Demo vor dem Rathaus

Hamburgerinnen protestieren gegen Abtreibungsverbot in Polen

Wie hier am Mittwoch in Warschau soll auch am Donnerstag in Hamburg ein Zeichen gegen die Verschärfung des Abtreibungsrechts in Polen gesetzt werden.

Wie hier am Mittwoch in Warschau soll auch am Donnerstag in Hamburg ein Zeichen gegen die Verschärfung des Abtreibungsrechts in Polen gesetzt werden.

Foto: Czarek Sokolowski / dpa

Die Aufhebung des alten Gesetzes sei eine Kriegserklärung, sagen die Initiatorinnen. Sie wollen ein besonderes Zeichen setzen.

Hamburg. Mit schwarzen Regenschirmen wollen Hamburger Frauen an diesem Donnerstag gegen die Verschärfung des Abtreibungsgesetzes in Polen protestieren. Für 16 Uhr hat die „Informelle Gruppe von Frauen polnischer Herkunft in Hamburg MyHH“ zu einer Demonstration auf dem Rathausmarkt aufgerufen.

„In Polen geschehen derzeit Dinge, die uns polnische Frauen in Hamburg nicht kaltlassen“, heißt es in dem Aufruf. Vor einer Woche hatte das Verfassungsgericht in Warschau Schwangerschaftsabbrüche aufgrund schwerer Fehlbildungen für verfassungswidrig erklärt. Es war eine der letzten Ausnahmen im zuvor schon strengen Abtreibungsrecht in Polen.

Abbrüche sollen dort künftig nur noch möglich sein, wenn das Leben der werdenden Mutter in Gefahr oder die Schwangerschaft Ergebnis einer Straftat ist. „Das bedeutet Krieg“, schreiben die Initiatorinnen des Protests.

Schärferes Abtreibungsrecht in Polen: Schwarze Schirme als Zeichen des Protests

Frauen würden gezwungen, sich ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit dubiosen Geschäftemachern anzuvertrauen oder für Abtreibungen ins Ausland zu fahren. Die Entscheidung sei ein „Schlag ins Gesicht der polnischen Frauen“ und dürfe von Europa nicht hingenommen werden.

Zum Zeichen des Protests sollen die Teilnehmerinnen der Demonstration nach polnischem Vorbild schwarze Regenschirme aufspannen. Die Kundgebung soll um 17.30 Uhr enden.

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In den vergangenen Tagen waren Tausende Frauen und auch Männer in Polen gegen die Gerichtsentscheidung auf die Straße gegangen. Für den gestrigen Mittwoch hatte die Frauenbewegung zu einem landesweiten Streik aufgerufen.