Nahverkehr

HVV-Tarif: Für Kinder und Spontan-Fahrer wird es günstiger

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Einzelfahrten im HVV werden günstiger – wenn man die Tickets online kauft.

Einzelfahrten im HVV werden günstiger – wenn man die Tickets online kauft.

Foto: Marcelo Hernandez / Marcelo Hernandez / FUNKE Foto Services

Der HVV kündigt ein neues, günstiges Ticket speziell für Schulkinder an – und die Verlängerung einer beliebten Rabatt-Aktion.

Hamburg. Mit dem HVV durch Hamburg, das wird auch 2021 wieder teurer – zumindest ein bisschen. Wie der Verkehrsverbund am Dienstag mitteilte, werde die Preissteigerung "auf den Inflationsausgleich begrenzt", so Geschäftsführer Lutz Aigner und erklärte: "Viele Fahrkarten werden günstiger." Zumindest unter der Voraussetzung, dass das Ticket nicht am Automaten, sondern online gekauft wird.

Denn der Online-Rabatt von sieben Prozent auf den Normalpreis, der im Zuge der Mehrwertsteuersenkung eingeführt worden war, wird über das Jahresende hinaus verlängert. Das sorgt dafür, dass auch nach der sogenannten Tarifanpassung, die laut HVV "durchschnittlich 1,4 Prozent" betrage, alle Einzelkarten im Vergleich zum Normalpreis günstiger werden.

Schulkinder-Bonuskarte: Für 30 Euro im Monat durch Hamburg

Gute Nachrichten auch für alle Kinder, die im HVV unterwegs sind (oder vielmehr für deren Eltern): Ab dem Jahreswechsel ist die Kindertageskarte ganztägig gültig und für den Großbereich Hamburg (Hamburg AB) zum Preis der bisherigen 9-Uhr-Kindertageskarte erhältlich. Mit dem Beginn des neuen Schuljahres am 1. August 2021 können in Hamburg wohnhafte Schüler stattdessen eine Bonuskarte für den Bereich Hamburg AB erhalten: Sie wird 30 Euro im Monat kosten und wird von der Stadt mit jährlich 10 Millionen Euro bezuschusst.

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Für den Fahrplanwechsel im Dezember kündigte der HVV "erneut ein umfangreiches Paket zusätzlicher Leistungen" an. Zu diesem gehören mehr und längere Züge bei U- und S-Bahn und neue, zuschlagfreie Buslinien, die bisherige Schnellbuslinien ersetzen. Zudem wurden "zahlreiche Verbesserungen" im Regional- und Busverkehr im Hamburger Umland in Aussicht gestellt.

HVV "unverzichtbarer Baustein der Mobilitätswende"

Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) betonte, der ÖPNV sei ein "wichtiger und unverzichtbarer Baustein für die Mobilitätswende in Hamburg". Ziel bleibe, "dass mittelfristig alle Hamburgerinnen und Hamburger binnen fünf Minuten Zugang zu einem öffentlichen Verkehrsangebot haben – egal ob Bus, Bahn, Carsharing oder StadtRad".

Für den Erfolg des HVV seien angemessene Preise wichtig, sagt Tjarks: "Das gilt insbesondere für Familien: Der HVV macht mit einer deutlich vergünstigten Schülerkarte ein attraktives Angebot. Deshalb übernimmt die Stadt auch in diesem Jahr den Großteil der Kostensteigerungen und bezuschusst neben den Tickets für Azubis künftig auch ein vergünstigtes Ticket für die Schülerinnen und Schüler mit Wohnort Hamburg ab dem
kommenden Schuljahr.“ Schulsenator Ties Rabe (SPD) begrüßte die neuen Ermäßigungen für Schulkinder ebenfalls.

Die HVV-Ticketpreise ab 2021 im Überblick

Einzelkarten

  • Kurzbereich 1,80 Euro (2020: 1,70 Euro) – Online 1,67 Euro
  • Nahbereich 2,40 Euro (2,30 €) – Online 2,23 Euro
  • Hamburg AB 3,40 Euro (3,40 €) – Online 3,16 Euro
  • 5 Ringe 9,10 Euro (9,00 €) – Online 8,46 Euro
  • 6 Ringe 10,80 (10,60 €) – Online 10,04 Euro

Tageskarten

  • 9-Uhr-Tageskarte Hamburg AB 6,70 Euro (6,60 €) – Online 6,23 Euro
  • Gruppenkarte Hamburg AB 12,70 Euro (12,40 €) – Online 11,81 Euro
  • Tageskarte Kind Hamburg AB 2,50 Euro (ab 9 Uhr: 2,50 €) – 2,33 Euro

Vollzeitkarten im Abonnement

  • 1 Zone 44,10 Euro (43,50 Euro)
  • 2 Zonen 57,70 Euro (56,90 Euro)
  • Hamburg AB 92,40 Euro (91,10 Euro)

Linken-Fraktion: Strafe statt Belohnung für Abo-Kunden

Kritik kam von der Linken-Bürgerschaftsfraktion. „Mal wieder setzen HVV und Senat das falsche Signal", so die Linken-Verkehrsexpertin Heike Sudmann. "Kunden werden nicht allein durch Angebotserweiterungen gewonnen oder gehalten, sondern auch mit sinkenden Preisen. Sudmann moniert, dass alle Abokarten teurer würden – und auch die Senioren ab 2021 mehr bezahlen müssten.

„Wer dem HVV, auch gerade in Corona-Zeiten, mit einem Abo die Treue hält, muss zukünftig mehr bezahlen", sagte Sudmann. "Das ist doch völlig widersinnig. Wie wäre es mit Belohnung statt Strafe?“

( josi/coe )

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