U-Bahnhöfe

Die Hochbahn treibt den barrierefreien Ausbau voran

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Jakob Drechsler
So soll der Aufzug zum U-Bahnsteig an der Steinstraße einmal aussehen.

So soll der Aufzug zum U-Bahnsteig an der Steinstraße einmal aussehen.

Foto: Hochbahn

Nur noch zwölf der 93 Stationen fehlen. Ein Bahnhof soll einem kompletten Neubau weichen, ein anderer bleibt dagegen auf der Strecke.

Hamburg. Die Hochbahn treibt den barrierefreien Ausbau ihrer U-Bahnhaltestellen weiter voran. Am Freitag wird die Station Klein Borstel mit neuem Aufzug, erhöhtem Bahnsteig für niveaugleichen Ein- und Ausstieg sowie einem Leitsystem für sehbehinderte Menschen in Betrieb genommen.

Damit sind nun 81 der insgesamt 93 Haltestellen im Hamburger U-Bahnnetz so ausgebaut, dass auch Senioren, Menschen mit Behinderung oder auch Eltern mit Kinderwagen die Züge bequem erreichen können. Seit 2012 wurden inzwischen rund 180 Millionen Euro in die Maßnahmen investiert.

Sieben Stationen sollen bis 2022 folgen

Pro Station wurden für den barrierefreien Ausbau bislang jeweils zwischen 1,5 und 4,5 Millionen Euro veranschlagt. In Klein Borstel war es mit insgesamt sieben Millionen Euro etwas teurer, dort musste für die Barrierefreiheit allerdings binnen eines Jahres auch der gesamte Bahnsteig sowie die komplette Gleisanlage abgerissen und erneuert werden. Auch die Treppenanlage wurde saniert.

Die Hochbahn hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2022 sieben weitere Haltestellen barrierefrei umgebaut zu haben. Als nächste soll in zwei Wochen Fuhlsbüttel Nord fertig umgestaltet sein. Nach der Straßburger Straße sollen im nächsten Sommer Steinstraße und Jungfernstieg (U1) folgen, im Frühjahr 2022 die Stationen Rathausmarkt und Mönckebergstraße.

U3 mehr als ein Jahr lang gesperrt

An letzterer hält die Hochbahn ungeachtet der Proteste der dort ansässigen Händler am Startschuss 6. Juli fest. Ab Januar 2021 muss die U3 für die entsprechenden Arbeiten zwischen Hauptbahnhof und Baumwall für 14 Monate gesperrt werden. Alleine der barrierefreien Ausbau nimmt zwölf Monate in Anspruch.

Für den Meßberg ist der genaue Zeitplan indes "noch nicht ganz klar", wie Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum dem Abendblatt sagte. Und auch für die danach noch verbleibenden fünf U-Bahnhaltestellen gilt es noch einige Punkte zu klären.

Bahnhof Sternschanze soll Neubau weichen

Das gilt neben Alsterdorf und Hudtwalckerstraße sowie Saarlandstraße und Sierichstraße - diese Stationen sollen jeweils zusammen mit anderen Maßnahmen umgebaut werden - vor allem für den Bahnhof Sternschanze, der durch einen kompletten Neubau ersetzt werden soll.

Der politische Wille dafür ist gegeben, aber: "Noch ist da kein Haken drunter", sagt Kreienbaum. Mit einer möglichen Fertigstellung rechnet er frühestens Mitte dieses Jahrzehnts.

Station Kiekut bleibt auf der Strecke

Trotz der großen Umbau-Offensive - eine U-Bahnstation wird vorerst auch weiter auf der Strecke bleiben. An der Haltestelle Kiekut wird derzeit zwar die marode Schalterhalle durch einen Neubau ersetzt. Auf einen barrierefreien Umbau der am geringsten frequentierten Station im gesamten Netz verzichtet die Hochbahn allerdings unter Verweis auf die Zuständigkeit von Schleswig-Holstein.

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