Hamburg

Eimsbütteler können sich über neue Anwohnerparkzone freuen

Anwohnerparken in Rotherbaum/Grindelviertel: Das sind die vier neuen Bewohnerparkgebiete.

Anwohnerparken in Rotherbaum/Grindelviertel: Das sind die vier neuen Bewohnerparkgebiete.

Foto: FHH, Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung

Seit Montag ist Rotherbaum samt Grindelviertel offiziell Bewohnerparkgebiet. Es gibt vier neue Zonen – und ein paar Ausnahmen.

Hamburg. Wer in Rotherbaum rund um die Universität Hamburg oder auch in direkter Nachbarschaft der Außenalster wohnt, kennt das Problem: freie Parkplätze sind hier Mangelware, einen Stellplatz zu ergattern, ist häufig unmöglich.

Doch seit Montag hat die schwierige Parksituation in dem Eimsbütteler Stadtteil ein Ende: Denn nun ist der Bereich im Univiertel – begrenzt durch Hallerstraße, Rothenbaumchaussee, Edmund-Siemers-Allee und Grindelallee – und in den angrenzenden Gebieten Harvestehudes bis hin zur Alster offiziell Anwohnerparkzone.

"Was lange währt, wird endlich gut oder sogar besser!", teilte die Eimsbütteler Grünen-Bezirksfraktion am Montag mit. Die Eimsbütteler Grünen hatten bereits vor knapp drei Jahren auf Bezirksebene einen Antrag durchgesetzt, der das Anwohnerparken in den fraglichen Straßen vorsah. Die Umsetzung scheiterte jedoch zunächst. Nun gibt es ab sofort vier neue Bewohnerparkgebiete: Grindelallee, Grindelhof, Pöseldorf, Alsterufer.

Rotherbaum: Parkplätze jetzt vorrangig für Anwohner

Der Landesbetrieb Verkehr (LBV) hatte mit einer Untersuchung im Stadtteil Rotherbaum die rechtlichen und fachlichen Voraussetzungen für die Einführung einer Bewohnerparkregelung untersucht. Die Anwohner konnten dazu Stellung nehmen und haben sich mit großer Mehrheit für das Projekt ausgesprochen: 82 Prozent der Befragten begrüßen die Einführung eines Bewohnerparkgebiets in ihrem Umfeld.

„Immer mehr Anwohner und Anwohnerinnen des Uni-Viertels können sich freuen", sagte Ali Mir Agha, Vorsitzender der Grünen-Bezirksfraktion. Langes Parkplatzsuchen in ihrem Quartier habe jetzt ein Ende. "Der vorhandene Parkraum steht jetzt vorrangig für Anwohner und Anwohnerinnen zur Verfügung, der große Zufluss an auswärtigen Kfz, deren Besitzerinnen und Besitzer dort arbeiten, studieren, einkaufen oder in den ÖPNV einsteigen, wird unterbunden.“ Kunden ansässiger Geschäfte hätten jetzt die Möglichkeit, leichter einen nahegelegenen – wenn auch zahlungspflichtigen – Parkplatz zu finden, heißt es zudem in der aktuellen Mitteilung.

Anwohnerparken: Ausnahmen im Grindelviertel und an der Alster

Es gibt jedoch auch Ausnahmen beim Anwohnerparken in Rotherbaum und dem Grindelviertel. Denn in der Zone E303 „Alsterufer“ und auf dem Parkplatz vor dem MARKK kann ohne Höchstparkdauer bis zum Ende der Bewirtschaftungszeit geparkt werden. Die maximale Parkgebühr beträgt zehn Euro am Tag.

Zudem gilt in der Grindelallee und auf dem Allende-Platz "keine Bevorrechtigung für Bewohnerparkausweisinhaber", wie es vonseiten der Behörde heißt. Grund sind die zahlreichen Gastronomiebetriebe und Ladengeschäfte. Gewerbetreibende haben nach Einzelfallprüfung die Möglichkeit, für ihre betriebsnotwendigen Fahrzeuge eine Ausnahmegenehmigung für rund 250 Euro im Jahr zu beantragen.

Auslastung des Parkraums im Grindelviertel: über 90 Prozent

Bei der Untersuchung hatte der LBV herausgefunden, dass die Auslastung des Parkraums im Grindelviertel zwischen 9 und 19 Uhr bei über 90 Prozent liegt. Im südlichen Pöseldorf und am Alsterufer liegt diese zwischen 9 und 13 Uhr sogar bei über 95 Prozent. Die Auslastung nehme erst in den Abendstunden ab, hieß es vonseiten des LBV.

Als Hauptursache für den Parkdruck wurde eine Vielzahl "gebietsfremder Dauerparker" – Pendler, Studierende, Kurzzeitparker – festgestellt. "Gerade für die Gebiete Pöseldorf und Alsterufer hat sich ergeben, dass fast zwei Drittel des Parkraums unter anderem durch Pendler dauerhaft belegt sind", teilte der LBV vergangenes Jahr mit. Zudem komme es in einigen Straßen, wie Tesdorpfstraße, Mittelweg oder Heimhuder Straße, vermehrt zu Parkverstößen, die auch die Sicherheit des Straßenverkehrs gefährdeten.

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Beim Anwohnerparken haben die Bewohner des Viertels nun die Möglichkeit, online für 25 Euro oder beim Landesbetrieb Verkehr für 30 Euro einen Bewohnerparkausweis für ein Jahr zu beantragen. Der Vorteil: Anwohner des Bewohnerparkgebiets sind damit von der Höchstparkdauer und den regulär geltenden Parkgebühren befreit.

Anwohnerparken in Rotherbaum – vier neue Bewohnerparkgebiete

„Anwohnerparken ist eine große Erleichterung für die Anwohnerinnen und Anwohner", betonte auch Kathrin Warnecke, Vize-Fraktionsvorsitzende der Grünen Bezirksfraktion. "Jetzt kommt es natürlich darauf an, dass die Parkraumbewirtschaftung auch konsequent das Bewohnerparken durchsetzt und Fehlverhalten sanktioniert wird." Die Voraussetzungen seien mit verstärktem Personal im Außendienst geschaffen. "Die Eindämmung von quartiersfremdem Dauerparken lässt auch Kundschaft leichter einen Parkplatz in der Nähe des gewünschten Geschäfts finden“, so die Eimsbütteler Grünen-Politikerin.

Das sind die Anwohner-Parkzonen in Hamburg:

  • M100 Großneumarkt
  • M101 Schaarmarkt
  • M102 Cremon
  • M103 Kontorhausviertel
  • M104 Gothaer Weg
  • M105 Billstedt Zentrum
  • M106 Kirchlinden
  • MA201 Wohlers Park
  • MA202 Paulinenplatz
  • MA203 Spielbudenplatz
  • MA204 Hein-Köllisch-Platz
  • N100 Flughafen
  • N101 Flughafenstraße
  • N102 Bergkoppelweg
  • N103 Etzestraße
  • N104 Ahornkamp
  • N105 Olendörp
  • A100 Sternschanze
  • M107 Karolinenviertel
  • E300 Grindelallee
  • E301 Grindelhof
  • E302 Pöseldorf
  • E303 Alsterufer