Freiheitsfahrer in Hamburg

Autokorso der Corona-Skeptiker – Gegendemo auf Fahrrädern

| Lesedauer: 3 Minuten

220 „Freiheitsfahrer“ aus Querdenker-Szene protestierten. 100 Radfahrer störten den Aufzug. Polizei stellte zwei Strafanzeigen.

Hamburg. Eine Auto-Demonstration der sogenannten „Freiheitsfahrer“ sorgte am Sonnabend für Verkehrsbehinderungen in der Hamburger Innenstadt. Die der Querdenker-Szene zuzurechnenden Demonstranten trafen sich um 12 Uhr an der Glacischaussee. Gut eine Stunde später setzte sich der Autokorso der Corona-Skeptiker in Bewegung.

Verfolgen Sie hier aktuelle Infos zu der Auto-Demo:

Auto-Demo: Polizei stellt zwei Strafanzeigen wegen Körperverletzung

Abschließend bestätigte die Polizei am Abend, dass insgesamt 220 Fahrzeuge bei der Demonstration sowie etwa 100 Radfahrer als Gegen-Demonstranten am Sonnabend vor Ort waren. Im Zusammenhang mit einer Auseinandersetzung zwischen einem Autofahrer und einem "Störer" wurden zwei Strafanzeigen wegen Körperverletzung gestellt. Der zwischenzeitlich festgenommene Radfahrer wurde nach der Überprüfung seiner Identität wieder entlassen.

Polizei nimmt einen Radfahrer wegen Körperverletzung fest

Der Autokorso wurde mehrfach von Gegendemonstranten mit Fahrrädern blockiert, wie die Polizei mitteilte. Diese schritt ein und nahm mindestens einen der rund 70 Radfahrer wegen Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr fest. Zuvor war von rund 100 Fahrradfahrern die Rede gewesen.

Die schwarz gekleideten Gegendemonstranten gehörten den Angaben zufolge zur linken Szene. An einem der Fahrräder stand auf einem Schild: „Auch ihr sterbt an dem Virus“.

220 Pkw bei Demo – Radfahrer stören Aufzug

Gegen 13.40 Uhr verzeichnete die Polizei Hamburg rund 220 Autos, die an der Demo der Corona-Skeptiker teilnehmen. Rund 100 Radfahrer stören die Veranstaltung. "Sie fahren vor dem Aufzug und zwischen dem Aufzug hindurch", hieß es vonseiten des Lagedienstes der Polizei.

Demo der Corona-Skeptiker: Radfahrer blockieren Kreuzung

Um 13 Uhr wollte sich der Autokorso der Corona-Skeptiker in Bewegung setzen. Doch gleich zu Anfang machten Radfahrer den Demo-Teilnehmern einen Strich durch die Rechnung: Sie blockierten die Kreuzung an der Glacischaussee. Polizisten räumen die Kreuzung nun.

Vertreter des linken Spektrums bei Auto-Demo

Auch Personen, die dem linken Spektrum zuzuordnen sind, tummeln sich am Rande der Demo mit Fahrrädern. Eventuell planen sie, den Autokorso aufhalten.

Schon mehr als 100 Autos bei Demo der Corona-Skeptiker

Gegen 12.30 Uhr befanden sich bereits mehr als 100 Pkw an der Glacischaussee, die ab 13 Uhr an dem Autokorso der Corona-Skeptiker teilnehmen wollen. Auch Karl-Heinz "Kalle" Schwensen tauchte am Mittag bei der Demo an der Glacischaussee auf.

Alle Stadtteile rund um die Alster von Auto-Demo betroffen

Rings um die Binnen- und Außenalster werden in der Zeit von 12 bis 15 Uhr zahlreiche Straßen gesperrt. Betroffen sind nach Angaben der Polizei die Stadtteile St. Pauli, Neustadt, Altstadt, St. Georg, Hohenfelde, Uhlenhorst, Barmbek-Süd, Winterhude, Eppendorf, Hoheluft-Ost, Hoheluft-West, Eimsbüttel, Sternschanze und Rotherbaum. „Verkehrsteilnehmern wird empfohlen, die betroffenen Bereiche weiträumig zu umfahren“, sagt Polizeisprecher Florian Abbenseth.

Der Konvoi der „Freiheitsfahrer“ hat bereits am 23. Januar (60 Fahrzeuge) und am 6. Februar (200 Fahrzeuge) den Verkehrsfluss in der City teils erheblich beeinträchtigt.

Passanten und Anwohner beschwerten sich zudem über nervtötendes Gehupe und laute Party-Musik aus den Autos. Nach Angaben der Polizei rechnen die „Freiheitsfahrer“ diesmal mit 350 Fahrzeugen.

( coe/arg/dah/lag/dpa )

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