Hamburg

Wie Hamburger Kitas zum Regelbetrieb zurückkehren

Melanie Leonhard liest Kindern der Kita Jenfelder Au vor.

Melanie Leonhard liest Kindern der Kita Jenfelder Au vor.

Foto: Ulrich Perrey / dpa

Die Kindertagesstätten sind wieder vollständig geöffnet. Sozialsenatorin Leonhard besucht Einrichtung in Jenfeld.

Hamburg. Bei strahlendem Sonnenschein hat Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Donnerstag die Kindertagesstätte an der Jenfelder Au besucht. Zum Beginn der uneingeschränkten Wiederaufnahme des Betriebs ließ sie sich durch die Kita führen, um die Räumlichkeiten und das Hygienekonzept zu begutachten. Im Anschluss sprach die Senatorin mit einigen Kindern über den täglichen Umgang mit dem Coronavirus.

Wie nahezu alle Kitas hatte die Kindertagesstätte am Kühnbachring nie ganz geschlossen. Durch die anfängliche Notfallbetreuung und die stufenweise Öffnung seien die Abläufe jetzt aber erprobt genug für die Rückkehr zum uneingeschränkten Regelbetrieb, erklärte Leonhard, selbst Mutter eines kleinen Sohnes.

Erzieher und Eltern müssen Hygienemaßnahmen beachten

Seit Beginn der Öffnungen hatte es keinerlei Ausbrüche oder auffällige Verläufe in Hamburger Kitas gegeben. Infolgedessen beschloss die Sozialbehörde vor drei Wochen die vollständige Öffnung der Kitas parallel zum Ende der Schulferien. Der Alltag von 123 Kindern der Wabe-Kita Jenfelder Au gestaltet sich nun wieder zu großen Teilen wie früher. Erzieher und Eltern müssen trotzdem weiterhin einige Hygienemaßnahmen beachten.

So sind Eltern beim Bringen und Abholen dazu verpflichtet, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Sogenannte Übergabebereiche sollen die Zahl der Begegnungen zusätzlich gering halten. Kita-Beschäftigten ist es freigestellt, ob sie eine Maske benutzen oder nicht. Leonhard lobte am Rande der Veranstaltung die Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher, die aufgrund ihres erfahrenen Umgangs mit ansteckenden Krankheiten und ihrer Bereitschaft einen großen Beitrag für die Stadt Hamburg geleistet hätten.

Für den Fall einer zweiten Welle sind Kitas vorbereitet

Nach der Besichtigung las Leonhard einer Gruppe von zehn Kindern aus dem Pixi-Buch „Corona und der Elefanten­abstand“ vor. Die Kinder lernten dabei sowohl das Einhalten des Abstands von 1,5 Metern als auch das gründliche Händewaschen und konnten Fragen an die Senatorin stellen. Leonhard fand auch für die Kleinen lobende Worte. „Corona spielt im Alltag der Kinder eine große Rolle. Sie sind sehr empfänglich für Vorschriften und haben von Beginn an eine große Bereitschaft gezeigt, sich an die Gebote zu halten, die zur Eindämmung des Virus beitragen“, sagte sie.

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Für den Fall einer zweiten Welle seien die Hamburger Kindertagesstätten sehr gut vorbereitet, versicherte Leonhard. Angesichts steigender Fallzahlen sehe sich die Sozialbehörde aber auch in der Lage, so schnell wie möglich auf Infektionsketten zu reagieren und einzelne Kitas im Notfall wieder zu schließen.

Kinder mit Krankheitssymptomen wie Husten oder Fieber sollen in jedem Fall zu Hause bleiben. Vonseiten der Eltern gab es kaum Kritik am Konzept der Sozialbehörde. Leonhard: „Die Eltern freuen sich, dass es für ihre Kinder jetzt wieder uneingeschränkt losgeht.“ Besorgte Eltern von Hamburger Schülern hatten indes in der vergangenen Woche die Schulpolitik der rot-grünen Regierung in einem offenen Brief scharf kritisiert.