St. Pauli

Kult-Bar Roschinsky's kämpft mit Biergarten gegen die Krise

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Vor dem Roschinsky's befindet sich nun ein kleiner Biergarten.

Vor dem Roschinsky's befindet sich nun ein kleiner Biergarten.

Foto: Rodrec

Das Roschinsky's hat plötzlich neue Möglichkeiten auf St. Pauli. Was sich die Kiez-Bar davon verspricht.

Hamburg. Der Außenbereich des Roschinsky's auf dem Hamburger Berg ist seit diesem Donnerstag mit Bambusmatten eingezäunt. Wer genau hinsieht, erkennt darin die Abgrenzung eines kleinen Biergartens, der Platz für 75 Gäste bietet. Denn die Hamburger Kult-Bar auf St. Pauli kämpft mit einer neuen Idee gegen die Auswirkungen der Corona-Krise an. Dort, wo bisher Autos parkten und Passanten flanierten, treffen sich nun Hamburger auf das eine oder andere Kaltgetränk.

Ginge es nach den Plänen des Roschinsky's, würden weitere Tische und Stühle auf der Straße platziert sein. Doch das Bezirksamt Mitte lehnte einen entsprechenden Antrag ab. Trotzdem überwiegt bei Verantwortlichen und Mitarbeitern der Bar die Freude über den genehmigten Teil des Biergartens. "Das ging wirklich sehr schnell", sagt Barbara Wetzer von der PR-Agentur Rodrec im Gespräch mit dem Abendblatt. Das Roschinsky's habe nur wenige Tage auf die Genehmigung des Bezirksamts warten müssen.

Biergarten auf St. Pauli verursacht hohe Kosten

Damit es das Roschinsky's nun auch unter freiem Himmel gibt, hat die Bar erst einmal kräftig investieren müssen. Etwas finanziellen Spielraum verschaffte das Angebot des Getränkelieferanten Prey, der das Mobiliar kostenlos zur Verfügung stellt. Doch das Lokal beschäftigt von nun an zwei weitere Mitarbeiter, da durch die Außenbewirtung mehr Arbeit für das Personal anfällt. Zuzüglich Absperrbändern und Hinweisschildern fiel eine vierstellige Summe an.

Rechnet sich der Betrieb des Roschinsky's nun wieder dank des Biergartens? "Nein", lautet die klare Antwort von Wetzer, die für die Öffentlichkeitsarbeit des Lokals zuständig ist. "Das geht gar nicht", sagt sie angesichts der weiterhin geltenden Auflagen. Alleine der Mindestabstand von 1,50 Metern führt dazu, dass sich im Roschinsky's nur noch 41 Gäste aufhalten dürfen. Vor der Pandemie waren es 200.

Der Biergarten soll nun immerhin als kleiner Schritt aus der Krise dienen. "Wir wollen in erster Linie positive Stimmung verbreiten – auch beim Personal", sagt Wetzer.

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Durchweg positiv wird die Idee auf St. Pauli allerdings nicht gesehen. Wie so häufig gibt es auch hier kritische Stimmen – sogar von anderen Kiez-Betreibern. Davon will sich das Roschinsky's aber nicht beirren lassen. "Jeder muss das so machen, wie er es für sich für richtig hält", sagt Wetzer.

Die Verantwortlichen der Kult-Bar rechnen nicht damit, dass der Zustand vor der Ausbreitung des Coronavirus noch in diesem Jahr erreicht werden kann. Also bedarf es kreativer Lösungen, um durch die Krise zu kommen. Der Biergarten soll nur der Anfang sein.

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