Pandemie

Corona-Situation an Hamburgs Schulen "zunehmend entspannt"

Schulstart in Corona-Zeiten. Die Zahl der bei Schülern und Lehrkräften bekannt gewordenen Infektionen in Hamburg steigt nur noch langsam, so die Schulbehörde.

Schulstart in Corona-Zeiten. Die Zahl der bei Schülern und Lehrkräften bekannt gewordenen Infektionen in Hamburg steigt nur noch langsam, so die Schulbehörde.

Foto: Gregor Fischer / dpa

Nur noch sechs Klassen derzeit in präventiver Quarantäne. So viele Fälle sind derzeit in Hamburg bekannt.

Hamburg. Die Schulbehörde bewertet die Entwicklung der Corona-Infektionen an den Hamburger Schulen als „zunehmend entspannt“. Dies habe auch mit dem wachsenden Abstand zum Ferienende zu tun, sagte Behördensprecher Peter Albrecht dem Abendblatt. Es würden „nach mehr als zwei Wochen Schulbetrieb keine Reiserückkehrer mehr neu an die Schulen kommen“.

Insgesamt sind laut Behörde seit Wiederaufnahme des Regelbetriebs am 6. August nun 65 Schüler und vier Schulbeschäftigte an 60 Schulen positiv auf das Coronavirus getestet worden. 24 davon gelten als akut infiziert, davon 22 Schüler und zwei Lehrer an 18 Schulen.

Corona an Hamburgs Schulen: Nur noch sechs Klassen in Quarantäne

„Aktuell sind nur noch sechs Klassen in präventiver Quarantäne“, so Albrecht. Die Meldungen träfen immer einen Tag verspätet ein. Der letzte offiziell gemeldete Fall stammt daher vom vergangenen Freitag und betraf laut Albrecht einen Schüler am Helene-Lange-Gymnasium.

Am Mittwoch und Donnerstag gab es demnach zehn Infektionsmeldungen, darunter über jeweils einen infizierten Schüler am Gymnasium Bornbrook, an der Stadtteilschule (STS) Stellingen, der Beruflichen Schule für Banken, Versicherungen und Recht, der STS Am Heidberg, STS Bergstedt, STS Horn und der STS Poppenbüttel. An der STS Wilhelmsburg wurden ein Schüler und ein Lehrer positiv getestet, an der Schule Hirtenweg eine nicht näher bezeichnete Person.

Kritik an Schulsenator Rabe: Kein "Schnupfenkonzept" für den Herbst

Die FDP-Bürgerschaftsabgeordnete Anna von Treuenfels-Frowein übte Kritik an Schulsenator Ties Rabe (SPD). „Der Senator stiftet breite Verunsicherung“, so die FDP-Einzelabgeordnete. „Das Corona-Regelwerk ist unverständlich und in der Realität vielfach nicht anwendbar. Über hundert Seiten mit teils widersprüchlichen Aussagen, Abstandsregeln, die in vielen Räumen unmöglich anwendbar sind, das ist die traurige Realität.“

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Zudem funktioniere die Kommunikation der Behörde mit Schulleitungen und Eltern nicht. „Auch für den Herbst ist Rabe nicht gerüstet: Offenbar ist der Umgang mit erkälteten Schülern mangels ‘Schnupfenkonzept’ nicht klar geregelt, was zu Überreaktionen wie längerem Unterrichtssauschluss führt.“ Eltern klagten, dass ihre Berufstätigkeit dadurch beeinträchtigt werde.

Die FDP-Politikerin bezieht sich auf Zuschriften von Eltern, deren Kind wegen Schnupfens für zwei Tage vom Unterricht in einer Vorschule ausgeschlossen worden sei. In einer Antwort auf eine von ihr gestellte Kleine Anfrage schreibt der Senat zum Umgang mit Kindern, die einen Schnupfen haben, dass „weitere Überlegungen“ zu dem Thema „noch nicht abgeschlossen“seien.

Schulbehörde weist FDP-Kritik zurück: Corona-Regeln mit Fachleuten abgestimmt

Auf die Frage, warum Hamburg nicht der Empfehlung der Akademie der Wissenschaften Leopoldina folge, Schüler in Kleingruppen zu unterrichten, um Abstände einhalten zu können, schreibt der Senat: „Eine Reduzierung der Klassengrößen würde die Wiedereinführung des Hybridunterrichts bedeuten.“ Das Lernen zu Hause habe aber „erhebliche Nachteile gerade für Schülerinnen und Schüler in sozial schwieriger Lage“. In 26 Prozent aller Hamburger Familien werde zu Hause nicht deutsch gesprochen.

Die FDP-Kritik wies der Rabe-Sprecher zurück: „Die Umsetzungsregeln für den Präsenzunterricht unter Coronabedingungen sind mit vielen Fachleuten und in fortlaufenden Abstimmungen mit Schulleitungen entstanden und zum Teil identisch mit anderen Bundesländern – darunter auch mit denen des FDP-geführten NRW-Bildungsminsteriums.“