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Erneut Warnstreik beim ÖPNV in Hamburg – 24 Stunden lang

Hamburg: Bereits am 29. September waren für neun Stunden kaum U-Bahnen und Busse gefahren. Nun soll der Warnstreik gleich 24 Stunden andauern (Archivbild).

Hamburg: Bereits am 29. September waren für neun Stunden kaum U-Bahnen und Busse gefahren. Nun soll der Warnstreik gleich 24 Stunden andauern (Archivbild).

Foto: Bodo Marks / dpa

Einen ganzen Tag lang sollen kaum Busse und Bahnen fahren, so Verdi. Bei der Hochbahn stößt der Warnstreik auf Unverständnis.

Hamburg. Fahrgäste des öffentlichen Nahverkehrs in Hamburg müssen sich am Donnerstag wegen eines Warnstreiks erneut auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Nachdem bereits am 29. September für neun Stunden kaum U-Bahnen und Busse gefahren waren, soll der Ausstand nun gleich 24 Stunden dauern, wie die Gewerkschaft Verdi am Montag mitteilte.

Die Gewerkschaft kritisierte, dass die Arbeitgeberseite statt rasch ein Angebot vorzulegen, den Tarifkonflikt auf Kosten der Fahrgäste verschleppe. Sie erwarte beim nächsten Verhandlungstermin Ende Oktober ein verhandlungsfähiges Angebot.

Warnstreiks in Hamburg: Appell an Fahrgäste

Den Beschäftigten gehe es nicht vornehmlich um Geld, sondern vor allem um bessere Arbeitsbedingungen. Verdi will beispielsweise, dass es bundesweit einheitliche Regelungen für Urlaubstage, das 13. Monatsgehalt oder Weihnachtsgeld gibt.

Auch soll es eine Erhöhung der Zulagen für belastende Dienste und Schichten sowie eine Begrenzung der täglichen Höchstarbeitszeit geben. Bundesweit sind rund 87.000 Tarifbeschäftigte in 130 Verkehrsbetrieben angestellt. In Hamburg sind es den Angaben zufolge rund 7000 Menschen.

Verdi-Fachbereichsleiter Natale Fontana appellierte an das Verständnis der Fahrgäste. Der Warnstreik für gute Arbeitsbedingungen sei auch im Interesse der Fahrgäste. „Heute sind wir auf die Solidarität derjenigen angewiesen, die vor einigen Monaten applaudiert haben.“ Nach Gewerkschaftsangaben ist aus Gründen des Corona-Infektionsschutzes keine Streikkundgebung geplant.

Warnstreik stößt bei Hochbahn auf Unverständnis

Die Hamburger Hochbahn lehnt den geplanten Warnstreik ab. „Bei allem Respekt vor dem Grundrecht auf Streik fehlt uns hier das Verständnis", sagte Claudia Güsken, Vorständin für Personal und Betrieb und Verhandlungsführerin der Hochbahn, am Dienstag. Für die Beschäftigten der Hochbahn liefen parallel zur bundesweiten Verdi-Kampagne die Verhandlungen zum Haustarifvertrag.

"Der nächste Gesprächstermin ist vereinbart und findet am 29. Oktober statt", so Güsken. "Aus unserer Sicht sollten die Hamburger Fahrgäste nicht in 'Geiselhaft' für die bundesweiten Aktionen genommen werden.“

Fahrgäste werden per App, Twitter und Co informiert

Welche Auswirkungen der Warnstreik auf die Fahrgäste haben wird, ist derzeit noch unklar. „Gerade mit Blick auf die Corona-Pandemie und die unbedingt erforderlichen Hygienemaßnahmen können wir nur dann den Betrieb aufnehmen, wenn wir ein stabiles und verlässliches Angebot darstellen können", betonte Güsken. Die Entscheidung darüber werde unmittelbar vor der Betriebsaufnahme in den frühen Morgenstunden getroffen. Güsken: "Momentan müssen wir aber davon ausgehen, dass wir kein oder nur ein sehr rudimentäres Angebot bereitstellen können.“

Wie die Hochbahn mitteilte, hat das Unternehmen einen Einsatzstab eingerichtet, der die notwendigen Entscheidungen trifft und die Fahrgastinformation steuert. Über mögliche Einschränkungen sollen die Fahrgäste über die hvv-App, die Social-Media-Kanäle (Twitter und Facebook), die Fahrgastanzeigen und mit Durchsagen in den Bussen und Zügen sowie auf den Haltestellen informiert werden. Nicht betroffen von den bundesweiten Streikmaßnahmen sind die S-Bahn und die Regionalbahnen.

Azubis an Kliniken streikten am Dienstag

Bereits für Dienstag hat Verdi die Auszubildenden an den Asklepios-Krankenhäusern und am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) zum Warnstreik aufgerufen. Die Gewerkschaft erwartete bis zu 300 Streikende. Mit der Arbeitsniederlegung als Teil eines bundesweiten Aktionstags und einer Kundgebung vor dem Gewerkschaftshaus sollte der Druck auf die Arbeitgeber erhöht werden.

Verdi fordert für die Azubis eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte um 100 Euro monatlich. Zudem sollen unter anderem die Regelungen zur Übernahme der Azubis nach Abschluss der Ausbildung verlängert werden.