Hamburg

2200 Wohnungen werden bereits über Discountern gebaut

SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf in der Bürgerschaft.

SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf in der Bürgerschaft.

Foto: Roland Magunia

Hamburger SPD: Alleinstehende Flachdach-Supermärkte sind in einer wachsenden Stadt nicht mehr zeitgemäß.

Hamburg. In einer Stadt, in der Wohnraum immer knapper wird, gelten sie als eine der größten Platzverschwendungen: einzeln auf riesigen Parkplätzen stehende einstöckige Flachdach-Discounter oder Supermärkte. Deswegen hat die Stadt solche Bauten in den Blick genommen, um sie abzureißen und auf den Flächen Mehrfamilienhäuser zu bauen, in deren Erdgeschossen die Geschäfte ebenso gut untergebracht werden können. Der Erfolg lässt sich mittlerweile beziffern: In den vergangenen Jahren wurden auf diese Weise bereits oder werden gerade an 23 Standorten Wohnungen gebaut. Das hat der Senat auf eine Kleine Anfrage des SPD-Fraktionschefs Dirk Kienscherf mitgeteilt.

„Im Zuge dieser Projekte, die in der Regel mit einem Abbruch des Bestandsgebäudes und dem Neubau einer gemischt genutzten Immobilie verbunden sind, entstehen circa 2200 neue Wohneinheiten“, so die Senatsantwort. „Über diese Projekte hinaus sind unter den geprüften Standorten rund 30 weitere Standorte prinzipiell für eine Verdichtung geeignet.“

Die „Möglichkeit zur Aktivierung weiterer Standorte“ werde „auch weiterhin laufend untersucht.“ Einzelhändler und Grundstückseigentümer würden „entsprechend beraten“ und „durch die Bezirksämter im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten unterstützt“. Dafür würden auch „Befreiungen vom Planungsrecht geprüft“ und, falls notwendig, Bebauungspläne neu aufgestellt oder geändert, so der Senat.

Nachhaltiges Flächenmanagement

Unter den 23 bisher über alle Hamburger Bezirke verteilt neu entwickelten Standorten zählen laut Senats-Auflistung allein zwölf Aldi-Filialen, außerdem Supermärkte von Lidl, Rewe, Penny, Netto und Edeka sowie ein Budni.

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„Eingeschossige Supermärkte mit riesigen Parkplätzen sind eine nicht mehr zeitgemäße Platzverschwendung“, sagte SPD-Fraktionschef Kienscherf dem Abendblatt. „Mit unserem Ansatz, in innerstädtischen Lagen Wohnungen über Supermärkten und Discountern zu errichten, haben wir dringend benötigten Wohnraum geschaffen.“ Die Zahlen zeigten, „dass Hamburgs ‚Discounter-Plus-Wohnen-Strategie‘ erfolgreich ist und weiteres Potenzial bietet“, so Kienscherf. „Die Zusammenarbeit mit Discountern und Supermärkten hat sich bewährt. Deshalb werden wir den Kurs fortsetzen und ein nachhaltiges Flächenmanagement im Sinne einer sozialen Wohnungsbaupolitik betreiben.“