Vorfall im Hafen

Hamburgs Ex-Liebling als heimliche Dreckschleuder?

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Das seinerzeit größte Containerschiff der Welt wurde am 30. Mai 2013 in Hamburg unter großer Anteilnahme auf den Namen "Alexander von Humboldt" getauft.

Das seinerzeit größte Containerschiff der Welt wurde am 30. Mai 2013 in Hamburg unter großer Anteilnahme auf den Namen "Alexander von Humboldt" getauft.

Foto: Picture Alliance

Ehemals größtes Containerschiff der Welt trickst am Liegeplatz mit der Abgasanlage. Wasserschutzpolizei schaltet Staatsanwälte ein.

Hamburg. Vor knapp acht Jahren wurde die "Alexander von Humboldt" in Hamburg von der damaligen Zweiten Bürgermeisterin Dorothee Stapelfeldt und im Beisein von Prominenz aus Politik und Wirtschaft als seinerzeit größtes Containerschiff der Welt feierlich getauft, jetzt sorgt der Frachter der französischen Reederei CMA CGM im hiesigen Hafen für weitaus weniger schöne Schlagzeilen.

Nach Abendblatt-Informationen wurde das knapp 400 Meter lange Schiff am Montag von der Wasserschutzpolizei an seinem Liegeplatz am Predöhlkai im Schatten der Köhlbrandbrücke routinemäßig kontrolliert – und die Beamten wurden prompt fündig. Wegen "umweltrechtlicher Verstöße" wurde in diesem Fall sogar die Staatsanwaltschaft hinzugezogen.

Abgasreinigungsanlage außer Betrieb gesetzt

Was war passiert? Bei der Einsicht der Schiffsprotokolle kam heraus, dass in der 396 Meter langen und 53 Meter breiten "Alexander von Humboldt" offenbar die Abgasreinigungsanlage außer Betrieb genommen worden war. Und das, obwohl der unter maltesischer Flagge fahrende Riesenfrachter noch nicht von hochschwefligem auf niedrigschwefligen Kraftstoff umgestellt ist.

Die Folge: In der Nacht zum vergangenen Sonnabend verbrannte das Schiff in Waltershof innerhalb von fünf Stunden etwa 730 Liter Schweröl mit einem Schwefelgehalt von über 2,5 Prozent. Grundsätzlich dürfen Schiffskraftstoffe im Hamburger Hafen aber einen Schwefelgehalt von 0,1 Prozent nicht überschreiten. Ein klarer Verstoß also gegen die gültigen umweltrechtlichen Vorschriften.

2013: Taufe der "Alexander von Humboldt" in Hamburg

Schiffsingenieur: Geldstrafe und Verfahren

Wegen des Verdachts der Luftverunreinigung wurde gegen den Leitenden Ingenieur der "Alexander von Humboldt" nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Hamburg ein Strafverfahren eingeleitet. Als Sicherheitsleistung wurden von dem 56 Jahre alten Montenegriner 6.019 Euro eingezogen. Am Dienstag sollte der Containerriese (ca. 16.000 TEU) schon wieder in Rotterdam festmachen.

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Die Wasserschutzpolizei Hamburg führt regelmäßig Schiffskontrollen zur Gewährleistung der Durchsetzung internationaler, europäischer und nationaler umweltrechtlichen Vorschriften durch. Bei der Feststellung von Verstößen werden in Absprache mit der Staatsanwaltschaft oder der jeweils zuständigen Ahndungsbehörde Sicherheitsleistungen zur Sicherung des Straf- oder Bußgeldverfahrens festgelegt.

( jdr )

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