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Corona-Lockerungen helfen Hamburger Musikclubs kaum

| Lesedauer: 30 Minuten
Menschenleerer Kiez: In den Musikclubs auf der Reeperbahn können die Betreiber die noch geltenden Corona-Regeln kaum einhalten.

Menschenleerer Kiez: In den Musikclubs auf der Reeperbahn können die Betreiber die noch geltenden Corona-Regeln kaum einhalten.

Foto: Roland Magunia

Hinz & Kunzt beendet Hotelprojekt für Obdachlose. Flughafen nimmt Terminal 2 wieder in Betrieb. Neue Zahlen für Hamburg.

Hamburg. Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich bereits 5206 Menschen in Hamburg mit Sars-CoV-2 infiziert. Beinahe täglich meldet der Senat noch neue Fälle, allerdings bleibt die Zahl der Neuinfektionen auf einem niedrigen Niveau.

Der Senat hat daher am Dienstag weitreichende Corona-Lockerungen verkündet, die vom heutigen Mittwoch an gelten. So sind unter anderem Veranstaltungen mit bis zu 1000 Personen im Freien und 600 Personen in geschlossenen Räumen sowie private Feiern bis zu 25 Personen wieder erlaubt.

Hamburg: Senat beschließt weitreichende Corona-Lockerungen
Hamburg: Senat beschließt weitreichende Corona-Lockerungen

Alle Entwicklungen zum Coronavirus in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen hier im Newsblog:

Interaktiv: Deutschlands Urlaubsgebiete im Corona-Vergleich:

Künstler in Hamburg: Mit 4000 Plakaten gegen die Corona-Krise

Mit der Plakataktion "Wir rauben Corona die Krone" möchte die Cordts Art Foundation zusammen mit sechs Künstlerinnen auf die Situation vieler freischaffenden Künstler in der Corona-Krise aufmerksam machen. Mehr als 4000 Plakate wurden in der Hansestadt aufgehängt – darauf zu sehen ist die Rückseite eines Frauenkopfes mit Sonnebrille und Hygienemaske. "Die Aktion soll aufmerksam machen, will sichtbar machen, in welch paradoxer Situation sich freischaffende KünstlerInnen seit Corona befinden", teilte die Cordts-Stiftung mit.

Künstler reagierten unterschiedlich auf die Krise, allen würde jedoch das "Fühlen und Erleben mit dem Publikum fehlen". An dem Projekt beteiligen sich unter anderem die Schriftstellerin Isabel Abedi sowie die Jazz-Bassistin Lisa Wulff. Bis Ende August sollen die Plakate hängen bleiben.

Corona-Lockerungen helfen Musikclubs auf der Reeperbahn kaum

Die angekündigten Corona-Lockerungen helfen den Musikclubs auf der Reeperbahn kaum. „Ich werde den Abstand meiner Gäste nicht organisieren. Das wäre so, als würde ich den Untergang meiner Leidenschaft organisieren“, sagte Mitja Boettger-Soller, Geschäftsführer der „Großen Freiheit 36“. „Stellen sie sich vor, der Security geht rum und sagt: "auseinander, nicht küssen! "Körperliche Aktivitäten", wie das niedersächsische Oberlandesgericht die Liebe bezeichnet, werden anscheinend gerade abgeschafft“, meinte Boettger-Soller.

Der Hamburger Senat hatte am Dienstag grünes Licht für Veranstaltungen mit bis zu 650 Teilnehmern in geschlossenen Räumen gegeben - aber nur mit Sitzplätzen und ohne Alkoholausschank. „Für 650 Tickets geht kaum eine internationale Musikproduktion auf Tour“, meinte Boettger-Soller. Viele Konzerthäuser finanzierten sich größtenteils durch die Tresenumsätze. „Die Leute werden wohl kaum alle fünf Cola trinken. Die Musikkultur bricht zusammen“, meinte Boettger-Soller. Die „Große Freiheit 36“ hat Platz für rund 1600 Menschen. In dem Kultclub auf der Reeperbahn spielten schon Größen wie R.E.M., Pearl Jam oder Coldplay.

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Corona-Ausbruch in Sülfelder Altenheim gilt als beendet

Der Corona-Ausbruch in einem Alten- und Pflegeheim in Sülfeld (Kreis Segeberg) im Mai gilt offiziell als beendet. „Es liegen nur noch negative Testergebnisse vor, die amtliche Überwachung wird daher mit dem heutigen Tag beendet“, sagte eine Sprecherin des Kreises Segeberg.

Im Mai hatten sich dort 30 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert - 17 Bewohner und 13 Mitarbeiter. Im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion starben drei Bewohner. Von den Infizierten blieben 17 symptomlos und 8 zeigten einen milden Verlauf. Sechs Bewohner mussten vorübergehend in einer Klinik behandelt werden.

Modelleisenbahn in Bispingen eröffnet

Eine neue Modellbahnanlage im Heidekreis soll seit Mittwoch Gäste in die Indoor-Skihalle Snow Dome bei Bispingen locken. Schon in den ersten Öffnungsstunden seien 250 Gäste gekommen, sagte Betreiber Frank Blin: „Es läuft super.“ Nach Betreiberangaben ist die Anlage die größte Modellbahnanlage in der Welt. Auf zunächst 20 Kilometern Gleisstrecke rollen erst einmal 500 Züge durch diverse Themenwelten. Die 12.000 Quadratmeter große Anlage liegt unter dem auf Stelzen stehenden Teil der Skihalle an der Autobahn 7 zwischen Hamburg und Hannover.

Wegen der Corona-Pandemie musste der ursprünglich für April geplante Eröffnungstermin verschoben werden. Derzeit ist laut Guinness-Buch der Rekorde das Miniatur Wunderland in Hamburg die weltweit größte Modelleisenbahn. Dort wird die Spurweite H0 verwendet, in Bispingen die gut doppelt so breite Spurweite G.

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Härtefallfonds soll existenzbedrohte Unternehmen retten

Besonders notleidenden Betrieben will Schleswig-Holstein mit einem Härtefallfonds durch die Corona-Krise helfen. Das Landeskabinett habe grünes Licht für den mit 80 Millionen Euro ausgestatteten Fonds gegeben, sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP). Der Fonds solle solche Betriebe auffangen, die nicht oder nicht ausreichend von den geplanten Überbrückungshilfen des Bundes profitieren können, aber dennoch wegen der Corona-Krise unverschuldet in Not geraten seien.

Der Fonds enthält laut Buchholz 15 Millionen Euro für stille Beteiligungen des Landes an Unternehmen und 65 Millionen für Darlehen. Aus seiner Sicht sei das Volumen zunächst auskömmlich, sagte Buchholz unter Hinweis auf weitere Hilfsprogramme von Bund und Ländern. Ziel sei es, mit dem Härtefallfonds wenn möglich Mitte des Monats parallel zu den geplanten Überbrückungshilfen des Bundes zu starten.

Drei Corona-Neuinfektionen in Hamburg

Die Gesundheitsbehörde meldet am Mittwoch drei Corona-Neuinfektionen in Hamburg. Damit haben sich seit Beginn der Pandemie 5206 Menschen mit Sars-CoV-2 angesteckt, 4900 gelten nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) inzwischen als wieder geheilt. Am Vortag hatte die Stadt ebenfalls drei Neuinfektionen gemeldet.

Die kritische Rate erreicht das Infektionsgeschehen damit nicht: Erst, wenn die Anzahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 pro 100.000 Einwohner betrifft, muss der Senat über erneute Beschränkungen beraten. In Hamburg liegt der Wert aktuell bei 2,2.

In den Krankenhäusern werden aktuell 20 Infizierte stationär behandelt (drei weniger als am Vortag), acht davon auf Intensivstationen (drei davon kommen aus Hamburg, fünf aus dem Umland).

Coronavirus: So können Sie sich vor Ansteckung schützen

  • Niesen oder husten Sie am besten in ein Einwegtaschentuch, das Sie danach wegwerfen. Ist keins griffbereit, halten Sie die Armbeuge vor Mund und Nase. Danach: Hände waschen
  • Regelmäßig und gründlich die Hände mit Seife waschen
  • Das Gesicht nicht mit den Händen berühren, weil die Erreger des Coronavirus über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper eindringen und eine Infektion auslösen können
  • Ein bis zwei Meter Abstand zu Menschen halten

Im Norden keine Corona-Gnadenerlasse wie in Berlin

Anders als in Berlin wird es in Hamburg und Schleswig-Holstein keinen Corona-Gnadenerlass für Menschen geben, die eigentlich eine Ersatzfreiheitsstrafe verbüßen müssten. In Hamburg werde lediglich unter bestimmten Kriterien bei den unterbrochenen Ersatzfreiheitsstrafen im Einzelfall eine Gnadenentscheidung geprüft, sagte ein Sprecher der Justizbehörde.

Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) hatte am Vortag gesagt, „über den dicken Daumen gerechnet“, könnten in der Hauptstadt etwa 1000 Verurteilte davon profitieren. Ausgenommen seien Verurteilte wegen Sexual- und Gewaltstraftaten sowie Hassverbrecher. Bereits Mitte März war in Berlin wegen der Corona-Ansteckungsgefahr der Haftantritt für Täter ausgesetzt worden, die wegen nicht gezahlter Geldstrafen hinter Gitter müssten.

Mehr Flüge trotz Corona: Hamburg-Airport öffnet Terminal 2

Der Hamburg Airport hat das seit Beginn der Corona-Pandemie geschlossene Terminal 2 wieder in Betrieb genommen. Damit seien Check-In Schalter in beiden Terminals wieder geöffnet, teilte der Flughafen mit. Die Fluggesellschaften haben ihr Angebot ab Hamburg Airport wieder deutlich ausgeweitet, die Zahl der Abflüge hat sich im Vergleich zum Juni fast verdoppelt, wie es weiter hieß. Darauf habe der Flughafen nun kurzfristig reagiert und das Terminal 2 wieder geöffnet.

Rund 50.000 Passagiere starten und landen in normalen Zeiten täglich am Hamburger Airport. Durch Corona war der Flugverkehr fast ganz zusammengebrochen, im April waren es an manchen Tagen kaum mehr als 100 Passagiere. Im Juni waren es dann bereits wieder 5000, und seit Ferienbeginn kommen immer neue Flüge hinzu, wie eine Sprecherin sagte. Zurzeit seien es 6000 bis 8000 Passagiere und und 70 bis 90 Flüge täglich.

Passagiere der Fluggesellschaften Lufthansa, Austrian Airlines, Swiss, Ryanair, Luxair, TAP Portugal, Wizz Air und Aegean Airlines finden die Check-in-Schalter nun wieder wie gewohnt im Terminal 2. Weitere Fluggesellschaften werden ab Mitte Juli in das T2 umziehen. Zudem sollen zusätzliche Gepäckautomaten in Betrieb genommen werden.

In den Terminals gilt Masken-Pflicht. Zudem gibt es Plexiglas-Scheiben, Handdesinfektionsspender und Markierungen, um die Hygieneregeln einzuhalten.

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Tonne plant vorsichtige Wiederaufnahme von Unterricht nach Ferien

Das niedersächsische Kultusministerium plant angesichts der Corona-Epidemie nach den Sommerferien zunächst eine vorsichtige Wiederaufnahme des Schulunterrichts. Neben einem eingeschränkten Regelbetrieb würden auch Szenarien für eine Kombination von Präsenz- und Onlineunterricht sowie erneute Schulschließungen erarbeitet, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) im Landtag in Hannover. Vier Wochen und zwei Wochen vor Schulbeginn werde geprüft, welches Konzept sich abzeichne. Das sei abhängig vom Infektionsgeschehen.

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Trotz Corona: Hamburger Theaterschiff wird saniert

Das Hamburger Theaterschiff wird in den kommenden drei Monaten in der Behrenswerft in Finkenwerder grundsaniert. Am 7. Juli heißt es „Leinen los!“ vom Liegeplatz im Traditionsschiffhafen in der HafenCity. „Wir sind erleichtert, dass trotz Verzögerungen bei der Vergabe und durch Corona, eine Werft gefunden werden konnte und die für uns überlebenswichtige Sanierung noch in diesem Jahr durchgeführt wird“, sagte Inhaber Heiko Schlesselmann. Die Sanierungsmaßnahmen für das mehr als 100 Jahre alte Boot konnten durch Mittel aus dem Hamburger Sanierungsfonds, Fördermittel vom Bund sowie einer Crowdfunding-Kampagne umgesetzt werden.

Bereits am 6. August soll der Spielbetrieb in der Flussschifferkirche wieder aufgenommen werden. Die Rückkehr des sanierten Theaterschiffs in den heimischen Nikolaifleet sei dagegen terminlich noch ungewiss. Zunächst werde das Schiff wohl in den Traditionsschiffhafen zurückkehren.

Mehr als 200 Millionen Euro für Kurzarbeit im Norden

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie hat die Arbeitsagentur in Schleswig-Holstein bereits 204 Millionen Euro für Kurzarbeit ausgezahlt. Mittlerweile liegen erste harte Zahlen zur tatsächlichen Umsetzung von Anträgen auf Kurzarbeit vor. Mit Stand März wurden von 17.800 Anträgen auf Kurzarbeit 11.400 realisiert, sagte die die Regionalchefin der Arbeitsagentur, Margit Haupt-Koopmann. Das waren 64 Prozent. „Davon betroffen waren 70.400 Arbeitnehmer.“ Von April bis Juni beantragten 4700 Kurzarbeiter zusätzlich Grundsicherung.

Seit März haben insgesamt 29.200 Betriebe für 338.000 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Das ist mehr als ein Drittel (36,7 Prozent) aller Betriebe mit mindestens einem sozial-versicherungspflichtig Beschäftigten. „Die Schwerpunkte liegen im Einzelhandel, der Gastronomie und im Gesundheitswesen“, sagte Haupt-Koopmann.

Corona lässt Arbeitslosigkeit in Hamburg weiter steigen

Corona lässt die Arbeitslosigkeit in Hamburg weiter steigen, wenn auch nicht mehr so stark wie im April und Mai. Im Juni waren 87.775 Hamburgerinnen und Hamburger arbeitslos gemeldet, wie die Agentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte. Das ist der höchste Stand seit 13 Jahren. Seit Beginn der Corona-Einschränkungen im März sei die Zahl der arbeitslos gemeldeten Hamburger um mehr als 21 200 gestiegen. Im Juni kletterte sie noch um knapp 3350 oder 4 Prozent zum Vormonat. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 8,2 Prozent.

„Damit hat sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit von Monat zu Monat mehr als halbieren können, diese Entwicklung ist gut, die Gesamtlage bleibt aber weiterhin herausfordernd“, sagte Arbeitsagenturchef Sönke Fock. Zusätzlich zu den Belastungen durch die Corona-Pandemie steige die Arbeitslosigkeit aber auch saisonbedingt an, „weil das Einstellungsverhalten der Unternehmen während der sechswöchigen Sommerferien abnimmt.“ Im Jahresvergleich stieg die Arbeitslosigkeit im Juni um 35,7 Prozent.

Renaissance fürs Inlineskaten – Kurse in der Kaifu-Lodge

Inlineskaten scheint einer der Gewinner der Corona-Krise zu werden. Die Sportart erlebte in den vergangenen Monaten auf Hamburgs Straßen eine Renaissance. Mit den Inlinern kann nicht nur schnell gelaufen, sondern jetzt auch gezieltes Krafttraining (Skateletics) gemacht werden. Die Agentur K2 Skates entwickelte dazu ein Work-out-Konzept, das am Donnerstag (11.30 Uhr), Freitag (16 Uhr) und Sonnabend (13 Uhr) im Eimsbütteler Fitness-Center Kaifu- Lodge­ (Bundesstraße 107) vorgestellt wird. Trainer Marco Santoro führt an diesen drei Tagen kostenlose Beratungen und Kurse für Mitglieder und Gäste durch, Dauer: 75 Minuten. Anmeldungen unter Telefon 040/40 12 81 sind wegen der Corona-Regeln erforderlich.

Die Inlineskates dienen bei Kraft-, Koordinations- und Balanceübungen als zusätzliche Gewichte. Die Kaifu-Lodge wird dieses Training in ihr umfangreiches Kursprogramm aufnehmen, eine Vielzahl der Übungen kann auch zu Hause problemlos durchgeführt werden.

Metropolis öffnet mit einem „Blick ins Archiv“

Das Metropolis öffnet heute wieder seine Türen. Natürlich ist nicht alles wie früher, und nur 51 von insgesamt 281 Plätzen dürfen vergeben werden, aber immerhin lernen die Bilder, wieder zu laufen. Das Kino eröffnet mit dem Start einer neuen Reihe und zeigt sich mit ihr ein bisschen als Schatzgräber. „Blick ins Archiv“ heißt sie, denn dort lagern mehr als 5800 analoge Filmkopien. „Der Großteil liegt selten gesehen in den Regalen. Das wollen wir jetzt ändern“, erklärt Manja Malz vom Metropolis.

Los geht es an diesem Mittwoch mit einem ziemlich kontrastreichen Eröffnungsprogramm. Ab 17 Uhr werden mehrere Kurzfilme gezeigt, in denen Stan Laurel und Oliver Hardy im Zen­trum stehen. Südstaaten-Gentleman Ollie wird darin wieder versuchen, mit Charme und Würde das Chaos auszuhalten, das meistens sein dünner Kollege losgetreten hat. Slapstick ist also garantiert, die Hardy-Markenzeichen wahrscheinlich auch: der „tie twiddle“, das nervöse Herumgefummele an seiner Krawatte, und sein direkter Blick in die Kamera.

Am 1.7. um 19.30 Uhr (sowie am 3.7., 21.45 Uhr, OmU) folgt der Dokumentarfilm „I Am Not Your Negro“ von Raoul Peck. Basis sind die Aufzeichnungen des US-Schriftstellers James Baldwin, der sich an seine Weggefährten Martin Luther King und Malcolm X erinnert und kluge Dinge über seine Lebenserfahrung als Schwarzer in den USA zu erzählen hat. Da fällt es leicht, Parallelen zur aktuellen Situation in den Vereinigten Staaten und zur „Black Lives Matter“-Bewegung zu ziehen.

Hinz & Kunzt beendet Hotelprojekt für Obdachlose

Das Hamburger Straßenmagazin Hinz & Kunzt muss sein Hotelprojekt für Obdachlose in Corona-Zeiten beenden – und zieht eine positive Bilanz. Hotelinhaber und Manager seien sehr glücklich mit den neuen Hotelgästen gewesen. Leider seien die Spendengelder nun aufgebracht, schreibt das Magazin auf seiner Seite.

170 Obdachlose wurden drei Monate lang in Hotels untergebracht. Damals hatte die Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH 300.000 Euro an die Tagesaufenthaltsstätte Alimaus, die Dia­konie und Hinz&Kunzt gespendet.

Günther: Schleswig-Holstein-Weg in Corona-Krise viel beachtet

Mit der ungewöhnlich engen Einbeziehung der Opposition in Entscheidungen zur Bewältigung der Corona-Krise ist Schleswig-Holstein laut Ministerpräsident Daniel Günther in dieser Form einen Sonderweg gegangen. „In keinem anderen Bundesland hat der Oppositionsführer an Kabinettssitzungen teilgenommen“, sagte der CDU-Politiker. „Wir sind da einen Schleswig-Holstein-Weg gegangen, der viel beachtet wurde.“

In der Anfangsphase der Krise war SPD-Fraktionschef Ralf Stegner nach Absprache mit Günther bei mehreren Sitzungen des Jamaika-Kabinetts von CDU, Grünen und FDP dabei. Wesentliche Entscheidungen trug er mit. Mittlerweile sind die Fronten zwischen Regierung und Koalition wieder klarer.

Mehrheit der Hamburger Programmkinos startet wieder

Filmfans in Hamburg können endlich wieder in zahlreichen Programmkinos das echte Leinwandgefühl im Kinosessel genießen. „Das Gros der Programmkinos fängt am Donnerstag wieder an“, sagte Claudia Hartmann, Sprecherin der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein. Einige größere wie das Zeise-Kino oder das Abaton sind schon einige Tage früher gestartet; sie haben unter anderem die Premieren des neuen Films „Undine“ von Christian Petzold in Anwesenheit des Regisseurs gefeiert. Im Metropolis geht schon am Mittwoch wieder der Vorhang auf. Das Savoy-Filmtheater startet am 11. Juli mit den "Fantasy Film Nights".

Auch, wenn sich die Kinobetreiber darüber freuen, dass die mehrwöchige Zwangspause nun vorbei ist, geht der Start bei ihnen auch mit Bauchschmerzen einher. „Wir müssen in den Kinos einen Abstand von 1,50 Meter abhalten. Damit können wir in einem Kino mit 370 Plätzen 80 Leute sitzen lassen. Das ist natürlich wirtschaftlich grausam“, sagte Zeise-Geschäftsführer Matthias Elwardt. Er wünscht sich, dass die Politik einlenkt und den Abstand von einem Meter in Kinos zulässt.

In Hamburg gibt es mehr als ein Dutzend Programmkinos. Sie alle mussten Mitte März schließen.

Spendenaktion der Clubstiftung sammelt mehr als 175.000 Euro

Drei Monate nach dem Start der Spendenaktion „S.O.S. – Save Our Sounds“ beginnt die Hamburger Clubstiftung jetzt mit der Ausschüttung von Geldern an derzeit geschlossene Musikclubs in finanziellen Nöten.

Bislang wurden mehr als 175.000 Euro gespendet, davon 47.000 Euro zielgebunden an 69 Musikkultur-Einrichtungen und 128.000 in einen Topf mit 62 weiteren antragsberechtigten Clubs. Ein Gremium aus Clubstiftung und Kulturbehörde entschied über die Anträge, bei denen auch Konzert- und Mitarbeiterzahlen und Gastraumflächen berücksichtigt wurden.

„Für die Musikclubs sind die privaten Spendengelder eine große zusätzliche Hilfe, da sie die Betreiber direkt erreichen und ihnen für künftige Investitionen bereitstehen. Zudem sind sie ein starkes Signal, dass die Menschen diese Kulturbetriebe als schützenswert einstufen“, schrieb Terry Krug als 1. Vorsitzende der Clubstiftung, „gemessen an der Schließzeit sind sie jedoch ein Tropfen auf den heißen Stein.“

Bootsparty Hamburg fühlt sich im Stich gelassen

Die Veranstalter von Bootsparty Hamburg sind sauer, da sie bis zum 1. September noch keine Veranstaltungen anbieten dürfen. Sie fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. Auch die von der Regierung beschlossene Senkung der Mehrwertsteuer würde nicht helfen, da der Ticketverkauf eingebrochen sei.

„Aus Protest haben wir uns entschlossen, die drei Prozent Ersparnis nicht an die Gäste weiterzugeben, die künftig Tickets bestellen, sondern an die Hamburger Tierheime zu spenden“, sagt Matthias Hiemesch, Geschäftsführer von Elbline Events. Die Aktion soll bis Ende des Jahres laufen.

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Corona-Konzerte: Knust startet in die Freiluft-Saison

Gute Nachrichten gibt es dagegen vom Knust. Dort startet am heutigen Mittwoch die Reihe „Knust Acoustics“ auf dem Lattenkamp die Freiluft-Saison. Wöchentlich spielen drei musikalische Gäste unter freiem Himmel. Die pandemiegerechte Premiere mit Absolem Max, Steph Grace und Yonder Boys mit 150 Gästen ist bereits ausverkauft – zur Freude von Programmgestalter Siebeth Darm. „Dass ich mal das Wort „Ausverkauft“ schreiben würde, hätte ich auch nie gedacht“, sagte er im Abendblatt-Interview.

Trotzdem gilt es folgende Punkte zu beachten: Das Publikum muss sich in eine Liste eintragen, 1,5 Meter Abstand an den Biertischen einhalten und einzeln zur Toilette gehen. Außerdem gibt es Desinfektionsmittel an der Kasse und der Einlass wird auf 16 Uhr vorverlegt, damit sich keine Schlange bildet.

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Corona: Niedersachsen plant zusätzliche verkaufsoffene Sonntage

In Niedersachsen soll es in diesem Jahr vier weitere verkaufsoffene Sonntage geben. Nach einem Bericht des „Weser Kuriers“ vom Mittwoch ist die Corona-Krise ein Grund für die Entscheidung. „Der Einzelhandel hat während des Lockdown enorme Umsatzeinbußen hinnehmen müssen“, sagte der Sprecher des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums, Eike Frenzel, der Zeitung. „Die verkaufsoffenen Sonntage sollen helfen, die Verluste etwas zu kompensieren.“ Ob Bremen dem niedersächsischen Beispiel folgt, ist dem Bericht zufolge noch unklar.

Anders als sonst sollen die vier geplanten verkaufsoffenen Sonntage nicht an einen Anlass geknüpft sein. Die Kommunen könnten selbst entscheiden, an welchen Sonntagen die Geschäfte öffnen dürfen, hieß es. Demnach soll die Regelung zwischen August und November gelten.

Hansapark und Tolk-Schau sind wieder geöffnet

Mit mehr als drei Monaten coronabedingter Verspätung hat der Hansapark in Sierksdorf am Dienstag seine Tore wieder geöffnet. Um 10 Uhr durften die ersten Besucher auf das Gelände, wie eine Sprecherin des Parks bestätigte. Die Besucher hatten ihre Eintrittskarten zuvor online gekauft. Die Zahl der Gäste pro Tag ist noch begrenzt. Das werde bis auf Weiteres auch so bleiben, um zu großes Gedränge zu vermeiden, sagte die Sprecherin. Das Tragen von Masken ist Pflicht.

Normalerweise werden an einem Tag in den Sommerferien nach Angaben von Parkchef Andreas Leicht um die 10.000 Besucher gezählt. Zur gegenwärtig zulässigen Höchstzahl wollte er sich am Dienstag nicht äußern. „Wir überprüfen die Höchstzahlen täglich und korrigieren sie immer wieder, je nachdem wie sich die Infektionszahlen entwickeln“, sagte er.

Der Park an der Lübecker Bucht hatte eigentlich nach der Winterpause am 28. März wieder öffnen sollen. Mitten in den Saisonvorbereitungen war dann am 15. März die Anordnung des Lockdowns gekommen. Unter den ersten Besuchern am Dienstag waren zahlreiche eingefleischte Hansapark-Fans. „Ich bin richtig froh, dass es wieder losgeht“, sagte Tim Schmidt nach seiner ersten Fahrt mit dem Freifallturm „Highlander“. Maske tragen muss man auch im Familienfreizeitpark Tolk-Schau bei Schleswig, der seit dem Wochenende wieder geöffnet ist. Auch hier sind Karten nur online buchbar.

Blicken Sie noch durch die aktuell geltenden Corona-Regeln durch?

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Corona-Kurve in Schleswig-Holstein stark abgeflacht

Das neue Coronavirus hat sich im Mai und im Juni in Schleswig-Holstein weit geringer verbreitet als in den beiden Monaten zuvor. Rund 70 Neuinfektionen wurden landesweit im Juni offiziell gemeldet, wie aus den Zahlen des Robert-Koch-Instituts hervorgeht. Im Mai waren es noch fast 400, im April deutlich mehr als 1400 und im März über 1200. Unter dem Strich standen bis zum 30. Juni 3159 offiziell erfasste Fälle. An den letzten beiden Juni-Tagen waren es mit 7 und 5 aber wieder etwas mehr als meist in den Wochen zuvor.

7 Menschen starben im Juni im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus, nach 35 im Mai, 100 im April und 10 bis Ende März. Die erste Ansteckung eines Schleswig-Holsteiners mit dem Virus war am 28. Februar gemeldet worden.

„Die Epidemie ist durch die Maßnahmen effizient abgewürgt worden“, sagte der Direktor des Instituts für Infektionsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Prof. Helmut Fickenscher, der Deutschen Presse-Agentur angesichts der Corona-Kurve. Aber: Die Gefährdung sei weiterhin vorhanden. „Die zweite Welle kommt dann, wenn wir mit unserer Disziplin nachlassen.“ Mund-Nasen-Bedeckung und Abstand halten seien nach wie vor erforderlich.

Wegen Corona: Fast 50 Prozent weniger Büros vermietet

Die Corona-Pandemie hinterlässt deutliche Spuren auf Hamburgs Bürovermietungsmarkt. Im ersten Halbjahr 2020 gab es einen massiven Einbruch. So wurden von Januar bis Ende Juni insgesamt nur noch 165.000 Quadratmeter Bürofläche in der Hansestadt vermietet. Das ist ein Rückgang um knapp 47 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

„Es ist das umsatzschwächste Halbjahr seit 2004“, sagt Andreas Rehberg. Geschäftsführer von Grossmann & Berger. „Zwar finden inzwischen wieder mehr Besichtigungen freier Flächen statt, aber da die Folgen von Corona noch nicht absehbar sind, sind viele Büronutzer verunsichert.“ Der Leerstand nahm gegenüber dem Vorjahreszeitraum um acht Prozent zu, sodass jetzt rund 450.000 Quadratmeter Bürofläche auf neue Nutzer warten. Auf die Mieten hat sich das noch nicht ausgewirkt. Ein Quadratmeter Bürofläche kostet im Schnitt 17,60 Euro – drei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Neue Corona-Regeln für Besuche in Pflegeheimen

Die Corona-Regeln bei den Besuchen in Pflegeheimen werden gelockert. Dies gab die neue Staatsrätin für Gesundheit, Melanie Schlotzhauer, am Dienstag bekannt. Heimbewohner dürfen künftig im Innenbereich mindestens drei Stunden pro Kalenderwoche maximal zwei Besucher gleichzeitig empfangen. Für Besuche in den Außenbereichen gibt es keine zeitliche Begrenzung. Aber auch hier gilt: maximal zwei Besucher gleichzeitig.

Künftig muss der Bewohner nicht mehr drei Bezugspersonen festlegen, die ihn besuchen dürfen. Dies wird vor allem älteren Enkeln den Besuch im Heim erleichtern. Kinder unter 14 Jahren müssen begleitet werden. Bei den Besuchen muss eine Maske getragen werden, eine Anmeldung ist weiter erforderlich.

Coronavirus – die Bilder zur Krise

„Grundsätzlich begrüßen wir die Lockerungen. Wir freuen uns, dass unsere Bewohner wieder mehr Besuch erhalten dürfen“, sagt Henning Schweer, Sprecher von Pflegen & Wohnen, größter privater Heimbetreiber der Stadt: „Wir benötigen noch etwas Zeit, um die Details auszuarbeiten, werden dann sofort die entsprechenden Informationen auf unsere Homepage stellen.“

Man beobachte mit Sorge, dass vereinzelt Corona-Beschränkungen nicht mehr so ernst genommen würden: „Es ist aber weiter von hoher Bedeutung, dass diese von den Menschen eingehalten werden. Denn je langsamer sich die Infektion in der Stadt ausbreitet, umso besser sind auch unsere Bewohner und Beschäftigten geschützt.“

Auch das Hospital zum Heiligen Geist in Poppenbüttel (700 Bewohner) arbeitet nun mit Hochdruck an der Umsetzung der Verfügung. „Wir alle haben eine Sehnsucht zur Rückkehr zur Normalität. Die Gesundheit unserer Bewohner und unserer Mitarbeiter steht für uns aber weiter im Fokus“, sagt Vorstandschef Frank Schubert.

Fünf weitere Corona-Infektionen in Schleswig-Holstein gemeldet

In Schleswig-Holstein sind zuletzt innerhalb eines Tages fünf weitere offiziell erfasste Infektionen mit dem neuen Coronavirus hinzugekommen. Wie die Landesregierung auf ihrer Webseite unter Berufung auf das Robert Koch-Institut mitteilte, stieg die Zahl der positiv Getesteten mit Stand Dienstagabend damit auf 3159.

Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus Gestorbenen liegt nach wie vor bei 152. Rund 3000 der seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem Sars-CoV-2-Virus Infizierten gelten inzwischen als genesen. In Krankenhäusern wurden zuletzt fünf an Covid-19 Erkrankte behandelt.

Hamburgs Planetarium setzt Spielbetrieb fort

Dreieinhalb Monate lang konnte das Planetarium im Stadtpark wegen der Corona-Beschränkungen keine Shows mehr für Besucher anbieten. Nun hat das Warten ein Ende: Ab heute ist Hamburgs Sternentheater wieder geöffnet. Der Spielbetrieb findet im Juli und August allerdings in einem reduzierten Umfang statt: dienstags bis sonnabends ab 14 Uhr alle zwei Stunden, an Sonntagen zusätzlich um 11 Uhr.

Von den 254 Plätzen im Sternensaal werden pro Veranstaltung maximal 78 Plätze besetzt. Jede zweite Reihe bleibt frei, nur jeder dritte Platz wird besetzt, damit ein Mindestabstand von 1,50 Metern gewahrt bleibt. Mitglieder eines Haushalts dürfen direkt nebeneinander sitzen. Der Eintritt ist nur mit einem vorher gebuchten Ticket möglich. Die Aussichtsplattform auf dem Dach bleibt geschlossen. Die Besucher können aus Hygienegründen keine Audioguides nutzen. Weiterhin nicht stattfinden können Livekonzerte, Lesungen und 3-D-Shows.

Auf dem Spielplan steht etwa die Show „Kleiner Stern im großen All“, eine Reise zu den Planeten unseres Sonnensystems und den Sternen in der Milchstraße (empfohlen ab sechs Jahren). Tickets können unter www.planetarium-hamburg.de gebucht werden oder telefonisch (wochentags): 040/428 86 52 10. Zum 90. Geburtstag des Planetariums hat das Abendblatt ein Magazin mit 108 Seiten herausgebracht. Es kostet 9 Euro und ist erhältlich in der Abendblatt-Geschäftsstelle (Großer Burstah 18–32), unter abendblatt.de/magazine oder Telefon 040-33 36 69 99.

Lesen Sie hier den Newsblog vom Dienstag, 30. Juni.

( cjl/ade/stp/pa/dpa )

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