Newsblog für Norddeutschland

Coronavirus: Zehn Neuinfektionen an acht Hamburger Schulen

An acht Schulen in Hamburg gab es neue Corona-Infektionen (Symbolbild).

An acht Schulen in Hamburg gab es neue Corona-Infektionen (Symbolbild).

Foto: picture alliance/dpa

Der Tag im Überblick: Corona erschwert Bauarbeiten am Philosophenturm. Testzentren in Altona und Farmsen werden geschlossen.

Hamburg. Um die Gastwirte in Hamburg während der Corona-Krise etwas zu entlasten, sollen im Bezirk Nord auch im Winterhalbjahr die Außenflächen genutzt werden können – und zwar kostenlos. Derweil werden zwei Corona-Testzentren in Altona und Farmsen noch in dieser Woche geschlossen.

Die aktuellen Entwicklungen zur Covid-19-Pandemie im Norden lesen Sie in unserem täglichen Corona-Newsblog.

Das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung ist für die Hamburger Ärztekammer ein wichtiges Mittel zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Ärzten, die ihre Patienten leichtfertig von der Maskenpflicht befreien, drohen Konsequenzen.

Lesen Sie hier alle Nachrichten zu Corona am Dienstag, 15. September:

Das Coronavirus in Deutschland und weltweit:

Fan-Rückkehr: Schleswig-Holstein bleibt bei 25 Prozent

Schleswig-Holstein hält trotz der Einigung der Länder zur Fan-Rückkehr im deutschen Sport an seiner Quote von 25 Prozent fest. Das teilte die schleswig-holsteinische Landesregierung am Dienstag auf Anfrage mit. Die Länder hatten sich am Dienstag bei Beratungen der Chefs der Staatskanzleien auf den Einlass von Zuschauern in Höhe von maximal 20 Prozent der jeweiligen Sportstättenkapazität geeinigt.

In Schleswig-Holstein war die Öffnung für weitere Zuschauer am Montag bei einer Klausurtagung des Kabinetts festgelegt worden. Diese gilt vom Sonnabend an. Hygienekonzepte in den Sportstätten sollen angepasst werden. Bisher durften im nördlichsten Bundesland nur maximal 500 Zuschauer zum Fußball. Im Handball gab es bislang keine Erlaubnis, Fans in die Hallen zu lassen. Die Regelung gilt nicht nur für Profi-, sondern auch für Amateurvereine in allen Sportarten.

Weil: Regeln für Fan-Rückkehr werden auf Großereignisse übertragen

Die Regelungen für eine Fan-Rückkehr in die Fußballstadien sollen laut Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) auch auf andere Großveranstaltungen übertragen werden.

Alle Beteiligten gingen davon aus, dass die gefundenen Maßstäbe im Fußball die Blaupause seien für andere Großveranstaltungen wie Konzerte, sagte Weil am Dienstag in Hannover nach der Verständigung der Bundesländer auf einen Testbetrieb mit Fans im Fußball. „Ich gehe davon aus, dass diese Grundsätze künftig gelten werden für andere Großveranstaltungen, für Konzerte etwa drinnen und draußen.“

Hannover: FDP-Abgeordneter liest AfD Conni-Buch zu Corona vor

Im niedersächsischen Landtag hat der FDP-Abgeordnete Björn Försterling der AfD-Fraktion bei einer Diskussion um eine Maskenpflicht für Schüler aus einem Conni-Buch vorgelesen. Die AfD hatte am Dienstag in einem Antrag mit dem Titel „Kinder sollen atmen“ die Abschaffung der Pflicht für Schüler gefordert, außerhalb des Unterrichts im Schulgebäude unter bestimmten Umständen eine Maske anzulegen.

Um den Sinn der Corona-Regeln verständlich zu machen, las Försterling aus dem Buch „Conni macht Mut in Zeiten von Corona“ vor. Am Ende empfahl er der AfD-Fraktion: „Seien Sie mehr Conni und weniger Corona-Leugner.“

Bauarbeiten am Philosophenturm verzögern sich wegen Corona

Die Modernisierung des Philosophenturms auf dem Gelände der Uni Hamburg soll voraussichtlich erst Ende 2022 abgeschlossen werden. Das teilte der Senat am Dienstag mit. Durch die Corona-Pandemie habe es Verzögerungen bei der Anlieferung, dem Baustellen-Management und der Mitarbeiter-Koordinierung gegeben.

Besonders die Einhaltung der Abstandsregelung habe Priorität und stelle bei dem Hochhauskomplex eine besondere Herausforderung da, heißt es vonseiten des Senats. Aber auch neue Erkenntnisse zur Bauwerkssubstanz und zusätzliche Anforderung des Denkmalschutzes führten zu weiteren Verzögerungen. Ursprünglich war die Fertigstellung der Arbeiten am Philosophenturm für den Spätsommer 2021 angesetzt worden.

Kreis Cloppenburg mit bislang höchster Infektionszahl

Der Kreis Cloppenburg hat am Dienstag den höchsten Wert an aktuellen Corona-Fällen seit Beginn der Pandemie gemeldet. Er zählt nach eigenen Angaben derzeit 92. Sämtliche öffentlichen und privaten Sportanlagen sowie Sport- und Turnhallen werden bis zum 30. September für den Vereins- und Freizeitsport gesperrt. Ausgenommen von dem Verbot sind die Ausübung des Schulsports sowie die Ausübung des Schwimmsports in öffentlichen Schwimmbädern sowie Sportarten, bei denen bisher zu jeder Zeit ein Abstand von zwei Metern zwischen den Ausübenden eingehalten wurde.

Im Vergleich zum Vortag waren 17 positive Testergebnisse dazugekommen. Allein in der Stadt Löningen waren es 10. Dort war am Vortag bekannt geworden, dass sich mehrere Spieler einer Fußballmannschaft mit dem Coronavirus infiziert hatten.

Reeperbahn-Festival startet und testet Live-Musik

Das Reeperbahn-Festival in Hamburg startet am Mittwochnachmittag unter völlig anderen Vorzeichen als üblich in seine mittlerweile 15. Runde. Vom ersten Konzert an wird in der Hansestadt dabei vor allem getestet, ob Live-Musik in Zeiten von Corona und unter Einhaltung aller bestehenden Abstands- und Hygieneregeln auch Spaß macht. Bis Sonnabend sind – verteilt auf 20 kleinere und mittlere Spielstätten – rund 300 Veranstaltungen geplant. Etwa 140 davon sind Musikkonzerte.

Der Rest der Hybridveranstaltung aus Musikfestival und Fachkonferenz gehört vor allem den Experten. Den Konferenzteil gibt es dabei ausschließlich digital. Auch zahlreiche Konzerte werden live gestreamt. Live-Übertragungen gibt es zudem auf dem Fernsehsender Arte. Zur offiziellen Eröffnungsveranstaltung (18 Uhr) werden zahlreiche bekannte Persönlichkeiten aus Kultur, Entertainment, Medien und Politik erwartet.

Lesen Sie dazu auch: Das Reeperbahn Festival setzt auf Streaming

Eine halbe Million Corona-Tests in Schleswig-Holstein

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie hat es in Schleswig-Holstein bereits mehr als eine halbe Million Tests auf das Coronavirus gegeben. Im Laufe der vergangenen Woche sei Corona-Test Nummer 500.000 erfolgt, sagte ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung am Dienstag. „Im Moment laufen im Land etwa 35.000 Tests pro Woche, die in den Laboren ausgewertet werden.“

Nach Angaben der Landesregierung fielen im Norden bislang 4255 Tests positiv aus. In Schleswig-Holstein leben 2,9 Millionen Menschen. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 im Norden gestorben sind, liegt bei 161. Von allen seit Beginn der Pandemie in Schleswig-Holstein nachweislich mit Sars-CoV-2 Infizierten gelten nach Schätzung des Robert Koch-Instituts rund 3900 als genesen.

Präsenzveranstaltungen an Hochschulen im Norden wieder möglich

Schleswig-Holstein Landesregierung hat am Dienstag eine Verordnung über besondere Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus an Hochschulen beschlossen. Die Verordnung schafft laut Wissenschaftsministerium die Voraussetzungen dafür, dass die Hochschulen nach dem rein digitalen Sommersemester im anstehenden Wintersemester digitale Prüfungs- und Lernformate mit Präsenzveranstaltungen kombinieren können.

„Persönlicher Kontakt und menschliche Präsenz sind wichtig für gute Lehrbedingungen“, sagte Wissenschaftsministerin Karin Prien (CDU). „Unsere Hochschulen sind sehr gut für digitale Formate aufgestellt, aber dennoch wollen wir natürlich Präsenzveranstaltungen ermöglichen.“

Zehn Corona-Neuinfektionen an acht Hamburger Schulen

Weitere neun Schüler und ein Schulbeschäftigter haben sich in Hamburg mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Betroffen seien acht Schulen, darunter drei Berufsschulen und eine Pflegefachschule, teilte ein Sprecher der Schulbehörde am Dienstag mit. Die Gesundheitsämter hätten vorsorglich eine Klasse unter Quarantäne gestellt. Insgesamt gelten zurzeit 72 Hamburger Schüler und 10 Beschäftigte an 36 Schulen als infiziert. 15 Klassen und 45 weitere Mitarbeiter stehen unter Quarantäne.

Lesen Sie dazu auch: Hamburg: Größter Corona-Ausbruch an einer deutschen Schule

Allein an der Heinrich-Hertz-Schule in Winterhude wurde bei 33 Schülern und drei Mitarbeitern das Virus nachgewiesen. Das Gesundheitsamt Hamburg-Nord hatte am Montag noch von 36 infizierten Schülern gesprochen, drei Fälle seien jedoch falsch zugeordnet worden, erklärte der Sprecher. Wie sich die Betroffenen ansteckten, werde noch untersucht.

Finanzminister schwört Niedersachsen in Corona-Krise auf Sparkurs ein

Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) hat das Land angesichts der Corona-Krise auf einen Sparkurs eingeschworen. Bei der Vorstellung des Haushaltsentwurfs für 2021 sagte Hilbers am Dienstag im Landtag in Hannover, dass das Land im kommenden Jahr mit zweieinhalb Milliarden Euro weniger als zunächst geplant auskommen müsse. Dies bedeute vorübergehend die Aufnahme neuer Schulden.

„Heute ist nicht die Zeit für zusätzliche Wünsche“, sagte Hilbers. „Die Leistungsfähigkeit des Staates ist nicht unendlich.“ Dennoch werde die Landesregierung keines ihrer wichtigen Vorhaben aufgeben.

Altona und Farmsen: Corona-Testzentren werden geschlossen

Erst im August richtete die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg an den Notfallpraxen in Altona und Farmsen Corona-Testzentren ein. Diese werden nun noch in dieser Woche wieder geschlossen, teilte die KVH mit. Hintergrund ist die Entscheidung des Gesundheitsministeriums, dass Reiserückkehrer aus Nicht-Risikoländern ab dem 15. September keinen Anspruch mehr auf eine kostenlose Corona-Testung haben.

Das Testzentrum am Steintorplatz zwischen Hauptbahnhof und ZOB bleibt weiterhin in Betrieb. "Das Testzentrum am Hauptbahnhof steht für alle asymptomatischen Menschen zur Verfügung, die einen Anspruch auf Testung haben. Und die Notfallpraxen sowie der fahrende Notdienst der KV Hamburg kümmern sich um die Testung und Versorgung von Menschen mit Erkältungssymptomen“, erklärt Caroline Roos, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KV Hamburg.

Lesen Sie dazu auch:

Am Hauptbahnhof könnten sich Menschen ohne Symptome, aber mit einem Anspruch auf Testung untersuchen lassen. Dazu zählen Einreisende aus Risikogebieten, Personen mit behördlicher Anordnung zum Test oder Menschen, deren Corona-Warnapp ein erhöhtes Risiko anzeige, sowie Angestellte an Hamburger Schulen.

Sexarbeit wieder erlaubt: Prostituierte kritisieren mangelndes Vertrauen

Nach dem sechsmonatigem Lockdown hat die legendäre Herbertstraße auf St. Pauli seit Dienstag offiziell wieder geöffnet. Dies geschah allerdings nicht – wie sonst typisch für die Herbertstraße – hinter dem Sichtschutz der Eingangstore, sondern öffentlich und begleitet von einer Kunstaktion.

Diese soll den „Sexy Aufstand“ der Sexarbeiterinnen auf St. Pauli würdigen, die sich seit Wochen und Monaten dafür eingesetzt haben, wieder legal arbeiten zu dürfen. Das Hauptmotiv der Serie wurde von Bezirksamtsleiter Falko Drossmann (SPD) enthüllt. Drossmann nutzte die Gelegenheit, die Wiedereröffnung der Herbertstraße in einer kurzen Ansprache einzuordnen. „Diese Veranstaltung ist das Ergebnis von vielen Wochen der Diskussion und des Engagements vieler Menschen auf St. Pauli, die sich dafür eingesetzt haben.“ Weiter betonte er: „Das, was wir hier heute eröffnen, steht unter Beobachtung. Alle werden sich an die Hygieneregeln halten müssen.“

Sexarbeiterinnen melden sich zu Wort

In einer Toninstallation kamen auch die Sexarbeiterinnen selbst zu Wort. In ihren Durchsagen, die über Lautsprecher zu hören waren, kritisieren viele das mangelnde Vertrauen, das ihnen beim Thema Hygienekonzept entgegen gebracht werde. Beispiele: „Warum traut man uns das nicht zu? Wir wollen doch auch nicht krank werden“ oder „Die meisten meiner Kunden bezahlen mit Kreditkarte und ihr glaubt nicht, dass ich Kontaktdaten erfassen kann?“.

Die Bilder der Kunstserie, die Sexarbeiterinnen auf St. Pauli zum Motiv haben, sind ab sofort über die Homepage www.popstreet.shop erhältlich. 50 Prozent der Erlöse sollen dem „Sexy Aufstand“ zugute kommen.

Kultusminister hält an Regelbetrieb von Schulen und Kitas fest

Trotz einer erhöhten Zahl von Corona-Neuinfektionen hält Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am eingeschränkten Regelbetrieb von Schulen und Kitas fest. Für eine Rückkehr zum „Szenario B““ mit halben Klassen, die abwechselnd die Schule besuchen, sowie Einschränkungen bei den Kitas gebe es keine Veranlassung, sagte Tonne am Dienstag im Landtag in Hannover. Der Regelbetrieb sei gut angelaufen. Nur eine geringe Anzahl von Kitas sei von Schließungen nach einer festgestellten Corona-Infektion betroffen.

Derzeit gebe es bei 109 Schülerinnen und Schülern und 17 Lehrkräften in Niedersachsen eine nachgewiesene Covid-19-Infektion, außerdem bei einer einstellige Zahl sonstiger Beschäftigter. Falls sich die Infektionslage deutlich verschlechtere, könnten Schulen regional zum „Szenario B“ zurückkehren mit einem Wechsel aus Präsenzunterricht und Lernen zu Hause.

Heizstrahler oder Wolldecken? Diskussion um Außengastronomie im Winter

Die für die Bezirke zuständige Senatorin Katharina Fegebank (Grüne) will Gaststätten mit Außengastronomie in den Wintermonaten mit großzügigen Bewilligungen entgegenkommen – wie etwa der vorübergehenden Genehmigung von Heizpilzen. Allerdings müsse man darauf achten, jetzt nicht die aktuelle Corona-Krise gegen die Klimakrise auszuspielen.

Beim Dehoga hat man die Äußerung mit großem Wohlwollen aufgenommen. „Das ist eine sehr erfreuliche Aussage von Frau Fegebank“, sagte Dehoga-Präsident Franz J. Klein. „Jetzt muss schnell über Details entschieden werden.“ Er gehe davon aus, dass der Senat gemeinsam mit den Bezirken eine einheitliche Regelung treffen werde. „Unser Wunsch ist, dass es schnell und unbürokratisch umgesetzt wird“, sagte Klein dem Abendblatt.​

Die Grüne Bezirksfraktion Hamburg-Mitte lehnt das Ansinnen nach Heizpilzen und Heizstrahlern jedoch aus Umweltschutz-Gründen ausdrücklich ab. "Wir wünschen uns den Erhalt der Gastronomie in Hamburg-Mitte – auch über diesen Winter und die Pandemie hinaus. Aber dazu braucht es keine Heizstrahler und Heizpilze!", sagt Henrike Wehrkamp, Fraktionsvorsitzende der Grünen Bezirksfraktion Hamburg-Mitte. "Es gibt Alternativen, die schon seit Jahrhunderten genutzt werden und nachhaltig sind. Die Antwort lautet schlicht und einfach: Wolldecke." Es gebe sie bereits in vielen Restaurants und Cafés. Und bei Zugluft und Wind könne zusätzlich mit einem Windschutz gearbeitet werden.

Lesen Sie dazu auch:

Coronavirus: Viele Neuinfektionen in Hamburg gemeldet

Am Dienstag meldet die Hamburger Gesundheitsbehörde 71 Corona-Neuinfektionen. Damit steigt die Zahl der Infizierten in der Hansestadt auf 6916. Von den seit Beginn der Pandemie positiv auf das Virus getesteten Menschen können nach Schätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) inzwischen rund 6000 als genesen angesehen werden.

Auch die Gesamtzahl der vom Institut für Rechtsmedizin am UKE ermittelten Corona-Toten ist um einen weiteren Fall gestiegen. Sie liegt in der Hansestadt nun bei 238, teilte die Gesundheitsbehörde am Dienstag mit.

In Hamburger Krankenhäusern werden derzeit 22 Covid-19-Patienten behandelt. Sieben von ihnen liegen demnach auf Intensivstationen. Mit 18,2 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner liegt Hamburg nach wie vor deutlich unter der Grenze von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, die neue Beschränkungen nach sich ziehen könnte.

Lesen Sie auch das Dossier: Der Corona-Ausbruch – was im UKE geschah

Gastwirte in Hamburg-Nord sollen Außenflächen im Winter kostenlos nutzen

Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord hat beschlossen, dass Gastwirte während der Corona-Pandemie auch im Winterhalbjahr die Außenflächen nutzen können – und das kostenlos. Die Finanzbehörde wird nun aufgefordert, zu ermöglichen, dass keine Gebühren erhoben werden müssen.

„Auch wenn es im Herbst und Winter kälter ist, kann eine warme Suppe, ein Winter-BBQ oder ein Heißgetränk draußen genauso schön sein, wie der Eiskaffee im Sommer“, sagte die Vize- Bezirksfraktionsvorsitzende der Grünen. „Deshalb wollen wir den Gastronomen den Außenbetrieb den ganzen Winter über ermöglichen.“

Um das Ganze unkompliziert und ohne erheblichen Mehraufwand abwickeln zu können, plädieren die Grünen dafür, die bestehenden Genehmigungen einfach bis zum Beginn der nächsten Saison zu verlängern. Hofmann: „Da wetterbedingt mit weniger Kunden zu rechnen ist, haben wir die Finanzbehörde gebeten, zu ermöglichen, dass der Bezirk auf die Gebühren verzichten darf. Dadurch entlasten wir die Gastwirtschaft.“

Coronavirus – die Fotos zur Krise:

Corona-Krise: Weniger Kinder vor Schulstart untersucht

Die Zahl der Schuleingangsuntersuchungen ist in Hamburg Corona-bedingt um 33 Prozent eingebrochen: Im Schuljahr 2019/20 wurden hamburgweit nur 10.398 oder 56 Prozent der ABC-Schützen vorab auf sprachliche und motorische Auffälligkeiten hin untersucht. Im Vorjahr waren es noch 15.675. Im Bezirk Altona waren es sogar nur 1274 von 3105 Kindern (41 Prozent) – der Rückgang gegenüber dem Vorjahr betrug hier 43 Prozent. Das geht aus den Antworten des Senats auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor.

„Dieser Rückgang ist dramatisch“, sagte Fraktionschefin Sabine Boeddinghaus. „Die Schuleingangsuntersuchung gibt es aus gutem Grund, nämlich frühzeitig diejenigen Kinder zu erkennen und zu fördern, die in ihrer Entwicklung besondere Hilfen brauchen.“ Gesundheitsexperte Deniz Celik ergänzte: „Wenn an der wichtigen Schnittstelle zwischen Kita und Schule eine große Zahl von Kindern aus dem Blick gerät, dann muss der Senat dringend mit zusätzlich geschultem Personal nachsteuern.“

Lesen Sie hier den ausführlichen Bericht:

Dem Senat zufolge wurde das Personal in den Bezirken von März an schwerpunktmäßig für Corona-Aufgaben eingesetzt. Daher „konnten – und können auch zum jetzigen Zeitpunkt – flächendeckende Schuleingangsuntersuchungen nicht gewährleistet werden“, hieß es. Diese erfolgten aber, soweit möglich, bei Kindern mit auffälligem Verhalten oder einem besonderen Bedarf.

24 neue Corona-Fälle in Schleswig-Holstein

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Schleswig-Holstein ist um 24 auf 4255 Fälle gestiegen. Das geht aus den am Montagabend von der Landesregierung im Internet veröffentlichten Zahlen hervor. Am Montag waren neun Neuinfektionen gezählt worden. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 im Norden gestorben sind, blieb bei 161.

In Krankenhäusern wurden unverändert sechs Corona-Patienten behandelt. Von allen seit Beginn der Pandemie in Schleswig-Holstein nachweislich mit Sars-CoV-2 Infizierten gelten nach Schätzung des Robert Koch-Instituts rund 3900 als genesen.

Coronavirus: Das müssen Sie über Fachbegriffe wissen

  • Coronavirus: Eine Klasse von Viren, zu denen der neuartige Erreger gehört
  • Sars-CoV-2: Die genaue Bezeichnung des Virus, das sich von China aus verbreitet
  • Covid-19: Die Erkrankung, die das Virus auslöst

Falsche Masken-Atteste: Ärztekammer droht mit Saktionen

Die Hamburger Ärztekammer will falschen Attesten zur Befreiung von der Maskenpflicht nachgehen. „Uns ist inzwischen (...) eine Reihe von Attesten zugesandt worden, die stereotype Begründungen für die Befreiung aufweisen“, sagte der Präsident der Hamburger Ärztekammer, Pedram Emami. Der Verdacht liege nahe, dass es in Anbetracht der ähnlichen Befunde keine Untersuchung gegeben habe. Diese Atteste würden berufsrechtlich aufgearbeitet und gegebenenfalls sanktioniert, so die Kammer. Die Art der Sanktion hänge stark vom Einzelfall ab.

Lesen Sie hier den ausführlichen Bericht: Ärztekammer will gegen falsche Masken-Atteste vorgehen

Corona: Testpanne in Hamburg-Altona

Bei der Veröffentlichung der Ergebnisse aus dem Testzentrum Altona ist es zu einer Panne gekommen: Die Ergebnisse der am Mittwoch durchgeführten Tests wurden erst am Sonnabend mitgeteilt, also nach drei Tagen. Normal sind maximal 48 Stunden. Laut Kassenärztlicher Vereinigung (KV) waren 136 Tests betroffen. Grund für die Verzögerungen sei „ein logistisches Missverständnis“ gewesen, sodass Proben vom Mittwoch erst am Freitag an das Labor geliefert wurden. Andere Testzentren oder Notfallpraxen der KV seien nicht davon betroffen gewesen.

Lesen Sie hier den Corona-Newsblog von Montag, 14. September