Hamburg

Kreuzfahrtschiffe dürfen Lebensmittel an die Tafel spenden

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Die Hamburger Tafel darf jetzt Spenden von den Kreuzschiffen annehmen( Archivbild)

Die Hamburger Tafel darf jetzt Spenden von den Kreuzschiffen annehmen( Archivbild)

Foto: picture alliance/Markus Scholz/dpa

Ausgenommen sind Lebensmittel tierischen Ursprungs. Die Justizbehörde plant bereits den nächsten Schritt.

Hamburg. Kreuzfahrtschiffe dürfen jetzt nicht mehr benötigte Lebensmittel an die Hamburger Tafel spenden. Das ist der Erfolg einer Hamburger Initiative auf Bundesebene. Laut der neuen Regelung dürfen geeignete Lebensmittel nicht tierischen Ursprungs, wie zum Beispiel Nudeln, Reis, Fruchtsäfte oder Müsliriegel, gespendet werden. Bislang galt die Vorschrift, die Lebensmittel in Hamburg zu vernichten. Am Freitag wurden im Hamburger Hafen im Beisein von Verbraucherschutzsenatorin Anna Gallina (Grüne) erstmals Lebensmittel von Bord eines Kreuzfahrtschiffes an die Tafel gespendet.

Gallina wies darauf hin, dass in Deutschland pro Jahr schätzungsweise etwa 18 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll landen würden. "Diese Verschwendung ist schlecht für Mensch, Umwelt und Klima und wir müssen sie noch viel stärker bekämpfen. Ich bin dankbar, dass die großen Reedereien nun Lebensmittel, die sie bisher entsorgen mussten, an die Hamburger Tafel abgeben. Hamburg hat sich erfolgreich auf Bundesebene eingesetzt, dass das möglich wird." Lebensmittelspenden von Kreuzfahrtschiffen seien zwar nur ein kleiner Schritt, um die Lebensmittelverschwendung besser einzudämmen, sie würden aber einen effektiven Beitrag dazu leisten. Geplant ist, dass eine Spende bei jedem Kreuzfahrtschiff ermöglicht wird, das Hamburg anläuft.

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Die Justizbehörde plant bereits den nächsten Schritt

„Wir freuen uns sehr, dass Hamburg und die Hamburger Tafel alle Akteure „ins Boot geholt“ und die Rahmenbedingungen geschaffen haben, um Lebensmittelspenden der Kreuzfahrt an die Hamburger Tafel zu ermöglichen. Die konkreten Abläufe, Strukturen und die von allen Beteiligten gewünschten Warenmengen müssen sich nun einspielen. Aufgrund der Rückmeldungen aus unserem Netzwerk sind wir zuversichtlich, dass sich mehrere Reedereien für eine Überlassung der Lebensmittel einsetzen werden", so Christine Beine, Geschäftsführerin von Hamburg Cruise Net, dem Dachverband der Kreuzfahrt in Hamburg. Neben TUI Cruises sei beispielsweise auch AIDA Cruises gerne dabei und werde die entsprechende Rahmenvereinbarung mit der Behörde ebenfalls mittragen.

Die Justizbehörde plant bereits den nächsten Schritt gegen Lebensmittelverschwendung: eine Vereinbarung mit Hamburger Lebensmittelunternehmen, in der die Abgabe noch haltbarer Lebensmittel an soziale Einrichtungen oder Organisationen konkret geregelt werden soll.

Dass Spenden von Kreuzfahrtschiffen bisher nicht möglich waren, lag daran, dass sie als "Drittländer" betrachtet werden und dabei gewissen zoll- und einfuhrrechtlichen Bestimmungen unterliegen. Jetzt hat Hamburg gemeinsam mit dem Bund, dem Zoll und dem Veterinär- und Einfuhramt neue Rahmenbedingungen geschaffen.

( cw )

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