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Tschentscher: Terminvergabe weiterhin "sehr zurückhaltend"

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Corona-Impfgipfel: Tschentscher zu Auswirkungen für Hamburg

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Der Überblick: Ministerpräsident Günther nach Impfgipfel zuversichtlich. Inzidenz in der Hansestadt sinkt weiter.

Hamburg. Seit mehreren Wochen befinden sich Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen in einem harten Corona-Lockdown. Nun macht es den Anschein, als ob die verschärften Regeln die Ausbreitung des Coronavirus langsam eindämmen. Sogleich legen die Flächenländer im Norden Pläne für Lockerungen vor – gelobt von Virologe Hendrik Streeck.

Derweil werden in der Hansestadt im Februar etwa 100.000 Impfstoffdosen von drei Herstellern erwartet. 33.500 weitere Termine für Impfungen gegen das Coronavirus in den Hamburger Messehallen werden freigeschaltet. Doch bei der Vergabe gibt es auch dieses Mal wieder Chaos, viele Hamburger sind weder online noch bei der Hotline durchgekommen.

Dieser Artikel wird nicht mehr aktualisiert: Hier geht es zu den aktuellen Corona-Nachrichten für Hamburg und den Norden

Die wichtigsten Corona-Nachrichten für Hamburg und den Norden am 1. Februar:

Die aktuellen Corona-Fallzahlen aus ganz Norddeutschland:

  • Hamburg: 2311 neue Corona-Fälle (gesamt seit Pandemie-Beginn: 430.228), 465 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (davon auf Intensivstationen: 44), 2373 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1435,3 (Stand: Sonntag).
  • Schleswig-Holstein: 1362 Corona-Fälle (477.682), 623 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 39). 2263 Todesfälle (+5). Sieben-Tage-Wert: 1453,0; Hospitalisierungsinzidenz: 7,32 (Stand: Sonntag).
  • Niedersachsen: 12.208 neue Corona-Fälle (1.594.135), 168 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen, 7952 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1977,6; Hospitalisierungsinzidenz: 16,3 (Stand: Sonntag).
  • Mecklenburg-Vorpommern: 700 neue Corona-Fälle (381.843), 768 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 76), 1957 Todesfälle (+2), Sieben-Tage-Wert: 2366,5; Hospitalisierungsinzidenz: 11,9 (Stand: Sonntag).
  • Bremen: 1107 neue Corona-Fälle (145.481), 172 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 14), 704 Todesfälle (+0). Sieben-Tage-Wert Stadt Bremen: 1422,6; Bremerhaven: 2146,1; Hospitalisierungsinzidenz (wegen Corona) Bremen: 3,88; Bremerhaven: 7,04 (Stand: Sonntag; Bremen gibt die Inzidenzen getrennt nach beiden Städten an).

Corona-Inzidenz in Schleswig-Holstein gesunken - 29 Tote

Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in siebenTagen ist in Schleswig-Holstein leicht gesunken. Zugleich gab es binnen eines Tages 29 weitere gemeldete Corona-Todesfälle - der Höchstwert im Verlauf der vergangenen sieben Tage. Das meldete das Gesundheitsministerium am Montagabend. Die Zahl der Menschen, die seit Beginn der Pandemie im Bundesland mit oder an Corona gestorben sind, stieg auf 917.

Der Inzidenzwert liegt nun bei 78,5 - nach 80,1 am Sonntag und 79,3 am Sonnabend. Innerhalb eines Tages wurden 109 weitere Corona-Erkrankungen registriert; am Montag zuvor waren es 111. Sonntags und Montags sind die Werte oft etwas niedriger, da weniger Tests durchgeführt bzw. ausgewertet werden.

513 Corona-Patienten werden den Angaben zufolge derzeit in Schleswig-Holstein in Krankenhäusern behandelt, 97 von ihnen intensivmedizinisch, 56 mit Beatmung. Die Zahl der Genesenen wird auf etwa 29 600 geschätzt. Seit Beginn der Pandemie hat es in dem Bundesland 36 299 nachgewiesene Corona-Infektionen gegeben.

Tschentscher: Terminvergabe "nicht Kern des Mangels"

Zur aktuellen Situation bei der Terminvergabe sagt Tschentscher am Montagabend, dass man sich dabei dem System der kassenärztlichen Bundesvereinigung angeschlossen habe.

„Nachdem was ich heute weiß, ist, dass da jetzt auch sehr schnell reagiert wird, dass die entsprechenden Kapazitäten zur Verfügung stehen“, so Tschentscher. Die Terminvergabe sei zurzeit ein organisatorisches Problem, aber nicht der Kern des Mangels – das sei der fehlende Impfstoff.

Lesen Sie auch: Hamburg muss Tempo bei Corona-Impfungen halbieren

Niedersachsen: Weil bewertet Ergebnisse des „Impfgipfels“ positiv

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat den „Impfgipfel“ am Montag positiv bewertet. „Dieser erste Impfgipfel war eine sehr sinnvolle Zusammenkunft. Wir haben sehr offen und klar miteinander gesprochen“, sagte der SPD-Politiker nach den Beratungen von Bund, Ländern, Herstellern und EU-Vertretern.

Die Vertreter der Pharmakonzerne hätten glaubhaft versichert, dass sie maximalen Einsatz in der Produktion der Impfstoffe zeigten. „Auch die Logistik ist entsprechend hochgefahren, alles was produziert wird, wird auch sofort vom Hof abgeholt und verteilt. Es bleibt allerdings dabei, dass wir vor allem im ersten Quartal viele Impfwünsche noch nicht erfüllen können, weil die Lieferungen dafür nicht ausreichen“, ergänzte Weil.

Ministerpräsident Günther nach Impfgipfel zuversichtlich

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) rechnet auch in den kommenden Wochen mit einer begrenzten Zahl von Lieferungen der Covid-19-Impfstoffe. Spitzenvertreter der Pharma-Unternehmen hätten für das zweite Quartal und den weiteren Jahresverlauf jedoch eine deutliche Ausweiterung der Lieferungen in Aussicht gestellt, sagte Günther am Montagabend in Kiel nach einem Spitzengespräch von Bund und Ländern zum Impfen. So sollten zusätzliche Produktionskapazitäten aufgebaut werden.

Bund, EU und Pharmaunternehmen arbeiteten mit Hochdruck daran, die Produktion von Impfstoffen auszuweiten, sagte Günther. Er sicherte dem Bund jede Unterstützung bei den Bemühungen zu, die Versorgung mit Impfstoff zu beschleunigen. Günther begrüßte die Bereitschaft der Impfstoffhersteller zur Kooperation. Bund, Länder, Zulieferer und Unternehmen setzten alle Hebel in Bewegung, um die noch bestehenden Probleme zu lösen.

Tschentscher nach Impfgipfel: Gute und schlechte Nachrichten

In seinem Statement nach dem Impfgipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) berichtete Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD): „Die Hersteller haben ausführlich über die Lage und ihre Planung zur Impfstoffproduktion berichtet, und sie haben sehr ausführlich darauf hingewiesen, welche Unwägbarkeiten und Risiken damit verbunden sind.“

„Die gute Nachricht: Die Hersteller planen eine deutliche Erhöhung der Impfstoffproduktion“, so Tschentscher. Die schlechte Nachricht sei jedoch, dass sich das in den kommenden Wochen, also im Februar und März, noch nicht auswirken werde.

Weitere Terminvergabe für Corona-Impfungen in Hamburg "sehr zurückhaltend"

Bügermeister Peter Tschentscher sagte am Montagabend: „Das heißt für mich: Die Zusage der Bundesregierung, dass bis Sommer, bis September, alle Menschen in Deutschland eine Impfung erhalten können, beruht, wenn ich es einmal zurückhaltend sagen darf, auf sehr unsicheren Annahmen.“

Auf kurze Sicht bedeute das: Die Terminvergabe im Impfzentrum sei weiterhin von Unsicherheit geprägt. „Wir müssen immer damit rechnen, dass Lieferungen ausfallen, Liefertermine verschoben, Liefermengen verringert werden“, so Tschentscher. Daher werden Terminzusagen weiterhin „sehr zurückhaltend“ gemacht. „In den nächsten Wochen ist Impfstoff weiterhin knapp und der limitierende Faktor für das, was wir an Impfungen anbieten können“, sagt Hamburgs Bürgermeister. Erst im zweiten und dritten Quartal könnten höhere Impfstoffdosen erwartet und die Impfstoffaktivitäten somit verstärkt werden.

Tschentscher informiert über Ergebnisse des Impfgipfels

Hamburgs Bürgermeister Tschentscher wird nach dem Impfgipfel, zu dem die Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag zusammengekommen sind, über die Ergebnisse der Beratungen informieren.

Die Ministerpräsidenten und -präsidentinnen und die Bundeskanzlerin hatten sich zu einer Videoschalte verabredet, um angesichts erheblicher Kritik am schleppenden Impfstart und der Produktionsprobleme einiger Firmen über die Lage zu beraten. Zuvor hatte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) konkrete Angaben der Impfstoff-Hersteller sowie einen nationalen Impfplan gefordert.

Sehen Sie das Pressestatement von Bürgermeister Peter Tschentscher voraussichtlich um 20 Uhr live auf Abendblatt.de:

Corona-Impfgipfel: Tschentscher zu Auswirkungen für Hamburg

Nordseeregion will Tourismus mit engerer Zusammenarbeit stärken

Mit einer gemeinsamen Tourismusagentur will die Region Niedersächsische Nordsee einschließlich der Seestadt Bremerhaven den Fremdenverkehr fördern. „Wir haben starke Teilmarken, wir wachsen auch ordentlich auf sehr hohem Niveau. Aber andere Mitbewerber an Nord- und Ostsee wachsen noch schneller“, sagte am Montag der Vorsitzende des Tourismusverbands Nordsee, Sven Ambrosy. Daher sollen einzelne Tourismusmarketinggesellschaften wie Die Nordsee, Ostfriesische Inseln und Ostfriesland Tourismus gebündelt werden. Schleswig-Holstein trete beim Tourismusmarketing etwa homogener auf.

Wie das Image aussehen könnte, das zukünftig von der Küstenregion transportiert werden soll, dazu verriet der Tourismusverband zunächst nichts. Bis Ende des Jahres soll die Agentur gebildet sein. Die Urlaubsregion soll dadurch vor allem im Ausland – etwa den Niederlanden oder Skandinavien - bekannt gemacht werden. „Die Marke Nordsee soll dann sozusagen eine Verstärkermarke werden – regionale Unterschiede wie zwischen Ostfriesland und Cuxland beibehalten werden, sagte Ambrosy. Es gehe aber auch darum, sich politisch Gehör zu verschaffen. Wenn die ganze Region mit einer Stimme spreche, dann „hat das einen ganz anderen Wumms und das brauchen wir jetzt in der Phase nach Corona“.

NDR-Benefizaktion sammelt 6,4 Millionen Euro für Corona-Hilfe

Die NDR-Benefizaktion „Hand in Hand für Norddeutschland“ hat den bisher höchsten Betrag in der zehnjährigen Geschichte der Spendenaktion gesammelt. Knapp 6,4 Millionen Euro gingen auf das Spendenkonto ein, teilte der NDR am Montag mit. Ende November hatte der NDR die Benefizaktion gestartet, um Menschen zu unterstützen, die durch die Corona-Pandemie besonders in Not geraten sind. Der gesamte Erlös kommt Hilfsprojekten der Caritasverbände und des Diakonischen Werkes im Norden zugute, die Partner der Aktion waren.

Corona-Impfung: Wieder Chaos bei Terminvergabe in Hamburg

Am Montagmorgen startete die Vergabe der 33.500 neuen Impftermine in Hamburg – und erneut kam es dabei zu einem Ansturm und auch zu Frust. Die telefonische Hotline 116 117 war teilweise heillos überlastet. Auch die Online-Vergabe scheiterte häufig an den technischen Kapazitäten. „Wir haben es seit morgens um 8 Uhr immer wieder versucht“, sagte etwa Regina Borchardt aus Steilshoop, die für ihr 95 Jahre alte Schwiegermutter einen Termin buchen wollte. „Aber man trägt die Daten ein und fliegt dann zwischendurch wieder von der Seite“, sagte sie am Montagmittag. „Dann fängt man wieder von vorn an. Und seit halb zehn geht jetzt gar nichts mehr.“

Laut dem Sprecher der Sozialbehörde, Martin Helfrich, war der Andrang gerade in den frühen Morgenstunden abzusehen. Allein am Vormittag seien rund 15.000 Termine vergeben worden. Bewusst sei entschieden worden, über den Tag verteilt immer wieder neue Termine freizugeben. Auch abends könne es sich lohnen, die Internetseite impfterminservice.de anzusteuern. Eine Besserung bei der Hotline 116 117 könne er aber nicht versprechen, sagte Helfrich. "Sie wird absehbar sehr stark nachgefragt und auch ausgelastet bleiben".

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Es sei dabei von Vorteil, von einer Hamburger Festnetznummer anzurufen. „Dann landen sie auch in einem Hamburger Call-Center.“ Andere Rufnummern würden hingegen von einem bundesweit operierenden Call-Center bearbeitet. Auch wer am Montag noch keinen Termin bekomme, braucht dem Behördensprecher zufolge die Hoffnung nicht verlieren: „Es wird so sein, dass im Verlauf dieser und der kommenden Wochen immer wieder Kontingente mit Tausenden Terminen freigeschaltet werden.“ Wegen der Lieferengpässe muss der Senat das Tempo bei den Erstimpfungen aber "praktisch halbieren". Mehr dazu hier im ausführlichen Bericht.

Mehr als 100.000 Corona-Impfungen in Schleswig-Holstein

Gegen das Coronavirus sind in Schleswig-Holstein bisher mehr als 100.000 Impfungen verabreicht worden. Mit Stand Montag waren es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts 103.043. In 90.151 Fällen handelte es sich demnach um Erstimpfungen. Bei diesen betrug die Impfquote weiterhin 3,1 Prozent. Damit lag das Land nach wie vor auf Platz drei hinter Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz mit jeweils 3,5 Prozent. Geimpft werden derzeit ganz überwiegend alte Menschen und medizinisches Personal.

Polizei löst Feier auf – Gäste verstecken sich unter Kleidern

Die Polizei hat in Osnabrück eine ausgelassene Geburtstagsparty mit mehr als 20 Gästen beendet. Ein 25-Jähriger hatte seinen Geburtstag im Dachgeschoss eines Mehrparteienhauses gefeiert und dabei die Corona-Regeln vollkommen außer Acht gelassen, wie die Polizei am Montag mitteilte. Als die Beamten in der Nacht zum Sonntag nach einem Hinweis mit mehreren Streifenwagen zu dem Haus in der Innenstadt anrückten, versteckten sich einige Gäste in dem weiträumigen Dachgeschoss unter Kleidungsstücken. Andere kauerten sich in Ecken oder hielten die Türen zu – ohne Erfolg.

Bei der Durchsuchung der Räume fanden die Beamten neben Amphetaminen auch Kapseln mit Lachgas. Auf die Feiernden im Alter zwischen 21 bis 25 Jahren kommen laut Polizei nun Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz zu. Zwei Gäste nahmen die Beamten in Gewahrsam, weil sie das Haus nach Platzverweisen nicht verlassen wollten. Der 25-jährige Veranstalter muss die Kosten für den Polizeieinsatz tragen.

Hamburg kontrolliert Corona-Schutz in Betrieben unangekündigt

Im Rahmen der neuen Corona-Arbeitsschutzverordnung werden derzeit rund 200 Hamburger Betriebe unangekündigt überprüft. Mehr als 40 Mitarbeiter des Amtes für Arbeitsschutz seien an der Aktion beteiligt, teilte die zuständige Verbraucherschutzbehörde am Montag mit. Überprüft würden Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten vor Corona-Infektionen.

Dazu zählt neben dem Angebot von Homeoffice-Möglichkeiten unter anderem auch die Sicherstellung der Mindestfläche und des Mindestabstands für Beschäftigte, die Umsetzung von Lüftungskonzepten und das Anbieten von geeigneten Mund-Nasen-Bedeckungen.

Ziel sei auch die Unterstützung der Betriebe bei der Umsetzung der geforderten Maßnahmen, betonte Verbraucherschutzsenatorin Anna Gallina (Grüne). Die Situation stelle die Betriebe vor große Herausforderungen. „Die Maßnahmen sind aber wichtig, um das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen.“

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Immer wieder gebe es Hinweise von Beschäftigten, „dass Homeoffice verweigert wird, dass keine Masken getragen werden oder Abstände nicht eingehalten werden“, sagte Gallina. Deshalb gehe man jeder begründeten Beschwerde nach. „Und klar ist nicht erst seit Corona: Auch im Homeoffice ist der Arbeitgeber für den Arbeitsschutz der Beschäftigen verantwortlich.“

Tschentscher verlangt „Transparenz und Zuverlässigkeit“ bei Impfstoff-Lieferungen

Bereits am Sonnabend hatte sich Peter Tschentscher (SPD) via Twitter genervt über die Verzögerungen bei der Lieferung von Impfstoffen geäußert. Nun macht sich hat sich Hamburgs Bürgermeister erneut Luft: „Es ist nicht verstehbar, welche Verträge mit wem geschlossen sind und warum es nicht möglich ist, bei einem Hersteller, der schon eine Lieferverpflichtung übernommen hat, der schon angekündigt hat, dass er Impfstoff liefert, dass solche Zusagen zurückgezogen und Termine nicht eingehalten werden“, sagte er am Montag dem Sender Phoenix kurz vor einem Impfgipfel der Regierungschefs von Bund und Ländern mit Vertretern der EU und der Impdstoff-Hersteller.

Tschentscher verlangte „Transparenz und Zuverlässigkeit“ bei der Auslieferung der Impfdosen. Auch die Bundesregierung sei in der Pflicht. „Der Bund hat zugesagt, dass er sich um die Impfstoffversorgung kümmert“, sagte er. „Wir können in Hamburg jeden Tag über 7000 Menschen impfen. Aber es hakt jetzt an der Aufgabe, die der Bund übernommen hat.“

Hamburgs Corona-Regeln im Überblick

Die aktuellen Corona-Regeln für Hamburg im Überblick

  • Alle Regeln, die im Rahmen der Eindämmungsverordnung bis zum 10. Januar gelten sollten, werden grundsätzlich bis zum 14. Februar verlängert – ein Großteil des Einzelhandels bleibt geschlossen, bestellte Waren dürfen aber abgeholt werden. "Körpernahe Dienstleistungen" wie Friseure, Nagel-, Massage- und Tattoo-Studios dürfen nicht angeboten werden. Auch Kultur- und Freizeiteinrichtungen bleiben geschlossen, Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit bleibt verboten.
  • Kontaktregeln Angehörige eines Haushalts dürfen sich nur noch mit einer weiteren Person treffen. Ausnahmen für Kinder gibt es nicht.
  • Die Maskenpflicht wird angepasst: Stoffmasken reichen in den meisten Fällen nicht mehr aus. Stattdessen müssen medizinische Masken (mindestens OP-Masken, auch FFP2- oder KN95-Masken sind möglich) getragen werden. Bis zum 1. Februar gilt eine Übergangsphase, danach werden Verstöße mit Bußgeldern geahndet.
  • Kitas und Schulen: Die Präsenzpflicht an den Schulen bleibt aufgehoben, stattdessen soll so weit wie möglich Distanzunterricht gegeben werden. Kinder sollen – wann immer möglich – zu Hause betreut werden. Die Kitas wechseln in die "erweiterte Notbetreuung". Die privat organisierte Kinderbetreuung in Kleingruppen bleibt gestattet.
  • Arbeitgeber sind angehalten, so weit wie möglich ein Arbeiten von zu Hause aus zu ermöglichen. Zusätzlich soll eine neue Bundesverordnung Arbeitgeber dazu verpflichten, Homeoffice anzubieten, so weit das möglich ist. Betriebskantinen dürfen nur öffnen, wenn sie für den Arbeitsablauf zwingend erforderlich sind.
  • Sollte die Sieben-Tage-Inzidenz auf einen Wert über 200 steigen, müsste eine Ausgangsbeschränkung erlassen werden, die den Bewegungsradius auf 15 Kilometer rund um den Wohnort einschränkt. Wie genau diese Regel in Hamburg angewandt würde, ist noch nicht bekannt – der Senat will darüber entscheiden, sollte sich die Inzidenz dem Grenzwert annähern.
  • Senioren- und Pflegeeinrichtungen sollen mehrmals pro Woche Personal und Besucher testen. Das war in Hamburg schon verpflichtend und gilt nun bundesweit.
  • Zwei-Test-Strategie bei Reiserückkehrern aus Risikogebieten: Ein Corona-Test direkt nach der Einreise ist verpflichtend, die zehntägige Quarantäne kann frühestens fünf Tage nach der Einreise durch einen weiteren Test verkürzt werden. Die Kosten für die Tests werden nicht übernommen.

Kreis Nordfriesland erstattet Senioren Fahrt zum Impfzentrum

Der Kreis Nordfriesland übernimmt für ältere Menschen die Fahrtkosten zum nächstgelegenen Impfzentrum. Das gelte für über 80-Jährige, die keine andere Möglichkeit haben, das Impfzentrum zu erreichen, teilte der Kreis am Montag mit. Erstattet werden den Angaben zufolge jedoch nur die Kosten für die Hinfahrt. Die Rückfahrt müssten die frisch Geimpften selbst zahlen, sagte ein Kreissprecher. Ob andere Kreise in Schleswig-Holstein Senioren die Kosten für Taxifahrten zu den Impfzentren erstatten, konnte ein Sprecher des Sozialministeriums zunächst nicht sagen.

Coronavirus: Neue Zahl der Neuinfektionen für Hamburg

Die Sozialbehörde hat am Montag 155 neue Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Hamburg gemeldet. Am Montag der vergangenen Woche waren es noch 201 Fälle. Damit sinkt der Inzidenzwert weiter und liegt nun bei 86,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen (Vortag: 88,6). Seit Beginn der Pandemie wurden in der Hansestadt 46.526 Covid-19-Infektionen registriert. Von ihnen gelten nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts 39.500 Menschen als genesen.

Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern liegt bei 416 (Stand: 29.1.). 84 Menschen sind so schwer erkrankt, dass sie intensivmedizinisch behandelt werden müssen, 67 von ihnen kommen aus Hamburg. Nach Angaben des RKI sind zwei weitere Todesfälle hinzugekommen, die Zahl liegt nun in Hamburg bei 1073 Todesfällen (Stand: 31.1.).​

Hamburg Airport: Zwei Corona-Tests zu Reise in die Niederlande erforderlich

Das Auswärtige Amt warnt vor nicht notwendigen Reisen in die Niederlande, auch die Niederlande selbst raten nachdrücklich von einer Einreise ab. Wer trotzdem vom Hamburg Airport nach Amsterdam fliegen will, braucht neben einem aktuellen negativen PCR-Test (bei Einreise nicht älter als 72 Stunden) einen negativen Schnelltest, der nicht mehr als vier Stunden vor Abflug durchgeführt worden sein darf.

Ein Schnelltest wird täglich ab 7 Uhr im Testzentrum von Centogene (https://www.centogene.com/de/covid-19/test-centers/testen-am-hamburger-flughafen.html) angeboten. Wem das zu knapp ist – der erste Flug von Hamburg nach Amsterdam hebt bereits um 7.40 Uhr ab – dem bietet die Firma Corona Expresstest schon ab 5 Uhr morgens Schnelltests in einem Testmobil am Flughafen an. Termine können telefonisch oder per E-Mail (040-50 68 46 03 oder info@corona-expresstest.com) vereinbart werden.

UKE-Mitarbeiter mit Corona-Mutation infiziert

In Hamburg ist eine weitere Infektion mit einer Corona-Mutation nachgewiesen worden. Wie der NDR berichtet, handelt es sich nach Angaben der Sozialbehörde um einen Mitarbeiter des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Wo sich die Person angesteckt hat, sei noch unklar. Sie befinde sich nun in Quarantäne.

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Zuletzt waren beim Flugzeugbauer Airbus in Hamburg sieben Infektionen mit der britischen Virus-Mutation nachgewiesen worden. 500 Mitarbeiter wurden inzwischen unter Quarantäne gestellt. Nun kam heraus, dass sich das Unternehmen zuvor offenbar nicht an alle Vorschriften zum Infektionsschutz gehalten hatte.

Corona-Krise im Arbeitsmarkt: Deutlich weniger Minijobs im Gastgewerbe

In der Corona-Krise haben in Hamburg nach Gewerkschaftsangaben rund 17.000 Minijobber ihre Arbeit verloren, darunter rund 5000 aus der Gastronomie. „Betroffen sind gerade Frauen, die eine 450-Euro-Stelle als Kellnerin oder Küchenhilfe oft als einzige Einnahmequelle haben“, sagte Sarah Witte von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Region Hamburg-Elmshorn, am Montag unter Verweis auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

„Auch für viele Studierende, die sich nebenher etwas hinzuverdienen, sind die Folgen des Jobverlustes dramatisch.“ 450-Euro-Kräfte zählten zu den Hauptverlierern der Wirtschaftskrise. „Sie haben bislang keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld, werden häufiger gekündigt und sind sozial kaum abgesichert.“

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Die Politik setze mit der Möglichkeit abgabenfreier Jobs seit Jahren falsche Anreize, kritisierte Witte. „Es ist höchste Zeit, diese Stellen sozialversicherungspflichtig zu machen.“ Nur wenn Sozialabgaben, Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungsbeiträge gezahlt würden, könnten Beschäftigte wirksam geschützt werden. Den Vorschlag von Teilen der Union, die Verdienstgrenze bei Minijobs auf monatlich 600 Euro anzuheben, lehnt Witte ab. Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) würden so bundesweit rund 470.000 Menschen mit regulären Stellen ungewollt zu Minijobbern.

Virologe Streeck lobt Corona-Stufenpläne aus dem Norden

Der Virologe Hendrik Streeck lobte die Stufenpläne aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen. „Wir sollten Korridore entwickeln, die festlegen, ab welchen Inzidenzwerten was zugelassen werden kann, oder ab wann doch noch mal nachgeschärft werden müsste.“ Dies eröffne den Bürgern eine klare Perspektive und motiviere sie, die Regeln einzuhalten. „Mit regionalen Stufenplänen kämen wir deutlich besser in den Sommer als mit immer neuen Verordnungen im Wochenrhythmus."

Der Mediziner, der das Institut für Virologie der Universitätsklinik Bonn leitet, regte an, weitere Kriterien als die reine Infektionslage in die Exit-Pläne einfließen zu lassen. „Neben Inzidenzwert, R-Faktor und der jeweiligen Teststrategie muss auch die Auslastung der Krankenhäuser berücksichtigt werden.“ Auch das Alter der Erkrankten sollte erfasst werden. „Die Zahl der Neuansteckungen allein sagt viel zu wenig aus“, erklärte Streeck. Eine wachsende Zahl an Geimpften würde die Aussagekraft dieses Wertes nochmals senken.

Weil kündigt Stufenplan für Lockerung des Corona-Lockdowns an

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat einen an den Infektionszahlen ausgerichteten Stufenplan für die Lockerung der Corona-Einschränkungen angekündigt. Ein entsprechendes Konzept stellte Weil am Sonntagabend in der ARD-Talkshow „Anne Will“ vor. Das Konzept sei „eine Handreichung, kein Automatismus“, betonte er. „Aber es soll möglichst vielen Menschen ein Gefühl dafür geben, wie kann es denn sein, wenn wir bestimmte Fortschritte erreichen oder auch, wenn wir wieder Rückschläge erleiden.“

Dem Plan zufolge könnten zum Beispiel Wechselunterricht an den Schulen und uneingeschränkte Trauerfeiern wieder stattfinden, wenn die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche unter 100 sinke. Sinke der Wert unter 50, könnten Hotels und Gastronomie den Betrieb wieder aufnehmen, auch der Einzelhandel dürfte mit Hygienekonzepten öffnen, und an den Schulen könnte Präsenzunterricht stattfinden.

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Bei einem Wert unter 25 dürften Theater und Kinos wieder öffnen, und 10 Personen aus zwei Haushalten könnten sich treffen. Sinke die Inzidenz unter zehn, wäre sogar eine Öffnung von Diskotheken mit Hygienekonzept denkbar. „Wir wollen auf dieser Grundlage entscheiden, landesweit“, sagte Weil mit Blick auf das Bundesland Niedersachsen. Er kündigte an, den Vorschlag auch in die kommenden Bund-Länder-Gespräche mit einzubringen.

Einrichtung für Quarantäne-Verweigerer geht an den Start

Wer sich in Schleswig-Holstein hartnäckig einer auferlegten Corona-Quarantäne verweigert, dem droht seit Montag im Extremfall eine Unterbringung. In einer eigenständigen Einrichtung auf dem Gelände der Jugendarrestanstalt Moltsfelde in Neumünster ist Platz für bis zu sechs Quarantäne-Verweigerer. Bis Freitagnachmittag sei aber nicht absehbar gewesen, dass die Kreise bereits Gebrauch von der Unterbringungsmöglichkeit machen, sagte eine Sprecherin des Landkreistags.

Über eine vom Gesundheitsamt verfügte Unterbringung muss letztlich ein Gericht entscheiden. Laut Infektionsschutzgesetz kommt eine sogenannte Absonderung als letztes Mittel in Betracht. Das heißt, jemand muss sich erkennbar weigern, Auflagen einzuhalten, Verstöße müssen nachgewiesen und eine sogenannte Gefährderansprache erfolglos geblieben sein. Wie viele Quarantäneverweigerer im Land es gibt, ist nicht bekannt.

Der Kreis Segeberg wird die Unterkunft betreiben und den anderen Kreisen und kreisfreien Städten zur Verfügung stellen. 12 bis 15 Mitarbeiter werden über Honorarverträge beschäftigt. Freiwillig gemeldet hatten sich mehr als 30 ehemalige Polizei- und Justizvollzugsbeamte.

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183 Corona-Neuinfektionen in Schleswig-Holstein gemeldet

In Schleswig-Holstein sind am Sonntag 183 neue Corona-Fälle registriert worden. Das meldete das Gesundheitsministerium in Kiel am Sonntagabend. Eine Woche zuvor hatte es 139 Neuinfektionen gegeben. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche stieg erstmals seit Mitte der Woche wieder - auf 80,1 (Sonnabend: 79,3). Vor einer Woche lag der Wert bei 94,1. Die Zahl der Menschen, die mit oder an Corona gestorben sind, stieg um elf auf 888.

Hamburg rechnet mit etwa 100.000 Corona-Impfdosen im Februar

In Hamburg werden im Februar rund 100.000 Corona-Impfstoffdosen von drei Herstellern erwartet. Das sind deutlich mehr als noch im Januar, wie ein Sprecher der Sozialbehörde am Sonntag sagte. Im Januar hatte die Hansestadt etwa 44 000 Impfdosen – vornehmlich des Herstellers Biontech/Pfizer – erhalten. Zuvor hatte NDR 90,3 berichtet.

Am Montag sollen 33.500 weitere Termine für Impfungen gegen das Coronavirus in den Hamburger Messehallen freigeschaltet werden. „In derselben Woche sollen weitere folgen“, sagte der Sprecher. Auch in den folgenden Wochen sollen Kontingente von jeweils mehreren Tausend Terminen freigeschaltet werden.

„Die genaue Anzahl der Termine wird unmittelbar mit den Impfstofflieferungen zusammenhängen. Wird viel geliefert, werden wir viel freischalten können.“ Hamburg setzt bei der Terminvergabe auf den vorsichtigen Weg und vergibt nur genauso viele Termine, wie Impfstoff zu Verfügung steht. Deshalb habe Hamburg keinerlei Kapazitätsprobleme bei der Vergabe von Terminen für die zweite Impfdosis.

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Dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge sind in Hamburg bis einschließlich Freitag exakt 53.742 Impfdosen verabreicht worden. Fast 45.000 davon waren Erstimpfungen, gut 9000 Menschen wurden bereits zum zweiten Mal gegen Corona geimpft. Hamburg liegt mit einer Impfquote von 2,4 Prozent leicht über dem Bundesdurchschnitt von 2,2 Prozent.

Lesen Sie hier die Corona-News für Hamburg und den Norden vom Vortag

( ras/josi/crh/lag/dpa )

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