Hamburg

Stufenlos: Der Alsterwanderweg wird umgestaltet

Mit Rollator und Rollstuhl ist an vielen Stellen kein Weiterkommen – damit soll nun Schluss sein. Umbauarbeiten starten im Winter.

Hamburg. An vielen Stellen des Alsterwanderweges in Hamburg geht es für Menschen mit Behinderung nicht weiter. Das Problem ist auch seit Jahren bekannt, nur geändert hat sich bislang nichts. Doch nun verkündet das Bezirksamt Nord, dass noch im Winter mit ersten Bauarbeiten begonnen werden soll – zur Freude der Betroffenen und der Politiker, die den Umbau bereits 2011 beschlossen hatten.

Auf einer Länge von vier Kilometern sind bis 2024 sechs Bauabschnitte geplant. Für rund drei Millionen Euro sollen neue Rampen als Alternative zu den denkmalgeschützten Treppen gebaut werden. Zudem sind weitere Bänke und ein Steg unter der Brücke an der Wilhelm-Metzger-Straße vorgesehen. Wege sollen erneuert werden. Das geht aus einer Pressemitteilung der Grünenfraktion von Freitag hervor.

Viele Senioren bewegt das Thema schon lange

"Wir bewegen das Thema schon seit Jahren, immer wieder erreichen uns Anfragen gerade von älteren Bürgerinnen und Bürgern aus Alsterdorf", berichtet Katrin Hofmann, stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Ohlsdorf und Alsterdorf. "Es freut mich besonders, dass viele dieser Menschen schon bald den Alsterwanderweg wieder 'wie damals' auf ganzer Länge werden erleben können. Nachdem ihnen das viele Jahre lang nicht mehr möglich war.“

Folgende Projekte sind geplant:

  • Neuer Steg unter der Brücke (Wilhelm-Metzger-Straße)
  • Rampe statt Treppe an der Rathenaubrücke
  • Rampe zur Umgehung der denkmalgeschützten Treppe am Alsterdorfer Damm
  • Rampe zur Umgehung der denkmalgeschützten Treppe an der Skagerrak-Brücke
  • Neue Rampe Höhe Rathenaustraße Nr. 200 (Stichweg zur Alsterdorfer Straße)
  • Rampe zur Umgehung der denkmalgeschützten Treppe Am Hasenberge

Abgesehen von den neuen Rampen sollen auch bereits vorhandene so umgestaltet werden, dass die Steigung höchstens noch fünf Prozent beträgt. Das betrifft zum Beispiel den Zugang am Ohlsdorfer Bahnhof. Um die Rampen zu erstellen, müssen Flächen der Kleingärtner in Anspruch genommen werden. Insgesamt entfallen für die Bauarbeiten laut den Grünen sieben Kleingärten.

Umbau abgestimmt mit Erneuerung der Uferwände am Alsterkanal

Im Sommer 2021 soll die Treppe am Alsterdorfer Damm durch eine neue Rampe ergänzt werden, die Treppe neben der Rathenaubrücke wird durch eine Rampe ersetzt. Da allerdings ein Teil der Arbeiten im Zusammenhang mit notwendigen Sanierungen an den Uferwänden des Alsterkanals stehen und zusammen angegangenen werden sollen, verzögert sich die Fertigstellung. Mit einem Abschluss der Arbeiten wird demnach erst in 2024 gerechnet.

FDP mahnt: Umsetzung darf nicht weitere zehn Jahre dauern

Auch die FDP-Fraktion, die sich seit Jahren für den Umbau stark macht, zeigt sich erleichtert über den jetzt durch das Bezirksamt bekannt gegebenen Zeitplan. "Ich freue mich, dass wenigstens die schlimmste Gefahrenstelle jetzt angegangen wird", sagt Ralf Lindenberg von der FDP-Fraktion Hamburg-Nord. Er mahnt jedoch "Wir erwarten aber, dass es bis zur Umsetzung der Gesamtmaßnahme nicht noch einmal zehn Jahre dauert."