Schule in Corona-Zeiten

Rabe und Kollegen halten an vollem Präsenzunterricht fest

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (Archiv) will vor weiteren Schul-Entscheidungen noch das Treffen von Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten am Montag abwarten.

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (Archiv) will vor weiteren Schul-Entscheidungen noch das Treffen von Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten am Montag abwarten.

Foto: Imago/Chris Emil Jansen

Kultusminister einigen sich. Anteil der Schulen an Gesamtzahl der Hamburger Corona-Fälle schwankt. Wo es Neuinfektionen gibt.

Hamburg. Am Freitag waren Schüler und Lehrer in Hamburg erneut leicht überproportional am Corona-Infektionsgeschehen in der Stadt beteiligt. Die Schulbehörde meldete 91 Neuinfektionen an 52 Schulen. Das entspricht einem Anteil von 17 Prozent. Der Anteil der rund 290.000 Schüler und Schulbediensteten an der Hamburger Bevölkerung liegt dagegen laut Behörde bei nur 15,3 Prozent. Betroffen von den neuen Infektionen waren am Freitag 77 Schülerinnen und Schüler und 14 Schulbedienstete.

Die meisten Fälle gab es an der Beruflichen Schule für Wirtschaft Hamburg-Eimsbüttel (BS 26) und der Goethe-Schule-Harburg (je drei betroffene Schüler), an der Schule auf der Veddel (drei Schulbeschäftigte und ein Schüler), an der August-Hermann-Francke-Schule Farmsen und der Emil Krause Schule (je sechs Schüler) und am Helmut-Schmidt-Gymnasium (neun Schüler und zwei Schulbeschäftigte). Es wurde für eine Klasse Quarantänemaßnahmen veranlasst.

Corona-Fälle an Schulen: Zählung variiert

Während Schüler und Lehrer an den Schultagen der vergangenen Woche stets überproportional an den Gesamtinfektionen beteiligt waren, schwankten die Werte in dieser Woche stärker. So lag der Anteil am Dienstag mit 26 deutlich über dem Bevölkerungsanteil, bei der Rekord-Gesamtinfektionszahl von 660 am Donnerstag aber mit 11,6 Prozent deutlich darunter.

Die Schulbehörde wies am Freitag darauf hin, dass die Gesamtzahl der Hamburger Neuinfektionen auch Nachmeldungen enthalte, während die Schulbehörde jeweils tagesaktuell melde. Daher sei eine „Tagesbetrachtung der Relation schulische Infektionsmeldungen zu Gesamt-Infektionen wenig sinnvoll“. Stattdessen müsse man zu einer 7-Tage-Betrachtung übergehen, um Tendenzen zu erkennen.

Hamburg negiert Hygieneempfehlung des RKI

Das Robert-Koch-Institut hatte in dieser Woche erneut energisch an die Verantwortlichen appelliert, seine Hygieneempfehlungen an Schulen umzusetzen. Diese sehen vor, Klassen ab einer Inzidenz von 50 in kleinere Gruppen zu teilen, um Abstände zu wahren.

Obwohl die Inzidenz mittlerweile bei weit über 160 liegt, hat auch Hamburg davon bisher abgesehen. Hybridunterricht mit abwechselnder Beschulung kleinere Gruppen zu Hause und in der Schule bringe zu viele oft gravierende Nachteile für Schüler und Eltern mit sich, so die Argumentation.

Kultusminister: Präsenzunterricht soll bleiben

Am Freitag verständigten sich nun auch die Bildungsminister der Länder in einer virtuellen Sitzung der Kultusministerkonferenz (KMK) darauf, weiter am vollen Präsenzunterricht in den Schulen festzuhalten. Man wolle nun zunächst die Beratungen der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin am Montag abwarten, hieß es aus der Hamburger Schulbehörde.

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Insgesamt sind in Hamburg laut Schulbehörde aktuell 804 akute Infektionen von Menschen aus dem schulischen Kontext an 227 Schulen bekannt. Betroffen sind 653 Schülerinnen und Schüler sowie 151 Schulbeschäftigte. 102 Klassen sowie 289 Schulbeschäftigte befinden sich in Quarantäne. Seit Ende der Herbstferien Mitte Oktober seien 1479 Neuinfektionen registriert worden: 1176 bei Schülerinnen und Schülern und 303 bei Schulbeschäftigten.