Hamburg

Voller Ersatzbus trotz Corona? Wie die S-Bahn gegensteuert

Die S-Bahn hat einen Ersatzverkehr zwischen Tiefstack und Berliner Tor eingerichtet (Symbolbild).

Die S-Bahn hat einen Ersatzverkehr zwischen Tiefstack und Berliner Tor eingerichtet (Symbolbild).

Foto: HA / Klaus Bodig

Die Sperrung zwischen Tiefstack und Berliner Tor betrifft Tausende Pendler. So soll der Ersatzverkehr dennoch nicht überfüllt sein.

Hamburg. Auf einer der meistgenutzten Pendlerstrecken in Hamburg hat am Donnerstag eine drei Wochen andauernde Sperrung begonnen. Wer mit der S-Bahn zwischen Bergedorf und Innenstadt unterwegs ist, muss ab Tiefstack bzw. Berliner Tor auf den Ersatzverkehr ausweichen. Abendblatt-Leser berichten, sie hätten sich am Morgen in einen "komplett überfüllten Bus" begeben. "Die Fahrgäste dicht an dicht in Corona-Zeiten?", moniert eine Betroffene.

Die Vorstellung, sich mit anderen Menschen auf engerem Raum zu drängen, dürfte während der Pandemie trotz Maskenpflicht (und bei hohen Temperaturen) gewöhnungsbedürftig sein. Zehntausende Pendler sind täglich mit der S-Bahn auf der Linie S21 unterwegs. "Gerade in den ersten Tagen ist es häufig so, dass die S-Bahn anhält und alle Fahrgäste direkt den ersten Bus nehmen wollen", teilte ein DB-Sprecher dem Abendblatt mit.

S-Bahn Hamburg setzt alle zwei Minuten einen Ersatzbus ein

Man habe die Lage heute vor Ort aber genau beobachtet: "Wir haben ausreichend Kapazitäten im Ersatzverkehr und bitten die Fahrgäste nach Möglichkeit – gerade wenn sie in den Hauptverkehrszeiten unterwegs sind – nicht den ersten Bus zu nehmen, sondern zwei Minuten auf den nächsten zu warten."

Die S-Bahn Hamburg hat im Ersatzverkehr zwischen Tiefstack und Berliner Tor eine enge Taktung eingerichtet. "Wir setzen wegen der aktuellen Lage auf der Strecke in der Hauptverkehrszeit schon vier Busse alle zehn Minuten ein – in beide Richtungen." Es seien auch Bahn-Mitarbeiter an den Haltestellen im Einsatz, um die Fahrgäste darüber aufzuklären.

Dass Fahrgäste sich dicht an dicht im Bus drängen, sei also nicht notwendig. "Der gewünschte Abstand von 1,5 Metern kann aber nicht immer gewahrt werden, genau deshalb gibt es unter anderem im öffentlichen Nahverkehr die Pflicht einer Mund-Nasen-Bedeckung", betont der Sprecher.

"Außerdem ist die Straßenkapazität in Hamburg begrenzt." Es sei daher gar nicht unbedingt sinnvoll, noch weitere Busse einzusetzen.

Hygieneteams in Bussen und Bahnen

Seit Anfang Juni sind in Hamburgs Bussen, U- und S-Bahnen außerdem mobile Hygieneteams unterwegs, um die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus zu verringern. Zusätzlich zu der täglichen Reinigung, die überwiegend nachts stattfindet, sind diese im laufenden Betrieb tätig oder dann, wenn die Busse und Bahnen auf die nächste Fahrt warten und dafür länger als sechs Minuten stehen.

Insgesamt 25 Reinigungskräfte haben ihre Arbeit aufgenommen, die sie im Auftrag der Hochbahn, der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) und der S-Bahn im City-Bereich sowie an wichtigen (End-)Haltestellen ausführen. Gereinigt werden Kontaktflächen wie Haltestangen und -schlaufen, Griffe, Türdrücker und Halteknöpfe sowie Bedientableaus in Fahrstühlen oder Fahrkartenautomaten.

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Hamburger müssen sich auf weitere S-Bahn-Sperrungen einstellen

Die Sperrung auf der Linie S21 dauert noch bis zum 17. Juli an. Die S21 fährt in dieser Zeit nur zwischen Elbgaustraße und Berliner Tor sowie Tiefstack und Aumühke. Die S2 zwischen Altona und Bergedorf entfällt komplett. Grund dafür sind Brückenarbeiten am Billhorner Deich und Bullerdeich.

Da die S-Bahn die Sommerferien für dringende Bauarbeiten nutzt, müssen sich Fahrgäste auch im ganzen Stadtgebiet in den folgenden Wochen und Monaten auf weitere Sperrungen einstellen. Die Maßnahmen im Überblick lesen Sie hier.