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Hohe Inzidenz: Landkreis im Norden verschärft die Maßnahmen

Der Landkreis Gifhorn  in Niedersachsen verschärft nun die Maßnahmen.

Der Landkreis Gifhorn in Niedersachsen verschärft nun die Maßnahmen.

Foto: picture alliance/dpa

Der Tag im Überblick: Tausende weitere Impfungen in Hamburg. Prien verteidigt Präsenzunterricht. Inzidenz in Hamburg steigt.

Hamburg. Trotz des harten Lockdowns sind die Zahlen der Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Norden weiterhin zu hoch: Der aktuelle Inzidenzwert in Hamburg liegt bei 162,3, am Montag wurden 273 neue Corona-Fälle gemeldet.

In Schleswig-Holstein treten heute die neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in Kraft: Es dürfen sich in der Regel nur noch ein Haushalt und eine weitere Personen treffen. Und der Schulunterricht findet weitgehend nur noch auf Distanz statt.

Die wichtigsten Corona-Nachrichten für Hamburg und den Norden am 11. Januar:

Die aktuellen Corona-Fallzahlen aus ganz Norddeutschland:

  • Hamburg: 378 neue Corona-Fälle (gesamt seit Pandemiebeginn: 42.733), 523 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (davon 92 auf Intensivstationen), 895 Todesfälle (+13). Sieben-Tage-Wert: 118,5 (Stand: Sonnabend).
  • Schleswig-Holstein: 375 neue Corona-Fälle (30.941), 426 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 70), 651 Todesfälle (+3), Sieben-Tage-Wert: 86,1 (Stand: Sonnabend).
  • Niedersachsen: 1177 neue Corona-Fälle (127.412), 1404 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 288), 2618 Todesfälle (+46). Sieben-Tage-Wert: 102,7 (Stand: Sonnabend).
  • Mecklenburg-Vorpommern: 254 neue Corona-Fälle (16.625), 354 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 92), 298 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 118,7 (Stand: Sonnabend).
  • Bremen: 123 neue Corona-Fälle (14.908), 143 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 30), 231 Todesfälle (+1) Sieben-Tage-Wert Stadt Bremen: 84,4 / Stadt Bremerhaven: 94,3 (Stand: Sonnabend; Bremen gibt den Inzidenzwert nur getrennt nach beiden Städten an).

Hamburg hebt Impfstoffdosis nicht mehr auf

Hamburg hat nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KVH) seine Impfstrategie geändert: Die zweite Dosis Impfstoff, die jeder Geimpfte nach einigen Wochen bekommen soll, wird laut dem KVH-Vorstandsvorsitzenden Walter Plassmann nicht mehr aufgehoben. Dies sei bedauerlich. "Wenn wir dann Ende Januar mit der zweiten Impfung beginnen, müssen wir hoffen, dass wir bis dahin neuen Impfstoff erhalten haben."

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Nach einem Beschluss von Bund und Ländern sollten bis Mitte Februar alle 80-Jährigen in den Pflege- und Altenheimen geimpft werden, sagte Plassmann. "Das hat dazu geführt, dass wir in Hamburg unsere Impfstrategie deutlich überarbeiten mussten. Wir müssen jetzt mit Ausnahme der 500 Impfungen, die wir täglich im Impfzentrum durchführen können, alle anderen Dosen in den Heimen verimpfen."

In Hamburg waren die Schutzimpfungen auch über das Wochenende fortgeführt worden. Nach am Montag veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Instituts wurden seit Freitag mehr als 2800 weitere Menschen geimpft. Bis einschließlich Sonntag gab es in der Stadt demnach 12.695 Impfungen.

216 Corona-Neuinfektionen in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein sind innerhalb von 24 Stunden 216 neue Corona-Fälle registriert worden. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche sank leicht auf nun 98,0 (Sonntag: 99,7). Das geht aus Daten hervor, die das Gesundheitsministerium in Kiel am Montagabend, 11. Januar, veröffentlichte. Die Zahl der Menschen, die mit oder an Corona gestorben sind, stieg um 15 auf 569.

Lesen Sie hier die aktuellen Corona-News für Hamburg und den Norden

384 Corona-Patienten sind den Angaben zufolge derzeit in Schleswig-Holstein in Krankenhäusern (Sonntag: 364). 75 werden intensivmedizinisch betreut (Sonntag: 66) - 47 mit Beatmung. Die Zahl der Genesenen wird auf etwa 22.000 geschätzt. Bislang gibt es in dem Bundesland nachgewiesene 28.827 Corona-Infektionen.

Prien verteidigt Präsenzunterricht für Abschlussklassen

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) hält trotz Kritik am Präsenzunterricht für Abschlussklassen während des Lockdowns fest. „Die Vorbereitung der Abschlussjahrgänge auf die Prüfungen ist von großer Bedeutung und kann nicht ohne Präsenzunterricht erfolgen“, sagte Prien. Die Schüler benötigten nicht nur in den Prüfungsfächern Unterricht.

Für die Fächer der Stundentafel soll es einen Präsenzanteil in Kleingruppen mit Maskenpflicht und Abstand geben. „Stundentafel heißt aber nicht Stundenplan“, betonte Prien. Angesichts der Pandemie finde Blockunterricht im Wechsel oder mit allen Schüler gleichzeitig und auf mehrere Räume aufgeteilt statt. „Wichtig ist, dass es neben Anteilen im Lernen auf Distanz auch für alle Fächer einen Präsenzanteil gibt.“ Die Ministerin verwies darauf, dass die Kultusministerkonferenz sowie Ministerpräsidenten und Bundesregierung die Abschlussjahrgänge explizit von den Schulschließungen ausgenommen haben.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisierte, der Präsenzunterricht sorge an vielen Schulen für Ärger und Durcheinander. „Es ist mehr als bedauerlich, dass das Bildungsministerium weiter an seinem unsinnigen Kurs festhält“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke. Der Ministerin würde „kein Zacken aus der Krone brechen, wenn sie die vielstimmige Kritik von GEW, Personalräten und Schulleitungen beherzigen würde“. Es gebe keinen Grund, alle Schüler aus den Abschlussklassen gleichzeitig in allen Fächern in den Präsenzunterricht zu zwingen.

Schulen im Lockdown:Ties Rabe beantwortet Fragen der Eltern

Mehrere Schulen hatten zu Beginn der neuen Schulwoche mit Problemen des Bildungsservers IServ zu kämpfen. Nicht nur bezüglich der Technik, sondern auch was Abschlussprüfungen, Distanzunterricht und weitere Sorgen betrifft, haben die Hamburger Eltern viele Fragen. Schulsenator Ties Rabe beantwortet daher am Dienstagmorgen zwischen 7 und 8 Uhr bei NDR 90,3 live die Fragen der Hörerinnen und Hörer.

Zwei Todesfälle in Pflegeheim im Kreis Segeberg

In einem Pflegeheim in Goldenbek im Kreis Segeberg hat es nach einem größeren Corona-Ausbruch zwei Todesfälle gegeben. Im „Haus Goldenbek“ starben ein 82 Jahre alter Mann und eine 73 Jahre alte Frau an oder mit Covid-19, wie der Kreis am Montag mitteilte. Dort waren zuvor insgesamt 26 Bewohner und drei Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden.

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Tausende weitere Impfungen in Hamburg

In Hamburg sind die Corona-Schutzimpfungen auch über das Wochenende fortgeführt worden. Nach am Montag veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Instituts kamen seit Freitag mehr als 2800 Geimpfte hinzu. Bis einschließlich Sonntag erfolgten in der Stadt demnach 12.695 Impfungen. Mit 6397 wurden die meisten aufgrund einer beruflichen Indikation vorgenommen – also etwa beim medizinischen Personal der Krankenhäuser.

4312 Menschen wurden aufgrund ihres hohen Alter geimpft, bei 3361 handelte es sich um Pflegeheimbewohner. Mit 6,9 Impfungen pro 1000 Einwohner rangiert Hamburg auf Platz zehn der Bundesländer. Spitzenreiter ist nach wie vor Mecklenburg-Vorpommern (15,6), Schlusslicht Sachsen (4,9).

Inzidenz von 259,5: Landkreis im Norden verschärft Maßnahmen

Der niedersächsische Landkreis Gifhorn verschärft angesichts der hohen Inzidenz die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Wie Landrat Andreas Ebel am Montagnachmittag auf einer Pressekonferenz verkündete, soll es ab Dienstag im Landkreis eine Ausgangsbeschränkung geben, die von abends, 20 Uhr, bis morgens, 5 Uhr gelten wird. Die Maßnahme gilt bis zum 31. Januar.

Geprüft wird, Kontakte außerhalb des eigenen Haushalts ab Freitag, spätestens aber vom kommenden Montag an zu verbieten. Dagegen verzichtet der Landkreis vorerst darauf, die Bewegungsfreiheit der Menschen auf einen Radius von 15 Kilometern rund um ihre Wohnadresse einzuschränken.

Der Landkreis ist niedersachsenweit am stärksten von der Infektionswelle betroffen. Die Zahl der Neuinfektionen gerechnet auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen stieg auf 259,5, die Zahl der Infektionsfälle insgesamt stieg um sieben auf 2698. Nach den neuen Regeln des verschärften Lockdowns könnte der Landkreis ab einer 7-Tage-Inzidenz von 200 die Bewegungsfreiheit der Menschen einschränken.

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Kinderkrankenhaus dreht Erklär-Videos zum Coronavirus

Das Rahlstedter Kinderkrankenhaus Wilhelmstift will mit Erklär-Videos speziell für Kinder zum Schutz vor dem Corona-Virus beitragen. Gemeinsam mit der Treuhandstiftung See You des katholischen Kinderkrankenhauses sind ab sofort Video-Animationen auch in englischer Sprache online abrufbar. Sie wenden sich an Kinder und Eltern, Lehrer und Erzieher im ganzen Bundesgebiet. Zuvor wurden Videos auf Deutsch produziert.

„Damit wollen wir Ängste nehmen und mit der Kompetenz unseres Kinderkrankenhauses praktische Techniken zur Reduktion der Ansteckungsgefahr erläutern“, teilte die Klinikleitung mit.

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Niedersachsen: Zahl der Corona-Patienten in Kliniken bleibt hoch

Die Zahl der Corona-Patienten in niedersächsischen Kliniken bleibt unverändert hoch. Derzeit werden 1409 Infizierte in den Krankenhäusern behandelt, davon 286 auf der Intensivstation, wie das Gesundheitsministerium am Montag in Hannover mitteilte. 166 Betroffene müssen künstlich beatmet werden. Die Zahl nachgewiesener Neuinfektionen erreichte am Montag bedingt durch das Wochenende den vergleichsweise niedrigen Wert von 369. Acht weitere Todesfälle wurden registriert.

Landesweit sank die Sieben-Tages-Inzidenz, die angibt, wie viele Neuinfektionen gerechnet auf 100.000 Einwohner es in der vergangenen Woche gab, geringfügig von 121,5 auf 121,1. Am Montag vor einer Woche hatte sie noch bei 94,5 gelegen.

Derzeit am stärksten von der Infektionswelle betroffen ist der Landkreis Gifhorn mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von 259,5. Nach den neuen Regeln des verschärften Lockdowns könnte der Landkreis damit die Bewegungsfreiheit der Bewohner auf einen Radius von 15 Kilometern rund um ihre Wohnadresse erlassen. Eine Entscheidung darüber stand zunächst noch aus. Eine hohe Inzidenz gab es ebenfalls in den Kreisen Cloppenburg (193,3), Helmstedt (178,5), Wittmund (170,4) sowie Osnabrück (168,4).

Polizei löst private Party auf – Platzverweise und Anzeigen

Die Polizei hat in der Nacht zum Sonntag in Bremen die Feier einer 18-Jährigen aufgelöst, die dazu acht Freunde in ihre Wohnung eingeladen hatte. Die Gäste hätten laut gefeiert und Alkohol getrunken. Aufgrund der Corona-Verordnung sei allen nicht dort wohnhaften Gästen ein Platzverweis erteilt worden, teilte die Polizei am Montag mit. Zudem seien gegen alle Anwesenden Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten ergangen. Die Partygäste waren zwischen 16 und 18 Jahre alt.

Corona-Pandemie: Mehr Service für die wenigen Fluggäste in Hamburg

Vor der Pandemie nutzen im Schnitt 48.000 Passagiere pro Tag den Hamburger Flughafen, an verkehrsreichen Tagen mehr als 60.000. „Im Moment kommen wir nicht über 5000 Passagiere pro Tag“, sagt Flughafen-Sprecherin Janet Niemeyer. Und statt durchschnittlich 400 Starts und Landungen pro Tag gebe es derzeit täglich nur etwa 30 bis 40 Abflüge.

Stefanie Harder leitet den neuen Geschäftsbereich Passenger Management. Der Wunsch nach Sicherheit ist bei den Passagieren größer denn je. Was sie am Hamburg Airport erwartet, lesen Sie hier im vollständigen Bericht.

Neue Corona-Zahlen für Hamburg: Inzidenz steigt

Die für das Ressort Gesundheit zuständige Hamburger Sozialbehörde hat am heutigen Montag 273 weitere Corona-Infektionen gemeldet. Am vergangenen Montag waren es 132 Fälle. Somit steigt die Inzidenz wieder etwas und liegt nun bei 162,3 (Vortag:154,9) Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Seit Beginn der Pandemie wurden in der Hansestadt 40.966 Covid-19-Infektionen registriert.

Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern liegt weiterhin bei 555 (Stand: 8.1.). 105 Menschen sind so schwer erkrankt, dass sie intensivmedizinisch behandelt werden müssen, 86 von ihnen kommen aus Hamburg. Nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Instituts sind 3 weitere Todesfälle zu den bisher registrierten 817 Menschen hinzugekommen, die Zahl liegt nun bei 820 Todesfällen.

Wie der Senat weiter mitteilt, haben mit Stand Sonntag, 10. Januar, 12.695 Menschen in Hamburg eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten.

Seniorin aus Altenheim irrt draußen herum – Corona-Schnelltest fällt positiv aus

In Bremervörde alarmierte ein Zeuge in der Nacht zum Sonntag die Polizei, da auf dem Gelände einer Tankstelle an der Zevener Straße eine nur spärlich bekleidete und offenbar verwirrte ältere Dame herumirrte. Wie sich herausstellte, lebte die 81-Jährige in einem nahegelegenen Altenheim. Die Beamten versorgten die Frau und brachten sie zurück zu ihrem Wohnort. Ein Corona-Schnelltest fiel anschließend positiv aus – die eingesetzten Beamten mussten daher ihren Dienst noch in der Nacht beenden, um ihre Kollegen nicht zu gefährden.

Corona in Hamburg: Homeschooling-Plattform iServ überlastet

Die zweite Schulwoche nach den Weihnachtsferien startet mit technischen Problemen: iServ, ein von vielen Schulen genutztes Homeschooling-System, war am Montagmorgen nicht erreichbar, Videokonferenzen der Schüler konnten nicht stattfinden. Wer versuchte, sich einzuwählen, erhielt den Hinweis "Es gab einen Fehler mit dem Backend-Dienst für Videokonferenzen. Bitte versuchen Sie es in ein paar Minuten erneut oder wenden Sie sich an den Administrator."

Bei der digitalen Pinnwand "Padlet", auf der Lehrkräfte für den Distanzunterricht Lerninhalte in Form von Texten, Bildern oder Videos hochladen können, kam es am Montagmorgen ebenfalls zu Störungen. Wer die Materialien dort runterladen und ausdrucken wollte, bekam lediglich eine Fehlermeldung angezeigt.​

Viele Schulen versuchten daher, auf anderen Wegen wie zum Beispiel über Zoom Kontakt herzustellen oder die Videotreffen am Nachmittag nachzuholen.

Corona: Auch Krankenhäuser von Impfstoffmangel betroffen

Das mit 500 Impfungen pro Tag gestartete Impfzentrum in der Messe wird seine Kapazitäten nicht so schnell erhöhen können wie erhofft. Die Pläne für bis zu 7000 Dosen am Tag für die Hamburger müssen nach Informationen des Abendblatts aufgeschoben werden. Neben dem fehlenden Impfstoff sorgt auch die Impfpolitik der Bundesregierung für eine Verzögerung, die sich auf Hamburgs Pläne nachteilig auswirkt, denn bis Mitte Februar müssen alle Alten- und Pflegeheime „durchgeimpft“ werden.

In Hamburg müssen etwa 40.000 Bewohner von den mobilen Impfteams versorgt werden. Die Folge: Für das Impfzentrum und die Krankenhäuser stehen damit erheblich weniger Dosen zur Verfügung. Wie NDR 90,3 berichtet, stoppt das UKE daher vorerst die Impfung der Beschäftigten. "Wir haben kein Verständnis dafür, dass der bereits fest zugesagte neue Impfstoff kurzfristig doch nicht geliefert wird", zitiert der Sender aus einem Rundbrief des UKE an seine Beschäftigten.

Mehr zum Thema: Impfzentrum: Wird die Hamburger Strategie "ausgehebelt"?

Mehr als 300 Polizisten von Corona genesen

Unter den Zehntausenden Corona-Infizierten in Niedersachsen seit Ausbruch der Pandemie sind auch Hunderte Polizisten. Wie aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der FDP hervorgeht, sind bis kurz vor Weihnachten 354 Corona-Fälle bei Mitarbeitern der Polizei bekannt geworden – 310 von ihnen galten am Stichtag 21. Dezember bereits als genesen. Ob die Ansteckungen im Dienst oder im privaten Umfeld erfolgten, könne nur in seltenen Fällen sicher nachvollzogen werden, hieß es.

Das Innenministerium betonte in der Antwort zudem, dass eine frühzeitige Impfung von Polizisten gegen Covid-19 wichtig sei, da diese „für die Durchsetzung von Corona-Regelungen und für die Pandemiebekämpfung sowie für den Schutz von Impfzentren“ gebraucht würden. Nach der Coronavirus-Impfverordnung des Bundes werden Polizisten, die – etwa bei Demonstrationen – einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, mit der zweithöchsten Priorität geimpft. Alle weiteren Polizisten folgen in Phase drei der Impfungen

Schulunterricht in Niedersachsen und Bremen geht weiter

Für die Schüler in Niedersachsen und Bremen sind die Weihnachtsferien zu Ende. Am Montag läuft der Unterricht wieder an – für die meisten Schüler coronabedingt allerdings zu Hause. In Niedersachsen gilt in der ersten Woche nur für Abschlussklassen das sogenannte Szenario B mit Wechselunterricht in geteilten Klassen, alle anderen sollen auf Distanz unterrichtet werden. Von der zweiten Woche an gibt es bis Ende Januar auch für Grundschüler Wechselunterricht. Außerdem müssen die Schulen für die Jahrgänge 1 bis 6 eine Notbetreuung anbieten.

Lesen Sie auch: Schulsenator will schnelle Rückkehr zum Präsenzunterricht

Die teilweise Öffnung der Schulen in Niedersachsen stößt im Bundeskanzleramt auf Kritik. „Die vorzeitige Schulöffnung ist sehr eindeutig gegen den Geist der Beschlüsse von Bund und Ländern“, sagte der Staatsminister im Kanzleramt, Hendrik Hoppenstedt, der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Montag). „Die Schule ist ein normaler Infektionsort. Es gibt keine Erkenntnisse, dass es in den Schulen besser ist als im Rest der Gesellschaft.“

In Bremen ist die Präsenzpflicht bis Ende Januar ausgesetzt. Die Eltern entscheiden somit selbst, ob ihre Kinder zu Schule gehen oder zu Hause lernen.

Im Norden treten härtere Corona-Vorschriften in Kraft

In Schleswig-Holstein gelten seit Montag neue Bestimmungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Die wichtigste Änderung besteht darin, dass sich ein Hausstand nur noch mit einer weiteren Person treffen darf. Dies betrifft Wohnungen ebenso wie den öffentlichen Raum. Besucher von Pflegeheimen müssen jetzt einen frischen negativen Corona-Test vorweisen.

Mit der Verschärfung der Kontaktregeln setzt der Norden eine Vereinbarung zwischen Bund und Ländern vom vergangenen Dienstag um. Ausnahmen gelten für die Betreuung von Kindern und die Pflege von Familienangehörigen. Ziel ist es, die Zahl der Corona-Infektionen so deutlich wie möglich zu senken. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat wiederholt an die Schleswig-Holsteiner appelliert, in eigener Verantwortung zur Entspannung der Lage beizutragen.

Die Regeln in Schleswig-Holstein im Überblick:

  • Kontaktbeschränkungen: Jetzt darf sich ein Haushalt nur noch mit einer weiteren Person treffen. Zuvor waren es fünf Menschen aus maximal zwei Haushalten. Es gibt aber zwei Ausnahmen: Wenn es um die Betreuung von Kindern unter 14 Jahren oder von pflegebedürftigen Personen geht. So können beispielsweise zwei Haushalte die Betreuung ihrer Kinder gemeinsam sicherstellen.
  • Schulen: Die meisten Schüler werden bis Ende Januar nicht in den Schulen unterrichtet. Angesagt ist Lernen auf Distanz – etwa Unterricht per Videochats oder mit Lernmanagementsystemen. Der Präsenzunterricht in den Schulen ist ausgesetzt. Das gilt auch für die Berufsschulen. Eine Ausnahme sind die Abschlussjahrgänge. Sie erhalten Lern- und Vorbereitungsangebote in den Schulen. Es gibt auch eine Notbetreuung für Schüler der Klassen eins bis sechs.
  • Kitas: Eine Notbetreuung steht weiterhin zur Verfügung. Das Angebot gilt für Kinder, deren (mindestens ein) Erziehungsberechtigter in Bereichen der kritischen Infrastrukturen dringend tätig ist, ebenso für Kinder von berufstätigen Alleinerziehenden. In die Notbetreuung dürfen zudem Kinder, die einen täglichen hohen Pflege- und Betreuungsaufwand haben, sowie Kinder, die aus Sicht des Kindeswohls besonders schützenswert sind. Eltern sollen aber, wenn immer es möglich ist, ihre Kinder nicht in die Kita oder Kindertagespflege bringen, sondern zu Hause zu betreuen. Das Land wird im Januar die Beiträge für Kita und Ganztagsbetreuung an Schulen erstatten.
  • Hotspots: Es kann in Corona-Hotspots eine Bewegungseinschränkung auf 15 Kilometer vom Wohnort verfügt werden. Darüber entscheiden die Kreise oder kreisfreien Städte im Einzelfall in Absprache mit dem Gesundheitsministerium in Kiel. Diese Maßnahme wird aber nicht automatisch ergriffen, wenn mehr als 200 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche auftreten.
  • Weiteres: Viele Geschäfte bleiben weiterhin geschlossen. Dies gilt auch für Gastronomiebetriebe und viele Freizeiteinrichtungen wie Kinos, Theater, Museen und Fitnessstudios. Weiterhin geöffnet sind etwa Supermärkte, Drogeriemärkte, Banken und die Post.

In Schleswig-Holstein sinkt die Inzidenz leicht

In Schleswig-Holstein sind 144 neue Corona-Fälle registriert worden. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche sank leicht auf nun 99,7 (Sonnabend 101,2, Freitag 96,2). Die Zahl der Todesfälle stieg um 9 auf 554 Menschen. Bei der Interpretation der Daten gilt zu beachten, dass die erfassten Fallzahlen an Wochenenden oft niedriger sind, weil dann unter anderem weniger getestet wird.

Momentan werden laut offiziellen Angaben 364 Corona-Patienten in den Krankenhäusern behandelt. 66 davon auf Intensivstationen. Allerdings werden die Krankenhaus-Daten am Wochenende nicht aktualisiert. Seit Pandemie-Beginn gab es 28.611 Corona-Infektionen. Die Zahl der Genesenen wird auf rund 21.600 geschätzt.

Inzidenz in Mecklenburg-Vorpommern steigt weiter

Am Sonntag meldet Mecklenburg Vorpommern 90 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen liegt bei nunmehr 14.769. Als genesen gelten 11.144 Betroffene. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) stieg auf 134,5 gegenüber 133,1 am Sonnabend.

Drei weitere Menschen starben im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion – insgesamt sind es nun 242 im Nordosten. In den Krankenhäusern werden aktuell 318 Corona-Patienten behandelt (Vortag: 328), davon 81 auf Intensivstationen (Vortag: 84).

Lesen Sie hier die Corona-News für Hamburg und den Norden vom Wochenende, 9. und 10. Januar