Hamburg

Schnelltests: So soll der Hafen offen gehalten werden

Container-Terminal: Schnelltests auf das Coronavirus sollen dafür sorgen, dass der Hamburger Hafen offen bleibt.

Container-Terminal: Schnelltests auf das Coronavirus sollen dafür sorgen, dass der Hamburger Hafen offen bleibt.

Foto: Roland Magunia

Exklusiv: Hamburger Hafenbehörde HPA holt Corona-Experten ins Boot. Mobile PCR-Schnelltests zuletzt beim HSV im Einsatz.

Hamburg. Der HSV hat sie, die Kreuzfahrtbranche nutzt sie, in Pflegeheimen und Schulen werden sie kommen: Die Schnelltests auf Sars-CoV-2 werden das Leben mit der Corona-Pandemie nachhaltig beeinflussen. Der Lockdown light ist beschlossen, doch der Hamburger Hafen hat offenbar einen Weg gefunden, schneller und verlässlicher zu entscheiden, ob bei Terminal-Mitarbeitern, Kapitänen und Crew eine Infektion mit dem Coronavirus vorliegt. Nach Informationen des Hamburger Abendblatts hat die Hafenbehörde Hamburg Port Authority (HPA) mit dem Hamburger Familienunternehmen sanaGroup (bietet Antigen-Tests und PCR-Tests) eine Vereinbarung über Corona-Schnelltests und Teams geschlossen, die Hafen-Mitarbeiter testen sollen. Das muss medizinisches Fachpersonal machen, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Ein richtiger Abstrich ist Voraussetzung. Dabei sollen auch Medizinstudenten helfen.

Für die HPA ist wichtig, dass sie den Schiffsverkehr auf der Elbe sichert und die Infrastruktur des Hafens aufrechterhält. Denn Hamburgs „Tor zur Welt“ ist systemrelevant. Das gilt auch für die Techniker, die Kranführer auf den Containerbrücken, die Lotsen, die Logistiker. „Der Hafen muss offen bleiben“, sagte ein HPA-Sprecher auf Abendblatt-Anfrage und bestätigte die Vereinbarung.

Corona im Hafen: Blohm&Voss war betroffen

Zuletzt hatte es Einschränkungen im Hafen gegeben, als Mitarbeiter von Blohm&Voss positiv getestet wurden. Besatzungen von Containerschiffen sowie Passagiere von Kreuzfahrtschiffen waren ebenfalls mit dem neuartigen Coronavirus infiziert und unter Quarantäne gestellt worden.

Coronavirus: Die Interaktive Karte

Hier können Sie den täglichen Corona-Newsletter kostenlos abonnieren

Die sanaGroup hat zuletzt mit mobilen PCR-Schnelltests das Heimspiel des HSV gegen die Würzburger Kickers gerettet, als Gäste-Spieler und -Betreuer fälschlich positiv getestet worden waren.

Aufgrund mehrerer falsch positiver Tests (unter anderem beim Bayern-Profi Serge Gnabry) will auch die Deutsche Fußball-Liga ihr Test-Procedere anpassen.

Nach Informationen des Hamburger Abendblattes soll das Unternehmen mit Niederlassungen in den USA auch die Hamburger Polizei mit Schnelltests beliefern. Antigen-Tests sollen nach einem Beschluss des Senats jetzt auch in Hamburger Pflegeeinrichtungen zum Einsatz kommen, um mehr sichere Besuche zu ermöglichen. Das Touristikunternehmen Tui ist bereits Kunde der sanaGroup.

Video: Tschentscher schwört Hamburg auf zweiten Lockdown ein

Corona in Hamburg: Lesen Sie auch

Die Firma des geschäftsführenden Gesellschafters Dr. Thomas Wüstefeld hat zuletzt einen Schnelltest entwickelt, mit dem Influenza A und B sowie das Coronavirus nachgewiesen werden können und ist damit auch über ihre Tochterfirmen auf dem amerikanischen Markt präsent, wo mehrere Schnelltests bereits seit Wochen kursieren. Die sanaGroup verspricht wie ähnliche Anbieter aus den USA bei Antigen-Tests ein Ergebnis in 15 Minuten. Die Hamburger haben auch bei mobilen PCR-Tests (gelten als noch genauer) die Ergebnisse binnen einer Stunde.