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Tschentscher erklärt das neue Inzidenz-Ziel von 35

| Lesedauer: 33 Minuten

Corona-Lockdown verlängert – das gilt für Hamburg

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Beschluss: Länder entscheiden über Öffnung von Kitas und Schulen. Warum in Hamburg alles so bleibt und Friseure nun wichtig sind.

Hamburg. Bund und Länder haben am Mittwoch über das weitere Vorgehen im Kampf gegen das Coronavirus beraten. Nach dem Gipfel gab Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) ein Statement ab. Dabei nahm er unter anderem Bezug auf das neue Inzidenz-Ziel von 35. Bislang galt ein Sieben-Tage-Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner als angestrebtes Ziel für Lockerungen. Außerdem gibt es diese Änderungen: Friseure dürfen ab dem 1. März wieder öffnen, für Kitas und Schulen ändert sich dagegen in Hamburg nichts.

Am Mittwoch meldete die Hamburger Gesundheitsbehörde derweil 219 Neuinfektionen – damit steigt die Inzidenz der Stadt auf 68,4.

Dieser Artikel wird nicht mehr aktualisiert. Hier geht es zu den aktuellen Corona-Nachrichten für Hamburg und den Norden.

Die wichtigsten Corona-Nachrichten für Hamburg und den Norden am 10. Februar:

Die aktuellen Corona-Fallzahlen aus ganz Norddeutschland:

  • Hamburg: 2311 neue Corona-Fälle (gesamt seit Pandemie-Beginn: 430.228), 465 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (davon auf Intensivstationen: 44), 2373 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1435,3 (Stand: Sonntag).
  • Schleswig-Holstein: 1362 Corona-Fälle (477.682), 623 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 39). 2263 Todesfälle (+5). Sieben-Tage-Wert: 1453,0; Hospitalisierungsinzidenz: 7,32 (Stand: Sonntag).
  • Niedersachsen: 12.208 neue Corona-Fälle (1.594.135), 168 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen, 7952 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1977,6; Hospitalisierungsinzidenz: 16,3 (Stand: Sonntag).
  • Mecklenburg-Vorpommern: 700 neue Corona-Fälle (381.843), 768 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 76), 1957 Todesfälle (+2), Sieben-Tage-Wert: 2366,5; Hospitalisierungsinzidenz: 11,9 (Stand: Sonntag).
  • Bremen: 1107 neue Corona-Fälle (145.481), 172 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 14), 704 Todesfälle (+0). Sieben-Tage-Wert Stadt Bremen: 1422,6; Bremerhaven: 2146,1; Hospitalisierungsinzidenz (wegen Corona) Bremen: 3,88; Bremerhaven: 7,04 (Stand: Sonntag; Bremen gibt die Inzidenzen getrennt nach beiden Städten an).

Handwerkskammer fordert Hamburger Weg

Noch am Mittwochabend reagierte die Handwerkskammer Hamburg mit einem Statement auf die beschlossenen Veränderungen. Beim Präsidenten der Handwerkskammer Hjalmar Stemmann sorgte vor allem die Öffnung von Friseurbetrieben für Unmut – und zwar, weil er die Ungleichbehandlung von Friseuren und Kosmetikern nicht versteht.

„Wieso darf das Kosmetikhandwerk wieder nicht öffnen, Friseurbetriebe aber schon? Ich gehe davon aus, dass unser Senat weiß, dass Friseure und Kosmetiker gemeinsam Teil der Öffnungsstrategie sein müssen", so Stemmann. Deswegen fordere er eindringlich einen eigenen Hamburger Weg, der es auch den rund 1.200 handwerklichen Kosmetikbetrieben erlaubt, vom 1. März an wieder zu öffnen.

Aufgrund der Tatsache, dass Kosmetiksalons schon vor der Corona-Pandemie höhere Hygienestandards und während der Corona-Pandemie mindestens gleichwertige Hygienestandards hatten, ist eine Öffnung von Friseurbetrieben ohne gleichzeitig auch die Kosmetikbetriebe zu öffnen, nicht nachvollziehbar.“

CDU begrüßt die Verlängerung des Lockdowns

"Wir dürfen jetzt nicht verspielen, was wir gemeinsam erreicht haben", sagt Dennis Thering. Der Vorsitzende der CDU-Fraktion in Hamburg reagierte in einer Pressemitteilung am Mittwochabend auf die aktuellen Corona-Beschlüsse. Für Thering ist die Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März der richtige Weg. Allerdings bedauert er, dass es nicht gelungen sei, sich beim Thema Kita und Schulen auf ein gemeinsames Vorgehen zu einigen.

"Das heißt aber für Hamburg auch, dass Schulsenator Rabe die Zeit bis zum Ende der Frühjahrsferien nutzen muss, um endlich einen Stufenplan zu entwickeln, ab welcher Inzidenz, unter welchen Hygienbedingungen, welche Schulen wieder öffnen dürfen", fordert Thering. Grundlage sollten die umfangreichen Vorgaben des RKIs für einen sicheren Schulunterricht unter Coronabedingungen sein. "Denn was auf keinen Fall passieren darf, ist ein Wiederanstieg des Infektionsgeschehens, weil erneut nicht alle möglichen Schutzmaßnahmen ergriffen wurden!"​

Schleswig-Holstein öffnet Grundschulen und Kitas früher

Anders als Hamburg soll es für die Grundschüler in Schleswig-Holstein vom 22. Februar an wieder Regelunterricht geben. Auch die Kitas sollen dann in den Regelbetrieb wechseln, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Abend. Das gelte – Stand heute – wegen hoher Corona-Infektionszahlen nicht für die Kreise Herzogtum Lauenburg und Pinneberg sowie für Flensburg und Lübeck.

Tschentscher: Friseure öffnen, Kitas und Schulen nicht

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat nach dem Corona-Gipfel am Mittwochabend die Ergebnisse erläutert. "Auch in Hamburg waren die Werte hoch, jetzt sind wir auf unter 70. Das ist eine sehr gute Nachricht. Die haben wir alle gemeinsam gewürdigt", erklärte er. Doch was vielversprechend klang, endete mit einem Aber.

Der Lockdown wird aufgrund der unsicheren Lage durch die aufgetretenen Virusmutationen bis zum 7. März verlängert. "Alle Grundsätze gelten fort: Das heißt: Zuhause bleiben, Homeoffice anbieten und annehmen, Kontakte möglichst auf den eigenen Haushalt beschränken, medizinische Masken tragen, keine privaten Reisen unternehmen." Besonders den letzten Punkt betonte Tschentscher mit Blick auf die in Hamburg anstehenden Frühjahrsferien.

Aber eine Sache ändert sich – und zwar für Friseure und deren Kunden. Wie von Bund und Ländern besprochen, dürfen die Friseure ab dem 1. März wieder öffnen. Dies sei die "einzige Ausnahme", sagte Tschentscher. "Weil sie eine ganz besondere Bedeutung für die Körperhygiene haben." In anderen Ländern wird sich auch im Bezug auf Kitas und Schulen etwas ändern. Denn die Länder dürfen in Eigenverantwortung über eine vorsichtige Öffnung vor dem 7. März entscheiden. "Für Hamburg bedeutet das aber erst einmal nichts", betonte Tschentscher. Bis zu den Frühjahrsferien gelte weiterhin eine Notbetreuung in den Kitas und Distanzunterricht in den Schulen. In Hamburg bleibe es bei den jetzt geltenden Regeln.

Tschentscher: Warum das Inzidenzziel gesenkt wurde

"Mit Stufenplänen anderer Länder haben wir uns heute nicht im Detail befasst", sagte Tschentscher. "Wir sollten hier keine Pläne machen, die wir jetzt nicht verantworten können." Dann nahm er Bezug auf das von Bund und Ländern neu beschlossene Inzidenz-Ziel von 35. Bislang hatte die Politik einen Sieben-Tage-Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner angestrebt. "Wir müssen die Werte weiter absenken. Dafür ist das Ziel von unter 35 gesetzt. Das ist unserer gemeinsamer Blick."

Erst ab einer Inzidenz von 35 werde über Öffnungspläne für den Einzelhandel und Museen sowie andere Bereiche geredet. Aufgrund der Unsicherheit der Lage durch die Virusmutationen sei etwas anderes aktuell nicht verantwortbar. Tschentscher wisse um die Hoffnung auf genaue Termine, könne diese aber nicht bieten.

Deshalb könne er auch nicht sagen, wie lange beispielsweise der Einzelhandel noch geschlossen bleibe. "Wir sind alle keine Hellseher", sagte Hamburgs Bürgermeister. Ein Zeitplan sei daher derzeit nicht möglich. Da man aber trotzdem eine Zahl nennen wolle, um eine Perspektive zu geben, habe man sich auf den Inzidenzwert von 35 geeinigt. "Vielleicht erreichen wir diesen Wert auch schneller, als wir jetzt denken", hofft Tschentscher.

Warum aber hat sich die Politik plötzlich von der bislang angestrebten 50er-Inzidenz verabschiedet? "Wir können unsere Entscheidungen nicht allein von einem Inzidenzwert abhängig machen", sagte Tschentscher. Zwar ginge es in Deutschland in die richtige Richtung, und auch in Hamburg seien die Werte sehr erfreulich, aber durch die Unklarheit der Auswirkungen durch die Virusmutationen spiele dies nicht mehr die übergeordnete Rolle. Tschentscher wünsche sich eine fundierte wissenschaftliche Empfehlung, wie die Virusmutation die Verbreitung der Krankheit beeinflussen wird.

Tschentscher über Corona-Hilfen und Impfpläne

Auch zu finanziellen Hilfen bezog Tschentscher Stellung: "Der Bund hat angekündigt, dass für die Überbrückungshilfe 3 heute Anträge online gestellt werden können. Dann sollen Abschlagszahlungen schnell erfolgen. Bis zu 400.000 Euro Abschlagszahlungen können das sein, die in den kommenden Tagen dann ausgezahlt werden", versprach Hamburgs Bürgermeister.

Natürlich nahm auch das leidige Thema Corona-Impfung einen gewichtigen Teil in Tschentschers Statement nach dem Bund-Länder-Gipfel ein. "Die Aufstellung eines nationalen Impfplans geht voran", sagte er. "Wir wollen alle Hebel in Bewegung setzen, um allen Bürger eine Impfung zukommen zu lassen. Eine Impfung ist der Ausweg aus der Pandemie."

Wie groß ist die Gefahr von Corona-Mutationen in Hamburg?

Wie verbreitet sind die britischen und südafrikanischen Virus-Mutationen in Hamburg? Wie groß ist die Gefahr? Dazu äußerte sich der Erste Bürgermeister nicht konkret. In Deutschland gebe es noch keine solche Ausbreitung, die fundierte Einschätzung möglich mache, so Tschentscher. Aber man stelle fest, dass die Mutationen vermehrt auftreten. "Experten gehen davon aus, dass die Virusmutation an Bedeutung in Deutschland zunimmt", sagte er.

Umso wichtiger sei es, so Tschentscher, dass Hamburg und Deutschland einen niedrigen Wert haben, um dann mit einem Virus umgehen zu können, das infektiöser sei. Auf den Lockdown bezogen bedeute das, "jetzt zur Sicherheit stark abbremsen, um nicht eine Gefahr einer dritten Welle zu erleiden, so wie in anderen Ländern."

Tschentscher kritisiert andere Bundesländer

Auf Nachfrage zu den unterschiedlichen Bewertungen der Länder in Sachen Kontaktpersonen, wurde Tschentscher konkreter. Er kritisierte indirekt die anderen Länder für ihre Lockerungen. Hamburg halte sich an die Absprache, dass nur ein Kontakt zu einer weiteren Person erlaubt ist – unabhängig vom Alter. Andere Länder wie Schleswig-Holstein hatten Kinder ausgenommen. Hamburg bleibe dabei und werde hier nicht von der Absprache abweichen, stellte Tschentscher klar.

Niedersachsen mauert bei Schulen und Kitas

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat die Fortsetzung des Lockdowns bis zum 7. März ebenfalls verteidigt. Gäbe es die neuen aggressiven Virusmutationen nicht, hätten bei dem aktuell rückläufigen Infektionsgeschehen deutliche Lockerungen in Aussicht genommen werden können, sagte Weil. Vor dem Hintergrund der erhöhten Ansteckungs- und Ausbreitungsgefahr der Mutanten seien die Infektionszahlen aber noch zu hoch dafür. „Niemand hat doch etwas von einem Jo-Jo-Effekt – also wenn wir schnell lockern und dann ebenso schnell in eine dritte Welle laufen.“

Ob Niedersachsen die Schulen im März weiter öffnen könne und das Wechselmodell auf weitere Jahrgänge ausweitet, bleibe abzuwarten. „Mit regelmäßigen freiwilligen Schnelltests für Lehrerinnen und Lehrer sowie bei den Erzieherinnen und Erziehern wollen wir in Niedersachsen jetzt kurzfristig die Sicherheit in Schulen und Kitas weiter erhöhen“, kündigte Weil an.

Hamburger Kreative spenden für Obdachlose

Normalerweise sind sie viel unterwegs, um Kunden in ganz Europa zu treffen. Seit fast einem Jahr sind die Kreativen der Hamburger Digital- und Agenturszene coronabedingt zumeist im Homeoffice und treffen sich zu Gesprächen oder Konferenzen digital. Das spart eine Menge Reisekosten. Auf Initiative von Svenja Teichmann von der Social-Media-Agentur crowdmedia und Jan Bechler von der Finc3 Marketing Group ist daraus jetzt eine Spendenaktion für Obdachlose entstanden.

Unterstützt wird das Projekt #hotelsforhomeless. Nikolas Migut vom Vereins Straßenblues kümmert sich seit dieser Woche gemeinsam mit Hanseatic Help darum, dass in der Jugendherberge am Stintfang warme Schlafplätze für 40 Obdachlose zur Verfügung stehen. Eine Nacht kostet 40 Euro inklusive Verpflegung. „Bei Temperaturen weit unter null Grad ist jede Nacht auf der Straße pure Lebensgefahr. Wir wollen schnell und unbürokratisch helfen“, sagt Jan Bechler. In wenigen Stunden war das selbst gesteckte Spendenziel von 250 Übernachtungen bei Weitem übertroffen. Schon mehr als 20 Firmen haben sich dem Aufruf angeschlossen, darunter Philipp Westermeyer von OMR.

Corona-Schutzimpfungen starten im März auf Nordseeinseln

Bewohner der schleswig-holsteinischen Nordseeinseln und Halligen sollen voraussichtlich ab dem 11. März Covid-19-Schutzimpfungen erhalten. Impfberechtigt sind auf Sylt, Föhr, Amrum, Pellworm und den Halligen zunächst Menschen über 80 Jahre, die ihren Hauptwohnsitz dort haben, wie der Kreis Nordfriesland am Mittwoch ankündigte. Außerdem erhalten Mitarbeiter aus dem medizinischen Bereich und der Altenpflege zunächst ein Impfangebot. Im Unterschied zum Festland werden auf den Inseln und Halligen aber keine mobilen Teams eingesetzt, um insbesondere in Seniorenheimen zu impfen.

Auf Föhr werden die Impfungen im ehemaligen AOK-Kinderkurheim in Wyk erfolgen, auf Amrum in der Infektambulanz in Nebel. Auf Sylt findet die Impfung im Syltness Center in Westerland statt. Auf Pellworm wird im Bürgerhus geimpft, auf Hooge im „Uns Hallig Hus“ sowie auf Langeneß und Oland in der Gemeindepflegestation. Auf Sylt hat es in Pflegeheimen bereits erste Impfungen gegeben. Derzeit wird nach Angaben des Kreises an den Plänen für Föhr und Pellworm gearbeitet und auch auf Amrum ein mobiles Impfteam organisiert.

Türsteher kontrolliert Eingänge einer Kita nach Corona-Ausbruch

Vertrauen ist gut, Kontrolle wohl besser: Nach einem Krankheitsausbruch in einer Kita im Hamburger Stadtteil Bahrenfeld gelten dort nun verschärfte Regeln. Wie die Kita-Leiterin auf Abendblatt-Anfrage bestätigt, wurde ein Mitarbeiter abgestellt, der nun die Eingänge überwacht. "Der Türsteher ist ein normaler Mitarbeiter von uns, der während der Bring-und Abholzeiten dafür zuständig ist, dass alle Personen sich an die geltenden Regeln halten", erklärt Annkatrin Eschler. Aufgrund der baulichen Gegebenheiten sei es ansonsten schwer, alles im Blick zu haben, da einzelne Gruppen unterschiedliche Eingänge nutzen würden.

Wie berichtet, waren in der Einrichtung fast alle Mitarbeiter, mehr als 20 Kinder und viele ihrer Eltern, positiv auf das Coronavirus getestet worden. Anlass für den Massentest war eine Mitarbeiterin, bei der Symptome aufgetreten waren und die dann positiv getestet wurde. Die meisten infizierten Kinder und Mitarbeiter hätten zum Zeitpunkt des positiven PCR-Tests allerdings keinerlei bis wenig Symptome gezeigt, so die Kita-Leiterin. Genau das gibt ihr und den Kollegen zu denken.

Daher hat man sich noch für einen weiteren Schritt entschieden, um einen ähnlichen Krankheitsausbruch zu verhindern: Tägliches Fiebermessen gegen Mittag bei jedem Kind. Da im Schlafraum die Lüftungsmaßnahmen und Abstandsregeln nicht gewahrt werden können, soll zuvor – soweit es eben geht – abgeklärt werden, dass keines der Kinder Symptome aufweist.

"So lange für Kitas keine weiteren Test-und Impfstrategien vorliegen, können unsere Mitarbeiter, Kinder und Eltern nur durch massive Regelungen im Umgang miteinander geschützt werden", sagt Annkatrin Eschler. Und sie bringt auf den Punkt, was viele ihrer Kollegen derzeit bewegt: "Es wird seit Tagen über eine Änderung der Kitaschließungen gesprochen. Aber keiner der Verantwortlichen sieht die Priorität für Schnelltests oder Impfungen in Kitas. Das ist für mich nicht nachvollziehbar und eigentlich auch grob fahrlässig."

AfD fordert sofortige Öffnung zahlreicher Geschäfte

Gegen alle übrigen Fraktionen hat die AfD in der Hamburgischen Bürgerschaft eine sofortige Öffnung zahlreicher coronabedingt geschlossener Betriebe verlangt. „Wir fordern die umgehende Öffnung von Restaurants, Geschäften, Friseuren, Massagepraxen und so weiter - natürlich unter Beachtung von Hygienekonzepten“, sagte Fraktionschef Dirk Nockemann am Mittwoch in einer von der AfD beantragten Aktuellen Stunde zum Thema „Mittelstand am Boden – Lockdown beenden“.

Der AfD-Abgeordnete Krzysztof Walczak warnte vor einer Pleitewelle. Dem rot-grünen Senat warf er vor, „auf ganzer Linie mit einer Abwesenheit jeglicher wirtschaftspolitischer Kompetenz“ zu glänzen. SPD, Grüne, aber auch CDU und Linke wiesen das Ansinnen als politisch verantwortungslos zurück, der Senat äußerte sich nicht.

Niedersachsen kann Corona-Mutanten jetzt selbst aufspüren

Niedersachsens Landesgesundheitsamt ist seit Anfang der Woche in der Lage, Varianten des Coronavirus nachzuweisen. Das Verfahren soll zum einen dazu dienen, mehr über die Ausbreitung der sogenannten britischen Mutante B.1.1.7 und der sogenannten südafrikanische Mutante B.1.351 zu erfahren, erklärte das Amt am Mittwoch. Bisher lägen Informationen über 259 Ansteckungen mit diesen Varianten vor – 258 mit B.1.1.7 und eine mit B.1.351. Darüber hinaus könnten mit der Sequenzierung aber auch bisher unbekannte Mutanten nachgewiesen werden.

„Neue Mutationen können mit der Sequenzierung frühzeitig identifiziert und bekannte Virustypen bestätigt werden“, sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD). „Das Coronavirus passt sich an. Es ist nicht auszuschließen, dass es zu weiteren Mutationen kommt, die ansteckender sind oder zu schwereren Krankheitsverläufen führen können.“ Die Sequenzierung sei daher wichtig, um Muster bei den Ansteckungen zu erkennen.

Hamburg: Marktüberwachung kontrolliert verstärkt FFP2-Masken

Die Marktüberwachung der Hamburger Justizbehörde hat eigenen Angaben nach seit Beginn der Corona-Pandemie bis Ende Januar 2021 insgesamt 272 Atemschutzmasken und 105 medizinische Gesichtsmasken aufgrund von Hinweisen durch Verbraucher, Mitbewerber oder Institutionen überprüft. Auch bei der Einführ in die EU über den Hamburger Flughafen oder den Hamburger Hafen wurden entsprechende Kontrollen durchgeführt.

Hersteller müssen in diesem Fall sicherstellen, dass die von ihm produzierten FFP2-Masken den rechtlichen Vorgaben entsprechen, heißt es in der Mitteilung der Justizbehörde. "Die Menschen müssen sich auf die Zuverlässigkeit der Masken verlassen können, dafür stehen die Hersteller in der Pflicht", sagt Verbraucherschutzsenatorin Anna Gallina (Grüne). Wegen der erheblich gestiegenen Nachfrage der Masken werde die Überprüfung weiterhin schwerpunktmäßig durchgeführt.

Ist die Dunkelziffer von Kindesmisshandlungen gestiegen?

Die Fälle von Kindeswohlgefährdung in deutschen Kinderkliniken und Kinderschutzambulanzen im März und April 2020 sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Das ergab eine Studie des Forschungsnetzwerkes Medizinischer Kinderschutz des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Die Forscher vermuten daher, dass die Dunkelziffer weiter gestiegen sein könnte.

"Kinder haben in Zeiten der sozialen Isolation weniger Möglichkeiten, Hilfssignale zu senden. Aus anderen Studien wissen wir, dass insbesondere Kinder, die bereits vor der Pandemie von Gewalt betroffen waren, im ersten Lockdown mit höherer Wahrscheinlichkeit erneut betroffen waren", erklärt Jo Ewert, Kinderschutzkoordinator in der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des UKE. Lesen Sie hier den ausführlichen Bericht.

Messe: Schlechtestes Geschäftsjahr der Firmengeschichte

Statt wie geplant ihr bislang bestes hat die Hamburger Messegesellschaft 2020 coronabedingt ihr schlechtestes Geschäftsjahr der Firmengeschichte hingelegt. Statt geplanter 111,2 Millionen Euro Umsatz seien nur 20,1 Millionen Euro bewegt worden, das Jahresergebnis sei auf ein Minus von 58,2 Millionen Euro abgerutscht, teilte die Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC) am Mittwoch mit.

Verschiebungen und Absagen hätten ab März 2020 zu einem nahezu vollständigen Messe-Stopp geführt, besonders die Streichung der drei Hamburger Leitmessen Internorga, SMM und Windenergie Hamburg als Präsenzveranstaltungen hätten es unmöglich gemacht, das gesteckte Umsatzziel erreichen. Auch für dieses Jahr rechne die Messe mit einem negativen Jahresergebnis.

Von Schnee ausgebremste Impfkampagne wieder aufgenommen

Nach witterungsbedingten Verzögerungen soll die Impfkampagne gegen das Coronavirus in Niedersachsen zügig fortgesetzt werden. Sämtliche wegen Schnee und Eis verspäteten Impfstofflieferungen sollten am Mittwoch eintreffen und an die Impfzentren weiterverteilt werden, teilte das Sozialministerium in Hannover mit. Inzwischen sei in 86 Prozent der Alten- und Pflegeheime die Erstimpfung und in 46 Prozent die Zweitimpfung erfolgt. Entsprechend stehe zunehmend mehr Impfstoff zur Impfung von über 80-Jährigen in den Zentren selber zur Verfügung.

Perspektivisch mehr Biontech/Pfizer-Impfstoff verspricht Niedersachsen sich auch mit der am Mittwoch im oberhessischen Marburg gestarteten Produktion, wie ein Ministeriumssprecher sagte. Die ersten dort hergestellten Impfstoffe werden voraussichtlich Anfang April ausgeliefert.

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Qualifikation für Olympia-Marathon am 11. April in Hamburg

Hamburg soll am 11. April Austragungsort für ein besonderes Marathon-Event werden. Unter dem Motto „Der schnellste Weg nach Tokio“ soll etwa 100 internationalen Läuferinnen und Läufern die Möglichkeit geboten werden, die Norm für die Olympischen Spiele im Juli in der japanischen Millionen-Metropole zu erfüllen. Wie die Veranstalter am Mittwoch mitteilten, soll der Lauf auf einem 10,5 Kilometer langen Rundkurs unter strengsten Hygienevorschriften stattfinden.

Außer den internationalen Athleten werden in Anke Esser, Fabienne Königstein, den Schwestern Debbie und Rabea Schöneborn, Katharina Steinruck, Arne Gabius, Tom Gröschel, Philipp Pflieger, Hendrik Pfeifer sowie Richard Ringer auch zehn deutsche Laufprofis am Start erwartet.

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Wegen Corona-Mutationen: Flensburg will Verschärfungen

Flensburg will aus Sorge vor sich ausbreitenden Corona-Mutationen schärfere Corona-Regeln in der Stadt einführen. Darüber sei man mit der Landesregierung, die grünes Licht dafür geben muss, im Gespräch, sagte Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD) am Mittwoch. In Flensburg könne man im Moment leider nicht an Lockerungen denken.

Unter anderem ist geplant, dass spätestens von kommender Woche an nur noch eine Person pro Haushalt einkaufen gehen darf. Auch Lockerungsschritte im Bereich Schule und Kitas sieht Lange in Flensburg bis Ende des Monats „auf keinen Fall“. Lange appellierte zudem an alle Flensburger und Flensburgerinnen, die geltenden Abstands- und Maskenregeln einzuhalten. So sei beispielsweise auch beim Rodeln eine Maske zu tragen, wenn nicht genügend Abstand eingehalten werden kann. Flensburg weise einen sehr hohen Anteil an nachgewiesenen Mutationen auf, sagte Lange. Insgesamt gebe es 170 bestätigte Mutationsfälle in der Stadt.

Einsatzkräfte der Feuerwehr erhalten erste Corona-Impfung

Seit Mittwoch werden im Hamburger Impfzentrum auch die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr geimpft. Das twitterten die Feuerwehr Hamburg sowie Innensenator Andy Grote (SPD) am Vormittag. "Seit 8 Uhr erhalten die ersten rund 70 von über 1000 Einsatzkräften im Rettungsdienst der Feuerwehr sowie von Hilfsorganisationen ihre Impfung und sind damit künftig im Einsatz für Hamburg bestmöglich geschützt", schrieb Grote in seinem Tweet.

Landeselternausschuss fordert mehr Tests für Kinder und Personal

Der Landeselternausschuss Hamburg (LEA) und die Fachkommission Kita von Ver.di Hamburg fordern mehr Anstrengungen von Politik und Wirtschaft zum Wohle von Kindern, Eltern und Erziehern. „Die jetzige Situation zeigt, dass die Belastungen in der Pandemie bisher ungleich verteilt sind“, heißt es in einer aktuellen Mitteilung. Der bisherige „Hamburger Weg“ mit vielen individuellen Entscheidungsmöglichkeiten für Familien habe in einigen Einrichtungen zu Spannungen zwischen Eltern und Kita-Personal geführt.

Konkret fordern LEA und Ver.di:

  • Deutliche Ausweitung der Tests für Kinder und Personal, sowohl Schnelltests als auch Reihentests
  • Frühere Impfmöglichkeit für Kita- und GBS-Beschäftigte
  • Arbeitgeber und große Wirtschaftsunternehmen sollen mehr in die Verantwortung genommen werden, um die Doppelbelastung von Familien zu verringern – z. B. durch angepasste Arbeits- und Urlaubszeiten ohne finanzielle Einbußen
  • Verbesserung der Zusammenarbeit von Schul- und Sozialbehörde
  • Ausschöpfen aller und auch kreativen Möglichkeiten in den Einrichtungen
  • Die Beibehaltung der Fachkraftquote
  • Konsequente Nachverfolgung und Einhaltung von Quarantäneregelungen im Infektionsfall

Hamburg: Inzidenz steigt leicht – zehn weitere Corona-Tote

Die für das Ressort Gesundheit zuständige Hamburger Sozialbehörde hat am Mittwoch 219 neue Corona-Infektionen gemeldet. Am vergangenen Mittwoch waren es noch 203 Fälle. Somit steigt der Inzidenzwert im Vergleich zum Vortag wieder leicht an und liegt nun bei 68,4 (Vortag: 67,7) Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Seit Beginn der Pandemie wurden in der Hansestadt 48.273 Covid-19-Infektionen registriert. Von ihnen gelten nach RKI-Schätzungen 42.200 als genesen.

Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern liegt nun bei 338 (Stand: 9. Februar). 75 Menschen sind so schwer erkrankt, dass sie intensivmedizinisch behandelt werden müssen, 58 von ihnen kommen aus Hamburg. Nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Instituts liegt die Zahl der Todesfälle in Hamburg bei 1158 – es sind zehn weitere Tote hinzugekommen (Stand: 9. Februar).

Corona-Lage: Inzidenz im Landkreis Vechta wieder über 200

Der Landkreis Vechta hat in der Corona-Pandemie beim Inzidenzwert am Mittwoch wieder die 200er-Marke überschritten. Laut Angaben des Landesgesundheitsamtes haben sich dort innerhalb von sieben Tagen von 100 000 Einwohnern 203,1 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. „Ob weitere Maßnahmen für den Landkreis Vechta ergriffen werden müssen, hängt davon aus, ob sich dieser Trend in den nächsten Tagen verstetigt“, sagte Landrat Herbert Winkel (CDU).

Es habe in den vergangenen Wochen mehrere größere Infektionsausbrüche gegeben, das Gesundheitsamt habe sie jedoch gut eingrenzen können. Laut Winkel gelang es, weitere Infektionsketten aufzudecken und enge Kontaktpersonen in Quarantäne zu schicken. Die landesweit geringste Inzidenz hatte den Angaben zufolge der Landkreis Verden mit 21,9 Fällen pro 100.000 Einwohnern. Für ganz Niedersachsen sank der Inzidenzwert weiter auf jetzt 65,7.

Niedersachsen: SPD für frühere Corona-Impfungen für Lehrer

Lehrer und Kita-Erzieher sollen nach Willen der SPD im niedersächsischen Landtag früher als bisher geplant gegen Covid-19 geimpft werden. Statt in Phase 3 der Impfungen sollten sie wie etwa Menschen ab 70 Jahre und Polizisten schon in Phase 2 zum Zug kommen, sagte SPD-Fraktionschefin Johanne Modder am Mittwoch in Hannover. „Ich glaube, da sind die Beschäftigten in Schulen und Kindertagesstätten gut platziert, um ihnen auch Sicherheit zu geben.“ Grund sei, dass diese Berufe mit Menschen zu tun haben, für die bisher noch gar keine Impfung vorgesehen ist.

Volkswagen: Pläne für Impfzentren konkreter

Bei Volkswagen werden die Planungen zum Aufbau eigener Corona-Impfzentren konkreter. Das Unternehmen stellte am Mittwoch einige Abläufe in den bestehenden Virustest-Einrichtungen auf digitale Prozesse um, damit entsprechende Kapazitäten im Fall einer Beteiligung an der Impfkampagne verfügbar sind. „Einer der Hintergründe ist, dass wir mit Blick auf die Möglichkeit, dass wir Teil der deutschen Impfstrategie werden könnten, schon jetzt personelle Ressourcen schaffen möchten“, erklärte der Chef des betrieblichen Gesundheitswesens im VW-Konzern, Lars Nachbar.

Im Dezember hatte seine für das Stammwerk Wolfsburg zuständige Kollegin Katharina Bruderek über den Zwischenstand der Vorbereitungen berichtet. Auch auf dem Gelände weiterer Volkswagen-Standorte könnten demnach Impfzentren entstehen – man müsse zunächst aber noch genauere Vorgaben des Bundes abwarten, hieß es damals. Abstimmungen mit den Gesundheitsbehörden waren bereits angestoßen worden.

Kinder leiden psychisch stark unter Corona-Pandemie

Laut neuen Ergebnissen einer Befragung von Kindern und Jugendlichen sowie Eltern haben sich die Lebensqualität und die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen während der Corona-Pandemie weiter verschlechtert. Das teilte das UKE am Mittwoch in einer Pressekonferenz mit. Fast jedes dritte Kind leide unter psychischen Auffälligkeiten. Auch Sorgen und Ängste haben im Verlauf der Pandemie zugenommen.

"Unsere Ergebnisse zeigen erneut: Wer vor der Pandemie gut dastand, Strukturen erlernt hat und sich in seiner Familie wohl und gut aufgehoben fühlt, wird auch gut durch die Pandemie kommen", sagt Ulrike Ravens-Sieberer, Leiterin der Studie. Vor allem Kinder und Jugendliche aus sozial schwächeren Verhältnissen oder mit Migrationshintergrund sind psychisch besonders betroffen.

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Neue Ergebnisse zu psychischer Gesundheit von Kindern

Am Mittwoch stellt das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) die Ergebnisse einer zweiten Befragung von mehr als 1000 Kindern und Jugendlichen und mehr als 1600 Eltern zu ihrem seelischen Wohlbefinden während der Corona-Pandemie vor. In einer ersten Studie im Frühsommer 2020 fanden die Forscher bereits heraus, dass sich die Lebensqualität und die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen durch die Corona-Krise verschlechtert hat.

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Linke fordert: Vereinfachung der Vergabe von Corona-Impfterminen

In einem Antrag zur heutigen Bürgerschaftssitzung fordert die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft, die Vergabe der Corona-Impftermine so umzustellen, dass Personen in den aktuell für die Impfung vorgesehenen Gruppen, ihren Impfwunsch nur einmalig bekunden müssen und anschließend zeitnah einen Termin erhalten.

„Trotz kosmetischer Veränderungen bleibt die Terminvergabe auch nach mehreren Wochen ein Desaster – das ist für ältere Menschen nicht länger zumutbar", so der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion, Deniz Celik. Hamburg müsse die Vergabe so umstellen, dass Impfwillige nach einer einmaligen Registrierung einen Termin per Post oder Rückruf erhalten.

Umfrage: Nur jeder Dritte machte 2020 eine längere Urlaubsreise

Nur etwa jeder dritte Deutsche hat laut einer Umfrage im vergangenen Jahr eine längere Urlaubsreise gemacht. Lediglich 37 Prozent waren trotz der Corona-Pandemie mindestens fünf Tage verreist, wie aus der neuen Tourismusanalyse der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen von British American Tobacco (BAT) hervorgeht. Im Vorjahr waren 61 Prozent im Urlaub gewesen.

Gut jede zweite Urlaubsreise habe 2020 in Deutschland stattgefunden, teilte die BAT-Stiftung am Mittwoch unter Berufung auf die repräsentative Befragung mit. Das entspreche dem Reiseverhalten der 1970er Jahre. Der Anteil der Inlandsreisen stieg im Vergleich zum Vorjahr um gut 21 Prozentpunkte auf 55,5 Prozent. Bayern, Niedersachsen und Baden-Württemberg konnten ihre Marktanteile jeweils in etwa verdoppeln. Die Anzahl der Ankünfte blieb allerdings in etwa gleich, weil insgesamt weniger Menschen verreisten.

Corona-Pandemie bestimmt erneut Bürgerschaftssitzung

Die Corona-Krise bestimmt am Mittwoch (ab 13.30 Uhr) erneut die Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft. Zunächst wird es in der Aktuellen Stunde um die Situation des Mittelstands gehen. Die AfD, die die Debatte beantragt hat, fordert für ihn ein Ende des Lockdowns.

Die CDU wiederum hat ihren Antrag für die Aktuelle Stunde unter den Titel „Zusammenhalt statt Wahlkampf: Corona besiegen wir nur gemeinsam“ gestellt. Die rot-grüne Koalition möchte sich auf Antrag der SPD mit dem Kohleausstieg und auf Antrag der Grünen mit der Verkehrswende befassen. Daneben wollen die Abgeordneten in Kurzdebatten unter anderem über Anträge zu Zwangsräumungen, Schulöffnungen während der Corona-Pandemie und zur Obdachlosigkeit diskutieren.

Lesen Sie hier auch die aktuellen Entwicklungen in der heutigen Bürgerschaftssitzung

Virologin: Corona-Impfung auch bei Schwangerschaft

Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch müssen der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek zufolge keine Angst vor einer Corona-Impfung haben. Der „Mythos“, dass die Impfung unfruchtbar mache, mache vielen Frauen Angst, sagte Ciesek im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“. Solche „Fehlinformationskampagnen“ würden das Vertrauen in die Impfstoffe untergraben. Es handle sich um „ein Gerücht“.

„Es macht biologisch keinen Sinn und es gibt medinzisch keine Hinweise, dass dieses Gerücht wirklich stimmt und dass die Fruchtbarkeit beeinträchtigt wird durch die Impfung und die Antikörper, die gegen das Spike-Protein gebildet werden“, sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt. Seit Beginn der Pandemie habe es weltweit Millionen Infektionen gegeben. „Es gibt keinerlei Hinweise oder Berichte, dass das zu einer Unfruchtbarkeit bei Frauen geführt hätte – da werden ja auch Antikörper gebildet.“

Weitere Informationen zum Coronavirus

Lockerungsentscheidungen für Schulen und Kitas stehen bevor

Für Schulen und Kitas in Schleswig-Holstein zeichnen sich in der Corona-Pandemie erste Lockerungsschritte ab. Die Landesregierung will Entscheidungen dazu nach der Ministerpräsidentenkonferenz bekanntgeben, die am Mittwoch mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) berät. Am Donnerstag wird sich dann der Landtag in einer Sondersitzung mit der Situation befassen.

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte am Dienstag unter Hinweis auf den Rückgang der Infektionszahlen erklärt, er halte vorsichtige Lockerungen von Corona-Schutzmaßnahmen noch im Februar für möglich und wünschenswert. Er bekräftigte, dass sich die ersten, kurzfristigen Öffnungsschritte auf Schulen und Kitas beziehen sollen. Dies sei keine Frage des Ob, sondern des genauen Zeitpunkts. Dies solle auch mit Tests von Lehrern und Erziehern verbunden werden. Ausdrücklich setzte sich Günther für grundsätzlich bundesweit einheitliche Regelungen ein. Er äußerte auch die Erwartung, dass sich Bund und Länder auf einen Perspektivplan einigen werden. Er verspüre Signale von Bund und Ländern, dies erreichen zu wollen.

Die aktuellen Corona-Regeln für Hamburg im Überblick

  • Alle Regeln, die im Rahmen der Eindämmungsverordnung bis zum 10. Januar gelten sollten, werden grundsätzlich bis zum 14. Februar verlängert – ein Großteil des Einzelhandels bleibt geschlossen, bestellte Waren dürfen aber abgeholt werden. "Körpernahe Dienstleistungen" wie Friseure, Nagel-, Massage- und Tattoo-Studios dürfen nicht angeboten werden. Auch Kultur- und Freizeiteinrichtungen bleiben geschlossen, Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit bleibt verboten.
  • Kontaktregeln Angehörige eines Haushalts dürfen sich nur noch mit einer weiteren Person treffen. Ausnahmen für Kinder gibt es nicht.
  • Die Maskenpflicht wird angepasst: Stoffmasken reichen in den meisten Fällen nicht mehr aus. Stattdessen müssen medizinische Masken (mindestens OP-Masken, auch FFP2- oder KN95-Masken sind möglich) getragen werden. Bis zum 1. Februar gilt eine Übergangsphase, danach werden Verstöße mit Bußgeldern geahndet.
  • Kitas und Schulen: Die Präsenzpflicht an den Schulen bleibt aufgehoben, stattdessen soll so weit wie möglich Distanzunterricht gegeben werden. Kinder sollen – wann immer möglich – zu Hause betreut werden. Die Kitas wechseln in die "erweiterte Notbetreuung". Die privat organisierte Kinderbetreuung in Kleingruppen bleibt gestattet.
  • Arbeitgeber sind angehalten, so weit wie möglich ein Arbeiten von zu Hause aus zu ermöglichen. Zusätzlich soll eine neue Bundesverordnung Arbeitgeber dazu verpflichten, Homeoffice anzubieten, so weit das möglich ist. Betriebskantinen dürfen nur öffnen, wenn sie für den Arbeitsablauf zwingend erforderlich sind.
  • Sollte die Sieben-Tage-Inzidenz auf einen Wert über 200 steigen, müsste eine Ausgangsbeschränkung erlassen werden, die den Bewegungsradius auf 15 Kilometer rund um den Wohnort einschränkt. Wie genau diese Regel in Hamburg angewandt würde, ist noch nicht bekannt – der Senat will darüber entscheiden, sollte sich die Inzidenz dem Grenzwert annähern.
  • Senioren- und Pflegeeinrichtungen sollen mehrmals pro Woche Personal und Besucher testen. Das war in Hamburg schon verpflichtend und gilt nun bundesweit.
  • Zwei-Test-Strategie bei Reiserückkehrern aus Risikogebieten: Ein Corona-Test direkt nach der Einreise ist verpflichtend, die zehntägige Quarantäne kann frühestens fünf Tage nach der Einreise durch einen weiteren Test verkürzt werden. Die Kosten für die Tests werden nicht übernommen.

Lesen Sie hier die Corona-News für Hamburg und den Norden vom Dienstag

( lag/coe/dpa/krk/mi/wal )

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