Hamburg

Corona-Testzentrum in der City soll in zwei Wochen starten

In dem neuen Testzentrum in der Hamburger Citysollen bis zu 2000 Coronatests pro Tag durchgeführt werden (Symbolbild).

In dem neuen Testzentrum in der Hamburger Citysollen bis zu 2000 Coronatests pro Tag durchgeführt werden (Symbolbild).

Foto: Fredrik Sandberg / picture alliance / TT NYHETSBYRAN

Der Standort steht fest. Es sind bis zu 2000 kostenlose Corona-Tests pro Tag für Bahn- und Busreisende an acht Countern geplant.

Hamburg. Nun ist es so gut wie sicher: Im September bekommt Hamburg ein weiteres großes Corona-Testzentrum. Bus- und Bahnreisende, die am Hauptbahnhof oder am ZOB aus dem Ausland in Hamburg ankommen, sollen sich dort kostenlos auf das Coronavirus testen lassen können.

Das neue Testzentrum soll auf dem Parkplatz des Museums für Kunst und Gewerbe am Steintorplatz entstehen und bis zu 2000 Tests pro Tag ermöglichen. Mithilfe von sechs Containern sollen dort insgesamt acht Schalter aufgebaut werden.

Schwierige Abstimmung für Corona-Testzentrum

Die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVH) werde jetzt ihre Pläne dafür beim zuständigen Bezirksamt Mitte einreichen und die Sondernutzung des Geländes beantragen, sagte KVH-Vorstand Walter Plassmann dem Abendblatt. „Wir wollen acht Counter in sechs kombinierten Containern mit einem Wartebereich in einem Zelt aufbauen. Die Personalien sollen elektronisch aufgenommen werden – und nicht auf Papier, wie es in Bayern zunächst gemacht wurde. Ich gehe davon aus, dass wir in etwa zwei Wochen starten können. Wir beantragen die Nutzung zunächst bis Ende Oktober.“

Die Abstimmung sei schwierig gewesen, so der KVH-Chef. „Das war auch für mich eine neue Erfahrung. Bei dem Ortstermin am Montag waren Vertreter von rund zehn Behörden dabei: Sozial-, Umwelt- und Stadtentwicklungsbehörde mit unterschiedlichen Ämtern, Bezirksamt, Polizei, Feuerwehr und Hochbahn – außerdem natürlich Vertreter des Museums. Auch die Kulturbehörde ist beteiligt.“

Die Planung sei nicht ganz einfach gewesen, weil viele Aspekte zu berücksichtigen seien. „So hält auf dem Gelände regelmäßig der Duschbus für Obdachlose, und es ist Teil der geplanten Landschaftsachse Horner Geest“, sagte Plassmann. „Aber es gibt schlicht keinen anderen Platz für dieses Testzentrum. Deswegen muss es trotz aller Probleme jetzt zügig hier aufgebaut werden.“

Test-Ergebnisse am nächsten Tag verfügbar

Wie viele Menschen sich dort am Ende wirklich pro Tag testen lassen könnten, müsse sich im Betrieb erweisen, so Plassmann. Die Test-Ergebnisse sollten „in der Regel am nächsten Tag verfügbar sein“ und seien auf der Homepage der KVH (www.kvhh.de) abrufbar. So werde es bereits seit vielen Wochen auch mit den Ergebnissen der unter dem Arztruf Hamburg (Telefon 116117) angeforderten Tests gehandhabt.

Kostenlos werden die Tests im neuen Zentrum zwischen ZOB und Hauptbahnhof laut Sozialbehörde nur für Menschen, die aus dem Ausland (oder einem Risikogebiet) kommen – egal aus welchem Land, es muss nicht zwingend ein Risikogebiet sein. Der Test muss binnen 72 Stunden nach Rückkehr durchgeführt werden.

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Die CDU hatte zuletzt immer wieder gerügt, dass es auch Wochen nach Ferienende noch kein Testzentrum für Reisende gebe, die mit Bussen und Bahnen anreisten.

"Es ist nicht im Sinne der Pandemie-Bekämpfung, dass möglicherweise Infizierte durch die halbe Stadt zu einem Testzentrum reisen“, sagte CDU-Gesundheitspolitiker Stephan Gamm. „Der jüngste Anstieg der Neuinfektionen belegt einmal mehr die Notwendigkeit für die schnelle Realisierung von Testzentren. Wie auch schon bei den Schulen wirkt der Senat zunehmend überfordert und verspielt durch seine mangelnde Vorbereitung wertvolle Zeit im Kampf gegen das Corona-Virus.“