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Mutiertes Coronavirus in Hamburg – Behörde gibt Entwarnung

| Lesedauer: 27 Minuten
In etwa fünf Prozent der positiven Fälle wird in Hamburg eine Analyse auf Mutationen des Coronavirus in Auftrag gegeben.

In etwa fünf Prozent der positiven Fälle wird in Hamburg eine Analyse auf Mutationen des Coronavirus in Auftrag gegeben.

Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Der Tag im Überblick: Coronavirus – Unsicherheiten, wer wo geimpft werden darf. Neue Corona-Zahlen für Hamburg.

Hamburg. Am Mittwoch beraten Bund und Länder erneut über das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher hat sich bereits im Vorfeld für eine Verlängerung des Lockdowns ausgesprochen und zu einem einheitlichen Vorgehen aufgerufen. Am Dienstagmittag informierte der Senat über die aktuelle Corona-Lage in der Stadt.

Die Inzidenz in Hamburg war am Dienstag wieder etwas gesunken. Die Stadt meldete 162 Neuinfektionen. Das waren etwas weniger als am Dienstag vor einer Woche. Somit sinkt auch der Sieben-Tage-Wert in der Hansestadt wieder und liegt nun bei 67,6.

Die wichtigsten Corona-Nachrichten für Hamburg und den Norden am 9. Februar:

Die aktuellen Corona-Fallzahlen aus ganz Norddeutschland:

  • Hamburg: 2311 neue Corona-Fälle (gesamt seit Pandemie-Beginn: 430.228), 465 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (davon auf Intensivstationen: 44), 2373 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1435,3 (Stand: Sonntag).
  • Schleswig-Holstein: 1362 Corona-Fälle (477.682), 623 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 39). 2263 Todesfälle (+5). Sieben-Tage-Wert: 1453,0; Hospitalisierungsinzidenz: 7,32 (Stand: Sonntag).
  • Niedersachsen: 12.208 neue Corona-Fälle (1.594.135), 168 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen, 7952 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1977,6; Hospitalisierungsinzidenz: 16,3 (Stand: Sonntag).
  • Mecklenburg-Vorpommern: 700 neue Corona-Fälle (381.843), 768 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 76), 1957 Todesfälle (+2), Sieben-Tage-Wert: 2366,5; Hospitalisierungsinzidenz: 11,9 (Stand: Sonntag).
  • Bremen: 1107 neue Corona-Fälle (145.481), 172 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 14), 704 Todesfälle (+0). Sieben-Tage-Wert Stadt Bremen: 1422,6; Bremerhaven: 2146,1; Hospitalisierungsinzidenz (wegen Corona) Bremen: 3,88; Bremerhaven: 7,04 (Stand: Sonntag; Bremen gibt die Inzidenzen getrennt nach beiden Städten an).

Weniger britische Corona-Mutationen in Hamburg als gedacht

Die Zahl der von der britischen Corona-Mutation nachweislich betroffenen Hamburger ist geringer als angenommen. Sei man bislang von zwölf Fällen ausgegangen, seien es nun nur noch sieben, sagte ein Sprecher der Sozialbehörde. Bei einer Gesamtgenomsequenzierung habe sich herausgestellt, dass nur die bei Airbus festgestellten sieben von 21 Corona-Fällen tatsächlich der britischen Variante B.1.1.7 zuzuordnen seien. Die übrigen fünf ursprünglich der britischen Variante zugerechneten Corona-Fälle von Reiserückkehrern hätten sich dagegen nicht bestätigt.

Somit gibt es den Angaben zufolge bislang neben den sieben Fällen mit der britischen Corona-Variante einen Fall mit der südafrikanischen Mutation B.1.135 sowie eine weitere Variante mit der Bezeichnung B.1.258. Die brasilianische Variante B.1.1.28 sei bislang in Hamburg nicht nachgewiesen worden. In gut zwanzig Fällen sei noch eine Klärung anhängig. „Insgesamt spielt das Auftreten von Mutationsformen des Corona-Virus damit nach den derzeit vorliegenden Erkenntnissen bislang keine nennenswerte Rolle“, sagte der Sprecher.

Corona-Leugner ziehen regelmäßig durch Bergedorf

„Aufklärung über das Impfen“: So lautet das Motto einer Gruppe, die sich in Bergedorfs Innenstadt seit einigen Wochen immer montags trifft. Die Polizei beobachtet die Gruppe, die aus einem harten Kern von bis zu 15 Personen besteht. Die Treffen verliefen bislang aber alle friedlich.

Inzidenz gesunken: Neue Zahlen für Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein sind innerhalb von 24 Stunden 307 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Genau eine Woche zuvor waren es 248 neu gemeldete Infektionen. Die 7-Tage-Inzidenz sank – von 62,2 am Montag auf 60,4, wie aus Daten hervorgeht, die das Gesundheitsministerium in Kiel am Dienstagabend veröffentlichte. Als Zielmarke gelten weniger als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit Covid-19 stieg um 24 auf 1062. Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie nun 38.430 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert.

447 Corona-Patienten werden den Angaben zufolge derzeit in Schleswig-Holstein in Krankenhäusern behandelt – zwei mehr als am Tag zuvor. 86 von ihnen werden intensivmedizinisch behandelt (+1), 52 mit Beatmung.

Acht Mitarbeiter eines Supermarkts in Niedersachsen infiziert

Acht Mitarbeiter eines Aldi-Supermarktes in Melle (Kreis Osnabrück) haben sich in den vergangenen Wochen mit dem Coronavirus infiziert - bei einer Mitarbeiterin wurde auch die infektiösere britische Virusvariante festgestellt. Die Filiale blieb an diesem Dienstag geschlossen und wurde umfassend desinfiziert, wie der Kreis Osnabrück und Aldi-Nord mitteilten. Die Kreisverwaltung riet Kunden, die nach dem 1. Februar in dem Supermarkt waren, auf ihre Gesundheit zu achten und sich bei Symptomen testen zu lassen.

Wie Aldi-Nord auf Anfrage mitteilte, hatten sich die Angestellten über einen Zeitraum von drei Wochen angesteckt - demnach war das Virus durch einen Dienstleister, der zeitweise in dem Markt arbeitete, eingeschleppt worden. Nach und nach seien dann Infektionen bekannt geworden. Bei einer Mitarbeiterin wurde die britische Variante des Coronavirus nachgewiesen. Sie soll sich im familiären Umfeld angesteckt haben. Fünf Angestellte sind mittlerweile wieder genesen.

Husum: Alle Schlachthof-Mitarbeiter in Corona-Quarantäne

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Schlachthof in Husum (Schleswig-Holstein) hat das Gesundheitsamt für alle Mitarbeiter Quarantäne angeordnet. Betroffen seien neben der Stammbelegschaft mit rund 270 Beschäftigten auch drei externe Unternehmen mit insgesamt 40 Angestellten sowie 19 Mitarbeiter des Kreis-Veterinäramtes, wie der Kreis Nordfriesland am Dienstagabend mitteilte. Alle müssten sich einem Test unterziehen.

Begründet wird die Entscheidung mit den „vielfältigen Arbeitsbeziehungen zwischen den verschiedenen Bereichen des Unternehmens und eine nicht strikt durchgehaltene Kohortentrennung“. Es bestehe eine erhebliche Gefahr, dass die bislang 14 Corona-positiven Mitarbeiter weitere Kollegen angesteckt hätten.

Britische Corona-Variante auf Norderney nachgewiesen

Die britische Corona-Virusvariante B.1.1.7 ist erstmals auch auf der ostfriesischen Insel Norderney nachgewiesen worden. Ein entsprechender Befund sei dem Gesundheitsamt des Landkreises Aurich am Dienstag bestätigt worden, teilte die Kreisverwaltung mit. Demnach war die infektiösere Mutation Ende Januar bei einem Mann festgestellt worden – er ist inzwischen gestorben. Weitere Hinweise auf die Corona-Variante gebe es aktuell nicht, hieß es.

Norderney hat mit 39 Fällen aktuell die meisten Corona-Infektionen im Landkreis Aurich. Seit einigen Tagen steigen die Fallzahlen auf der Insel mit rund 6000 Einwohnern an. Die Stadt und der Landkreis seien im engem Kontakt, um zu prüfen, ob weitere Maßnahmen angesichts der Infektionslage erforderlich seien, teilte die Kreisverwaltung mit.

GEW warnt vor Lockerung an Hamburgs Kitas

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat vor einer Lockerung der Corona-Notbetreuung an den Hamburger Kitas gewarnt. „Sollte die erweiterte Notbetreuung weiter gelockert werden, ist zu befürchten, dass die Kitas wieder geöffnet werden, ohne zu kontrollieren, ob die Eltern der Kinder, die gebracht werden, tatsächlich keine häusliche Betreuung organisieren können“, sagte der Kita-Experte der GEW Hamburg, Jens Kastner, am Dienstag. Die Erzieherinnen und Erzieher müssten dann wie bisher ohne weitere Schutzmaßnahmen mehr Kinder betreuen.

Dabei seien sie schon jetzt einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Die Gewerkschaft verwies auf eine Auswertung des Dachverbands der Betriebskrankenkassen (BKK), wonach es von März bis November bei den Kita-Beschäftigten 162 Arbeitsunfähigkeitsmeldungen pro 10.000 Beschäftigte wegen einer Corona-Infektion gegeben habe. Selbst Beschäftigte in Alten- und Behinderteneinrichtungen mit 146 Meldungen und aus Pflegeheimen mit 144 Meldungen seien weniger häufig infiziert. „Die Zahlen, die die Sozialbehörde täglich meldet, legen den Verdacht nahe, dass sie das Infektionsgeschehen in den Hamburger Kitas nur unvollständig abbilden“, erklärte Kastner.

Seit dem 25. Januar gibt es an Hamburgs Kitas nur eine erweiterte Notbetreuung. Diese ist auf dringende Fälle begrenzt. Dazu zählen Berufstätigkeiten der Eltern in wichtigen Bereichen oder individuelle Notfälle. Davor gab es einen sogenannten eingeschränkten Regelbetrieb für alle Kinder. An die Eltern wurde lediglich appelliert, wann immer möglich, ihre Kinder zu Hause zu betreuen.

Kreuzfahrt-Passagiere auf Gran Canaria in Corona-Quarantäne

Nach vier positiven Corona-Fällen an Bord des Kreuzfahrtschiffes „Mein Schiff 2“ sind mehrere Passagiere und Crewmitglieder auf Gran Canaria in Quarantäne. Die Gäste seien am Ende der Reise in der vergangenen Woche positiv auf Covid-19 getestet worden, sagte eine Sprecherin der Reederei Tui Cruises mit Sitz in Hamburg am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. „Die vier Personen wurden umgehend an Bord isoliert und an Land in eine Quarantäne-Unterkunft gebracht.“

Zudem seien neun Gäste und und elf Besatzungsmitglieder als Kontaktpersonen identifiziert, ebenfalls zunächst an Bord isoliert und dann auf Gran Canaria entsprechend untergebracht worden – trotz negativer Testergebnisse. Die Gäste würden dort weiterhin durch Tui Cruises betreut, die Unterkunftskosten der Kontaktpersonen übernimmt die Reederei, die der positiv Getesteten wird den Angaben zufolge über die Auslandkrankenreiseversicherung abgedeckt. Die Passagiere hätten bislang keine oder nur milde Symptome.

Alle übrigen rund 1000 Gäste seien negativ auf das Coronavirus getestet worden und konnten wie geplant am Freitag nach Hause reisen. Auch die 800 Mitarbeiter des Schiffes blieben ohne positiven Corona-Test. „Der Kreuzfahrtbetrieb konnte in Absprache mit den Behörden bereits weitergehen.“ Zuvor sei das Schiff gereinigt und desinfiziert worden.

Tui Cruises fährt aktuell zu den Kanarischen Inseln und nimmt nur maximal rund 60 Prozent der sonst üblichen Gäste an Bord, damit die Abstandsregeln eingehalten werden können. Zuvor hatte NDR 90,3 berichtet.

Landrat von Peine bittet nach Corona-Impfung um Entschuldigung

Der Landrat des Landkreises Peine hat sich frühzeitig gegen Covid-19 impfen lassen. Angesichts des knappen Impfstoffs und langer Wartelisten für die Impftermine bat der SPD-Politiker Franz Einhaus dafür nun in einer gemeinsamen Mitteilung mit seinem Stellvertreter Henning Heiß, der ebenfalls geimpft wurde, um Entschuldigung.

Ein Sprecher des Kreises erklärte am Dienstag, die Impfung sei im Anschluss an eine Impfaktion für den Rettungsdienst vorgenommen worden, bei der unvorhergesehen Impfstoff übrig geblieben sei. Der Katastrophenschutz habe daraufhin empfohlen, mit den restlichen Impfdosen das führende Personal der Kriseninfrastruktur zu versorgen. Mehrere Medien hatten über den Vorfall berichtet.

Corona-Beschlüsse des Bundes kosten Hamburg 120 Millionen

Die Beschlüsse der Bundesregierung zu weiteren Hilfen in der Corona-Pandemie werden Hamburg insgesamt fast 120 Millionen Euro kosten. Das geht aus einer Aufstellung der Finanzbehörde hervor, die dem Abendblatt vorliegt.

Hier lesen Sie den vollständigen Bericht.

Coronavirus: Friseure sammeln 50.000 Unterschriften für Öffnung

Friseure machen weiter Druck, um eine sofortige Wiederöffnung ihrer Salons zu erreichen. Die Onlinekampagne #NurSicherBeimFriseur hat knapp zwei Wochen nach dem Start 50.000 Unterschriften gesammelt. Man erwarte jetzt, dass die Politik sich differenziert mit der Friseurbranche auseinandersetzt, so die Initiatoren, darunter Marc Breckwoldt (Ryf) und Lars Nicolaisen aus Hamburg. Friseurbesuche seien sicher, das habe sich in den Monaten vor dem Corona-Lockdown gezeigt.

Den Angaben zufolge wurden bis zum 31. Dezember vergangenen Jahres der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege bundesweit lediglich zwölf meldepflichtige Versicherungsfälle im Zusammenhang mit einer Sars-CoV-2-Infektion bei 700.000 Kundenkontakten täglich angezeigt.

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Corona-Mutanten in Niedersachsen „auf dem Vormarsch“

Die Ansteckungen mit Coronavirus-Varianten in Niedersachsen nehmen zu. Die Vize-Leiterin des Krisenstabs, Claudia Schröder, erklärte, die Mutanten seien „auf dem Vormarsch“. „Ganz offensichtlich gibt es eine steigende Tendenz“, sagte sie am Dienstag in Hannover. Insgesamt sei der Anteil an den Infektionen aber noch gering. Das Robert Koch-Institut gehe davon aus, dass etwa fünf Prozent der Corona-Fälle auf Mutanten zurückgehen. Hinweise, dass Niedersachsen stärker betroffen sein könnte als andere Bundesländer, habe das Landesgesundheitsamt nicht. Es seien auch nicht alle Regionen in Niedersachsen gleichermaßen betroffen.

Ein genaues Bild über die Ausbreitung in Niedersachsen fehlt der Landesregierung weiterhin. „Wir wissen noch nicht ganz genau, wie die Mutationen sich hier ausgebreitet haben, wie aggressiv sie sind und wie stark sie den sogenannten R-Wert verändern werden“, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen. Der R-Wert gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter statistisch gesehen ansteckt.

Die Ausbreitung der Mutanten hat nach Worten des Krisenstab-Leiters Heiger Scholz auch Einfluss darauf, ob eine dritte Corona-Welle mit erneut stark steigenden Infektionszahlen droht. „Wenn die südafrikanische Variante dominant werden sollte, bei der zweifelhaft ist, ob und welche Impfstoffe wirken, dann kriegen wir ganz andere Entwicklungen als wir das gegenwärtig haben“, sagte Scholz.

In Corona-Zeiten: Was angehende Krankenpfleger erleben

Die Pflegeschule des St.-Adolf-Stiftes bietet zum 1. März noch freie Ausbildungsplätze. Lesen Sie hier, was ein Azubi über seine Arbeit berichtet.

Coronavirus: Unsicherheiten, wer wo geimpft werden darf

Wer darf sich wo impfen lassen? Bei dieser Frage gibt es bei etlichen Impfberechtigten im Umland offenbar große Unsicherheiten. In den vergangenen Tagen sind jedenfalls mehrfach Menschen aus Schleswig-Holstein am Hamburger Impfzentrum in den Messehallen abgewiesen worden. Im Dezember hatte es Überlegungen gegeben, Menschen auch außerhalb ihres Wohnortes mit dem Corona-Impfstoff zu versorgen, doch die Pläne wurden nicht umgesetzt.

„Ob eine Impfberechtigung tatsächlich vorliegt, kann im Vorfeld, zum Beispiel im Rahmen der Terminbuchung, nicht rechtssicher überprüft werden, sondern erst im Impfzentrum nach Vorlage der notwendigen Dokumente“, sagt Jochen Kriens, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg. „Es ist also durchaus denkbar, dass jemand einen Termin erhält, obwohl er die Voraussetzungen zur Impfberechtigung nicht erfüllt. Die Überprüfung der Impfberechtigung eines Impflings ist ein hoheitlicher Akt und wird im Impfzentrum von städtischem Personal übernommen.“

Martin Helfrich, Sprecher der Hamburger Sozialbehörde, weist darauf hin, dass bei der Terminvergabe im Internet bei der Auswahl des Bundeslandes nur Hamburg angeklickt werden könne, Schleswig-Holstein sei gar nicht aufgeführt. Seit Beginn der Impfkampagne seien nur Menschen mit Wohnort Hamburg hier impfberechtigt, bis auf wenige Ausnahmen: Menschen aus dem Umland, die in Hamburger Krankenhäusern etwa auf Intensivstationen oder in der Notaufnahme oder in Pflegeeinrichtungen arbeiten, würden auch hier geimpft. „Allerdings melden wir uns direkt bei denen und liefern auch den Impfstoff beispielsweise direkt ins Krankenhaus“, so Helfrich. Mitarbeiter von mobilen Pflegediensten mit einer Bestätigung vom Hamburger Arbeitgeber würden auch geimpft, wenn sie außerhalb leben.

„Es wäre gut, wenn die Kassenärztliche Vereinigung das bei der Terminvergabe auch so deutlich kommunizieren würde“, sagt die Hamburgerin Julia Kurig, die für ihre Mutter (86) aus Norderstedt einen Termin im Hamburg vereinbart hatte, dann aber abgewiesen wurde.

Zahlen, Schulen, Lockerungen: Senat über aktuelle Corona-Lage

Am Dienstagmittag erläuterte der Senat im Hamburger Rathaus auf der Landespressekonferenz die aktuellen Corona-Zahlen in der Stadt. Mit 162 Neuinfektionen sei der Inzidenzwert zwar etwas gesunken, dennoch könne es noch keine Entwarnung geben: "Der R-Wert für Hamburg liegt geglättet auf sieben Tage derzeit bei 0,85 – das ist immer noch zu hoch", erklärte Senatssprecher Marcel Schweitzer.

Auch die Lage in den Krankenhäusern gebe wenig Anlass zur Freude. Zwar würden insgesamt weniger Corona-Patienten in Kliniken behandelt, doch auf den Intensivstationen seien nur geringfügige Veränderungen zu beobachten. "Es gibt weiterhin nur einen mäßigen Rückgang der Zahlen, die Inzidenz sinkt zu langsam und der R-Wert ist zu hoch", so Schweitzer.

Senat: Kein Spielraum für Lockerungen

Der Senat bleibe daher bei seiner Einschätzung, dass aktuell Lockerungen noch nicht in Aussicht gestellt werden können. Schweitzer: "Das wäre nicht zu verantworten. Wir werden morgen mit einer sehr klaren Haltung in die Beratungen von Bund und Ländern gehen."

Tschentscher hat sich laut Schweitzer seit Beginn der Corona-Pandemie für ein einheitliches Vorgehen der Bundesländer eingesetzt, was Lockerungen und Öffnungsschritte betrifft. Diskussionen über Stufenpläne könnten erst geführt werden, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, und "wenn der Einfluss der Corona-Mutationen auf das Infektionsgeschehen beurteilt werden kann", erklärte der Sprecher.

Schulen in Hamburg bleiben wohl im Lockdown

"Wir wollen ehrlich bleiben und keine Versprechungen machen, die wir nicht halten können. Wir haben leider keine besseren Nachrichten. Der Senat sieht derzeit keinen Spielraum für Öffnungen", so Schweitzer.

Die strenge Haltung des Senats betrifft auch die Schulen. Schulsenator Ties Rabe (SPD) sagte, er gehe davon aus, „dass wir in dem jetzigen Modus (...) bis zu den Märzferien bleiben werden – sofern die Ministerpräsidentenkonferenz nicht etwas ganz Ungewöhnliches beschließen wird“. Hamburg hat als einziges Bundesland von Anfang März an zwei Wochen Ferien. „Hier eine Woche vor den Ferien noch einmal das gesamte Schulsystem auf neue Beine zu stellen, ist (...) für alle Beteiligten nur auf dem Papier eine vernünftige Lösung“, sagte Rabe.

IHK Nord fordert Öffnungsperspektive für Unternehmen

Die Industrie- und Handelskammer Nord fordert vor den Bund-Länder-Beratungen zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie an diesem Mittwoch eine „Öffnungsperspektive mit nachvollziehbaren Stufen-Kriterien“. Vorsitzender Norbert Aust sagte am Dienstag, ein Pendeln zwischen Öffnungen und Schließungen müsse verhindert werden. Sollte dies bundesweit nicht durchzusetzen sein, müsse es ein koordiniertes Vorgehen in Norddeutschland geben. Die IHK Nord vertritt nach eigenen Angaben rund 700.000 Unternehmen in den fünf norddeutschen Bundesländern.

Der Industrieverband Hamburg forderte ebenfalls eine Öffnungsperspektive. „Viel wichtiger als noch mehr Krisentreffen ist es doch, eine Langzeitstrategie dafür zu entwickeln, wie wir dauerhaft mit dem Virus leben und arbeiten können“, betonte Verbandschef Matthias Boxberger. Noch seien die Infektionszahlen jedoch zu hoch und die Entwicklung der Mutationen zu unklar, um großflächige Lockerungen umzusetzen.

Neue Corona-Zahlen für Hamburg: Inzidenz sinkt wieder

Die für das Ressort Gesundheit zuständige Hamburger Sozialbehörde hat am Dienstag 162 neue Corona-Infektionen gemeldet. Am vergangenen Dienstag waren es noch 209 Fälle. Somit sinkt der Inzidenzwert im Vergleich zum Vortag wieder etwas ab und liegt nun bei 67,6 (Vortag: 70,0) Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Seit Beginn der Pandemie wurden in der Hansestadt 48.054 Covid-19-Infektionen registriert. Von ihnen gelten nach RKI-Schätzungen 41.900 als genesen.

Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern liegt nun bei 353(Stand: 8.2.). 81 Menschen sind so schwer erkrankt, dass sie intensivmedizinisch behandelt werden müssen, 62 von ihnen kommen aus Hamburg. Nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Instituts liegt die Zahl der Todesfälle in Hamburg bei 1148 – es sind drei weitere Tote hinzugekommen (Stand: 8.2.).

Corona-Lockdown: NGG fordert Kurzarbeitergeld von mindestens 1200 Euro

Die Gewerkschaft NGG fordert für die besonders vom Corona-Lockdown betroffenen Beschäftigten des Hotel- und Gaststättengewerbes mindestens 1200 Euro Kurzarbeitergeld pro Monat. „Die Beschäftigten wissen nicht mehr, wie sie noch ihre Miete bezahlen sollen. Letzte Reserven sind längst aufgebraucht“, sagte die Geschäftsführerin der NGG-Region Hamburg-Elmshorn, Silke Kettner, am Dienstag mit Blick auf die nächste Corona-Verhandlungsrunde von Bund und Ländern an diesem Mittwoch. Es könnten noch Monate vergehen, bis Lokale und Hotels wieder öffnen.

Nach Einschätzung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat der derzeitige Lockdown ähnlich gravierende Auswirkungen wie die Schließungen im Frühjahr 2020. Damals meldeten der Gewerkschaft zufolge in Hamburg 2800 gastgewerbliche Betriebe Kurzarbeit an – 73 Prozent der gesamten Branche. Demnach waren mindestens 24.500 Beschäftigte in Kurzarbeit.

SPD-Landesvorsitzende Midyatli gegen Corona-Lockerungen vor März

Die Landesvorsitzende der SPD in Schleswig-Holstein, Serpil Midyatli, ist gegen Lockerungen von Corona-Schutzmaßnahmen noch im Februar. Der Schutz der Gesundheit müsse höchste Priorität haben, sagte Midyatli am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Deshalb könnten Lockerungen nur vorsichtig und schrittweise vorgenommen werden. „Vor dem 1. März kann ich mir das aber für keinen Bereich vorstellen.“

Notwendig sei ein zusätzlicher Sicherheitspuffer, um die Verbreitung der Mutationen einzuschränken. „Dafür müssen auch die Kapazitäten zur Untersuchung der Virenvarianten schnellstmöglich ausgeweitet werden“, sagte Midyatli mit Blick auf die Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch. Der Rückgang der Infektionszahlen zeige, dass die Schutzmaßnahmen wirkten. „Allerdings sind wir noch nicht bei dem ursprünglich avisierten Wert einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 angelangt.“

Angesichts der ansteckenderen Mutationen sei selbst beim Unterschreiten der 50er-Inzidenz besondere Vorsicht geboten. „Ein zu schnelles Öffnen aller Bereiche könnte sehr bald in eine dritte Welle führen.“ Im Norden betrug die Sieben-Tage-Inzidenz – also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen – am Montagabend 62,2.

Trotz Corona-Pandemie Anstieg bei den Start-up-Gründungen

Trotz Corona-Pandemie sind im vergangenen Jahr in Hamburg 218 Start-ups gegründet worden – und damit zehn mehr als im Vorkrisenjahr 2019. Die Unternehmen entstanden vor allem in den Bereichen Software, E-Commerce, Medizin und Lebensmittel, wie die Wirtschaftsbehörde am Dienstag mitteilte.

Insgesamt gebe es damit in der Hansestadt 1271 aktive Start-ups. Auf der anderen Seite verschwanden den Angaben zufolge seit September vergangenen Jahres aber auch 79 Start-ups – entweder wurden sie liquidiert, sind inaktiv oder sind umgezogen. Wegen der in der Corona-Pandemie ausgesetzten Insolvenzanmeldungspflicht sei noch unklar, wie sich insbesondere kleine Firmen entwickelten, die sich ohne größere Investoren weitgehend über Eigenmittel finanzierten.

Corona: Weitere Impfstofflieferungen wetterbedingt abgesagt

Die Schneedecke in Niedersachsen führt weiter zu Verzögerungen bei der Verteilung des Corona-Impfstoffs. Wie das Gesundheitsministerium in Hannover mitteilte, wurden auch die für Dienstag geplanten Transporte abgesagt. Betroffen seien 20 der 50 Impfzentren. Schon am Montag hatten zwölf Impfzentren anders als geplant keinen Impfstoff erhalten. Wann die Lieferungen nachgeholt werden können, ist offen.

Sollten die Impfzentren wegen der Lieferengpässe Termine absagen müssen, sollen diese dem Ministerium zufolge schnell nachgeholt werden. Eine erneute Anmeldung über die Hotline oder das Internetportal sei dafür nicht nötig. Die Abstimmung laufe über die Kommunen.

Lesen Sie hier unseren aktuellen Wetter-Blog für Hamburg und den Norden

Tschentscher: Öffnungsschritte erst, wenn Mutations-Einfluss klar ist

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher hat sich für eine Verlängerung des Lockdowns ausgesprochen und zu einem einheitlichen Vorgehen aufgerufen. „Öffnungsschritte darf es erst geben, wenn der Einfluss der Mutationen auf das Infektionsgeschehen beurteilt werden kann. Das ist derzeit noch nicht der Fall“, sagte der SPD-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstag) vor der nächsten Corona-Schalte von Bund und Ländern am Mittwoch.

Tschentscher appellierte an seine Amtskollegen, -kolleginnen und die Kanzlerin, bei der Schalte am Mittwoch an einem Strang zu ziehen. Der Rückhalt für die Corona-Einschränkungen sei weiterhin hoch. Aber viele Bürgerinnen und Bürger erwarteten ein zwischen Bund und Ländern abgestimmtes und konsequentes Vorgehen, „um nach dem aktuellen Rückgang der Infektionszahlen einen erneuten Rückfall im Sinne einer dritten Welle zu verhindern“, so Tschentscher.

Der Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist bislang bis zum 14. Februar befristet. Am Mittwoch wollen der Bund und die Bundesländer bei einer Schalte mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beraten, wie es dann weitergeht.

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Niedersachsen will bei Erstimpfungen schneller vorankommen

Niedersachsen will seine Corona-Impfstrategie ändern und bei Erstimpfungen schneller vorankommen. Eine Sprecherin des Sozialministeriums in Hannover bestätigte einen entsprechenden Bericht der „Braunschweiger Zeitung“ vom Dienstag.

Bislang habe das Land strikt die Hälfte der gelieferten Impfstoffeinheiten für die notwendige Zweitimpfung zurückgehalten. „Angesichts der Tatsache, dass die Lieferungen nun verlässlicher werden, werden wir diese Reserve ab der nächsten Woche von 50 auf 33 Prozent des eingehenden Impfstoffs reduzieren“, sagte die Sprecherin der Zeitung.

Einzelheiten sollten am Dienstag in Hannover vorgestellt werden. Im Vergleich der Länder weist Niedersachsen nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bislang die niedrigste Quote an Erstimpfungen auf.

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Schleswig-Holstein: Inzidenz steigt leicht

In Schleswig-Holstein sind 151 neue Corona-Fälle gemeldet worden. Die 7-Tage-Inzidenz stieg leicht – von 61,4 am Sonntag auf 62,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Als Zielmarke hat die Politik einen Wert unter 50 gesetzt. Sonntags und montags ist die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen oft etwas niedriger, da weniger Tests durchgeführt beziehungsweise ausgewertet werden.

Die Zahl der Corona-Toten stieg um 22 auf 1038. Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie nun 38.123 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. 445 Corona-Patienten werden derzeit in Krankenhäusern behandelt (Vortag: 449), 85 von ihnen intensivmedizinisch, 52 mit Beatmung.

Weitere Informationen zum Coronavirus

Einigung über Lockdown-Verlängerung wohl fix

Bund und Länder sind sich nach einem Bericht des Wirtschaftsmagazins „Business Insider“ weitgehend einig darüber, den Lockdown bis zum 28. Februar zu verlängern. Lockerungen solle es vorher aber bei Kitas, Grundschulen und eventuell auch Friseuren vom 15. Februar an geben, berichtet das Magazin. So stehe bei Grundschulen Wechselunterricht als Modell im Raum.

Für die Zeit ab dem 1. März sollen dem Bericht zufolge die bei einer entsprechenden Infektionslage vorgesehenen Lockerungen für Geschäfte, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen von jedem Bundesland selbst auf den Weg gebracht werden. Nach Abendblatt-Informationen ist es allerdings noch offen, ob der Lockdown nur um zwei oder gleich um drei Wochen verlängert werde.

Es solle keinen bundesweiten detaillierten Stufenplan geben, wie ihn zuletzt Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Berlin und Thüringen für ihr jeweiliges Land entwickelt hatten. Vielmehr sollten Richtwerte genannt werden, an denen sich die Länder orientieren. Die Details sollten die Länder dann im Rahmen eigener Stufenpläne selbst regeln.

Die aktuellen Corona-Regeln für Hamburg im Überblick

  • Alle Regeln, die im Rahmen der Eindämmungsverordnung bis zum 10. Januar gelten sollten, werden grundsätzlich bis zum 14. Februar verlängert – ein Großteil des Einzelhandels bleibt geschlossen, bestellte Waren dürfen aber abgeholt werden. "Körpernahe Dienstleistungen" wie Friseure, Nagel-, Massage- und Tattoo-Studios dürfen nicht angeboten werden. Auch Kultur- und Freizeiteinrichtungen bleiben geschlossen, Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit bleibt verboten.
  • Kontaktregeln Angehörige eines Haushalts dürfen sich nur noch mit einer weiteren Person treffen. Ausnahmen für Kinder gibt es nicht.
  • Die Maskenpflicht wird angepasst: Stoffmasken reichen in den meisten Fällen nicht mehr aus. Stattdessen müssen medizinische Masken (mindestens OP-Masken, auch FFP2- oder KN95-Masken sind möglich) getragen werden. Bis zum 1. Februar gilt eine Übergangsphase, danach werden Verstöße mit Bußgeldern geahndet.
  • Kitas und Schulen: Die Präsenzpflicht an den Schulen bleibt aufgehoben, stattdessen soll so weit wie möglich Distanzunterricht gegeben werden. Kinder sollen – wann immer möglich – zu Hause betreut werden. Die Kitas wechseln in die "erweiterte Notbetreuung". Die privat organisierte Kinderbetreuung in Kleingruppen bleibt gestattet.
  • Arbeitgeber sind angehalten, so weit wie möglich ein Arbeiten von zu Hause aus zu ermöglichen. Zusätzlich soll eine neue Bundesverordnung Arbeitgeber dazu verpflichten, Homeoffice anzubieten, so weit das möglich ist. Betriebskantinen dürfen nur öffnen, wenn sie für den Arbeitsablauf zwingend erforderlich sind.
  • Sollte die Sieben-Tage-Inzidenz auf einen Wert über 200 steigen, müsste eine Ausgangsbeschränkung erlassen werden, die den Bewegungsradius auf 15 Kilometer rund um den Wohnort einschränkt. Wie genau diese Regel in Hamburg angewandt würde, ist noch nicht bekannt – der Senat will darüber entscheiden, sollte sich die Inzidenz dem Grenzwert annähern.
  • Senioren- und Pflegeeinrichtungen sollen mehrmals pro Woche Personal und Besucher testen. Das war in Hamburg schon verpflichtend und gilt nun bundesweit.
  • Zwei-Test-Strategie bei Reiserückkehrern aus Risikogebieten: Ein Corona-Test direkt nach der Einreise ist verpflichtend, die zehntägige Quarantäne kann frühestens fünf Tage nach der Einreise durch einen weiteren Test verkürzt werden. Die Kosten für die Tests werden nicht übernommen.

Lesen Sie hier die Corona-News für Hamburg und den Norden vom Wochenende

( maj/jes/mik/dpa )

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