Hamburg

Was wird aus der Schulkate? Sorge um Lurups ältestes Haus

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Matthias Schmoock
Die Alte Schule in Lurup wird zurzeit umgebaut.

Die Alte Schule in Lurup wird zurzeit umgebaut.

Foto: Matthias Schmoock

Gebäude von 1822 wird zurzeit entkernt. Stadtteilbeirat befürchtet eine nicht sachgemäße Renovierung, Denkmalamt gibt Entwarnung.

Hamburg.  Was wird aus Lurups ältestem Haus? Diese Sorge beschäftigt zurzeit viele Menschen im Stadtteil. Der Anlass: Die markante Kate an der Luruper Hauptstraße 132 wurde kürzlich verkauft und wird aktuell umgebaut. Die Geschäftsführerin des örtlichen Stadtteilbeirats „Luruper Forum“, Sabine Tengeler, sieht das Ganze skeptisch. „Es wurden alte Balken herausgerissen, das Haus im Handumdrehen entkernt. Wir fürchten, dass das nicht sachgemäß gemacht wurde, möglicherweise werden hier vollendete Tatsachen geschaffen.“

Die Kate wurde bereits in den Jahren 1822/23 erbaut, eine Erweiterung erfolgte 1855. Bis Ende der 1920er-Jahre wurde sie als örtliche Schule genutzt, entsprechend hat sich ihr Name „Alte Schule“ bis heute erhalten.

Schulkate: Sorge um Lurups ältestes Haus

Tengeler und ihr Mitstreiter Roland Ahrendt wandten sich mit Brandbriefen an mehrere Einrichtungen, darunter den Denkmalverein und die Patriotische Gesellschaft. Mitglieder des Forums verweisen darauf, dass die Kate in der städtischen Denkmalliste steht und dort explizit ihre städtebauliche Bedeutung „für die Identität des Stadtteils“ betont wird.

Die Kate wurde im Laufe der vergangenen Jahrzehnte mehrfach umgestaltet, unter anderem ließen frühere Eigentümer große Fenster einbauen. „Das hat dem Bau nicht gutgetan, weder optisch noch die Substanz betreffend“, sagt Sabine Tengeler. „Es muss verhindert werden, dass sich alte Fehler jetzt wiederholen oder manches durch den erneuten Umbau verschlimmbessert wird.“

Denkmalamt gibt Entwarnung

Alexander Krauss, im Denkmalamt zuständig für Altona, gibt Entwarnung: „Es wurden keine unfachmännischen Arbeiten ausgeführt, sondern lediglich jüngere Ein- und Ausbauten entfernt“, so Krauss. „Bauherr und Architekt erstellen momentan die Unterlagen, die für den Antrag auf denkmalrechtliche Genehmigung oder, falls erforderlich, für den Bauantrag notwendig sind.“ Krauss stellt klar: „Niemand hat die Absicht, die alte Schulkate verschwinden zu lassen.“

Seit Jahren kümmert sich das „Luruper Forum“ intensiv um die Belange des Stadtteils, der über Jahre stadtplanerisch vernachlässigt wurde, aber mittlerweile – auch durch den energischen Einsatz von Vereinen und Initiativen – zunehmend an Lebensqualität und Reputation gewinnt. Auch die Alte Schule ist dabei lange im Fokus. Das Forum macht sich seit Jahren dafür stark, den markanten Bau zu einem „attraktiven Baustein des Luruper Stadtteilzentrums zu machen.

Auch die Altonaer Kulturpolitikerin Kaja Steffens (CDU), hebt die Bedeutung der Kate hervor, die im Stadtteil einen besonderen Akzent setze. Steffens warnt im Übrigen davor, dass der Stadtteil im Zuges der Magistralenbebauung entlang der Luruper Hauptstraße mit Mehrfamilienhäusern „zugeklotzt“ werde. „Lurup war zuletzt auf einem guten Weg,“, so Steffens, „jetzt dürfen sich vor Ort nicht die Fehler früherer Jahre wiederholen.“

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