Neue Daten

Hamburger lassen sich öfter scheiden – wegen Corona?

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In Hamburg gab es deutlich mehr Anträge auf Scheidung.

In Hamburg gab es deutlich mehr Anträge auf Scheidung.

Foto: dpa/ picture alliance / Patrick Pleul

Die Zahl der Scheidungsanträge hat im Jahr 2020 um 5,5 Prozent zugenommen. Eine Folge des Lockdowns und der Pandemie?

Hamburg. Corona-Pandemie und Lockdowns haben offenbar auch in vielen Ehen in Hamburg zu Krisen geführt. Dafür jedenfalls sprechen jetzt vom Senat veröffentlichte Daten. Danach ist die Zahl der Anträge auf Scheidung im Jahr 2020 um mehr als 5,5 Prozent gegenüber 2019 angestiegen.

Wurden 2019 noch 3832 solcher Anträge gestellt, waren es im Jahr des Pandemie-Beginns bereits 4044. Die meisten Anträge wurden im November 2020 gestellt, so eine Senatsantwort auf eine AfD-Anfrage.

Schon die Anfang Februar 2021 veröffentlichte Kriminalstatistik für 2020 hatte Hinweise darauf geliefert, dass die Pandemie mit all ihren Folgen sich negativ auf viele Partnerschaften auswirkt. So verzeichnete die Polizei im vergangenen Jahr bei der Gewalt in Partnerschaften einen erschreckenden Anstieg von neun Prozent auf 5397 Fälle. Zumeist ging es dabei laut Polizei um Körperverletzungsdelikte. In 78 Prozent der Fälle waren dabei Frauen die Opfer.

1272 Menschen in Hamburg mit oder an Corona gestorben

Unterdessen stieg die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen am Montag wieder an und liegt nun bei 80,3. Die Sozialbehörde meldete 258 Neuinfektionen. Zwei weitere Hamburger sind an oder mit einer Corona-Infektion gestorben, insgesamt hat die Stadt nun 1272 Todesopfer zu beklagen. 282 Menschen wurden nach letztem Stand wegen einer schweren Corona-Infektion in Hamburger Kliniken behandelt, 81 davon auf Intensivstationen.

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Aber es gibt auch gute Nachrichten: Mittlerweile haben 100.548 Hamburgerinnen und Hamburger eine Corona-Erstimpfung erhalten. Auch der Leiter des Impfzentrums, Dirk Heinrich, macht im Abendblatt-Interview Mut. Hamburg sei bei der Impfquote bundesweit Spitzenreiter.

In Hamburg bleibt kein AstraZeneca-Impfstoff übrig

Es bleibe hier auch nichts vom AstraZeneca-Impfstoff übrig. „Nicht eine Impfdosis liegt im Stau. Das scheint bundesweit einmalig zu sein“, so Heinrich. Die 30- bis 65-Jährigen allerdings würden wohl „frühestens im Sommer“ geimpft werden können.

Dennoch sollten die Menschen „Ruhe bewahren und froh sein, dass wir Impfstoff haben“, so der Mediziner. „Hätte jemand im letzten April gesagt, in neun oder zehn Monaten haben wir Impfstoff und bauen ein Impfzentrum, hätten wir gesagt: Träumerle!“

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