Virusantigenen) modifiziert werden. Wir wollen unseren Corona-Impfstoff so bauen, dass er bei einer Temperatur von zwei bis acht Grad verwendbar ist.“ Das hieße: Er könnte auch in Arztpraxen vermpft werden.

Wann er der Europäischen Arzneimittelbehörde zur Zulassung vorgelegt wird, ist noch unklar. Der Chef der sanaGroup, die selbst PCR-Tests und Schnelltests produziert, warnte im Abendblatt vor einer trügerischen Sicherheit durch die jetzt überall verfügbaren Corona-Tests: „Auch der Schnelltest ist nur eine Momentaufnahme mit einer Geltungsdauer von zwei bis vier Stunden.“

Mit den unterschiedlichen Tests drohten jetzt sogar neue Risiken in der Pandemie. Wüstefeld sagte: „Wir benötigen eine eindeutige Teststrategie und klare Antworten von der Politik auf die Frage, was kann und darf ich mit den unterschiedlichen Tests machen?“

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Neue Strategie für Schnelltests in Hamburg

Unterdessen kommt die vielfach angekündigte neue Teststrategie, in Hamburg, die ein wesentlicher Baustein zur Eindämmung der Pandemie sein soll, in die entscheidende Phase. Von diesem Montag an können sich alle Hamburgerinnen und Hamburger einmal pro Woche einem kostenlosen Antigen-Schnelltest unterziehen. Die Gesundheitsbehörde hat kurzfristig Vereinbarungen mit 27 Testzentrumsbetreibern sowie 18 Apotheken geschlossen. Auch 67 Hausarztpraxen haben sich der Teststrategie angeschlossen.

In einem ersten Schritt werden am Dienstag und in den kommenden Tagen 35 Testzentren die kostenlosen Antigen-Testungen anbieten. Mehr als 25.000 dieser Tests sollen damit täglich angeboten werden. Für eventuell erforderliche Nachtestungen sind 14.000 PCR-Tests möglich, die ein sichereres Ergebnis liefern.

Hier finden Sie die Hamburger Testzentren im Überblick

Das Angebot soll schrittweise erweitert werden. In der kommenden Woche will die Behörde die Liste der beteiligten Apotheken bekannt geben. Die Anmeldung für einen Schnelltest in einem der Testzentren muss online über die Websites der jeweiligen Anbieter vorgenommen werden. Anders als zunächst angekündigt, sollen auch die Hamburger Privatschulen Schnelltests aus dem Kontingent der Behörden erhalten.

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