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Erneut Streik bei HHLA – Corona-Prämien für Führungskräfte

| Lesedauer: 24 Minuten
Bei der HHLA im Hamburger Hafen brodelt es, weil Führungskräfte Corona-Prämien erhalten haben. Nun treten Beschäftigte erneut in einen Warnstreik.

Bei der HHLA im Hamburger Hafen brodelt es, weil Führungskräfte Corona-Prämien erhalten haben. Nun treten Beschäftigte erneut in einen Warnstreik.

Foto: Christian Charisius/dpa

Der Überblick: Corona-Inzidenz in Schleswig-Holstein weiter gesunken. Weiter keine Lockerungen in Hamburg.

Hamburg. Das Coronavirus hat Hamburg und den Norden weiter fest im Griff. Seit Wochen gilt der harte Lockdown, erste Lockerungen sind trotz langsam sinkender Infektionszahlen dennoch nicht in Sicht. Bringt die Zulassung mehrerer Impfstoffe gegen das tückische Virus nun endlich die Wende? Die Terminvergabe läuft nur schleppend: Am Montag war angesichts des großen Andrangs erneut das System überlastet. Schon in der ersten Runde vor drei Wochen hatte es Probleme geben.

Doch nicht die Terminvergabe, sondern der mangelnde Impfstoff sei das Problem, sagt Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher. Dennoch läuft es im Hamburger Impfzentrum nicht reibungslos. Am Dienstagmittag informierte der Hamburger Senat auf einer Landespressekonferenz über die aktuelle Corona-Lage in der Stadt.

Die wichtigsten Corona-Nachrichten für Hamburg und den Norden am 2. Februar:

Die aktuellen Corona-Fallzahlen aus ganz Norddeutschland:

  • Hamburg: 2311 neue Corona-Fälle (gesamt seit Pandemie-Beginn: 430.228), 465 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (davon auf Intensivstationen: 44), 2373 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1435,3 (Stand: Sonntag).
  • Schleswig-Holstein: 1362 Corona-Fälle (477.682), 623 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 39). 2263 Todesfälle (+5). Sieben-Tage-Wert: 1453,0; Hospitalisierungsinzidenz: 7,32 (Stand: Sonntag).
  • Niedersachsen: 12.208 neue Corona-Fälle (1.594.135), 168 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen, 7952 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1977,6; Hospitalisierungsinzidenz: 16,3 (Stand: Sonntag).
  • Mecklenburg-Vorpommern: 700 neue Corona-Fälle (381.843), 768 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 76), 1957 Todesfälle (+2), Sieben-Tage-Wert: 2366,5; Hospitalisierungsinzidenz: 11,9 (Stand: Sonntag).
  • Bremen: 1107 neue Corona-Fälle (145.481), 172 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 14), 704 Todesfälle (+0). Sieben-Tage-Wert Stadt Bremen: 1422,6; Bremerhaven: 2146,1; Hospitalisierungsinzidenz (wegen Corona) Bremen: 3,88; Bremerhaven: 7,04 (Stand: Sonntag; Bremen gibt die Inzidenzen getrennt nach beiden Städten an).

Corona-Inzidenz in Schleswig-Holstein weiter gesunken

Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen ist in Schleswig-Holstein weiter gesunken: auf 68,7. Zugleich gab es binnen eines Tages 27 weitere gemeldete Corona-Todesfälle – und damit 2 mehr als am Dienstag zuvor. Das geht aus den Daten hervor, die das Gesundheitsministerium in Kiel am Dienstagabend veröffentlichte. Die Zahl der Menschen, die seit Beginn der Pandemie im Bundesland mit oder an Corona gestorben sind, stieg auf 944.

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Der Inzidenzwert hatte eine Woche zuvor noch bei 92,5 gelegen - ist also deutlich gesunken. Als Zielmarke gelten weniger als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Innerhalb eines Tages wurden 248 weitere Corona-Erkrankungen registriert. Genau eine Woche zuvor hatte diese Zahl bei 558 gelegen. 501 Corona-Patienten werden den Angaben zufolge derzeit in Schleswig-Holstein in Krankenhäusern behandelt, 96 von ihnen intensivmedizinisch, 58 mit Beatmung. Die Zahl der Genesenen wird auf etwa 30.000 geschätzt. Seit Beginn der Pandemie hat es in dem Bundesland 36.547 nachgewiesene Corona-Infektionen gegeben.

Erneut Warnstreik bei HHLA – Zoff um Corona-Prämien

Beim Hamburger Hafenbetreiber HHLA hängt der Haussegen schief: Zum einen sind Beschäftigte der HHLA-Servicegesellschaften SCA und SCB an den Containerterminals Altenwerder und Burchardkai am Donnerstag zum zweiten Mal innerhalb einer Woche in einen Warnstreik getreten. Zum anderen erregen Corona-Prämien für leitende HHLA-Angestellte die Gemüter. Der Ton zwischen der Gewerkschaft Ver.di und der Geschäftsführung ist rau geworden.

„Die HHLA ist sich anscheinend nicht zu schade, ihrem Führungspersonal Corona-Boni zu zahlen, während sie eine familienfreundliche Tarifangleichung als zu teuer ablehnt“, sagte Ver.di-Landesfachbereichsleiter Verkehr, Natale Fontana. Das sei unsozial. Ein HHLA-Sprecher verteidigte dagegen die Prämien. Im Gegensatz zu den Tarifbeschäftigten hätten leitende Angestellte und Geschäftsführer 2020 keine prozentuale Lohnerhöhung bekommen. „Sie haben stattdessen eine Einmalzahlung in Höhe von 1500 Euro erhalten.“

38 Führungskräfte seien betroffen gewesen, „das heißt wir reden hier in der Summe von einem Gesamtbetrag in Höhe von einmalig 60.000 Euro“, sagte der Sprecher. Im Übrigen hätten die Führungskräfte auch nicht mehr bekommen, sondern da es sich um eine Einmalzahlung und nicht um eine fortlaufende Tariferhöhung handele, unter dem Strich sogar weniger. „Den seitens von Ver.di erweckten Eindruck, es habe eine Ungleichbehandlung gegeben, weisen wir strikt zurück.“

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In der Tarifauseinandersetzung möchte Ver.di erreichen, dass es bei den HHLA-Töchtern SCA und SCB mit ihren etwa 360 Beschäftigten keine Pflicht mehr zur Arbeit an den Wochenenden gibt. SCA und SCB halten die Großgeräte auf den Hafenanlagen instand. „Die Kollegen wollen (...) eine planbare Freizeit, um auch Zeit für ihre Familien zu haben“, sagte Ver.di-Gewerkschaftssekretär Stephan Gastmeier.

Da sich die HHLA-Führung in den Verhandlungen aber zuletzt nur unzureichend bewegt habe, seien die Kollegen nun erneut in einen Warnstreik getreten, der diesmal bis Donnerstag, 23.45 Uhr, dauern soll. Die HHLA-Führung nannte den Warnstreik unverhältnismäßig und unverantwortlich, die Forderungen seien nicht akzeptabel.

8000 Impftermine für Hochbetagte vergeben – am ersten Tag

Etwa 35.000 Schleswig-Holsteiner ab 88 Jahren können seit Montag telefonisch Termine für Corona-Impfungen vereinbaren. Wie das Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte, wurden am ersten Tag 7822 Termine für die Erst- und Zweitimpfung von 3911 Personen vergeben. Den Betroffenen, die bisher telefonisch nicht durchkamen, versicherte das Ressort, jeder Anspruchsberechtigte werde auch einen Termin bekommen. Stress und Eile seien bei diesem Verfahren nicht notwendig.

Gleich am ersten Buchungstag hatten sehr viele Menschen zum Teil vergeblich versucht, Impftermine zu bekommen. Für 220.000 Impfberechtigte über 80 werden Informationsschreiben mit einem persönlichen Pin-Code und einer Telefonnummer zur Terminbuchung in einem Impfzentrum versendet. Zunächst waren die Menschen ab 88 Jahren an der Reihe.

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Die in den Anschreiben vermerkte Telefonnummer steht seit 1. Februar montags bis sonnabends zwischen 8 und 18 Uhr zur Verfügung. Da die Anmeldung mit einem persönlichen Pin funktioniere, sei es auch nicht erforderlich, dass sich mehrere Angehörige parallel um einen Termin bemühen. Das führe nur zu längeren Warteschleifen an der Hotline.

Coronavirus: Region Hannover reagiert mit Sondereinheit auf Mutation

Mit einer Sondereinheit aus Ärzten und weiteren Experten hat die Region Hannover auf eine Ausbreitung des mutierten Coronavirus „B1.1.7“ reagiert. Eine Untersuchung habe ergeben, dass circa 50 Proben aus der Region die Virusmutation enthielten, hieß es in einer Mitteilung vom Dienstag. „Diese Zahl lässt keine Rückschlüsse auf die Gesamtzahl in der Region Hannover zu“, betonte Regionspräsident Hauke Jagau. Es handele sich nur um das Ergebnis aus einem Labor und einen Teil der Proben aus der Region, die in der vorigen Woche analysiert wurden.

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Viele Labore seien derzeit dabei, ihre Verfahren umzustellen, um Mutationen erkennen zu können, sagte Jagau. Das neue Team solle in Fällen, in denen eine mutierte Virusvariante nachgewiesen ist, schneller eingreifen und ermitteln. In einem Fall weise alles darauf hin, dass ein Ehepaar sich im Urlaub in Dubai infiziert habe. Zudem sei vorbeugend eine Grundschule in Hannover für zunächst drei Tage geschlossen worden, weil es einen Nachweis bei einem Kind gegeben habe. Das mutierte Virus „B1.1.7“ gilt als deutlich infektiöser als die bisher in Deutschland verbreitete Form.

12,8 Millionen Corona-Soforthilfe für Hamburger Hochschulen

Als Ausgleich für coronabedingte Mehrausgaben im Wintersemester erhalten die staatlichen Hamburger Hochschulen und die Staats- und Universitätsbibliothek 12,8 Millionen Euro. Diese Soforthilfe beschloss der Senat am Dienstag, wie Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) mitteilte. Die Hochschulen hatten das Wintersemester ursprünglich in hybrider Form geplant. Dafür seien im vergangenen Jahr unter anderem umfangreiche Schutz- und Hygienemaßnahmen auf den Weg gebracht, der Ausbau der digitalen Infrastruktur vorangetrieben und zusätzliches Personal eingestellt worden. Wegen des erneuten Anstiegs der Infektionszahlen findet das Semester nun aber rein digital statt.

„Die vielfältigen Maßnahmen an den Häusern zur Umsetzung der Hygienevorgaben oder im digitalen Ausbau stellen den Hamburger Studienbetrieb auch unter anhaltenden Einschränkungen sicher und erlauben uns, möglichst flexibel auf die weitere Pandemie-Entwicklung zu reagieren“, sagte Fegebank. Gleichzeitig solle die Chance genutzt werden, den Wissenschaftsstandort durch langfristige Maßnahmen und Investitionen nachhaltig zu stärken.

Kiel erstmals seit November bei Corona-Inzidenz wieder unter 50

Als erste der vier kreisfreien Städte Schleswig-Holsteins verzeichnet Kiel seit längerem wieder weniger als 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Das Robert Koch-Institut gab die Inzidenz am Dienstag mit 48,2 an. Der Wert sei in der Stadt erstmals seit dem 10. November unter 50 gesunken, sagte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) am Dienstag. Das zeige, dass die Kieler mitzögen und Maßnahmen griffen. „Doch das Virus ist unberechenbar und Selbstzufriedenheit fehl am Platz, zumal noch immer fast täglich ein Mensch in Kiel an dem Virus stirbt.“

Für das Land Schleswig-Holstein gab das RKI die Inzidenz am Dienstag mit 79,5 an. Als Zielmarke gelten weniger als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Kämpfer betonte, „ich hoffe sehr, dass wir in ganz Schleswig-Holstein schnell unter die 50 fallen, damit Schulen, Kitas, Wirtschaft, Kultur und Sportvereine endlich wieder eine Perspektive bekommen“.

Corona: Neujahrsempfang des Konsularischen Korps nur digital

Es ist ein riesiger Bildschirm, vor dem Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sitzt, und auf dem viele Teilnehmer des Neujahrsempfangs des Konsularischen Korps zu sehen sind. Wegen der Corona-Pandemie musste die traditionelle Veranstaltung zum ersten Mal digital stattfinden. Tschentscher veröffentlichte dazu ein Bild auf Instagram. An der Videokonferenz nahmen rund 100 Hamburger Konsule teil.

Niedersachsen will Schulen im März wieder öffnen

Niedersachsen möchte die Schulen für alle Klassen bei einer positiven Entwicklung der Corona-Infektionslage ab Anfang März wieder öffnen. Vier Wochen bis zum Beginn der Osterferien sollten die Schülerinnen und Schüler in geteilten Klassen unterrichtet werden, kündigte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Dienstag in Hannover an.

Für eine Öffnung der Schulen müsse die angestrebte Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 noch nicht erreicht sein, entscheidend sei ein rückläufiger Trend. Derzeit werden in Niedersachsen lediglich Abschlussklassen in geteilten Gruppen unterrichtet sowie Grundschüler, deren Eltern für ihre Kinder einen Unterricht in der Schule der Möglichkeit des Homeschooling vorzieht.

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Niedersachsen legt Stufenplan für Corona-Lockerungen vor

Noch vor den nächsten Bund-Länder-Beratungen zum weiteren Kurs in der Corona-Krise hat Niedersachsen einen Entwurf zu einem Stufenplan zum Ausstieg aus den Beschränkungen vorgelegt. „Das ist ein Diskussionsentwurf, es wird auch eine politische Diskussion geben“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Dienstag. Der Plan beinhalte ebenso weitere Beschränkungen, falls sich die Lage verschlimmert. Bei einer möglichen weiteren Infektionswelle müsse härter als bislang durchgegriffen werden. „Wir sollten in Zukunft früher und energischer eingreifen, wenn die Infektionszahlen zunehmen.“

Lockerungen wie eine Öffnung des Einzelhandels und der Gastronomie sind ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 vorgesehen. Das heißt, dass sich in der zurückliegenden Woche landesweit weniger als 50 Menschen auf 100.000 Einwohner mit dem Virus infiziert haben. Außerdem muss für erste Lockerungen der Reproduktionswert unter 0,8 liegen, das heißt, dass ein Infizierter im Durchschnitt weniger als 0,8 weitere Menschen ansteckt.

Weil sagte, Niedersachsen wolle den Entwurf in die Bund-Länder-Beratungen einbringen und strebe nach Möglichkeit eine einheitliche Vorgehensweise an. Der Plan sei ein „qualifizierter Vorschlag“.

Neue Corona-Zahlen für Hamburg: Senat über aktuelle Lage

Die für das Ressort Gesundheit zuständige Hamburger Sozialbehörde hat am Dienstag 209 neue Corona-Infektionen gemeldet. Am vergangenen Dienstag waren es noch 206 Fälle. Somit bleibt der Inzidenzwert fast unverändert und liegt nun bei 86,3 (Vortag: 86,1) Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Seit Beginn der Pandemie wurden in der Hansestadt 46.771 Covid-19-Infektionen registriert. Von ihnen gelten nach RKI-Schätzungen 39.900 als genesen.

Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern liegt nun bei 417 (Stand: 1.2.). 85 Menschen sind so schwer erkrankt, dass sie intensivmedizinisch behandelt werden müssen, 68 von ihnen kommen aus Hamburg. Nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Instituts ist ein weiterer Todesfall hinzugekommen, die Zahl liegt nun in Hamburg bei 1074 Todesfällen (Stand: 1.2.).

Am Dienstagmittag ordnete der Hamburger Senat auf einer Landespressekonferenz die aktuellen Corona-Zahlen ein. "Wie sehen eine Seitwärtsbewegung auf viel zu hohem Niveau", sagte Senatssprecher Marcel Schweitzer. Virusmutationen seien weiterhin ein großes Risiko. Es habe sich in anderen Bundesländern gezeigt, wie rasant die Zahlen wieder steigen könnten. Der R-Wert, der anzeigt, wie viele andere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt, liege „um den Wert von 1“, so Schweitzer. Der Rückgang sei bisher nur mäßig gewesen und geringer ausgefallen als erwartet. "Wir fahren weiter einen sehr vorsichtigen Kurs", bekräftigt der Senatssprecher.

Coronavirus: Weiter keine Lockerungen in Hamburg

In der vergangenen Woche gab es 1639 neue Corona-Fälle. Schweitzer sprach von einem mäßigen Rückgang. Daher: "Es gibt keinen Anlass, um über Lockerungen zu diskutieren." Darüber habe man am Dienstag auch im Senat gesprochen und sei sich einig gewesen, dass man zunächst bei den Maßnahmen bleiben müsse.

Die Zahl der Schutzimpfungen nehme zu, so Schweitzer. Mit Stand Sonntag seien in Hamburg 46.374 Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden, davon 10.188 in den vergangenen sieben Tagen. Zum Anmeldechaos bei den Impfungen sagte Schweitzer: "Hamburg hat sich einem Vergabeverfahren angeschlossen, das es bundesweit gibt. Dass es dort ruckelt, ist gestern noch mal deutlich geworden." Diese Zustände müssten abgestellt werden. Drei Verbesserungen werden ins Auge gefasst. Erstens werde es künftig eine Bandansage geben, wenn keine Impftermine verfügbar seien. Zweitens würden „bei Onlinebuchungen Termine während des Buchungsprozesses reserviert“ und drittens würden neue Termine künftig stets am Donnerstag freigegeben.

Schweitzer: "Wenn wir mehr Impfstoff bekommen, können wir auch mehr Termine vergeben." Was nicht passieren soll, ist, dass Termine wieder abgesagt werden müssen, weil kein Impfstoff vorhanden ist oder Zweitimpfungen nicht stattfinden können.

Senatssprecher: "Es kommt nicht auf schöne Frisuren an"

Auf die Frage, ob der Senat damit rechne, dass es Widerstand gegen die aktuellen Einschränkungen auch deshalb geben könnte, weil Menschen nicht mehr zum Friseur gehen könnten, sagte Schweitzer: „Man muss sich nicht schämen, wenn man nicht frisch frisiert auf die Straße geht, schon gar nicht in Hamburg. Es kommt darauf an, dass wir Kontakte beschränken und nicht darauf, ob wir schöne Frisuren haben in dieser Stadt.“ Der Senat wisse gleichwohl, wie hart die gültigen Einschränkungen für Friseure und alle anderen Betroffenen seien. Ob es Ausnahmen gibt und einige Läden doch offen sind, das sei ihm nicht bekannt.

Derweil erhielt die KZ-Überlebende Esther Bejarano am Dienstag ihre zweite Corona-Impfung in den Hamburger Messehallen.

Im Corona-Lockdown: Polizei sprengt illegale Glücksspielrunde

Nach Hinweisen von Anliegern haben Polizisten an der Borgender Straße eine illegale „Zockerrunde“ gesprengt. Den Bewohnern war der rege Personenverkehr in der „Kulturbar“ aufgefallen. Zivilfahnder legten sich daraufhin auf die Lauer.

Tatsächlich, so stellten die Beamten fest, war in der durch heruntergelassene Rollläden abgeschirmten Gaststätte ordentlich was los. Als die Polizei die „Kulturbar“ stürmte, stießen die Beamten auf 19 Männer und eine Frau. Einige davon hatten noch versucht, durch den Keller zu flüchten.

In der Gaststätte wurde ein Terminal für Sportwetten entdeckt, das offenbar unmittelbar vor dem Polizeieinsatz noch in Betrieb war. Die Polizei stellte mehrere Tausend Euro sicher. Gegen die 19 Männer und eine Frau wurden Ordnungswidrigkeitsanzeigen wegen Verstoßes gegen die Eindämmungsverordnung gestellt. Die „Kulturbar“ wurde versiegelt.

Hamburger Kulturbehörde fördert Freie Szene mit 1,8 Millionen Euro

Die Hamburger Kulturbehörde fördert die freien darstellenden Künste mit rund 1,8 Millionen Euro für die Spielzeit 2021/22. Um die Freie Szene in der schwierigen, durch die Corona-Pandemie geprägten Lage besonders zu unterstützen, hat die Behörde die Fördersumme einmalig um 200.000 Euro aus dem Corona-Hilfspaket Kultur erhöht, teilte die Behörde am Dienstag mit.

So können 78 Projekte gefördert werden – das sind 18 mehr als im Vorjahr. Zusätzlich werde der Dachverband freie darstellende Künste mit 150.000 Euro dabei unterstützt, pandemiebedingte Wiederaufnahmeförderung an die Künstler der Freien Szene zu vergeben.

Hamburger Politiker kritisieren Probleme bei Impf-Terminvergabe

In Hamburg wird die Vergabe Tausender Termine für das Corona-Impfzentrum in den Messehallen am Dienstag fortgesetzt. Von den 33.500 Terminen, die ursprünglich schon am Montag für den Zeitraum bis März vergeben werden sollten, sei mit etwa 17.000 nur gut die Hälfte gebucht worden, teilte die Gesundheitsbehörde mit.

Das kritisiert die Hamburger CDU. "Das bisherige System funktioniert nicht, zumindest führen die permanente Überlastung der Hotline und die vielfachen und teils ergebnislosen Versuche zu viel Frust bei den Hamburgerinnen und Hamburgern", bemängelt Dennis Thering, Vorsitzender der CDU-Fraktion. "Es ist daher dringend an der Zeit, die Terminvergabe zu optimieren."

Auch Anna von Treuenfels-Frowein, FDP-Abgeordnete in der Hamburgischen Bürgerschaft, äußert sich kritisch. "Bürgermeister Tschentscher und Gesundheitssenatorin Leonhard sollten angesichts des fehlenden Impfstoffes weniger mit dem Finger nach Berlin oder Brüssel zeigen. Hilfreicher wäre es, wenn sich der Senat um zusammenbrechende Hotlines und Server in Hamburg kümmern würde, etwa durch Einwerbung neuer Dienstleister oder Adaption bestehender Terminvergabesysteme."

Der Gesundheitsexperte der Linken, Deniz Celik, sprach von einem Desaster. „Oft hängen Impfwillige stundenlang in der Warteschleife – gerade über 80-jährigen Menschen kann man das doch nicht ernsthaft zumuten.“

Corona-Impfgipfel: Tschentscher zu Auswirkungen für Hamburg

Corona-Impfgipfel: Tschentscher zu Auswirkungen für Hamburg

Corona-Ausbruch in Kita: Virusmutation bislang nicht bestätigt

Nach dem Corona-Ausbruch in einer Kita in Hamburg-Bahrenfeld an der Gasstraße gibt es bislang keine Bestätigung dafür, dass es sich um eine mutierte Virusform handeln könnte. „Bislang sind zehn Tests auf neue Virusmutationen erfolgt, alle mit negativem Ergebnis", sagte Mike Schlink, Pressesprecher des Bezirksamts Altona, am Dienstagmorgen. "Wir können daher mit größter Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass keine der bekannten, neuen Mutationen zum Ausbruchsgeschehen in der Kita Elbpiraten geführt hat.“

Wie berichtet, nahm das Ganze mit einem ersten positiven Testbefund vor knapp zwei Wochen seinen Anfang. Eine Erzieherin war aufgrund von Symptomen getestet worden. Nach und nach kamen immer mehr positive Testergebnisse anderer Mitarbeiter hinzu. Die Kita ist geschlossen. Alle betroffenen Kinder befinden sich in Quarantäne.

Einrichtung für Quarantäne-Verweigerer geht an den Start

Wer sich in Schleswig-Holstein hartnäckig einer auferlegten Corona-Quarantäne verweigert, dem droht seit Montag im Extremfall eine Unterbringung. In einer eigenständigen Einrichtung auf dem Gelände der Jugendarrestanstalt Moltsfelde in Neumünster ist Platz für bis zu sechs Quarantäne-Verweigerer.

Bis zum Freitagnachmittag sei aber nicht absehbar gewesen, dass die Kreise bereits Gebrauch von der Unterbringungsmöglichkeit machen, sagte eine Sprecherin des Landkreistags. Über eine vom Gesundheitsamt verfügte Unterbringung muss letztlich ein Gericht entscheiden. Laut Infektionsschutzgesetz kommt eine sogenannte Absonderung als letztes Mittel in Betracht. Das heißt, jemand muss sich erkennbar weigern, Auflagen einzuhalten, Verstöße müssen nachgewiesen und eine sogenannte Gefährderansprache erfolglos geblieben sein. Wie viele Quarantäne-Verweigerer es im Land gibt, ist nicht bekannt.

17.000 Minijobber aus Hamburg verlieren Arbeit in der Pandemie

In der Corona-Krise haben in Hamburg nach Gewerkschaftsangaben rund 17.000 Minijobber ihre Arbeit verloren, darunter rund 5000 aus der Gastronomie. „Betroffen sind gerade Frauen, die eine 450-Euro-Stelle als Kellnerin oder Küchenhilfe oft als einzige Einnahmequelle haben“, sagte Sarah Witte von der Gewerkschaft NahrungGenuss-Gaststätten (NGG), Region Hamburg-Elmshorn, unter Verweis auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. „Auch für viele Studierende, die sich nebenher etwas hinzuverdienen, sind die Folgen des Jobverlustes dramatisch.“

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450-Euro-Kräfte zählten zu den Hauptverlierern der Wirtschaftskrise. „Sie haben bislang keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld, werden häufiger gekündigt und sind sozial kaum abgesichert.“ Die Politik setze mit der Möglichkeit abgabenfreier Jobs seit Jahren falsche Anreize, kritisierte Witte. „Es ist höchste Zeit, diese Stellen sozialversicherungspflichtig zu machen.“ Nur wenn Sozialabgaben, Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungsbeiträge gezahlt würden, könnten Beschäftigte wirksam geschützt werden.

Hamburgs Corona-Regeln im Überblick

Die aktuellen Corona-Regeln für Hamburg im Überblick

  • Alle Regeln, die im Rahmen der Eindämmungsverordnung bis zum 10. Januar gelten sollten, werden grundsätzlich bis zum 14. Februar verlängert – ein Großteil des Einzelhandels bleibt geschlossen, bestellte Waren dürfen aber abgeholt werden. "Körpernahe Dienstleistungen" wie Friseure, Nagel-, Massage- und Tattoo-Studios dürfen nicht angeboten werden. Auch Kultur- und Freizeiteinrichtungen bleiben geschlossen, Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit bleibt verboten.
  • Kontaktregeln Angehörige eines Haushalts dürfen sich nur noch mit einer weiteren Person treffen. Ausnahmen für Kinder gibt es nicht.
  • Die Maskenpflicht wird angepasst: Stoffmasken reichen in den meisten Fällen nicht mehr aus. Stattdessen müssen medizinische Masken (mindestens OP-Masken, auch FFP2- oder KN95-Masken sind möglich) getragen werden. Bis zum 1. Februar gilt eine Übergangsphase, danach werden Verstöße mit Bußgeldern geahndet.
  • Kitas und Schulen: Die Präsenzpflicht an den Schulen bleibt aufgehoben, stattdessen soll so weit wie möglich Distanzunterricht gegeben werden. Kinder sollen – wann immer möglich – zu Hause betreut werden. Die Kitas wechseln in die "erweiterte Notbetreuung". Die privat organisierte Kinderbetreuung in Kleingruppen bleibt gestattet.
  • Arbeitgeber sind angehalten, so weit wie möglich ein Arbeiten von zu Hause aus zu ermöglichen. Zusätzlich soll eine neue Bundesverordnung Arbeitgeber dazu verpflichten, Homeoffice anzubieten, so weit das möglich ist. Betriebskantinen dürfen nur öffnen, wenn sie für den Arbeitsablauf zwingend erforderlich sind.
  • Sollte die Sieben-Tage-Inzidenz auf einen Wert über 200 steigen, müsste eine Ausgangsbeschränkung erlassen werden, die den Bewegungsradius auf 15 Kilometer rund um den Wohnort einschränkt. Wie genau diese Regel in Hamburg angewandt würde, ist noch nicht bekannt – der Senat will darüber entscheiden, sollte sich die Inzidenz dem Grenzwert annähern.
  • Senioren- und Pflegeeinrichtungen sollen mehrmals pro Woche Personal und Besucher testen. Das war in Hamburg schon verpflichtend und gilt nun bundesweit.
  • Zwei-Test-Strategie bei Reiserückkehrern aus Risikogebieten: Ein Corona-Test direkt nach der Einreise ist verpflichtend, die zehntägige Quarantäne kann frühestens fünf Tage nach der Einreise durch einen weiteren Test verkürzt werden. Die Kosten für die Tests werden nicht übernommen.

Neuer Boom: Viele entdecken in Corona-Zeiten das Schach

Schach liegt in Corona-Zeiten voll im Trend: „Online-Schach wird definitiv um ein Vielfaches mehr gespielt als vor einem Jahr“, sagte der Präsident des Deutschen Schachbundes, Ullrich Krause, in Groß Grönau. Er hofft, dass in Nach-Corona-Zeiten mehr Schachspieler in die Vereine kommen. „Ich bin da zurzeit sehr optimistisch, dass das klappt.“ Die 2400 Schachvereine bundesweit zählten zurzeit rund 89 000 Mitglieder.

Auch die Netflix-Serie „Das Damengambit“, in der das Mädchen Beth Harmon im Waisenhaus Schach lernt und sich später an die Weltspitze spielt, habe neue Fans an das Brett mit 32 Figuren gebracht, sagte Krause. Der Netflix-Hit gilt als bisher erfolgreichste Miniserie.

Coronavirus: Das müssen Sie über Fachbegriffe wissen

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  • Covid-19: Die Erkrankung, die das Virus auslöst

Corona-Inzidenz in Schleswig-Holstein gesunken – 29 Tote

Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in siebenTagen ist in Schleswig-Holstein leicht gesunken. Zugleich gab es binnen eines Tages 29 weitere gemeldete Corona-Todesfälle – der Höchstwert im Verlauf der vergangenen sieben Tage. Das meldete das Gesundheitsministerium am Montagabend. Die Zahl der Menschen, die seit Beginn der Pandemie im Bundesland mit oder an Corona gestorben sind, stieg auf 917

Der Inzidenzwert liegt nun bei 78,5 – nach 80,1 am Sonntag und 79,3 am Sonnabend. Innerhalb eines Tages wurden 109 weitere Corona-Erkrankungen registriert; am Montag zuvor waren es 111. Sonntags und Montags sind die Werte oft etwas niedriger, da weniger Tests durchgeführt bzw. ausgewertet werden.

513 Corona-Patienten werden den Angaben zufolge derzeit in Schleswig-Holstein in Krankenhäusern behandelt, 97 von ihnen intensivmedizinisch, 56 mit Beatmung. Die Zahl der Genesenen wird auf etwa 29.600 geschätzt. Seit Beginn der Pandemie hat es in dem Bundesland 36 299 nachgewiesene Corona-Infektionen gegeben.

Lesen Sie hier die Corona-News für Hamburg und den Norden vom Vortag

( maj/zv/coe/jmw/dpa )

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