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Corona in Hamburg: Bisher fast 80.000 Impftermine vergeben

| Lesedauer: 20 Minuten
Für eine Impfung in den Hamburger Messehallen wurden bisher 80.000 Impftermine vergeben (Archivbild).

Für eine Impfung in den Hamburger Messehallen wurden bisher 80.000 Impftermine vergeben (Archivbild).

Foto: picture alliance/dpa

Der Überblick: Geimpfte weiter ansteckend? Tschentscher: "Wissen zu wenig". Neue Corona-Zahlen für Hamburg.

Hamburg. Bekommt die Metropole Hamburg zu wenig Impfstoff gegen Covid-19? Schleswig-Holsteiner, die in Krankenhäusern oder Heimen der Hansestadt arbeiten, können sich auch dort impfen lassen und umgekehrt. Zur Not wollen die Nordländer einen Ausgleich vornehmen.

Derweil ist die Zahl der Neuinfektionen in der Hansestadt nach vielen Wochen im harten Lockdown endlich gesunken: Am Donnerstag wurden 225 neue Corona-Fälle gemeldet, die Inzidenz sank auf 74,2 Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner.

Die wichtigsten Corona-Nachrichten für Hamburg und den Norden am 4. Februar:

Die aktuellen Corona-Fallzahlen aus ganz Norddeutschland:

  • Hamburg: 2311 neue Corona-Fälle (gesamt seit Pandemie-Beginn: 430.228), 465 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (davon auf Intensivstationen: 44), 2373 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1435,3 (Stand: Sonntag).
  • Schleswig-Holstein: 1362 Corona-Fälle (477.682), 623 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 39). 2263 Todesfälle (+5). Sieben-Tage-Wert: 1453,0; Hospitalisierungsinzidenz: 7,32 (Stand: Sonntag).
  • Niedersachsen: 12.208 neue Corona-Fälle (1.594.135), 168 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen, 7952 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1977,6; Hospitalisierungsinzidenz: 16,3 (Stand: Sonntag).
  • Mecklenburg-Vorpommern: 700 neue Corona-Fälle (381.843), 768 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 76), 1957 Todesfälle (+2), Sieben-Tage-Wert: 2366,5; Hospitalisierungsinzidenz: 11,9 (Stand: Sonntag).
  • Bremen: 1107 neue Corona-Fälle (145.481), 172 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 14), 704 Todesfälle (+0). Sieben-Tage-Wert Stadt Bremen: 1422,6; Bremerhaven: 2146,1; Hospitalisierungsinzidenz (wegen Corona) Bremen: 3,88; Bremerhaven: 7,04 (Stand: Sonntag; Bremen gibt die Inzidenzen getrennt nach beiden Städten an).

Corona-Inzidenz in Schleswig-Holstein sinkt weiter

Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen ist in Schleswig-Holstein gesunken: von 69,4 auf 66,3. Das teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstagabend mit.

Binnen eines Tages gab es 18 weitere gemeldete Corona-Todesfälle und 295 registrierte Neuinfektionen. Die Zahl der Menschen, die seit Beginn der Pandemie im Bundesland mit oder an Corona gestorben sind, stieg auf 985.

Corona-Nachrichten für Hamburg und den Norden lesen Sie hier im tagesaktuellen Newsblog

473 Corona-Patienten werden den Angaben zufolge derzeit in Schleswig-Holstein in Krankenhäusern behandelt, 98 von ihnen intensivmedizinisch, 52 mit Beatmung. Die Zahl der Genesenen wird auf etwa 30 800 geschätzt. Seit Beginn der Pandemie hat es in dem Bundesland 37.326 nachgewiesene Corona-Infektionen gegeben.

Oberharz kündigte erneute Kontrollen fürs Wochenende an

Zum vierten Mal nacheinander wird es am Wochenende im Oberharz Kontrollen geben, um einem Besucheransturm in verschneiten Regionen zu begegnen. Ein Großaufgebot von Polizei und Ordnungskräften steht bereit. Landrat Thomas Brych sagte laut Mitteilung am Donnerstag: „Es geht uns nicht darum, die Menschen zu ärgern, sondern die Regeln wurden aufgestellt, um vor allem dem Infektionsschutz Rechnung tragen zu können. Nicht jeder wird und will das nachvollziehen, doch wir halten an unserer Linie fest.“ Man solle von Ausflügen in den Landkreis Goslar absehen.

„Es ist ein echtes Debakel. Jetzt haben wir seit Jahren endlich wieder einen Winter wie aus dem Bilderbuch, können damit aber eigentlich überhaupt nichts anfangen. Da müssen wir jetzt aber durch“, betonte der Chef der Goslarer Kreisverwaltung. Am vergangenen Wochenende mussten die Ordnungskräfte allein im Bereich Torfhaus 604 Mal einschreiten, weil gegen Maskenpflicht, Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen verstoßen wurde. In 195 Fällen wurden Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Bei Verstößen gegen die Maskenpflicht werden in der Regel bis zu 100 Euro fällig. Noch teurer wird es bei Nichtbeachtung der Kontaktbeschränkungen.

Inzidenz in Mecklenburg-Vorpommern leicht gestiegen

In Mecklenburg-Vorpommern haben die Behörden seit Mittwoch 258 neue Corona-Infektionen registriert, es gab 14 weitere Todesfälle. Der Inzidenzwert steigt landesweit auf 86,8Insgesamt wurden im bislang Land 20.848 Infektionen gemeldet. Die Zahl der Todesfälle stieg um 14 auf insgesamt 520.

Bisher fast 80.000 Impftermine vergeben – Kritik an Vergabesystem

Trotz andauernder Probleme mit dem Vergabesystem sind bisher rund 80.000 Termine für das zentrale Impfzentrum in den Hamburger Messehallen gebucht worden. Bis Donnerstagvormittag seien es 77.000 gewesen, sagte der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Martin Helfrich.

Auch am Donnerstag selbst seien mehrere Tausend neue Termine in das Vergabesystem der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) eingestellt worden. Erneut kritisierte die Behörde die Abwicklung der Terminvergabe durch die KBV. Schon seit Wochen bekannte Fehler seien noch immer nicht behoben worden. Die Behörde erwarte, dass dies nun „binnen Tagen“ geschehe. Die Probleme mit dem System seien auch Thema eines Gesprächs der betroffenen Länderressortchefs mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und KBV-Vertretern am Freitag, sagte Helfrich. Die Verärgerung unter den Ländern sei groß.

Ärger wegen Warenkorbsystem bei Impfterminvergabe

Konkret geht es um das sogenannte Warenkorbsystem, wie es auch im Onlinehandel üblich ist und das ein Produkt - in diesem Fall einen Termin – reserviert, sobald ein Interessent ihn ausgewählt hat. Im KBV-System fehle diese Funktion, sagte Helfrich.

Termine könnten noch anderweitig vergeben werden, solange der Interessent seine Daten noch nicht vollständig eingetragen habe, was immer wieder zu großer Verärgerung führe. Bei der Entscheidung für das KBV-System sei man davon ausgegangen, dass es diese ansonsten übliche Funktion beinhalte. „Man hat nicht das bekommen, was man bestellt hat und wofür man bezahlt hat“, sagte er.

Behörde hofft auf Entspannung der Impfsituation durch Astrazeneca

Die Hamburger Gesundheitsbehörde hofft aufgrund angekündigter größerer Liefermengen des Impfstoffs von Astrazeneca auf eine Entspannung der Situation. Noch für diesen Monat sei in drei Tranchen die Lieferung von insgesamt 38.400 Impfdosen nach Hamburg avisiert, sagte Behördensprecher Martin Helfrich am Donnerstag. Anfang März würden weitere 33.600 Impfdosen in der Stadt erwartet. Allerdings handele es sich bisher nur um Ankündigungen, sagte er.

Aufgrund der Menge und wegen des bei diesem Impfstoff empfohlenen Abstandes von neun bis zwölf Wochen zwischen Erst- und Zweitimpfung könne man einer Empfehlung des Bundesgesundheitsministers folgen und im Februar sämtliche Dosen nutzen, ohne - wie bei Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna üblich - jeweils eine Zweitdosis zurückzuhalten.

Für Nord-Grüne ist es noch zu früh für Corona-Lockerungen

Trotz sinkender Infektionszahlen sollten Corona-Schutzmaßnahmen nach Ansicht der Grünen in Schleswig-Holstein noch nicht gelockert werden. „Die Richtung stimmt, die Infektionszahlen sinken“, sagte der Landesvorsitzende Steffen Regis am Donnerstag mit Blick auf die Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel am nächsten Mittwoch. „Jetzt nachzulassen und die Beschränkungen zu lockern, wäre aber der falsche Schritt.“

Immer mehr Neuinfektionen ließen sich auch in Deutschland auf Mutationen des Virus zurückführen, sagte Regis. „Deshalb ist es richtig, den Lockdown zu verlängern, bis die Inzidenzwerte verlässlich niedrig sind.“ Kämen jetzt zu schnelle Lockerungen, bestünde die Gefahr eines Rückfalls und einer dritten Welle. „Erst müssen die Neuinfektionen wieder verlässlich durch die Gesundheitsämter nachverfolgt werden können und die Krankenhäuser entlastet werden.“

Der anhaltende Lockdown sei für alle Menschen zunehmend schwer zu bewältigen, sagte der Landesvorsitzende der Grünen. „Doch er rettet vielen Menschen das Leben und bewahrt uns vor noch schlimmeren Folgen der Corona-Pandemie.“

Nach Impf-Problemen in Vechta: Schneller neuer Termin für Betroffene

Die von Problemen bei der Impfterminvergabe im Kreis Vechta betroffenen alten Menschen, die zunächst vergeblich ins Impfzentrum kamen, sollen zügig einen neuen Termin bekommen. Das Impfzentrum kläre, dass die Betroffenen zeitnah einen Termin erhielten, sagte Sozialministerin Carola Reimann (SPD) am Donnerstag in Hannover.

Seit Dienstag waren rund 40 Personen mit einer vermeintlich offiziellen Terminbestätigung zu dem Impfzentrum gekommen. Die Impfwilligen waren aber nicht im EDV-System des Landes, worüber die Termine zentral verteilt werden, gelistet.

Wie Ministerin Reimann im Sozialausschuss sagte, sei der erste Verdacht ein technisches Problem gewesen. Dann habe sich gezeigt, dass sich auf den Schreiben der Menschen Codes befunden hätten, die nicht aus dem Terminsystem des Landes stammten. „Wir gehen dem jetzt nach“, sagte Reimann.

Corona: Tschentscher hält Diskussion um Privilegien für Geimpfte für verfrüht

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hält eine Diskussion um Privilegien für Corona-Geimpfte für verfrüht. „Noch haben wir keine Lage, in der wir über solche Szenarien nachdenken können“, sagte er am Donnerstag dem Sender Radio Hamburg. „Wir wissen im Moment nur, dass die Impfstoffe vor der Erkrankung schützen, aber noch nicht, ob man als Geimpfter das Virus weitergibt oder nicht.“ Auch vor dem Hintergrund des nach wie vor knappen Impfstoffs könne und solle man keine Diskussion über eventuelle Privilegien führen.

Auch der Deutsche Ethikrat hält es für falsch, die wegen der Corona-Pandemie beschlossenen staatlichen Freiheitsbeschränkungen für Geimpfte früher zu beenden. Zunächst müsse die Ansteckungsgefahr geklärt werden, sagte die Ethikratvorsitzende Alena Buyx am Donnerstag in Berlin. „Eine vorherige individuelle Rücknahme nur für Geimpfte“ wäre daher nicht richtig.

Astrazeneca-Impfstoff soll ab kommender Woche eingesetzt werden

Der Corona-Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers Astrazeneca kann in Niedersachsen voraussichtlich in der kommenden Woche erstmals eingesetzt werden. An diesem Sonnabend wird eine erste Lieferung von 33.600 Impfdosen erwartet, sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) am Donnerstag in Hannover. In den darauffolgenden beiden Wochen sollen je 38.400 Dosen geliefert werden, in der letzten Februarwoche dann 96.000 Impfdosen.

Nach den Impfstoffen der Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna ist der von Astrazeneca der dritte, der in Niedersachsen zur Anwendung kommt. Die EU-Kommission hatte vergangenen Freitag den Impfstoff von Astrazeneca zugelassen. Mit dem Präparat soll unter anderem das Personal ambulanter Pflegedienste, Personal von Tagespflegeeinrichtungen, Beschäftigte und ehrenamtlich Tätige in Hospizen sowie Rettungsdienstpersonal geimpft werden. Zwischen Astrazeneca und der EU gab es zuletzt Streit, weil das Unternehmen im ersten Quartal deutlich weniger Impfstoff liefern wird als zunächst angekündigt.

166 Fälle von Coronavirus-Mutationen in Niedersachsen nachgewiesen

Inzwischen sind in Niedersachsen 166 Fälle von Coronavirus-Mutationen nachgewiesen worden. Nach Informationen des Landesgesundheitsamtes ging es in 97 Fällen um die britische und in einem Fall um die südafrikanische Variante, wie das Sozialministerium am Donnerstag in Hannover mitteilte.

In 68 Fällen konnten die Varianten noch nicht näher identifiziert werden. Eine repräsentative flächendeckende Untersuchung zu Virusvarianten gibt es in Niedersachsen noch nicht, sie soll aber in Kürze beginnen. Eine Zuordnung der Infektionen mit einer Virusvariante zu Landkreisen und Städten war nach Ministeriumsangaben nicht möglich.

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Corona in Hamburg: Kienscherf fordert Änderung bei Impfeinteilung

Hamburgs SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf hat sich für eine differenziertere Alterseinteilung bei der Impfberechtigung ausgesprochen. Um den Ansturm auf die wenigen verfügbaren Impftermine zu begrenzen und eine Überlastung der Hotlines zu vermeiden, sollten nur jeweils zwei oder drei Jahrgänge in die Impfzentren gerufen werden, sagte er am Donnerstag. Derzeit sind alle über 80-Jährigen aufgerufen, sich impfen zu lassen. Danach soll die Gruppe der über 70-Jährigen folgen.

„Das sind immer sehr, sehr große Gruppen“, sagte Kienscherf. „Bei den über 80-Jährigen sind es allein hier in Hamburg rund 110.000, in der nächsten Gruppe werden es fast 150.000 sein. Das heißt, vor dem Hintergrund des knappen Impfstoffes haben wir einen wahnsinnigen Run auf diese Hotlines.“

Die geburtenstärksten Jahrgänge kämen dabei erst noch. „Deshalb muss man sich doch fragen: Bekomme ich nicht einfach schon eine Entspannung hin, wenn ich die Altersgruppen stärker differenziere?“, fragte Kienscherf. Eine Änderung der Einteilung könne aber nur der Bundesgesundheitsminister anstoßen.

Coronavirus: Landkreise sauer über Impftourismus

Mehrere Landkreise in Niedersachsen haben ihren Ärger über Impftouristen geäußert. Im Heidekreis habe sich jüngst ein Mensch aus Nordrhein-Westfalen impfen lassen, sagte Sprecher Andreas Pütz am Donnerstag. Das gehe schon seit Wochen so. Die Menschen könnten sich Termine geben lassen „wo sie wollen“. Bei den Landkreisen in Niedersachsen habe das viel Unmut hervorgerufen. Mehrere Kreise haben deshalb vom Land gefordert, die Terminvergabe für Impfungen künftig an die Meldeadresse zu knüpfen, wie Pütz sagte.

Die Terminvergabe wird in diesen Tagen umgestellt. Künftig bekomme man einen Termin nur noch in dem Impfzentrum zugeteilt, das zu eigenen Wohnadresse gehört, hieß es vom Sozialministerium. Einen Impftourismus innerhalb Niedersachsens soll es dann nicht mehr geben, auch nicht aus anderen Bundesländern. Dass in der Startphase alte Menschen teils auch woanders als in der Wohnregion einen Termin angenommen haben, hängt nach Ministeriumsangaben auch damit zusammen, dass die Menschen etwa von ihren Kindern an deren Wohnort zur Impfung begleitet werden wollten.

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Neue Corona-Zahlen für Hamburg: Inzidenz sinkt weiter

Die für das Ressort Gesundheit zuständige Hamburger Sozialbehörde hat am Donnerstag 225 neue Corona-Infektionen gemeldet. Am vergangenen Donnerstag waren es noch 246 Fälle. Somit sinkt der Inzidenzwert weiter ab und liegt nun bei 74,2 (Vortag: 75,3) Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Seit Beginn der Pandemie wurden in der Hansestadt 47.199 Covid-19-Infektionen registriert. Von ihnen gelten nach RKI-Schätzungen 40.600 als genesen.

Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern liegt nun bei 405 (Stand: 3.2.). 79 Menschen sind so schwer erkrankt, dass sie intensivmedizinisch behandelt werden müssen, 59 von ihnen kommen aus Hamburg. Nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Instituts liegt die Zahl der Todesfälle in Hamburg weiterhin bei 1097 (Stand: 3.2.).

Ehemaliger St.-Pauli-Keeper Pliquett eröffnet Corona-Testzentrum

Benedikt Pliquett hat sein Lokal „Alkotheke“ mit Genehmigung des Hamburger Gesundheitsamts zu einem Corona-Testzentrum umfunktioniert. Der 36 Jahre alte ehemalige Fußball-Profi des FC St. Pauli will inmitten der Corona-Pandemie helfen und in der Kiez-Kneipe Antigen-Schnelltests sowie von der kommenden Woche an auch PCR-Tests durchführen lassen. Pliquetts Verein „Brüder Teresa Straßenhilfe e.V.“ wird zudem Obdachlosen und sozial Benachteiligten im Stadtteil St. Pauli jeweils einen Gratis-Test spendieren, berichtete die „Bild“-Zeitung (Donnerstag) dazu weiter.

„Grundsätzlich suche ich in allen Situationen des Lebens nach Lösungen“, sagte Pliquett. Und der frühere Torwart, der an Heiligabendes seit Jahren Weihnachtsessen für Obdachlose organisiert, fügte hinzu: „Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, damit wir bald zur Normalität zurückkehren können – auch die Gastronomen auf dem Kiez.“

Im Corona-Winter deutlich weniger Grippefälle

Die Krankschreibungen wegen Grippe haben sich in der Corona-Pandemie nach Angaben der Krankasse Barmer mehr als halbiert. Demnach sank die Zahl der an Influenza erkrankten Schleswig-Holsteiner zwischen November und Weihnachten 2020 gegenüber dem gleichen Zeitraum der beiden Vorjahre im Mittel um 61 Prozent, wie die Barmer am Donnerstag berichtete.

„Die Grippe spielt zu Beginn dieses Jahres bisher eine sehr geringe Rolle“, kommentierte der Landesgeschäftsführer Bernd Hillebrandt. „Die Abstand- und Hygieneregeln zum Schutz vor Corona senken offensichtlich auch das Influenzarisiko.“

Dennoch bleibe die Grippe-Impfung ein sehr wichtiger Schutz gegen die Influenza. Da sich deren Saison bis in den April oder Mai ziehen könne, sei eine Immunisierung auch jetzt noch sinnvoll, sagte Hillebrandt.

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Hamburgs Bürgermeister geht nicht von schnellen Lockerungen aus

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) geht nicht davon aus, dass es in naher Zukunft zu schnellen Lockdown-Lockerungen kommen wird. „Ich glaube nicht, dass wir jetzt am 14. Februar schon Lockerungen beschließen können. Das sieht derzeit nicht danach aus“, sagte der Politiker am Mittwochabend dem „Hamburg Journal“. Man dürfe nicht zu schnell wieder unvorsichtig sein, weil sich sonst die Lage wieder verschlechtern könne. Er hoffe aber, dass sie bald stabiler und sicherer werde.

Bis zur nächsten Ministerpräsidentenkonferenz in knapp einer Woche sollte Tschentscher zufolge deshalb unbedingt geklärt werden, wie problematisch die Mutationen Experten zufolge für Deutschland sein können. „Das ist ja die große Gefahr oder das Problem, das wir vor uns haben: Wir gehen sehr gut zurück mit den Infektionszahlen. Wir gehören als Stadt Hamburg mit zu den Ländern, bei denen die Infektionszahlen mit am weitesten zurückgegangen sind.“ Dennoch müsse man auch mit Blick auf die Mutationen Sicherheit haben, bevor Lockerungen beschlossen werden.

Die Bewohner von Hamburger Seniorenheimen seien bislang alle mindestens einmal geimpft worden. „Die Infektionen in den Seniorenheimen gehen auch zurück. Das ist eine sehr, sehr gute Nachricht.“ Dennoch sei die Terminvergabe aufgrund der Impfstoff-Knappheit weiterhin sehr mühsam, sagte Tschentscher weiter.

Hamburgs Corona-Regeln im Überblick

Die aktuellen Corona-Regeln für Hamburg im Überblick

  • Alle Regeln, die im Rahmen der Eindämmungsverordnung bis zum 10. Januar gelten sollten, werden grundsätzlich bis zum 14. Februar verlängert – ein Großteil des Einzelhandels bleibt geschlossen, bestellte Waren dürfen aber abgeholt werden. "Körpernahe Dienstleistungen" wie Friseure, Nagel-, Massage- und Tattoo-Studios dürfen nicht angeboten werden. Auch Kultur- und Freizeiteinrichtungen bleiben geschlossen, Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit bleibt verboten.
  • Kontaktregeln Angehörige eines Haushalts dürfen sich nur noch mit einer weiteren Person treffen. Ausnahmen für Kinder gibt es nicht.
  • Die Maskenpflicht wird angepasst: Stoffmasken reichen in den meisten Fällen nicht mehr aus. Stattdessen müssen medizinische Masken (mindestens OP-Masken, auch FFP2- oder KN95-Masken sind möglich) getragen werden. Bis zum 1. Februar gilt eine Übergangsphase, danach werden Verstöße mit Bußgeldern geahndet.
  • Kitas und Schulen: Die Präsenzpflicht an den Schulen bleibt aufgehoben, stattdessen soll so weit wie möglich Distanzunterricht gegeben werden. Kinder sollen – wann immer möglich – zu Hause betreut werden. Die Kitas wechseln in die "erweiterte Notbetreuung". Die privat organisierte Kinderbetreuung in Kleingruppen bleibt gestattet.
  • Arbeitgeber sind angehalten, so weit wie möglich ein Arbeiten von zu Hause aus zu ermöglichen. Zusätzlich soll eine neue Bundesverordnung Arbeitgeber dazu verpflichten, Homeoffice anzubieten, so weit das möglich ist. Betriebskantinen dürfen nur öffnen, wenn sie für den Arbeitsablauf zwingend erforderlich sind.
  • Sollte die Sieben-Tage-Inzidenz auf einen Wert über 200 steigen, müsste eine Ausgangsbeschränkung erlassen werden, die den Bewegungsradius auf 15 Kilometer rund um den Wohnort einschränkt. Wie genau diese Regel in Hamburg angewandt würde, ist noch nicht bekannt – der Senat will darüber entscheiden, sollte sich die Inzidenz dem Grenzwert annähern.
  • Senioren- und Pflegeeinrichtungen sollen mehrmals pro Woche Personal und Besucher testen. Das war in Hamburg schon verpflichtend und gilt nun bundesweit.
  • Zwei-Test-Strategie bei Reiserückkehrern aus Risikogebieten: Ein Corona-Test direkt nach der Einreise ist verpflichtend, die zehntägige Quarantäne kann frühestens fünf Tage nach der Einreise durch einen weiteren Test verkürzt werden. Die Kosten für die Tests werden nicht übernommen.

Hamburg und Schleswig-Holstein wollen notfalls Impfstoffausgleich

Hamburger und Schleswig-Holsteiner können sich unter bestimmten Voraussetzungen auch im jeweils anderen Bundesland gegen Covid-19 impfen lassen. Beschäftigte von Hamburger Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, die in Schleswig-Holstein leben, können sich am Arbeitsplatz impfen lassen, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Kiel. Zugleich können sich impfberechtigte Hamburger, die in Schleswig-Holstein arbeiten, künftig im geplanten Impfzentrum in Norderstedt impfen lassen.

„Ein möglicher Austausch von Impfdosen, falls es hier erhebliche Unterschiede geben sollte, ist vorgesehen – mögliche Differenzen sind aber bislang nicht ermittelt“, sagte der Ministeriumssprecher. In der Hamburger Gesundheitsbehörde hieß es, derzeit sei keine Aufrechnung der Impfdosen geplant.

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hatte die der Stadt zugeteilte Menge an Impfstoff Anfang Januar als zu gering kritisiert. Es werde außer Acht gelassen, dass das Hamburger Gesundheitswesen die gesamte Metropolregion mit rund fünf Millionen Menschen versorge. In den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen seien auch viele Pendler aus den Nachbarländern beschäftigt, die nun in Hamburg geimpft würden. Bei der Zuteilung des Impfstoffes werde die Hansestadt aber nur anhand ihrer Einwohnerzahl berücksichtigt, hatte der Regierungschef moniert.

Corona-Impfgipfel: Tschentscher zu Auswirkungen für Hamburg

Tschentscher stellt Impfversprechen bis Sommer infrage

Corona-Mutante im Osnabrücker Land nachgewiesen

Die in Großbritannien entdeckte Corona-Mutation B.1.1.7 ist nun auch im Osnabrücker Land nachgewiesen worden. Betroffen seien eine 41-jährige Frau aus Osnabrück und ein 40-jähriger Mann aus Melle, teilte der Landkreis Osnabrück mit. Bei ihnen müsse mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ von einer Infektion ausgegangen werden. Bei dem Mann sei die Infektion vermutlich am Arbeitsplatz geschehen, bei der Frau sei es noch unklar. In beiden Fällen sei die Zahl der Kontakte gering.

Die bisher vor allem in Großbritannien aufgetretene Virus-Variante B.1.1.7 ist Experten zufolge leichter übertragbar als die bislang vorherrschende. Ob sie auch tödlicher ist, lässt sich bislang nicht gesichert sagen. Der erste Fall in Niedersachsen war Ende Dezember öffentlich geworden. Anders als das benachbarte Bremen plant Niedersachsen keine flächendeckenden Tests auf die Variante B.1.1.7 des Coronavirus.

Coronavirus: Das müssen Sie über Fachbegriffe wissen

  • Coronavirus: Eine Klasse von Viren, zu denen der neuartige Erreger gehört
  • Sars-CoV-2: Die genaue Bezeichnung des Virus, das sich von China aus verbreitet
  • Covid-19: Die Erkrankung, die das Virus auslöst

Inzidenz in Schleswig-Holstein leicht gestiegen

Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen ist in Schleswig-Holstein leicht gestiegen: von 68,7 auf 69,4. Das geht aus den Daten hervor, die das Gesundheitsministerium in Kiel veröffentlichte. Als Zielmarke gelten weniger als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Binnen eines Tages gab es 23 weitere Todesfälle und 484 registrierte Covid-19-Infektionen. 471 Corona-Patienten werden derzeit in Krankenhäusern behandelt, 95 von ihnen intensivmedizinisch, 60 mit Beatmung. Seit Beginn der Pandemie hat es in Schleswig-Holstein 37.031 nachgewiesene Corona-Infektionen gegeben. Die Zahl der Genesenen wird auf etwa 30.400 geschätzt.

Lesen Sie hier die Corona-News für Hamburg und den Norden vom Vortag

( maj/dpa )

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