St. Pauli

Trotz Lockdowns: Premier Inn eröffnet Kiezhotel in Hamburg

Das Premier Inn mit der offenen Stahltreppe erinnert an New York.

Das Premier Inn mit der offenen Stahltreppe erinnert an New York.

Foto: MARCELO HERNANDEZ / FUNKE Foto Services

Das Haus auf St. Pauli hat 219 Zimmer und eine Bühne für lokale Bands. Die Übernachtung gibt es schon ab 39 Euro.

Hamburg.  Die Hamburger Hotellerie befindet sich aktuell in einer dramatischen Situation. Touristen dürfen bis Ende November nicht beherbergt werden, nur Geschäftsreisende. Und die Zahl dieser Kunden geht, wie beim ersten Lockdown von März bis Mai, deutlich zurück. Viele namhafte Häuser haben deshalb bis auf Weiteres geschlossen. Aber es geht auch anders. Mitten im zweiten Lockdown eröffnet am 13. November auf dem Kiez das Premier Inn Hotel mit immerhin 219 Zimmern in einem von Stararchitekt Stephen Williams entworfenen Gebäude an der Simon-von-Utrecht-Straße.

Das erinnert mit der dunklen Backsteinfassade und der an der Giebelwand befestigten Stahltreppe, die begrünt wird, an New York. „Wir haben für die erste Nacht noch keine einzige Reservierung. Aber das Haus ist fertig, und deshalb wird jetzt eröffnet. Wenn es etwas ruhiger anläuft, können wir unser Team entspannt einarbeiten“, sagt Direktor Carsten Riga beim Ortstermin mit dem Abendblatt.

Die britische Premier Inn Gruppe, die in Großbritannien mehr als 800 Häuser betreibt, setzt auf den Hamburger Markt. Mit dem Hotel auf St. Pauli ist es das fünfte Haus in der Hansestadt. Das Konzept beschreibt Riga so: „Wir bieten ein Premiumprodukt zu Economy Preisen.“ Übernachtungen werden ab 39 Euro angeboten.

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Lokaler Bezug ist eher ungewöhnlich für ein Ketten­hotel

Der 44-Jährige bittet in die Lobby, über der Rezeption steht in weißen Leuchtbuchstaben „Moin, Moin“. Platz nehmen können die Gäste auf großen bunten Kissen auf der Tribüne – in Anlehnung an das benachbarte Millerntor-Stadion. „Wir wollen mit vielen Elementen den Bezug zu St. Pauli und Hamburg schaffen“, sagt Riga. Dieser lokale Bezug ist eher ungewöhnlich für ein Ketten­hotel, aber dem exponierten Standort geschuldet. Das Filetgrundstück, das einst der Stadt gehörte, war begehrt. Die Reeperbahn ist in zwei Minuten zu Fuß erreicht. In Vor-Corona-Zeiten wäre hier zumindest am Wochenende ein volles Haus garantiert gewesen.

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Eigentlich wollte Hotelier Kai Hollmann (The George, Gastwerk, 25hours Hotel) hier eine Superbude – es gibt bereits zwei Häuser in der Nähe vom Hauptbahnhof und im Schanzenviertel – eröffnen. Aber nach langen Verhandlungen entschied sich die Strabag Real Estate, die bereits 2016 den Zuschlag für das Areal von der Stadt erhalten hatte, für Premier Inn. Die Stadt hatte zur Auflage gemacht, dass hier ein Hotel entstehen muss, das ein individuelles, auf St. Pauli bezogenes Konzept hat.

Der Bar- und Loungebereich hat Platz für 180 Gäste

Deshalb hat Premier Inn im Keller zwei Probenräume eingerichtet. Lokale Bands dürfen die Bühne hinter der Bar nach Anmeldung kostenfrei nutzen. „Wir wollen nicht einfach nur ein Hotel sein, sondern ein Treffpunkt für Hamburger und Kiezgänger. Wenn es wieder erlaubt ist, wird es abends Livemusik geben, dazu ist die Bühne perfekt geeignet“, sagt Riga.

Der Bar- und Loungebereich hat Platz für 180 Gäste. Außerdem gibt es ein Café mit 40 Plätzen. In Anlehnung an den Teppichhandel in der Speicherstadt dienen auch Teppiche als Sitzmöglichkeit. Vom 13. November an können sich die Hamburger schon mal ein Bild machen und sich einen Coffee to go holen.