Hamburg

Rätsel um mysteriösen Bronzemann am Rödingsmarkt gelöst?

Die Bronzeplastik unter der U-BahnBrücke am Rödingsmarkt.

Die Bronzeplastik unter der U-BahnBrücke am Rödingsmarkt.

Foto: dpa

Bezirksamt Mitte suchte über Instagram nach dem Erschaffer der Skulptur mit Barcode. Der Künstler hat sich nun gemeldet.

Hamburg. „Liebe ,Eltern‘, lasst uns über die Zukunft eures Jungen in Hamburg sprechen.“ Mit diesen Worten suchte das Bezirksamt Mitte auf Instagram nach dem unbekannten Künstler, der eine Bronzestatue am Rödungsmarkt aufgestellt hatte.

Die Plastik steht am Pfeiler des U-Bahn-Viadukts am Rödingsmarkt und stellt einen Mann oder Jungen mit Kapuzenpulli dar, der eine Spraydose in der Hand hält. Nun scheint der Künstler gefunden. Jedenfalls teilt das Bezirksamt Mitte in seiner Instagram-Story mit, dass die "Eltern" gefunden seien und diese zum Gespräch gebeten werden, "um über die Zukunft und das Sorgerecht des kleinen Jungen zu sprechen."

Künstler der Bronzestatue möchte anonym bleiben

"Der oder die Künstler haben geantwortet, sie hätten sich schon gefragt, wo der Junge bleibe. Er könne aber gern in Hamburg bleiben", sagte Bezirksamt-Sprecherin Sarah Kolland dem Abendblatt am Freitag. Der Schaffer der Statue bestehe allerdings darauf, anonym zu bleiben und möchte ausschließlich per Mail Kontakt halten. "Eine persönliche Einladung hat er oder sie abgelehnt."

Kolland weiter: "Wir prüfen noch, wie wir mit der Statue am Rödingsmarkt umgehen." Das Bezirksamt stehe dazu im Austausch mit der Kulturbehörde und auch der Künstler soll einbezogen werden. "Es geht unter anderem um Fragen der Sondernutzung des öffentlichen Raumes." Außerdem müsse geklärt werden, ob sich die Statue an dieser Stelle überhaupt fest installieren ließe. Bislang ist sie oberflächlich an der Gehwegplatte befestigt. Die Stadt hat die Figur zudem mit Barken abgesichert.

„Graffiti-Kunst ist ja bereits ein fester Bestandteil der aktuellen Alltagskultur“, sagte der Sprecher der Kulturbehörde, Enno Isermann, zu dem Werk. „Guerilla-Bronzeplastiken gehörten bisher nicht dazu.“ Ohne Frage errege das Werk Aufsehen, bestätigte Isermann. „Sicherlich werden Polizei und Bezirk bewerten müssen, ob der Ort für das Werk gut gewählt ist.“ Besuch aus Bremen sei aber immer willkommen.

Auch in Bremen wurde ein Bronzemann aufgestellt

Zuerst hatte Radio Bremen in der Sendung „buten un binnen“ über den Bronzemann berichtet. Der Sender war eigenen Angaben zufolge von dem unbekannten Künstler informiert worden. Barcodes, die an dem Brückenpfeiler und auf der Skulptur angebracht wurden, ist demnach zu entnehmen, dass das Werk den Namen „Content“ (Inhalt) trägt und das Pseudonym des Künstlers Mohammed Smith ist.

Im Mai war in den Bremer Wallanlagen heimlich eine Bronzeskulptur aufgestellt worden: Ein Mann, der gebeugt einen modernen Einkaufswagen schiebt. Die Behörden wollen die Skulptur vorerst stehen lassen. Sie hat sich schnell zu einer Attraktion für Passanten und einem beliebten Fotomotiv entwickelt. Auch in diesem Fall stehen die Behörden ausschließlich per Mail in Kontakt mit dem Künstler.