Hamburg

Der Bojenmann steht wieder auf der Elbe

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Julian Schmelmer
 Ein vom Künstler Stephan Balkenhol aus Aluminium neu geschaffenes und "Bojenmann" genanntes Kunstwerk, das vom Wasser aus Spaziergänger und Seeleute grüßt, steht auf der Elbe bei Neumühlen auf einem Schwimmponton.

Ein vom Künstler Stephan Balkenhol aus Aluminium neu geschaffenes und "Bojenmann" genanntes Kunstwerk, das vom Wasser aus Spaziergänger und Seeleute grüßt, steht auf der Elbe bei Neumühlen auf einem Schwimmponton.

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Erster von Stephan Balkenhols Bojenmännern grüßt wieder Seeleute und Spaziergänger. Was ihn von seinem Vorgänger unterscheidet.

Hamburg.  Stephan Balkenhols „Vier Männer auf Bojen“ prägen das Hamburger Stadtbild seit Jahrzehnten. Bereits seit 1993 stehen die Männer mit weißem Hemd und schwarzer Hose an vier verschiedenen Stellen in der Hansestadt: auf der Alster, an der Süderelbe, in Övelgönne und in Bergedorf. Weil Wasser und Witterung den lebensgroßen Skulpturen in den vergangenen drei Jahrzehnten allerdings stark zugesetzt haben, sind sie nun neu geschaffen worden. Am Montagmittag wurde am Elbstrand in Övelgönne der erste der vier Bojenmänner zu Wasser gelassen.

Die ursprünglichen Skulpturen hatte der Künstler Stephan Balkenhol aus einem einzelnen Eichenbaum gehauen. Nach fast 30 Jahren Standfestigkeit konnten die Männer aus Holz im vergangenen Jahr aufgrund ihres schlechten Zustands aber nicht mehr aufs Wasser gelassen werden. Um sie in Zukunft besser vor Wind und Wetter zu schützen, hat Balkenhol die vier Männer nun aus Aluminium gießen lassen und bemalt.

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Holz oder Aluminium? Äußerlich kaum ein Unterschied

Selbst für das geschulte Auge lässt sich äußerlich kaum ein Unterschied erkennen. „Die Bojenmänner sind nicht nur in den Seekarten verzeichnet, sondern haben sich auch im visuellen Gedächtnis der Hamburgerinnen und Hamburger eingeschrieben, gehören zum Stadtbild“, sagte Balkenhol. „Ich bin sehr froh und dankbar, dass sie jetzt wieder zu Wasser gelassen werden, und wünsche ihnen ein langes, bewegtes – aber standhaftes Leben.“ Der Künstler hat auf ein Honorar für die vier neuen Skulpturen verzichtet. Die anfallenden Produktionskosten in Höhe von 100.000 Euro trägt die Kulturbehörde.

Kultursenator Carsten Brosda (SPD) zeigte sich bei dem Termin am Montag an der Elbe hocherfreut: „Die vier Männer auf Bojen gehören ohne Zweifel zu den bekanntesten Kunstwerken im öffentlichen Raum. Sie gehören einfach zu Hamburg.“ Brosda und Balkenhol verfolgten von einem Schwimmkran aus, wie der Bojenmann zu Wasser gelassen wurde. Beiden war die Begeisterung ins Gesicht geschrieben.

Die Skulpturen waren nur für wenige Jahre geplant

Die „Vier Männer auf Bojen“ sollten ursprünglich nur für wenige Jahre auf den Hamburger Seen und Flüssen stehen. Allerdings waren sie bei den Hamburgern und Touristen bald so beliebt, dass sie seit nunmehr 27 Jahren gezeigt werden. Von Frühjahr bis Herbst stehen die Männer auf ihren angestammten Plätzen. Bis vor Kurzem waren sie jedes Jahr zur Winterzeit auf Finkenwerder nachgebessert worden. Nun kam der Wechsel von Holz zu Aluminium.

Ursprünglich war auch geplant gewesen, die neuen Figuren bereits im Frühjahr zu Wasser zu lassen. Doch Balkenhol sagte, Corona habe für Verzögerungen in der Produktion gesorgt. Trotzdem sollen bereits in diesem Sommer zwei weitere Skulpturen auf ihre Bojen zurückkehren. Dies betrifft sowohl die Figur auf der Hamburger Süderelbe östlich der Brücke des 17. Juni wie auch die dritte Figur auf der Außenalster nahe der Gurlitt-Insel. Der vierte Mann folgt im nächsten Jahr auf dem Serrahn in Bergedorf.

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