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Corona-Inzidenz stagniert auch in Schleswig-Holstein

| Lesedauer: 30 Minuten

Im Video: So funktioniert das Hamburger Corona-Impfzentrum

Das Impfzentrum in den Messehallen ist das größte in Deutschland. Wenn ausreichend Impfstoff da ist, sollen hier täglich 7000 Menschen geimpft werden.

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Der Überblick: Hoffnung auf Osterurlaub im Norden. Schließung von Friseursalons rechtens. Impf-Nebenwirkungen nicht beunruhigend.

Hamburg. Nachdem die Corona-Zahlen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen zuletzt gemächlich gesunken sind, scheinen die Inzidenzwerte im Norden nun zu stagnieren. Bestätigt das den Kurs von Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), in der Hansestadt – anders als es die Nachbarländer tun – zunächst keine weiteren Lockerungen in Aussicht zu stellen?

Dieser Artikel wird nicht mehr aktualisiert. Hier geht es zu den aktuellen Corona-Nachrichten für Hamburg und den Norden.

Die wichtigsten Corona-Nachrichten für Hamburg und den Norden am 15. Februar:

Die aktuellen Corona-Fallzahlen aus ganz Norddeutschland:

  • Hamburg: 2311 neue Corona-Fälle (gesamt seit Pandemie-Beginn: 430.228), 465 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (davon auf Intensivstationen: 44), 2373 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1435,3 (Stand: Sonntag).
  • Schleswig-Holstein: 1362 Corona-Fälle (477.682), 623 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 39). 2263 Todesfälle (+5). Sieben-Tage-Wert: 1453,0; Hospitalisierungsinzidenz: 7,32 (Stand: Sonntag).
  • Niedersachsen: 12.208 neue Corona-Fälle (1.594.135), 168 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen, 7952 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1977,6; Hospitalisierungsinzidenz: 16,3 (Stand: Sonntag).
  • Mecklenburg-Vorpommern: 700 neue Corona-Fälle (381.843), 768 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 76), 1957 Todesfälle (+2), Sieben-Tage-Wert: 2366,5; Hospitalisierungsinzidenz: 11,9 (Stand: Sonntag).
  • Bremen: 1107 neue Corona-Fälle (145.481), 172 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 14), 704 Todesfälle (+0). Sieben-Tage-Wert Stadt Bremen: 1422,6; Bremerhaven: 2146,1; Hospitalisierungsinzidenz (wegen Corona) Bremen: 3,88; Bremerhaven: 7,04 (Stand: Sonntag; Bremen gibt die Inzidenzen getrennt nach beiden Städten an).

Inzidenz stagniert auch in Schleswig-Holstein

Auch in Schleswig-Holstein stagniert der Inzidenzwert: 57,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen meldete Kiel am Montag – am Sonntag waren es 57,8. Als Zielmarke für nächste Öffnungsschritte gelten maximal 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Am Montag wurden innerhalb von 24 Stunden 128 neue Corona-Infektionen gemeldet. Eine Woche zuvor waren es 151. Besonders betroffen sind weiterhin die Städte Flensburg (166,4) und Lübeck (89,1) und die Kreise Nordfriesland (95,8), Schleswig-Flensburg (80,5) und Pinneberg (76,9).

Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit Covid-19 stieg um 24 auf 1157. Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie nun 39.781 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. 435 Corona-Patienten werden den Angaben zufolge derzeit in Schleswig-Holstein in Krankenhäusern behandelt - das ist keine Veränderung zu den beiden Vortagen. 87 von ihnen werden intensivmedizinisch behandelt, 54 mit Beatmung.

Schleswig-Holstein öffnet Kitas und Grundschulen – aber nicht überall

Abgesehen von den Städten Flensburg und Lübeck sowie den Kreisen Pinneberg und Herzogtum Lauenburg öffnen am kommenden Montag überall in Schleswig-Holstein wieder Kitas und Grundschulen - allerdings unter besonderen Corona-Bedingungen. Demnach starten die Kitas im Corona-Regelbetrieb, wie Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) und Bildungsministerin Karin Prien (CDU) am Montag mitteilten.

Für die Grundschulen gelte, dass die Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 4 in den Präsenzunterricht unter Coronabedingungen zurückkehren, und der Ganztag unter Beachtung der Hygienevorschriften angeboten werden könne. Für die Jahrgangsstufen 5 und 6 gebe es eine Notbetreuung. Bei den weiterführenden Schulen bleibe es dagegen für die Jahrgangsstufen 5 bis 13 bis zum 7. März beim Distanzunterricht.

Wegen höherer Inzidenzwerte gelten für die Städte Flensburg und Lübeck sowie die Kreise Pinneberg und Herzogtum Lauenburg strengere Regeln. So gebe es in Flensburg in den Kitas und Grundschulen bis auf weiteres nur eine Notbetreuung, und es bleibe beim Distanzunterricht.

Für Lübeck und die Kreise Pinneberg (ohne die Insel Helgoland) sowie Herzogtum Lauenburg gebe es in den Kitas und in den Schulklassen eins bis sechs bis zum 28. Februar Notbetreuung und Distanzunterricht. Vom 1. März an soll es in Lübeck und im Kreis Pinneberg dann einen eingeschränkten Kita-Regelbetrieb geben, und Grundschüler sollen in den Wechselunterricht gehen. Im Kreis Herzogtum Lauenburg soll am 22. Februar entschieden werden, wie es dort im März weitergeht.

Gericht: Schließung der Friseurgeschäfte ist rechtens

Die derzeitige Schließung von Friseurgeschäften in Niedersachsen ist rechtens. Das hat das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg entschieden. Damit lehnten die Richter des 13. Senats den Antrag der Inhaber eines Friseurbetriebs im Landkreis Cloppenburg gegen die Corona-Verordnung ab (Az.: 13 MN 44/21), wie es in einer Mitteilung am Montag hieß.

Die Betreiber hatten geltend gemacht, dass in den Läden keine Infektionsgefahr bestehe und sich auf die besondere Bedeutung von Friseurbetrieben und die Ungleichbehandlung gegenüber Optikern und Hörgeräteakustikern berufen. Der Antrag wurde nach einer sogenannten Folgenabwägung abgelehnt. Die flächendeckende Schließung der Friseurbetriebe verhindere zudem einen „Frisiertourismus“.

Der Senat geht zwar davon aus, dass die grundsätzliche Anknüpfung der Maßnahmen an eine 7-Tage-Inzidenz von 50 unter Berücksichtigung aller sonstigen Umstände des Infektionsgeschehens als legitimes Ziel anzusehen sei. Im Hinblick auf künftige Verfahren sei allerdings darauf hinzuweisen, dass die Anknüpfung von Öffnungsschritten an eine Inzidenz von höchstens 35 mit der tatsächlichen Fähigkeit der Gesundheitsämter zur Kontaktverfolgung nicht belegt sei.

Es lasse sich im Eilverfahren nicht abschließend klären, ob die einschneidenden Betriebsverbote im Hinblick auf die immer gewichtiger werdenden Nachteile für die betroffenen Betriebsinhaber noch angemessen seien. Der besonderen Bedeutung der Friseurbetriebe für die Bevölkerung habe das Land hingegen dadurch hinreichend Rechnung getragen, dass deren Öffnung zum 1. März unabhängig von der Erreichung eines Inzidenzwertes vorgesehen sei.

Klinik-Mitarbeiter zeigen nach Impfung körperliche Reaktionen

Rund 30 Angestellte des Klinikums Emden haben sich nach ihrer ersten Corona-Impfung mit dem Verweis auf Nebenwirkungen krank gemeldet. Insgesamt waren 194 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter Pflegekräfte und Ärzte, mit dem von AstraZeneca geimpft worden, wie ein Sprecher sagte. Die Angestellten gaben unter anderem Kopfschmerzen, Müdigkeit und Fieber als Begründung an.

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) können Impfreaktionen sowohl bei den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna als auch beim Vektor-basierten AstraZeneca-Vakzin auftreten. Sie beginnen demnach in der Regel kurz nach der Impfung und halten wenige Tage an. Bei AstraZeneca zählen Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Krankheitsgefühle zu den häufigsten Nebenwirkungen.

Die Impfreaktion etwa bei den in Emden berichteten Fällen sei „überhaupt nicht unerwartet“, sagte der Erlanger Infektionsimmunologe Christian Bogdan: „Die Symptome sind Ausdruck der Immunantwort, die zeigt, dass im Körper tatsächlich etwas nach der Impfung passiert. Die hier genannten Symptome wie Kopfschmerzen oder Fieber entsprechen auch ganz dem, was bereits in Studien publiziert wurde“, sagte Bogdan. Der Hersteller Astrazeneca geht in einer Stellungnahme nicht direkt auf die Fälle in Emden ein, stellt aber fest: „Derzeit sind die gemeldeten Reaktionen so, wie wir sie aufgrund der Erkenntnisse aus unserem klinischen Studienprogramm erwarten würden.“

Hamburg kann Corona-Ansteckung nur in wenigen Fällen zurückverfolgen

Wegen eines Software-Updates am Wochenende ist ein Teil der neuen Corona-Fälle in Hamburg in die Zahlen vom Montag eingegangen, hieß es von der Sozialbehörde. Am Dienstag könne es noch weitere Nachmeldungen geben, sagte Sprecher Martin Helfrich. „Gravierende Abweichungen sind aber nicht zu erwarten.“

Zur Frage, warum die Corona-Zahlen sich in Hamburg eher seitwärts als nach unten entwickeln, gebe es „keine klare Erkenntnislage“, bemerkte Helfrich. Die Entwicklung zeige aber, „wie wichtig die Entscheidung war, den Lockdowns weiter zu verlängern“. Bund und Länder hatten in der vergangenen Woche beschlossen, weitere Lockerungen erst ab einem stabilen Inzidenzwert von unter 35 zu ermöglichen. Hamburg hat am Montag 187 neue Fälle gemeldet, die Inzidenz blieb unverändert bei 67,7.

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Zwar gelinge den Gesundheitsämtern die Nachverfolgung – also die Ermittlung der Kontakte nach erfolgter Infektion – gut, sagte der Sprecher. Anders sei es aber bei der „Zurückverfolgung“, bei der es darum gehe, wo genau sich ein Infizierte angesteckt hat. Das gelinge nur in etwa einem Drittel der Fälle. „Die Frage des Ursprungs lässt sich einfach manchmal nicht klären.“ Helfrich verwies darauf, dass auch in Hamburg der Trend generell nach unten geht, wenn auch nicht so schnell. „Aber besser langsam weniger als mehr.“

Niedersachsen: Grüne wollen Lockerungen für Open-Air-Veranstaltungen

Die Grünen in Niedersachsen fordern für Veranstaltungen im Freien eine schnellere Lockerung der Corona-Regeln. Es sei „absurd“, dass der Stufenplan der Landesregierung kaum zwischen drinnen und draußen unterscheide, sagte Grünen-Fraktionschefin Julia Willie. „Wir müssen diese Stufenpläne auch darauf runterbrechen, dass draußen Aktivitäten künftig möglich sind.“ Das sei besonders wichtig für die Branchen, die von Schließungen betroffen sind, etwa Kultureinrichtungen, Restaurants und Geschäfte. In den wärmeren Monaten müsse gelten: „Draußen ist das neue Drinnen.“

Einen entsprechenden Antrag wollen die Grünen am Mittwoch in den Landtag einbringen. Demnach soll die Landesregierung im Stufenplan insbesondere für die Gastronomie, Messen und Geschäfte stärker auf Außenangebote eingehen. Bisher sind frühere Lockerungen darin vor allem für Draußenangebote wie Freilichtbühnen und Zoos vorgesehen. Die Grünen dringen außerdem auf eine Ausweitung der Corona-Tests, insbesondere im Arbeitsumfeld und an Schulen.

Dänemark verschärft Einreise-Regeln für Grenzgebiete

Aus Sorge vor mutierten Varianten des Coronavirus verschärft Dänemark seine Einreisevorschriften für Menschen aus den Grenzgebieten. Wer aus Schleswig-Holstein oder den südschwedischen Grenzregionen nach Dänemark einreisen möchte, muss ab Mittwoch neben einem triftigen Einreisegrund auch einen maximal 72 Stunden alten negativen Corona-Test vorweisen können.

Das gilt unter anderem auch für Grenzgänger, die ihren Arbeitsplatz oder Wohnsitz in den Gebieten haben, teilte die dänische Regierung am Montag mit. Bislang hatte für die Einwohner der Grenzgebiete ein maximal sieben Tage alter negativer Corona-Test gereicht.

Die dänischen Ministerien für Justiz und Gesundheit begründeten den Schritt mit einem in den Grenzgebieten erhöhten Risiko der Ausbreitung der zunächst in Südafrika aufgetauchten Variante. „Es ist wichtig, dass Leute, die im Grenzland wohnen und arbeiten, die Grenze überqueren können“, erklärte Gesundheitsminister Magnus Heunicke. „Es ist aber auch wichtig, Dänemark gegen Virus-Varianten zu beschützen, die eine größere Unsicherheit in der Epidemie schaffen können.“

In Dänemark sind die Corona-Zahlen nach den Höchstwerten des Dezembers mittlerweile wieder deutlich zurückgegangen. Die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen im Land zählt derzeit zu den niedrigsten in ganz Europa. Dennoch befinden sich die Däninnen und Dänen weiter weitgehend im Lockdown. Die dänischen Grenzen sind für die meisten Ausländer seit längerem weitgehend dicht. Für Menschen außerhalb der Grenzgebiete gilt, dass sie nur ins Land kommen, wenn sie einen triftigen Einreisegrund und einen höchstens 24 Stunden alten negativen Corona-Test vorweisen können.

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Hamburger Fitnessstudios starten Kursmarathon

Unter dem Slogan "Hamburg macht mobil" haben sich zehn Hamburger Fitnessstudios zusammengetan. Sie organisieren am Sonnabend, 20. Februar, ein Onlineangebot – kostenlos, für alle Hamburger und 13 Stunden lang. Auf dem Programm stehen beispielsweise Rückenfit, Yoga, Bodyattack, Lebensenergie im Alltag, Bauch/Beine/Po. Die Details zum Fitness-Angebot lesen Sie hier.

Schleswig-Holstein: Günther hält Urlaub zu Ostern für realistisch

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hält Osterurlaub trotz der Corona-Pandemie für realistisch. „Bei uns in Deutschland sehe ich sehr wohl die Möglichkeit, dass wir Inlandstourismus bis zu diesem Zeitpunkt möglich machen“, sagte Günther am Montag. „Und das Wichtigste aus meiner Sicht ist: Ostern ist noch sieben Wochen hin, und heute ist es mit Sicherheit grundfalsch, unabhängig von der Inzidenz schon Urlaube abzusagen.“

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht dagegen keine Chance für Urlaubsreisen zu Ostern. „Ich bin dafür, Wahrheiten auszusprechen: Osterurlaub in Deutschland kann es dieses Jahr leider nicht geben“, hatte Kretschmer der „Bild am Sonntag“ gesagt. Zu große Mobilität bereits im April sei Gift. „Wir würden alles zerstören, was wir seit Mitte Dezember erreicht haben.“

Günther bewertet die aktuelle Entwicklung deutlich optimistischer. Bund und Länder hätten sich darauf verständigt, bei den nächsten Öffnungsschritten Gastronomie und Hotels mit in den Blick zu nehmen. „Und ich sehe zum heutigen Zeitpunkt überhaupt nichts, was dagegen spricht, weiterhin an diesem Ziel zu arbeiten.“ Natürlich müsse dabei auch über Testungen und über den Umgang mit Gebieten geredet werden, in denen es relativ viele Corona-Fälle gebe. „Aber definitiv sehe ich für den Tourismus eine Perspektive ab Ostern.“

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In fast allen Bundesländern liege die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen mittlerweile unter 100, sagte Günther. „Wir haben kaum noch Hotspots.“ Er werde Hotelbesitzern nicht davon abraten, Buchungen für die Ostertage anzunehmen. „Aber ich kann auch keine Garantie dafür geben, dass sich die Zahlen weiter so positiv entwickeln.“

In die Diskussion um mögliche Urlaubsreisen zu Ostern wollte sich Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) nicht einschalten. Seine Meinung zum Thema Reisen und Corona habe er bereits in der vergangenen Woche kundgetan und daran habe sich nichts geändert, sagte sein Sprecher. Tschentscher hatte mit Blick auf die am 1. März beginnenden Hamburger Frühjahrsferien gesagt: „In diesem Jahr sollte es keine Urlaubsreise geben.“

Tourismus-Chefin hofft auf Ostergeschäft im Norden

Auch Schleswig-Holsteins Tourismus-Agentur hofft auf einen Neustart des Tourismus zu Ostern. „Eine Entscheidung gegen eine Öffnung zu Ostern ist meines Erachtens zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht“, sagte Geschäftsführerin Bettina Bunge am Montag. Sie hoffe für die Branche „auf das lang geplante Ostergeschäft“. Die Tourismus-Betriebe seien sehr gut vorbereitet mit den notwendigen Hygiene- und Schutznahmen sowie Kontaktnachverfolgungsmöglichkeiten.

„Mit der nötigen Vorbereitungszeit können die Betriebe zu Ostern öffnen, wenn die Inzidenzzahlen weiter sinken, sodass sicheres Reisen möglich ist.“ Die Menschen wollten wieder reisen, aber „möglichst erst mal in der Nähe zum Heimatort bleiben, und mit dem Gefühl der Sicherheit, Planbarkeit und kurzfristigen Änderungsmöglichkeit“. Laut Tourismus-Agentur erzielt die Branche mit ihren mehr als 160.000 Beschäftigten pro Jahr normalerweise etwa 9,5 Milliarden Euro Umsatz.

Hamburgs Handwerker mit weniger Umsatz im dritten Quartal

Die Umsätze von Handwerksunternehmen in Hamburg sind im dritten Quartal 2020 um 2,5 Prozent gesunken. Den vorläufigen Ergebnissen zufolge haben dagegen die Friseure ihren Umsatz steigern können, wie das Statistikamt Nord am Montag mitteilte. Sie konnten zwischen Juli und Oktober im Vergleich zum Vorjahresquartal eine Wachstumsrate von 17 Prozent für sich verbuchen. Im April, Mai und Juni waren die Zahlen dagegen im Vergleich zum Frühjahr 2019 um 13 Prozent eingebrochen. Auch Augenoptiker profitierten von den Nachholeffekten nach dem ersten Lockdown, sie legten beim Umsatz im dritten Quartal um 10,3 Prozent zu.

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Schwieriger sah es dagegen bei den Handwerkern im Ausbaugewerbe aus. Dazu gehören beispielsweise Tischlereien. Sie nahmen im dritten Quartal 7,2 Prozent weniger ein als im Sommer/Herbst 2019. Im Jahr 2018 gab es den Angaben zufolge in Hamburg mehr als 8200 selbstständige Handwerksunternehmen, die mehr als 73.700 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigten.

Polizei stoppt Kohlfahrt – Verstoß gegen Corona-Auflagen

Für elf Kohlgängerinnen und Kohlgänger ist ein gemeinsamer Ausflug in Oldenburg vorzeitig zu Ende gegangen. Die teilweise betrunkenen Männer und Frauen im Alter zwischen 23 und 80 Jahren stammten aus sieben unterschiedlichen Haushalten und hätten weder die Mindestabstände eingehalten noch die wegen Corona erforderlichen Mund-Nasen-Bedeckungen getragen, teilte die Polizei am Montag mit.

Auf das Einschreiten der Beamten hätten die Kohlfahrtteilnehmer mit Unverständnis reagiert. Schließlich diene die Veranstaltung einem sozialen Zweck, so das Argument. Einige der Anwesenden hätten dann auch nur widerwillig ihre Personalien angegeben. Die Polizei löste die Kohlfahrt letztlich auf. Gegen alle wurden Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten eingeleitet.

Dauer psychischer Erkrankungen von Arbeitnehmern im Norden nimmt zu

Die Dauer psychischer Erkrankungen von Beschäftigten in Schleswig-Holstein hat im vergangenen Jahr stark zugenommen. Krankschreibungen wegen Depressionen, chronischer Erschöpfung oder ähnlicher Erkrankungen hätten im vergangenen Jahr im Durchschnitt 46,1 Tage gedauert, teilte die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) für ihre Versicherten mit. Das seien knapp sechs Tage mehr als 2019 gewesen. Bundesweit betrug die Krankschreibungsdauer wegen psychischer Erkrankungen 43,7 Tage, also 4,2 Tage mehr als 2019.

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Inwieweit die Entwicklung direkt mit der Corona-Pandemie zusammenhängt, ist nach Angaben der KKH nicht bekannt. Isolations- und Quarantänemaßnahmen sowie Veränderungen im beruflichen und privaten Alltag hinterließen aber in jedem Fall ihre Spuren, sagte die KKH-Wirtschaftspsychologin Antje Judick. Viele Berufstätige stünden wegen fehlender Kinderbetreuung, der Versorgung hilfebedürftiger Angehöriger, zunehmender Vereinsamung sowie aufgrund von Existenzängsten durch Kurzarbeit, Insolvenz und Arbeitsplatzverlust unter Dauerstress.

Corona-Inzidenz in Hamburg stagniert – die neuen Zahlen

In Hamburg hat sich das Corona-Infektionsgeschehen im Wochenvergleich nur minimal verringert. Die Sozialbehörde meldet am Montag 187 neue Corona-Infektionen (Vortag: 118). Am Montag vergangener Woche waren es mit 186 fast genauso viele Fälle. Damit bleibt der Inzidenzwert seit Sonntag unverändert bei 67,7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Seit Beginn der Pandemie wurden in der Hansestadt 49.187 Infektionen registriert. Von ihnen gelten nach Schätzung des Robert-Koch-Instituts 43.600 als genesen.

Die Zahl der Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern liegt weiterhin bei 328 (Stand: 12. Februar). 74 Menschen sind so schwer erkrankt, dass sie intensivmedizinisch behandelt werden müssen, 59 von ihnen kommen aus Hamburg. Nach Angaben des RKI liegt die Zahl der Todesfälle in Hamburg unverändert bei 1196 (Stand: 14. Februar).​

Corona-Party: Polizei umstellt Gebäude in Itzehoe

Die Polizei hat in Itzehoe (Kreis Steinburg) in den Räumen einer Werkstatt eine Party mit mehreren Personen aufgelöst. Doch vorher mussten die Beamten mit Unterstützung von sieben weiteren Streifenwagenbesatzungen das Gebäude umstellen und schließlich sogar einen Schlüsseldienst rufen.

Nachbarn an der Straße am Schütterberg hatten am Sonnabend gegen 22.30 Uhr wegen Ruhestörung durch laute Musik aus einer Werkstatt die Polizei gerufen. Als die Beamten am Einsatzort erschien, liefen einige Partygäste in den rückwärtigen Werkstattbereich, andere versuchten durch den Hintereingang zu flüchten. Um zu verhindern, dass sich die Feiernden der Feststellung ihrer Personalien entziehen, wurde das Gebäude umstellt. Daraufhin schlossen die Partygäste alle Außentüren von innen ab. Trotz mehrfacher Aufforderung der Einsatzkräfte, die Türen zu öffnen, blieben diese verschlossen. Stattdessen wurde weiter laute Musik gespielt.

Die Einsatzkräfte forderten daraufhin sieben weitere Streifenwagen zur Unterstützung an. Da die Personen in der Werkstatt auch danach die Aufforderungen ignorierten, die Türen zu öffnen, wurde schließlich ein Schlüsseldienst gerufen. Nachdem dieser die Haupteingangstür geöffnet hatte, konnten die Personalien aller zwölf Partygäste festgestellt werden. Im Anschluss erhielten zehn Personen einen Platzverweis, zwei Jugendliche wurden an ihre Tante übergeben. Die Betroffenen erwartet nun eine Ordnungswidrigkeiten-Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz.

Polizei löst illegale Karnevalsfeier und Erste-Hilfe-Kurs auf

Im Emsland hat die Polizei am Wochenende eine illegale Karnevalsfeier aufgelöst. In Haren feierten neun Menschen zusammen, wie die Polizei am Montag mitteilte. Auch einen Erste-Hilfe-Kurs mit 20 Teilnehmern beendete die Polizei am Sonntag in Nordhorn. Die Kursteilnehmer hielten sich demnach nicht an die Hygienemaßnahmen. Eine Genehmigung für den Kurs gab es nicht. Vor einer Woche hatte die Polizei in Esterwegen eine Geburtstagsparty mit 22 Erwachsenen und drei Kindern aufgelöst. Insgesamt stellten die Beamten binnen einer Woche 102 Verstöße gegen die Corona-Regeln fest. Die Betroffenen müssen mit Strafen rechnen.

Hans Peter Korff: In der Corona-Zeit ängstlich geworden

Schauspieler Hans Peter Korff ist in der Corona-Zeit vorsichtig geworden. „Ich bewege mich in meinem Alter wenig aus dem Haus, bin schon sehr ängstlich geworden, muss ich zugeben“, sagte der 78-Jährige. „Zum Glück haben wir einen schönen großen Garten und jede Menge frische Luft. Für meinen Lebensunterhalt ist ausschließlich Christiane unterwegs, sie ist eine ganze Ecke jünger als ich.“ Korffs Ehefrau Christiane Leuchtmann ist Jahrgang 1960. Statt auf Theaterbühnen zu stehen, arbeitet das Paar derzeit vor allem an weiteren gemeinsamen Programmen oder für die eigene Künstleragentur, Leuchtmann nimmt auch Hörbücher auf.

Korff („Diese Drombuschs“) ist am Mittwoch in dem Drama „Meeresleuchten“ zu sehen (Das Erste, 20.15 Uhr). Der Film wurde bereits 2019 im litauischen Vilnius und an der Ostseeküste gedreht.

„Harry Potter“: Neuer Termin für Premiere in Hamburg

Die wegen der Corona-Pandemie bereits mehrmals verschobene Premiere des Theaterstücks „Harry Potter und das verwunschene Kind“ am Mehr!-Theater am Großmarkt in Hamburg ist nun für den 5. Dezember geplant.

„Die Entwicklung der Corona-Pandemie zwingt uns erneut dazu, die Premiere zu verschieben. Eine Wiederaufnahme vor Ende November 2021 erscheint aus unserer Sicht nicht möglich“, sagte Produzent Maik Klokow am Montag in Hamburg.

Illegale Pokerrunde in Hamburger Backshop aufgelöst

In einem Kiosk mit angeschlossenem Backshop haben Polizisten eine illegale Pokerrunde gesprengt. Die Beamten hatten am Wochenende einen Tipp auf das Geschäft an der Straße Hinter der Dorfkirche in Wilhelmsburg bekommen. Tatsächlich, so stellten Polizisten bei einer Überprüfung vor Ort fest, brannte in dem Geschäft in einem Hinterzimmer Licht. Dort überraschten die Beamten 17 Personen, die sich um einen Pokertisch versammelt hatten. Alle erwartet nun ein Bußgeld wegen des Verstoßes gegen die Eindämmungsverordnung. Außerdem wird wegen illegalen Glücksspiels ermittelt.

Corona-Party mit 14 Personen in Delmenhorst aufgelöst

Auch das Verstecken im Wintergarten nutzte nichts – in Delmenhorst hat die Polizei eine Geburtstagsfeier aufgelöst, bei der massiv gegen Corona-Regeln verstoßen worden war. Nach Mitteilung vom Montag waren in einer Wohnung 14 Personen aus 11 Haushalten versammelt. Eine Nachbarin rief am Sonntagabend die Polizei. Einige Gäste versuchten noch, sich vor den Beamten zu verstecken. Die Polizei leitete Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten ein. Vergangene Woche hatte die Polizei in der Stadt zwischen Bremen und Oldenburg ein illegales Grünkohlessen mit acht Personen in einem Hotel aufgelöst.

Die aktuellen Corona-Regeln für Hamburg im Überblick

  • Alle Regeln, die im Rahmen der Eindämmungsverordnung bis zum 10. Januar gelten sollten, werden grundsätzlich bis zum 14. Februar verlängert – ein Großteil des Einzelhandels bleibt geschlossen, bestellte Waren dürfen aber abgeholt werden. "Körpernahe Dienstleistungen" wie Friseure, Nagel-, Massage- und Tattoo-Studios dürfen nicht angeboten werden. Auch Kultur- und Freizeiteinrichtungen bleiben geschlossen, Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit bleibt verboten.
  • Kontaktregeln Angehörige eines Haushalts dürfen sich nur noch mit einer weiteren Person treffen. Ausnahmen für Kinder gibt es nicht.
  • Die Maskenpflicht wird angepasst: Stoffmasken reichen in den meisten Fällen nicht mehr aus. Stattdessen müssen medizinische Masken (mindestens OP-Masken, auch FFP2- oder KN95-Masken sind möglich) getragen werden. Bis zum 1. Februar gilt eine Übergangsphase, danach werden Verstöße mit Bußgeldern geahndet.
  • Kitas und Schulen: Die Präsenzpflicht an den Schulen bleibt aufgehoben, stattdessen soll so weit wie möglich Distanzunterricht gegeben werden. Kinder sollen – wann immer möglich – zu Hause betreut werden. Die Kitas wechseln in die "erweiterte Notbetreuung". Die privat organisierte Kinderbetreuung in Kleingruppen bleibt gestattet.
  • Arbeitgeber sind angehalten, so weit wie möglich ein Arbeiten von zu Hause aus zu ermöglichen. Zusätzlich soll eine neue Bundesverordnung Arbeitgeber dazu verpflichten, Homeoffice anzubieten, so weit das möglich ist. Betriebskantinen dürfen nur öffnen, wenn sie für den Arbeitsablauf zwingend erforderlich sind.
  • Sollte die Sieben-Tage-Inzidenz auf einen Wert über 200 steigen, müsste eine Ausgangsbeschränkung erlassen werden, die den Bewegungsradius auf 15 Kilometer rund um den Wohnort einschränkt. Wie genau diese Regel in Hamburg angewandt würde, ist noch nicht bekannt – der Senat will darüber entscheiden, sollte sich die Inzidenz dem Grenzwert annähern.
  • Senioren- und Pflegeeinrichtungen sollen mehrmals pro Woche Personal und Besucher testen. Das war in Hamburg schon verpflichtend und gilt nun bundesweit.
  • Zwei-Test-Strategie bei Reiserückkehrern aus Risikogebieten: Ein Corona-Test direkt nach der Einreise ist verpflichtend, die zehntägige Quarantäne kann frühestens fünf Tage nach der Einreise durch einen weiteren Test verkürzt werden. Die Kosten für die Tests werden nicht übernommen.

Schleswig-Holstein: Garg gegen Kontrollen an Grenze zu Dänemark

Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) will trotz der zunehmenden Ausbreitung von Corona-Mutanten keine Kontrollen an der Grenze zu Dänemark einführen. „Statt Grenzen abzuschotten sind vernünftige Teststrategien der clevere Weg“, sagte Garg der Funke Mediengruppe. Dänemark habe aktuell eine Sieben-Tage-Inzidenz von knapp unter 50, in Schleswig-Holstein liege diese bei 57. „Da machen Grenzkontrollen überhaupt keinen Sinn“, sagte Garg. Die Pandemie sei nur europaweit zu bekämpfen.

Osnabrück bietet kostenlose Corona-Schnelltests an

Die Stadt Osnabrück bietet von Montag an kostenlose Corona-Schnelltests an. Erreicht werden sollen mit dem Angebot vor allem diejenigen Menschen, die beruflich einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind – etwa Kassierer, Lehrkräfte, Erzieher oder Schüler in Abschlussklassen.

Das Angebot richtet sich grundsätzlich an alle Bürger, die in Osnabrück wohnen oder dort arbeiten. Nach Angaben des niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes gibt es keine anderen Städte oder Landkreise in Niedersachsen, die kostenlose Tests in dem Umfang wie Osnabrück anbieten. Getestet werden soll mit Antigen-Schnelltests. Pro Woche könnten so laut Stadtverwaltung zwischen 1000 und 1500 Menschen getestet werden. Termine für Abstriche werden online angeboten.

Corona: Diese Testverfahren gibt es

  • PCR-Test: Weist das Virus direkt nach, muss im Labor bearbeitet werden – hat die höchste Genauigkeit aller Testmethoden, ist aber auch die aufwendigste
  • PCR-Schnelltest: Vereinfachtes Verfahren, das ohne Labor auskommt – gilt als weniger zuverlässig als das Laborverfahren
  • Antigen-Test: weniger genau als PCR-(Schnell)Tests, dafür zumeist schneller und günstiger. Laut RKI muss ein positives Testergebnis durch einen PCR-Test überprüft werden, ein negatives Ergebnis schließt eine Infektion nicht aus, insbesondere, wenn die Viruskonzentration noch gering ist.
  • Antigen-Selbsttest: Die einfachste Test-Variante zum Nachweis einer Infektion mit dem Coronavirus. Wird nicht von geschultem Personal, sondern vom Getesteten selbst angewandt. Gilt als vergleichsweise ungenau.
  • Antikörper-Test: Weist keine akute, sondern eine überstandene Infektion nach – kann erst mehrere Wochen nach einer Erkrankung sinnvoll angewandt werden
  • Insgesamt stellt ein negatives Testergebnis immer eine Momentaufnahme dar und trifft keine Aussagen über die Zukunft

Corona: Diffuses Zahlenbild in Schleswig-Holstein

Die Corona-Zahlen scheinen sich in Schleswig-Holstein zu verbessern, doch an einigen Hotspots trifft das Gegenteil zu. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist am Wochenende unter die Marke von 60 gefallen. Am Sonnabend gab es 57,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen, am Sonntag dann mit 57,8 etwas mehr. Wie das Gesundheitsministerium in Kiel mitteilte, wurden am Sonntag 122 neue Corona-Infektionen gemeldet. Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit Covid-19 stieg um 5 auf 1133.

Probleme meldete Flensburg. Mit 40 Fällen sei die zweithöchste Zahl an Infektionen an einem Tag seit Pandemiebeginn registriert worden. Der Höchstwert war am 20. Januar mit 42 Fällen erreicht worden. „Die hohe Zahl der Neuinfektionen, die Verteilung der Infektionsherde über das gesamte Flensburger Stadtgebiet sowie die zunehmende Zahl an Mutationen, die inzwischen weit über ein Drittel der Fälle betrifft, ist Anlass zu großer Sorge“, teilte Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD) mit.

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat deutliche Kritik an den Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern geübt. So habe es seitens des Bundes zu wenig Vorschläge für eine Öffnungsstrategie gegeben. Das Erstellen eines Perspektivplans habe das Gremium „nicht so hinbekommen, wie viele Menschen das von uns erwartet haben“, sagte er der „Welt“. Darüber hinaus sei es nicht hilfreich gewesen, mit der Zahl von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen ein neues Ziel zu setzen. „Wenn wir ständig neue Dinge beschließen und erklären müssen, wie jetzt die Zahl 35 als neues Inzidenz-Ziel, dann irritiert das die Menschen mehr, als dass dies Perspektive schafft.“

Die AHAL-Regeln gegen Corona: So verringern sie das Ansteckungsrisiko

  • Abstand halten: Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum, und halten Sie mindestens 1,50 Meter Abstand zu anderen Personen
  • Hygiene: Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund, waschen Sie sich regelmäßig die Hände mit Seife und achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Im Alltag Maske tragen: Auch wo die (erweiterte) Maskenpflicht nicht gilt, ist es empfehlenswert, sich und andere vor Ansteckung zu schützen. FFP2-Masken oder OP-Masken bieten Schutz vor Ansteckung
  • Lüften: Wenn Sie sich mit anderen Personen in einem Raum aufhalten, lüften Sie regelmäßig, um das Risiko einer erhöhten Viruskonzentration in der Raumluft zu verringen
  • Außerdem: Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden

Praxisärzte in Niedersachsen in erster Impf-Gruppe

Ist das ein Sonderweg? In Niedersachsen sollen niedergelassene Ärzte von jetzt an unter bestimmten Voraussetzungen in der ersten Gruppe gegen Covid-19 geimpft werden dürfen. Dies sehe ein Erlass aus dem Sozialministerium in Hannover vom Freitag vor, berichtete die „Ärzte Zeitung“ am Sonntag in ihrer Onlineausgabe. In einem früheren Erlass an die Impfzentren im Land hieß es noch: „Ärztinnen und Ärzte in der ambulanten Versorgung sind grundsätzlich nicht mit höchster Priorität impfberechtigt.“ Das hatte unter Ärzten landesweit für Empörung gesorgt.

Zunächst hätten die Impfungen der Pflegeheimbewohner Vorrang gehabt, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Jetzt solle die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) eine Liste mit zu impfenden Ärzten für die Impfzentren zusammenstellen. In höchster Priorität geimpft werden dürfen Mediziner, wenn sie entweder regelmäßig Heimpatienten versorgen, regelmäßig Corona-Abstriche vornehmen oder in Dialysepraxen oder in onkologischen Praxen arbeiten. Auch Praxismitarbeiter mit direktem Patientenkontakt sollen demnach mit höchster Priorität geimpft werden dürfen, wie die „Ärzte Zeitung“ schreibt.

Hamburg: Diskussion um Öffnung der Schulen nimmt Fahrt auf

In einem Antrag für die Bürgerschaft fordern die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen Schnelltests für die Schulbeschäftigten. Die CDU wiederum mahnte beim rot-grünen Senat eine Strategie zur Rückkehr der Präsenzpflicht in den Schulen noch vor den Frühjahrsferien an.

Neben einer Schnellteststrategie für die Schulen fordern die Fraktionen von SPD und Grünen Senat auch auf, den Schulbeschäftigten bis zu den Sommerferien weitere drei kostenlose PCR-Test zu ermöglichen und ihnen auch weiterhin medizinische Masken zur Verfügung zu stellen. Ziel der Strategie solle es sein, „Schnelltests zu ermöglichen, die in regelmäßigen Abständen für alle Schulbeschäftigten anlass- und kostenlos zur Verfügung stehen“, heißt es in dem Antrag. Außerdem soll ein Konzept für den Einsatz von Schnelltests im Infektionsfall für alle Schulbeteiligten erstellt werden.

Die CDU-Bildungsexpertin Birgit Stöver mahnte ein Rückkehrkonzept für die Schulen aus dem Corona-Lockdown noch vor den am 1. März beginnenden Ferien an. „Pläne bezüglich einer Rückkehr zur Präsenzpflicht gibt es bislang nicht“, monierte sie. Dagegen hätten andere Bundesländer wie Schleswig-Holstein oder Niedersachsen bereits detaillierte Perspektivpläne vorgelegt. „Wertvolle Zeit darf nicht verstreichen, Pläne dürfen nicht erneut zu spärlich, zu spät entwickelt und dann nicht konsequent umgesetzt werden.“ Schulsenator Ties Rabe (SPD) müsse jetzt handeln.

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( ras/ced/josi/dpa )

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