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Schleswig-Holstein macht zwei Ausnahmen bei Kontaktregeln

| Lesedauer: 36 Minuten

Ausgangssperre in Hamburg? Das sagt Peter Tschentscher

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Der Überblick: Polizei löst Gebetsstunde auf – Pastor flüchtet. Niedersachsen meldet 65 Tote. Neue Regeln treten bald in Kraft.

Hamburg. Einen Tag nach dem Beschluss von Bund und Ländern, den Lockdown bis mindestens Ende Januar zu verlängern und die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus teilweise noch zu verschärfen, hat das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen mehr als 1000 Corona-Tote innerhalb der vergangenen 24 Stunden gemeldet.

In Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen steigen nach den feiertagsbedingt niedrigen Meldungen die Infektionszahlen wieder deutlich an. Das RKI warnt bereits seit Tagen davor, die Zahlen als Anzeichen für einen Rückgang der Neuansteckungen zu interpretieren.

Die wichtigsten Corona-Nachrichten für Hamburg und den Norden am 6. Januar:

Die aktuellen Corona-Fallzahlen aus ganz Norddeutschland:

  • Hamburg: 579 neue Corona-Fälle (gesamt seit Pandemiebeginn: 39.159), 618 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (davon 109 auf Intensivstationen), 695 Todesfälle (+24). Sieben-Tage-Wert: 144,2 (Stand: Mittwoch).
  • Schleswig-Holstein: 542 neue Corona-Fälle (27.066), 376 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 63), 514 Todesfälle (+17), Sieben-Tage-Wert: 79,1 (Stand: Mittwoch).
  • Niedersachsen: 1672 neue Corona-Fälle (113.384), 1352 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 255), 2173 Todesfälle (+65). Sieben-Tage-Wert: 91,8 (Stand: Mittwoch).
  • Mecklenburg-Vorpommern: 481 neue Corona-Fälle (13.710), 312 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 89), 215 Todesfälle (+15). Sieben-Tage-Wert: 103,3 (Stand: Mittwoch).
  • Bremen: 138 neue Corona-Fälle (14.068), 148 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 23), 210 Todesfälle (+/-) Sieben-Tage-Wert Stadt Bremen: 75,2 / Stadt Bremerhaven: 56,1 (Stand: Mittwoch; Bremen gibt den Inzidenzwert nur getrennt nach beiden Städten an).

Polizei löst Gebetsstunde auf – Pastor flüchtet

Keine Atemmasken und viel zu viele Menschen: Die Polizei hat eine Gebetsstunde in einem Privathaus im emsländischen Papenburg aufgelöst. Im Wohnzimmer eines Hauses im Stadtteil Aschendorf hätten sich am Dienstagnachmittag 15 Christen im Alter von 53 bis 81 Jahren versammelt, um gemeinsam zu beten, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Beim Eintreffen der Beamten hielt der Pastor eine Predigt. Die Menschen saßen den Angaben zufolge eng an eng und ohne Mund-Nasen-Bedeckung nebeneinander. Noch bevor die Beamten die Personalien aufnehmen konnten, flüchtete der Pastor. Die übrigen müssen mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen.

Lesen Sie hier die aktuellen Corona-News für Hamburg und den Norden

Bereits am Sonntag mussten Beamte in einem Wohnhaus in Diepholz einen christlichen Gottesdienst auflösen – ein Hygienekonzept gab es nicht, die Corona-Verordnung wurde nicht eingehalten. Zu dem Zeitpunkt waren mindestens 40 Erwachsene und elf Kinder der Gemeinde bei dem Gottesdienst, nur einige trugen Masken. Genug Abstand hielten sie auch nicht. Die Polizei stellte die Personalien fest.

Niedersachsen meldet 65 weitere Corona-Tote

Die Zahl neuer Corona-Infektionen, Erkrankter in Kliniken sowie von Todesfällen bleibt in Niedersachsen auf hohem Niveau. In den Krankenhäusern werden derzeit 1373 Infizierte behandelt, 275 davon auf der Intensivstation, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. 183 Betroffene müssen künstlich beatmet werden. Die Zahl der Verstorbenen stieg um 65 auf insgesamt 2173. Nachdem die Zahl erfasster Neuinfektionen wegen weniger Tests an Feiertagen zuletzt geringer war, stieg sie am Mittwoch auf 1672 an.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, die angibt, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner sich in der vergangenen Woche nachweislich infizierten, lag im Landesdurchschnitt bei 91,8. Hotspots sind der Kreis Hildesheim (157,7), die Grafschaft Bentheim (157,5), die Stadt Delmenhorst (157,3), der Kreis Osnabrück (144,9) sowie der Kreis Gifhorn (137,1).

Ausnahmen in Schleswig-Holstein für Kinder und Pflegebedürftige

Schleswig-Holstein will von den mit dem Bund vereinbarten verschärften Kontaktbeschränkungen in der Corona-Pandemie zwei Gruppen ausnehmen. Dies betreffe Kinder unter 15, die von Familienangehörigen betreut werden, und die Pflege bedürftiger Angehöriger, sagte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) am Mittwoch.

Dies solle so in die neue Landesverordnung aufgenommen werden. Bund und Länder haben beschlossen, dass sich grundsätzlich die Angehörigen eines Haushalts künftig vorerst nur noch mit einer weiteren Person treffen dürfen. Hintergrund sind die anhaltend hohen Infektionszahlen.

Corona-Ausbruch in weiterer Einrichtung im Kreis Segeberg

In einem Pflegeheim in Goldenbek im Kreis Segeberg hat es einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. Im "Haus Goldenbek" wurden 20 Bewohner und vier Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet, wie der Kreis Segeberg am Mittwoch mitteilte. Weitere Informationen lägen bislang nicht vor. Der Infektionsschutz habe die Ermittlungen aufgenommen.

Corona-Hotline 116 117 extrem überlastet

Die Corona-Hotline 116 117 ist derzeit extrem überlastet. Die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVHH) spricht in der Spitze von "3000 Anrufer in der Sekunde". Grund ist vermutlich der Beginn der Corona-Impfungen und der Andrang auf die noch vergleichsweise wenigen Impftermine. Warum das Buchen der Impftermine für seine Eltern für einen Hamburger zum Kraftakt wurde und weshalb am Montag sogar bewusst Anrufer aus der Leitung geworfen wurden, erfahren Sie hier im ausführlichen Bericht zur Überlastung der Hotline.

Abendblatt-Interaktiv: Was die 15-Kilometer-Regel für Sie bedeuten würde

Polizei Hamburg sprengt illegale Prostitution in Hotel

Die Polizei Hamburg hat illegales Sexgeschäft in einem Hotel am Steindamm hochgehen lassen. Dort waren Freier und Prostituierte ein und ausgegangen und haben damit gegen die Regeln der Corona-Eindämmungsverordnung verstoßen. Hier geht's zum Bericht.

Corona-Regeln in Hamburg sollen diese Woche in Kraft treten

Am Nachmittag informiert der Senat die Hamburger über die neuen Corona-Regeln. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und weitere Senatsmitglieder erläutern, wie die Beschlüsse der Bund-Länder-Beratungen vom Dienstag in der Hansestadt umgesetzt werden – die neuen Regeln sollen "voraussichtlich" bereits am Freitag in Kraft treten, erklärte Tschentscher.

Der Bürgermeister betonte, dass sich "die Auswirkungen des Feiertagsverhaltens" erst mit einigem Verzug in den Infektionszahlen widerspiegeln werden – zudem wies er auf die mutmaßlich erhöhte Ansteckungsgefahr durch die in England nachgewiesene Virusmutation hin. Bisher sind laut Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) in Hamburg keine Fälle mit dieser Mutation aufgetreten – allerdings wird die aufwendige Genom-Analyse nur in Verdachtsfällen durchgeführt.

Die Lockdown-Regeln werden vollständig verlängert, auch im Bereich Schule und Kita, zusätzlich wirbt der Senat noch einmal bei Arbeitgebern und -nehmern darum, möglichst häufig aus dem Homeoffice zu arbeiten. Wem das nicht möglich sei, an den appellierte Leonhard, sich auch im Arbeitsumfeld an die Regeln zu halten. Es sei "nicht plausibel", dass weiterhin Ausbrüche, die auf Firmenkantinen und -Cafeterien zurückzuführen seien, bearbeitet werden müssten.

200er-Inzidenz in Hamburg? Auf jeden Fall verhindern

Auch die Kontaktbeschränkungen werden in Hamburg gemäß der Ergebnisse der Gespräche vom Dienstag umgesetzt: Zusätzlich zu Angehörigen eines Haushalts darf nur noch eine weitere Person getroffen werden – eine Ausnahme für Kinder unter 14 Jahren, wie es sie zum Weihnachtsfest gegeben hatte, werde es nicht geben.

Eine Regelung, von der Tschentscher sagt, er hoffe, "dass wir sie in Hamburg nicht konkretisieren müssen", ist die Ausgangsbeschränkung auf einen Radius von 15 Kilometern bei einer Inzidenz von mehr als 200. Am Mittwoch beträgt der Sieben-Tage-Wert in der Stadt 144,2. Wie diese genau ausgestaltet werden könne, werde man aber erst entscheiden, falls sich Hamburg dieser Marke noch weiter annähere.

Ob das passiert, sei nicht vorherzusehen, zumal mit der anscheinend deutlich ansteckenderen Mutation ein neuer Unsicherheitsfaktor hinzugekommen sei. Die größte Wahrscheinlichkeit, zu besseren Werten zu kommen, sei aber die konsequente Einhaltung der Regeln, mahnte der Bürgermeister zum wiederholten Mal.

Reiserückkehrer müssen Testkosten mutmaßlich selbst tragen

Vor dem 17. Januar könne man die Wirkung der bisher und aktuell getroffenen Maßnahmen nicht relevant einschätzen, deswegen sei das nächste Bund-Länder-Gespräch erst für den 25. Januar geplant. Es sei besser, "jetzt sehr konsequent und vorsichtig" zu sein, als in wenigen Wochen festzustellen, dass man erneut verschärfen müsse.

Mit Blick auf die verschärften Test-Regeln für Reiserückkehrer, die sich direkt nach der Rückkehr und später ein zweites Mal testen lassen müssen, um aus der Quarantäne zu kommen, sagte Senatorin Leonhard: "Wer jetzt in ein Risikogebiet reist und bei der Rückkehr zwei Tests benötigt, wird diese mutmaßlich selbst finanzieren müssen."

Die zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) betonte ebenfalls, dass es in Anbetracht der weiter "viel zu hohen" Zahlen notwendig sei, der Gesellschaft diese "neuen Zumutungen" abzuverlangen: "Jeder Kontakt ist einer zu viel", sagte sie und wandte sich mit der Mahnung zur Einhaltung der Regeln auch explizit an diejenigen, die "eine gewisse Corona-Müdigkeit" haben.

Kita-Betreuung zu Randzeiten kann eingeschränkt werden

Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) sagte, dass das derzeitige Infektionsgeschehen den "hohen Druck auf unser Gesundheitssystem" illustriere. Im Bereich der Kitas werde den Trägern "zunächst befristet bis Ende Januar" ermöglicht, die Betreuung zu den Tagesrandzeiten einzuschränken – im Gegenzug werde den betroffenen Eltern ein Teil der Gebühren erlassen. Zu den Kernzeiten sei aber eine Betreuung gewährleistet. Der soziale Kontakt sei durch digitale Angebote nicht zu ersetzen. Derzeit wird rund ein Viertel der Kita-Kinder vor Ort betreut.

Abschlussprüfungen in Hamburgs Schulen werden "angepasst"

Hauptschule bis Abitur: Werden Abschlussprüfungen einfacher?

Schulsenator Ties Rabe (SPD) sagte, auch im beschlossenen Distanzunterricht gebe es eine angemessene Notbetreuung in den Schulen: "Wir schicken kein Kind weg." Zwischen fünf und zehn Prozent der Schüler an weiterführenden und rund ein Fünftel der Grundschüler nähmen diese Angebote wahr.

Die Abschlussprüfungen für alle Schulformen werden wegen des massiven Unterrichtsausfalls "angepasst", kündigte Rabe weiter an. Keinem Kind solle ein Nachteil durch die Corona-Krise entstehen. Deswegen würden auch die "Lernferien" erneut angeboten.

Grote: "gewisse Disziplinlosigkeit" zu beobachten

Hamburger zunehmend disziplinlos – 280 Verstöße in Wohnungen

Innensenator Andy Grote (SPD) sagte, bei den polizeilichen Kontrollen gebe es eine "durchwachsene Wahrnehmung": Zwar sei ein Großteil der Hamburger weiterhin bereit, sich an die Regeln zu halten. Andererseits beobachteten die Beamten eine "gewisse Disziplinlosigkeit" – allein 280 Verstöße gegen die zulässige Personenzahl in Privatwohnungen seien in den Weihnachtsferien festgestellt worden. Auch Grote warb um ein weiteres Einhalten der Regeln.

Hamburg will mehr Impfungen aus einer Flasche gewinnen

Vor kurzem war bekannt geworden, dass aus einer Flasche des Biontech-Impfstoffes mehr als die zugelassenen fünf Impfdosen gewonnen werden können: Hamburg setzt sich auf Bundesebene dafür ein, dass dem medizinischen Personal gestattet wird, bei einer Überfüllung auch mehr als die zugelassene Anzahl der Dosen aus einer Flasche zu gewinnen. Laut Senatorin Leonhard gebe es noch keine schriftliche Antwort, es sei der Stadt aber angedeutet worden, dass eine Genehmigung dazu erteilt werde.

Schon in der kommenden Woche könnten mehrere Tausend Dosen des von der us-amerikanischen Firma Moderna entwickelten Impfstoffes in Hamburg eintreffen. Genauere Zahlen lägen noch nicht vor, weil der Hersteller erst konkrete Zahlen nenne, wenn eine endgültige Zulassung vorliegt.

Kontaktregeln: So viele Ein-Personen-Haushalte gibt es im Norden

Die am Dienstag beschlossenen Corona-Regeln bringen eine Verschärfung der Kontaktbeschränkung mit sich: Mitglieder eines Haushalts dürfen sich nur noch mit einer weiteren Person treffen. Bislang galt eine Beschränkung auf fünf Personen aus zwei Haushalten.

In Hamburg bedeutet das für viele vermutlich eine geringere Einschränkung als gedacht: Fast die Hälfte der 993.000 Haushalte in der Hansestadt – nämlich 490.000 – sind Ein-Personen-Haushalte, wie das Statistikamt Nord am Mittwoch mitteilte

In Schleswig-Holstein leben häufiger mehrere Menschen in einem Haushalt, unter den 1.470.000 Haushalten sind nur rund 610.000 Ein-Personen-Haushalte.

Schleswig-Holstein bleibt bei Corona-Kontrollen zurückhaltend

Schleswig-Holstein hält bei Kontrollen zur Einhaltung der Corona-Bestimmungen offenkundig an seinem zurückhaltenden Kurs fest. „Über allen staatlichen Maßnahmen steht weiterhin die Verantwortung jeder und jedes Einzelnen, die eigenen Kontakte so weit wie möglich zu reduzieren“, erklärte das Innenministerium am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Hinsichtlich von Kontrollen seien auch bei Änderungen weiterhin vorrangig die kommunalen Behörden zuständig. Die Landespolizei leiste auf Anforderung Unterstützung im Rahmen der Amtshilfe, auch bei etwaigen speziellen Kontrollen. Ansonsten nehme sie ihre originären gesetzlichen Aufgaben wahr. Dazu zähle eine erhöhte Präsenz in der Öffentlichkeit.

Bund und Länder haben unter anderem beschlossen, dass sich künftig die Angehörigen eines Haushalts nur noch mit einer weiteren Person treffen dürfen. Außerdem sollen sich die Bewohner eines Kreises nur noch maximal 15 Kilometer von ihrem Wohnort wegbewegen, wenn es in dem Kreis über 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche gegeben hat. In Schleswig-Holsteins gibt es derzeit nirgends einen so hohen Wert.

Hamburger Einzelhandel fühlt sich "im Stich gelassen"

Die Entscheidung von Bund und Ländern, den Corona-Lockdown bis mindestens Ende des Monats zu verlängern, sorgt für Unmut im Hamburger Einzelhandel. „Bei allem Verständnis für den Handlungsdruck der Politik: Die Unternehmen brauchen eine Perspektive“, sagte die Geschäftsführerin des Handelsverbands Nord, Brigitte Nolte, am Mittwoch. „Sie fühlen sich von der Politik im Stich gelassen.“

Für Befremden habe die in Berlin getroffene Aussage „Wir haben noch einen langen Atem“ gesorgt. „Die Unternehmen haben keinen langen Atem und bekommen keine Antworten.“ Mit jedem Tag vergrößere sich der Anteil derjenigen, die die Krise nicht überstehen, weiter, sagte Nolte. „Auch wenn nicht erwartet worden ist, dass es ab 11.1. ohne Einschränkung weitergeht, hätte man dennoch mehr gebraucht als die Aussicht, die längst beschlossenen Überbrückungshilfen recht bald zur Auszahlung zu bringen.“

Die Regierungschefs der Länder hatten sich am Dienstag nach Beratungen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die Verlängerung des Lockdowns verständigt. Bis auf Geschäfte für Dinge des täglichen Bedarfs müssen damit auch Läden mindestens bis Ende Januar weiter geschlossen bleiben.

DGB fordert mehr Corona-Kontrollen in Betrieben

Zur Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen fordert der DGB Hamburg mehr Kontrollen in den Betrieben. „Die Arbeitsschutzbehörde muss verstärkt ein Auge auf die Arbeitsbedingungen haben“, sagte die Landesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Katja Karger, am Mittwoch. Sie kritisierte die unverbindlichen Empfehlungen zur Arbeit im Homeoffice: „Mehr als Appelle an die Arbeitgeber sind von der Politik nicht gekommen.“ In kleineren und mittleren Betrieben gebe es für die Beschäftigten oft noch eine Anwesenheitspflicht, obwohl diese nicht nötig sei. Auch das Tragen der Schutzmaske werde von manchem Chef nicht durchgesetzt.

Keine Einwände äußerte Karger gegen die Empfehlung der Ministerpräsidentenkonferenz, Betriebskantinen nach Möglichkeit zu schließen: Man müsse zwischen dem Gesundheitsschutz und der Versorgung der Beschäftigten abwägen. In den Kantinen träfen in der Regel viele Menschen zusammen, und nicht wenige Beschäftigte machten sich Sorgen um ihre Gesundheit. Es sei sicherer, Essen „to go“ auszugeben.

Kita-Personal in Hamburg soll prioritäre Berufsgruppe werden

Um eine verlässliche Kinderbetreuung in Hamburg auch in der Corona-Krise sicherzustellen, wollen SPD und Grüne das Kita-Personal zu einer sogenannten prioritären Berufsgruppe machen. Auf dieser Grundlage solle dann „eine geeignete und zeitnahe Teststrategie zur Vermeidung quarantänebedingter Langzeitausfälle“ entwickelt werden, heißt es in einem am Mittwoch vorgestellten Antrag der Bürgerschaftsfraktionen. Darin wird der Senat zudem aufgefordert, Möglichkeiten für eine rechtssichere Flexibilisierung der Betreuungszeiten bei starkem Personalausfall und Erleichterungen bei der Personaleinstellung zu prüfen.

„Die letzten Monate haben gezeigt, dass den Kitas in der Pandemiebekämpfung eine entscheidende Rolle zukommt“, sagte der Familienexperte der SPD-Fraktion, Uwe Lohmann. „Die Doppelverantwortung aus Homeoffice und Kinderbetreuung ist für Familien nur schwer zu schultern.“ Viele Eltern arbeiteten auch in systemrelevanten Berufen und seien daher zwingend auf Kinderbetreuung angewiesen.

„Für Familien mit geringem Einkommen, Frauen und Alleinerziehende ist der laufende Kita-Betrieb nicht selten existenziell“, betonte die familienpolitische Sprecherin der Grünen, Britta Herrmann. Auch seien Bindungs- und Beziehungsaspekte für die Entwicklung der Kinder von besonderer Bedeutung. Man wissen aber auch, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kitas einem höheren Risiko ausgesetzt sind. „Gerade deshalb ist uns eine umfassende Teststrategie ein besonderes Anliegen.“

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Ob sich eine Einstufung des Kita-Personals als prioritäre Berufsgruppe auch auf die Impfstrategie auswirken würde, sei noch nicht absehbar, sagte Lohmann. Zunächst seien jetzt über 80-Jährige, die Bewohner und Mitarbeiter der Pflegeeinrichtungen, das medizinische Krankenhauspersonal und die Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste an der Reihe. „Die haben jetzt erst einmal oberste Priorität. Alles andere wird man dann später sehen.“

Niedersachsens Kultusminister: "Kein Kind darf zurückgelassen werden"

Die Schulen und Kitas in Niedersachsen werden auch während des verlängerten Lockdowns Bildungs- und Betreuungsangebote machen. Das betonte der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Mittwoch: "Wir haben ein Konzept für Bildung und Betreuung im Lockdown. Kein Kind und kein Jugendlicher muss und darf zurückgelassen werden in dieser schwierigen Zeit."

Konkret seien folgende Maßnahmen vom Ende der Weihnachtsferien am 11. Januar bis zum Halbjahresende am 29. Januar vorgesehen:

  • Schüler an Grund- und Förderschulen bekommen in der kommenden Woche Fernunterricht und ab 18. Januar Wechselunterricht
  • Abitur- und weitere Abschlussklassen erhalten ab dem 11. Januar Wechselunterricht
  • Schüler der weiterführenden Schulen, die nicht zu Abschlussklassen gehören, bekommen bis zum Halbjahresende Fernunterricht
  • Berufsbildende Schulen wechseln (außer bei zwingend erforderlicher Anwesenheit) ebenfalls ins Distanzlernen
  • Für die Jahrgänge 1 bis 6 wird eine Notbetreuung sowohl im Wechsel- als auch im Fernunterricht angeboten
  • Die Kindertagesstätten bieten eine Notbetreuung für bis zu 50 Prozent der Kinder an

Der Landesschülerrat Niedersachsens sprach sich parallel für eine Vermeidung des reinen Distanzlernen zugunsten des bereits seit Sommer erprobten Wechselunterrichts aus: "Das Wechselmodell hätte für den Infektionsschutz wohl ausgereicht. Wir gehen mit dem Homeschooling das Risiko ein, Schüler langfristig zu verlieren und Rückstände unaufholbar zu vergrößern", sagte Florian Reetz, Vorsitzender des Landesschülerrates.

Hamburger Ärztekammer fordert rasche Impfung aller Pflegeheimbewohner

Die Hamburger Ärztekammer fordert, bei der Diskussion um Corona-Maßnahmen ein besonderes Augenmerk auf die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen zu werfen. Präsident Pedram Emami und seine Stellvertreterin Birgit Wulff betonen: "Die absolute Mehrzahl der schweren und tödlichen Verläufe tritt bei dieser Bevölkerungsgruppe auf – je nach Statistik bis zu 90 Prozent."

Deswegen sei es absolut notwendig, diese Menschen "zügig, konsequent und zeitnah" gegen das Coronavirus zu impfen. Das "könnte die effektivste Maßnahme zur Senkung der Sterblichkeit durch COVID-19 darstellen, das Gesundheitssystem entlasten und perspektivisch auch ermöglichen, in anderen Bereichen der Gesellschaft die Maßnahmen zu lockern.“ Jede Verzögerung hingegen werde zu mehr Todesfällen führen.

Gleichzeitig warben Emami und Wulff für eine "mehr faktenbasierte und weniger emotionalisierte und von politischen Aspekten geleitete Diskussion". Diese sei "unsere einzige Chance, die Pandemie ohne noch größere menschliche, gesellschaftliche und sonstige Schäden zu überstehen."

Weitere 24 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona

Nach dem Höchststand von 697 Neuinfektionen am Dienstag hat Hamburg auch am Mittwoch eine signifikante Zahl von neuen Corona-Fällen gemeldet: Durch die 579 weiteren Erkrankten steigt der Sieben-Tage-Wert auf 144,2 – zu Wochenbeginn hatte die Inzidenz feiertagsbedingt noch bei 126,0 gelegen.

Laut RKI starben seit Dienstag weitere 24 Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung, die Gesamtzahl der Corona-Toten steigt auf 695. Derzeit werden 618 Menschen in Hamburger Krankenhäusern wegen einer Infektion mit dem Coronavirus behandelt (Vortag: 607), 109 von ihnen sind so schwer erkrankt, dass sie auf der Intensivstation versorgt werden müssen.

Zur Information: Bis zum 31.12.2020 wurden alle Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus durch das Institut für Rechtsmedizin untersucht – in die Statistik flossen nur die Fälle ein, bei denen das Virus todesursächlich war. Das Projekt wurde laut Sozialbehörde planmäßig zum Jahresende abgeschlossen, seitdem meldet die Stadt keine von den Angaben des RKI abweichende Zahl mehr.

Schleswig-Holstein: Jeder sechste Corona-Test positiv

Etwa jeder sechste Corona-Test in Schleswig-Holstein ist zuletzt positiv ausgefallen. In der letzten Dezember-Woche betrug der Anteil nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KVSH) bei 16.700 Tests 15,7 Prozent. In Deutschland insgesamt lag die Quote bei 16,7 Prozent (721.500 Tests). Die Zahl der Tests im Norden in der letzten Woche des vorigen Jahres war die niedrigste seit Anfang Juli. Am meisten waren es in der ersten November-Woche mit 51.000 Tests. Danach sank die Zahl wieder, weil die Tests auf die höchsten Risikoklassen konzentriert wurden. Zuletzt kamen das Weihnachtsfest und der Jahreswechsel als Gründe hinzu.

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie im März wurden im Norden 1,07 Millionen Tests auf das Coronavirus gemacht. In ganz Deutschland waren es 31,27 Millionen. Der Anteil der Positiv-Tests war in den vergangenen Wochen kontinuierlich gestiegen. Die Statistik erfasst der KVSH zufolge nur die Tests weniger Labore nicht.

Minister Buchholz für konsequentes Homeoffice

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz hat dazu aufgerufen, derzeit so weit wie möglich zu Hause zu arbeiten. „Angesichts der aktuellen Infektionslage ist es weiterhin nötig, auch im beruflichen Alltag möglichst Kontakte zu reduzieren“, sagte der FDP-Politiker am Mittwoch in Kiel. „Deswegen appelliere ich noch einmal an alle: Wenn Homeoffice möglich ist, dann sollte Homeoffice auch umgesetzt werden.“

Das gelte für alle Bereiche, in denen auch digital gearbeitet werden kann. „Die verschärften Maßnahmen sollen dafür sorgen, dass die Infektionszahlen in den nächsten drei Wochen deutlich zurückgehen und wir wieder eine Perspektive für Lockerungen haben“, erläuterte Buchholz. „Das schaffen wir nur, wenn alle so viel wie möglich Kontakte beschränken.“

Nur wenige technische Störungen am zweiten Schultag

Nach technischen Schwierigkeiten zum Hamburger Schulstart beim Home-Schooling ist der zweite Tag nach Auskunft der zuständigen Behörde ohne größere Probleme angelaufen. Es lägen keine entsprechenden Meldungen vor, teilte ein Sprecher der Schulbehörde am Mittwochmorgen auf Anfrage mit. Die Server-Kapazitäten seien deutlich aufgerüstet worden. Die wenigen Schulen, die noch veraltete schuleigene Server nutzen, würden verpflichtet, kurzfristig neue Hardware zu erwerben. Es könne erfahrungsgemäß allerdings einige Wochen dauern, bis der neue Server zur Verfügung stehe.

Nach Auskunft der Schulbehörde war es am Dienstag aufgrund der hohen Teilnehmerzahlen an Videokonferenzen während des Distanzunterrichts zwischen 8 Uhr und 10 Uhr bei einzelnen Schulen zu Störungen gekommen. Die Gründe seien sehr unterschiedlich gewesen. „In einigen Fällen lag es an veralteten Servern der Schule, die die Schule jeweils in Eigenverantwortung betreibt“, sagte der Sprecher. „In anderen Fällen hing es damit zusammen, dass der Anbieter IServ bundesweit erhebliche Netzprobleme hatte.“ Es habe sich also nicht um hamburgspezifische Probleme gehandelt.

Senat informiert über Umsetzung der neuen Corona-Regeln

Der Hamburger Senat will noch am Mittwoch darüber informieren, wie die am Dienstag beschlossenen neuen Corona-Regeln, die ab kommender Woche in Kraft treten sollen, in Hamburg umgesetzt werden. Für die Mittagszeit ist eine Pressekonferenz angekündigt, die Sie bei abendblatt.de live verfolgen können.

Bereits am Dienstagabend hatte Bürgermeister Peter Tschentscher in einem kurzen Statement erläutert, was beschlossen wurde:

Corona: Tschentscher erklärt den neuen Lockdown

Trotz hoher Zahlen: FDP kritisiert Lockdown-Verschärfung

Die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Christine Aschenberg-Dugnus, hat bei NDR Info Teile der am Dienstag beschlossenen Corona-Maßnahmen als "unverhältnismäßig" kritisiert. Die Schleswig-Holsteinerin sagte, es sei nicht verständlich, warum die verschärften Kontaktbeschränkungen auch "für Kreise mit einer Inzidenz unter 50" gelte.

Ein Sieben-Tage-Wert von weniger als 50 ist erklärtes Ziel des Lockdowns. Nur dann sei es wieder möglich, die Infektionsketten nachzuvollziehen und die Pandemie effektiv einzudämmen, hatte unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag erklärt. Mit Stand vom Mittwoch haben laut RKI derzeit nur 24 der 412 Stadt- und Landkreise in Deutschland einen Inzidenzwert, der unter dieser Grenze liegt. 270 Stadt- und Landkreise haben derzeit eine Sieben-Tage-Inzidenz von 100 oder mehr, in 55 Kreisen liegt der Wert sogar bei 200 oder mehr.

Auch die FDP im Kieler Landtag hat zurückhaltend auf die jüngsten Beschlüsse von Bund und Ländern zur Eindämmung des Coronavirus reagiert. „Das sind schon sehr drastische Maßnahmen, die vor allem junge Familien in den nächsten drei Wochen vor erhebliche Herausforderungen stellen wird“, sagte Fraktionschef Christopher Vogt am Mittwoch in Kiel. „Ich hoffe sehr, dass dieses befristete Paket auch tatsächlich zu einer Art Befreiungsschlag führen wird.“

Impftermine im Norden vollständig ausgebucht

Während Hamburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern vorrangig auf mobile Impf-Teams und persönliche Einladungen für die zunächst zu impfenden Personengruppen setzen, hat Schleswig-Holstein am Dienstagmorgen ein Online-Portal zur Vereinbarung von Impfterminen freigeschaltet, auf dem sich alle vorrangig Impfberechtigten für einen Termin anmelden konnten.

Allerdings waren die Termine nahezu sofort komplett vergeben. Wer die Webseite aufruft, wird darüber informiert, dass erst ab Dienstag kommender Woche (12. Januar, 8 Uhr) wieder neue Termine vergeben werden.

Auch bei der telefonischen Terminabsprache über die bundesweit geltende Rufnummer 116 117 gibt es mindestens kleinere Probleme: Wer beispielsweise in Norderstedt wohnt, landet nicht bei dem für ihn zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein, sondern bei der Hamburgs.

Senat fördert Weiterbildung mit 20 Millionen Euro

In der Corona-Krise will der Hamburger Senat die Weiterbildung von Arbeitnehmern mit 20 Millionen Euro fördern. Beschäftigte kleiner und mittlerer Unternehmen, die von Krisenauswirkungen betroffen sind, sollen angesprochen und für Qualifizierungsmaßnahmen gewonnen werden, teilte die Sozialbehörde am Mittwoch mit. Die Maßnahme sei Teil des Hamburger Wirtschaftsstabilisierungsprogramms (HWSP), das die Stadt im Zuge der Corona-Krise aufgelegt hat. Sie soll in diesem und im nächsten Jahr Impulse am Arbeitsmarkt setzen. Im Dezember waren nach Angaben der Arbeitsagentur gut 82.000 Hamburger arbeitslos. Die Arbeitslosenquote betrug 7,7 Prozent.

„Je besser Menschen qualifiziert sind, desto besser können sie auch in schwierigen Zeiten erfolgreich sein, und desto geringer ist das Risiko, dass sie auf staatliche Leistungen angewiesen sein werden“, erklärte Arbeits- und Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD). Mit den 20 Millionen Euro können nach den Worten von Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) neben den Maßnahmen des Bundes und der Bundesagentur gezielte hamburgspezifische Schwerpunkte gesetzt werden. „Unser Grundsatz war, ist und bleibt: Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz“, betonte Dressel.

Weil rechnet mit angespannter Lage bis Ende März

Die nach wie vor angespannte Corona-Infektionslage dürfte nach Einschätzung von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil wohl noch weit über den verlängerten Lockdown hinaus anhalten. Er rechne aus derzeitiger Sicht bis Ende März mit einer insgesamt schwierigen Situation, sagte der SPD-Regierungschef am Mittwochmorgen im Norddeutschen Rundfunk. „Danach wird es hoffentlich besser.“ Bund und Länder hatten sich am Dienstag darauf verständigt, die bestehenden Corona-Auflagen zunächst bis Ende Januar aufrechtzuerhalten und noch einmal zu verschärfen.

Zahlen seien "erschreckend hoch": Günther verteidigt Lockdown

Der Corona-Lockdown wird auch in Schleswig-Holstein bis zum 31. Januar verlängert – und zum Teil verschärft. Das kündigte Ministerpräsident Daniel Günther am Dienstagabend nach der Konferenz der Länder-Regierungschefs mit Kanzlerin Angela Merkel an. Es sei angesichts der hohen Infektionszahlen notwendig, in einigen Punkten nachzuschärfen, um ab Februar erste Lockerungen ansteuern zu können. Zuvor hatte bereits Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher die neuen Regeln in der Hansestadt verkündet.

Künftig sind private Zusammenkünfte eines Haushalts nur noch mit maximal einer weiteren Person gestattet. "Ich weiß, dass das hart ist", sagte Günther. Aber die Infektionszahlen seien auch im Norden noch "erschreckend hoch". Es sei nicht verantwortbar, sich von einem Lockdown in den nächsten zu hangeln. "Wir müssen jetzt diesen harten Schnitt machen, um dann wieder klare Perspektiven aufzuzeigen."

In Schleswig-Holstein sind bis Dienstagabend 549 neue Corona-Fälle registriert worden. Die Zahl der Menschen, die seit Ausbruch der Pandemie an oder mit Corona gestorben sind, hat fast die Marke 500 erreicht: Am Dienstag wurden 22 neue Todesfälle gemeldet, damit gibt es bisher insgesamt 497 Corona-Tote, wie aus den Daten des Gesundheitsministeriums weiter hervorgeht.

Die neuen Regeln im Corona-Lockdown im Überblick:

  • Alle Regeln, die im Rahmen der Eindämmungsverordnung bis zum 10. Januar gelten sollten, werden grundsätzlich bis zum 31. Januar verlängert.
  • Damit bleiben auch die Regeln zu Kitas und Schulen erhalten. Die Präsenzpflicht an den Schulen bleibt aufgehoben, stattdessen soll so weit wie möglich Distanzunterricht weiterhin gemacht werden. Kinder sollen – wann immer möglich – zu Hause betreut werden.
  • Private Zusammenkünfte werden auf nur eine weitere nicht im Haushalt lebende Person beschränkt.
  • "Es gibt eine Sonderregelung, von der ich nicht hoffe, dass wir sie in Hamburg benötigen", sagte Tschentscher. Bund und Länder haben sich auf eine Beschränkung des Bewegungsradius auf 15 Kilometer rund um den Wohnort geeinigt, sofern eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner besteht. Nur wer einen triftigen Grund habe, könne diesen Radius überschreiten. Ein solcher Grund zum Beispiel ist der Weg zur Arbeit – "tagestouristische Ausflüge" gehören nicht dazu. In Hamburg kommt diese Regelung noch nicht zum Einsatz. Laut Senat liegt die Inzidenz bei 138,4. Rechtlich verbindlich ist aber der vom Robert-Koch-Institut angegebene Wert, der am Dienstag bei 101,9 lag.
  • Senioren- und Pflegeeinrichtungen sollen mehrmals pro Woche Personal und Besucher testen. Das war in Hamburg schon verpflichtend und gilt nun bundesweit. Die Länder sollen dabei personell Unterstützung leisten.
  • Betriebskantinen sollen nur noch Speisen ausgeben, wenn die Arbeitsabläufe dies ermöglichen, ähnlich den Ausgaberegelungen in Restaurants.
  • Zwei-Test-Strategie bei Rückkehrern aus Risikogebieten: Sowohl direkt bei Einreise als auch frühestens fünf Tage danach müssen diese getestet werden, bevor die zehntägige Quarantäne aufgehoben werden kann.
  • Der Bund werde verlässliche Lieferzeiten für die Impfstoffe an die Länder weitergeben, damit diese besser planen können.
  • Bund und Länder wollen am 25. Januar, also eine Woche vor Ende des verlängerten Lockdowns, erneut über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten.

Niedersächsische Kliniken erhalten Impfstoff für Personal

Für besonders gefährdetes Personal der Medizinischen Hochschule Hannover, der Universitätsmedizin Göttingen und des Klinikums Braunschweig soll am Mittwoch Corona-Impfstoff bereit gestellt werden. Eine entsprechende Ankündigung des Sozialministeriums dazu lag vor. „Bislang haben wir keinen Termin und keine vollständige Klarheit dazu“, sagte der Sprecher der Universitätsmedizin Göttingen, Stefan Weller.

Wenn der Impfstoff wirklich da sei, könne an der Universitätsmedizin Göttingen am Donnerstag mit den ersten Impfungen begonnen werden. „Die UMG ist vorbereitet, kann dazu jetzt aber definitiv keine Festlegung machen“, sagte Weller.

Wann mit den Impfungen begonnen werde, müssten die Kliniken für sich entscheiden, sagte ein Sprecher des Sozialministeriums: „Das ist vorbesprochen mit den jeweiligen Krankenhausapotheken.“

Am Montag hatte Landessozialministerin Carola Reimann (SPD) angekündigt, die drei Kliniken mit dem Impfstoff zu beliefern. Alle anderen Krankenhäuser sollten über die Impfzentren vor Ort mit mobilen Teams angesteuert werden.

Corona: 20 Schnelltest-Zentren in Hamburg für Heimbesucher

Kurz vor dem Jahreswechsel hat auch Hamburg wegen der hohen Zahl an Corona-Infizierten die Regeln für Besuche in Pflegeheimen verschärft. So dürfen Besucher alle Einrichtungen dieser Art nur noch mit einem negativen Corona-Testergebnis betreten.

Da aber nicht alle Einrichtungen in der Lage sind, entsprechende Tests für Besucher anzubieten, hat die Stadt nun übergangsweise 20 zentrale Teststandorte eingerichtet, von denen laut Gesundheitsbehörde spätestens am Dienstag auch die letzten in Betrieb gehen sollten. Die Standorte stünden bis zum 15. Januar auch an Sonn- und Feiertagen zur Verfügung und seien täglich von 8 Uhr bis 16 Uhr geöffnet. Fragen beantwortet die Corona-Hotline der Stadt unter der Rufnummer 428-28-4000.

Corona: Die Schnelltest-Zentren in Hamburg für Heimbesucher

  • Harburg Schlachthofstraße 2-3
  • St. Pauli (DOM-Wache) Heiligengeistfeld1
  • Tonndorf/Jenfeld Albert-Schweitzer-Ring 2
  • Stellingen Luruper Hauptstraße 11
  • Barmbek Lämmersieth 38a
  • Osdorf Blomkamp 11
  • Niendorf Fuhlsbütteler Weg 5
  • Eimsbüttel Kieler Str. 204
  • Langenhorn Tangstedter Landstr. 139
  • Farmsen Berner Heerweg 151
  • Wandsbek-Marienthal Am Neumarkt 30
  • Poppenbüttel Rehmbrook 4
  • Winterhude Wiesendamm 36
  • Bergstedt Rodenbeker Str. 30
  • Bergedorf Chrysanderstr. 2 d
  • Öjendorf Reinskamp 40
  • Moorfleet Sandwisch 83
  • Wilhelmsburg Rotenhäuser Str. 73a
  • Hausbruch Rehrstieg 1
  • Oldenfelde Siedlung Bekassinenau 30c

Erste Anlaufstelle bleibe aber die Pflegeeinrichtung. Sofern in der zu besuchenden Einrichtung selbst kein Schnelltest angeboten werde, händige die Einrichtung Besuchern eine Bescheinigung aus, mit der sie einen Termin für einen kostenlosen Schnelltest vereinbaren könnten.

Lesen Sie hier die Corona-News für Hamburg und den Norden vom 5. Januar

( josi/maj/ras/dpa )

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