Corona-Pandemie

Deutlich weniger Autos in Hamburg zugelassen

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Pkw warten auf Käufer: Schon im ersten Quartal machte sich die Corona-Krise bei den Zulassungszahlen bemerkbar.

Pkw warten auf Käufer: Schon im ersten Quartal machte sich die Corona-Krise bei den Zulassungszahlen bemerkbar.

Foto: picture alliance

Auch Zahl der registrierten Lkw sinkt. CDU vermutet ersten Corona-Effekt. Anteil der E-Autos steigt – aber bleibt auf niedrigem Niveau.

Hamburg. Im ersten Quartal 2020 ist die Zahl der in Hamburg gemeldeten Pkw und Lkw deutlich gesunken. Waren am 1. Januar 2020 noch 797.427 Pkw in der Stadt registriert, so sank der Bestand zum 31. März auf 787.266. Auch die Zahl der Lkw ging im selben Zeitraum zurück – von 65.488 auf 64.281. Die der angemeldeten Krafträder nahm dagegen wegen des üblichen Frühjahrseffekts zu, und zwar von 53.025 auf 53.636. Der Gesamtbestand an Kraftfahrzeugen in der Hansestadt sank damit in der Summe um mehr als 10.000 deutlich auf 905.183. Das geht aus der Antwort des Senates auf eine Anfrage der CDU-Fraktion hervor.

Zwar zeigen die Zahlen der Vorjahre, dass es bei den Pkw-Anmeldungen im ersten Quartal offenbar häufiger saisonal begründete Rückgänge gibt. Diese fielen in den vergangenen Jahren jedoch deutlich geringer aus. Auffällig ist auch der aktuelle Rückgang bei den Lastwagen-Zahlen. Diese waren in den vergangenen Jahren durchgehend gestiegen, auch in den jeweils ersten Quartalen.

Corona macht sich bei den Zulassungszahlen bemerkbar

„Die Corona-Pandemie und das Herunterfahren der Wirtschaft machen sich auch bei den Zulassungszahlen bemerkbar“, sagte CDU-Verkehrspolitiker Richard Seelmaecker. „Bisher kannten die Zulassungszahlen in Hamburg nur einen Weg: immer weiter nach oben. Gerade die gewerblichen Zulassungen dürften besonders betroffen sein.“ Es werde sich erst in einiger Zeit zeigen, ob mit dem Hochfahren der Wirtschaft auch die Zulassungen wieder zunehmen, oder ob sich hier tatsächlich ein neuer Trend einstelle. „Erneut zeigt sich deutlich: der Anteil der Pkw mit Elektroantrieb ist verschwindend gering“, so der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete. „Konjunkturprogramme müssen hier für Investitionen in die Ladeinfrastruktur genutzt werden. Gerade die Millionenmetropole Hamburg muss bei der Mobilität jetzt endlich in die Zukunft investieren. Eines ist aber auch klar: Ohne das Auto geht es nicht.“

Tatsächlich ist die Zahl der regis­trierten E-Autos zwar im ersten Quartal entgegen dem Trend deutlich gewachsen – allerdings auf sehr bescheidenem Niveau. Sie stieg von 3682 zu Jahresbeginn auf 4524 Ende März. Damit waren nicht einmal 0,6 Prozent der in Hamburg zugelassenen Pkw mit reinem E-Antrieb ausgestattet. Die Zahl der Hybrid-Fahrzeuge sank im ersten Quartal sogar von 12.334 auf 11.796. Die der von außen aufladbaren Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge dagegen nahm von 2372 auf 3095 zu.

Hamburg noch weit von einer Umstellung der Fahrzeugflotten auf Elektroantriebe entfernt

Die Daten zeigen einmal mehr, dass man auch in Hamburg noch weit von einer Umstellung der Fahrzeugflotten auf Elektroantriebe entfernt ist. Zwar hat sich die Zahl der E-Autos seit Anfang 2018 bereits mehr als verdreifacht. Damals waren insgesamt 1387 E-Autos in der Hansestadt registriert. Die absoluten Zahlen sind aber noch immer sehr gering.

Bürgermeister und Senat über den Corona-Stand in Hamburg:

Bürgermeister und Senat über den Corona-Stand in Hamburg

Für das zweite Quartal dürfte es einen weiteren Rückgang der allgemeinen Anmeldezahlen geben. Das Kraftfahrtbundesamt hatte Ende vergangener Woche bereits die bundesweiten Daten für den Mai vorgelegt. Demnach wurden im Mai 168.148 Pkw neu zugelassen. „Im Vergleich zum Vorjahresmonat zeigte sich in den Zeiten der Corona-Krise ein Rückgang von 49,5 Prozent“, so das Flensburger Bundesamt. „Der Anteil der gewerblichen Zulassungen lag bei 61,9 Prozent (-50,3 Prozent), der der privaten Zulassungen bei 38,0 Prozent (-48,2 Prozent).“ Den Trend zum SUV hat aber auch das Coronavirus nicht gebrochen, wie die Mitteilung aus Flensburg zeigte: „Mit einem Anteil von 19,9 Prozent waren die meisten der neu zugelassenen Pkw dem Segment der SUVs zuzuordnen, dicht gefolgt von der Kompaktklasse mit 18,9 Prozent.“

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