Hamburg

Unterricht fast wie vor Corona: Das sagen die Schüler

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Schülerin Amelie Thierbach , Schule , Magazin HA , Magazingeschichte Foto: Michael Rauhe / FUNKE Foto Services

Schülerin Amelie Thierbach , Schule , Magazin HA , Magazingeschichte Foto: Michael Rauhe / FUNKE Foto Services

Foto: Michael Rauhe / Michael Rauhe / FUNKE Foto Services

Das Schuljahr in Hamburg startet – aber was ist von Donnerstag an die neue Normalität für Schüler, Lehrer und Eltern?

Hamburg.  Henry Behrens (18), zwölfte Klasse Gymnasium Meiendorf: „Ich finde es auch als Schüler gut, wenn der Unterricht nach den Ferien wieder ganz normal läuft. Das Homeschooling hat einfach viel zu lange gedauert, und der Online-Unterricht ist mit dem Präsenzunterricht einfach nicht gleichzusetzen. Es gibt ja sicherlich Schüler, die vom Stoff her zurückliegen – diese sollten die Möglichkeit bekommen, in den ersten zwei Wochen nach Schulbeginn Powerunterricht zu bekommen, um das Versäumte nachzuholen. Dieses Nacharbeiten ist wichtig, damit alle Schüler wieder auf einem Lernlevel und demselben Wissensstand sind. Die Wiederholung ist vor allem in den Hauptfächern wie Deutsch und Mathe wichtig.

Bedenklich finde ich, wenn kein Abstand im Klassenverband mehr möglich ist. Das ist vor allem für diejenigen beängstigend, die Angehörige haben, die zur Risikogruppe gehören. Denn das Virus ist ja nach wie vor gefährlich.“


Amelie Thierbach
(18), zwölfte Klasse Gymnasium Johanneum: „Ich denke nicht, dass wir Unterricht haben sollten wie vor Corona, sondern dass die Klassen weiterhin geteilt sein sollten. Ich hoffe das jedenfalls, weil es angenehmer ist, mit der Hälfte der Mitschüler im Klassenraum zu sitzen als im Klassenverband. Sicher fehlt mir der normale Schulalltag, aber ich denke, im ersten Halbjahr nach den Ferien wird es noch nicht normal anlaufen können. Nebenfächer, wie Kunst, könnte man auch weiterhin rein digital unterrichten.

Das digitale Lernen zu Hause hat mir persönlich Spaß gemacht, und das selbstständige Arbeiten ist eine gute Vorbereitung aufs spätere Studium. Ich erwarte, dass wir nach den Ferien weiterhin Masken in der Schule tragen und Abstand halten müssen, das fände ich gut. Angst, mich in der Schule mit Corona zu infizieren, habe ich zwar nicht. Ich fürchte aber eine zweite Welle und dass mein Abitur dann in Gefahr geraten kann. Ich finde, in den jüngeren Jahrgängen sollte der Wissensstand nach den Ferien überprüft werden, um zu schauen, wer Defizite hat, und dann sollte gegebenenfalls in Crashkursen am Nachmittag Förderunterricht erteilt werden, um diese Defizite auszugleichen.

Ich freue mich jedenfalls, wie immer nach den Sommerferien, wieder auf die Schule. Sollte es wieder wegen Corona zu Schulschließungen kommen, hoffe ich, dass die Schulen dennoch Räume zum Lernen zur Verfügung stellen. Denn nicht jeder Schüler kann zu Hause in Ruhe arbeiten. Viele haben kleinere Geschwister und können sich zu Hause nur schlecht konzentrieren.“


Luise Ebinger
(11), sechste Klasse Stadtteilschule an der Wichernschule: „Ich hätte es sehr gern, dass alle, Lehrer und Schüler, in der Schule weiterhin auf die Hygiene achten und außerhalb des Klassenraums Masken tragen. Ich finde, es sollte nicht alles sofort wieder normal sein. Auch kleinere Klassen wären sinnvoll, obwohl ich mich natürlich sehr auf meine Mitschüler und die ganze Klasse freue. Ich hätte gern weiterhin einen Tisch für mich und möchte im Unterricht keine Maske tragen müssen. Das ist umständlich und nervt. Wenn man keine Maske trägt, sollte man aber wenigstens auf den Abstand achten.

Ich freue mich sehr auf die Schule. Der Unterricht zu Hause war zwar gut, weil ich mich dort besser konzentrieren konnte. Aber immer nur zu Hause zu sein ist anstrengend. Ich lerne ja meine Klasse jetzt erst richtig kennen, weil ich in der fünften Klasse nur ein halbes Jahr mit den damals neuen Schülern Unterricht hatte. Ich habe keine Angst vor Corona, finde aber, dass wir nicht mit allen Fächern starten sollten. Sport sollte man nur draußen machen. Und wir sollten uns auf Hauptfächer konzentrieren.“

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