Wichtiges Angebot

Praxis ohne Grenzen zieht nach Eidelstedt

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Professor Peter Ostendorf, hier mit Schwester Brigitte Kikisch, hat die Praxis ohne Grenzen gegründet. Sie finanziert sich über Spenden.

Professor Peter Ostendorf, hier mit Schwester Brigitte Kikisch, hat die Praxis ohne Grenzen gegründet. Sie finanziert sich über Spenden.

Foto: Marcelo Hernandez

Mediziner versorgen Patienten ohne Versicherungsschutz. Spender werden dringend gesucht. Wie Sie helfen können.

Hamburg. Die Praxis ohne Grenzen wird in der kommenden Woche an einem neuen Standort wiedereröffnen. „Wir sind stolz und glücklich, den kraftraubenden Umzug endlich hinter uns gebracht zu haben“, sagt Professor Peter Ostendorf, der Initiator der Praxis. Er hat in den vergangenen Wochen täglich mit seinem Team daran gearbeitet, dass die insgesamt 45 Ärzte und 15 Krankenschwestern wieder hilfsbedürftige Menschen, die nicht krankenversichert sind, behandeln können. „Unser Angebot ist in einer solchen Krisenzeit sogar besonders wichtig“, sagt der engagierte Mann.

Bisher war die Praxis ohne Grenzen in den Räumen eines Pflegeheims von „Pflegen & Wohnen“ untergebracht. „Doch mit Ausbruch der Corona-Pandemie konnten wir dort nicht mehr weiterarbeiten“, sagt Ostendorf. Zu gefährlich sei es für die Heimbewohner gewesen. „Aber auch wir Ärzte sind streng genommen in der Risikogruppe“, so Ostendorf. Schließlich seien alle über 65 Jahre alt.

Ehemaliges Jobcenter in Eidelstedt steht im Moment leer

Also habe er gemeinsam mit dem gesamten Team im März entschieden, vorerst das Angebot einzustellen. „Diese Entscheidung ist uns wirklich sehr schwer gefallen“, sagt er. Auch deshalb habe er sofort angefangen, nach neuen Räumen zu suchen. „Das Pflegeheim, in dem wir bisher untergebracht waren, wird im kommenden Jahr neu gebaut. Wir hätten sowieso rausgemusst.“ Fündig wurde Ostendorf im ehemaligen Jobcenter in Eidelstedt. Das steht im Moment leer.

Der Mediziner konnte zwei Stockwerke für das gemeinnützige Projekt anmieten. „Nun zahlen wir allerdings zum ersten Mal Miete“, sagt er. Bis zum Ende des Jahres habe er das Geld für die monatlichen Zahlungen. „Danach weiß ich noch nicht, wie es weitergeht. Ich hoffe sehr, dass wir das in den kommenden Monaten regeln können.“ Jeder Spender würde derzeit dazu beitragen, dass die Einrichtung auch nach dem Jahreswechsel weiter betrieben werden könne. (Wer helfen will, kann sich unter www.praxisohnegrenzen-hh.de informieren. Spendenkonto: Haspa, IBAN DE46200505501001232816)

Körber-Stiftung hat den Umzug unterstützt

Der Umzug hat knapp 90.000 Euro gekostet. Dabei wurde die Praxis ohne Grenzen von der Körber-Stiftung großzügig unterstützt. „Anders hätten wir es nicht stemmen können. Wir sind so dankbar für diese große Hilfe.“ In der zweiten Jahreshälfte 2021, so der Plan, wird die Praxis in das neu gebaute Pflegeheim von „Pflegen & Wohnen“ zurückziehen. Um dann wieder mietfrei arbeiten zu können.

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Bis dahin steigert Ostendorf zusammen mit seinem Team Stück für Stück das Angebot an der Fangdieckstraße 53. Vom kommenden Mittwoch an arbeiten die Gynäkologen wieder. Eine Woche später dann die Kinderärzte, am 24. Juni folgt die Innere Medizin. Und am 8. Juli dann die restlichen Disziplinen. Dafür haben die Mediziner ein strenges Hygienekonzept erarbeitet. „Natürlich tragen sowohl die Ärzte als auch die Patienten Mundschutz“, so Ostendorf. Jedem Patienten werde bei Eintritt in die Praxis Fieber gemessen. „Und eine genaue medizinische Anamnese vorgenommen.“ Denn es dürfe auf keinen Fall auch nur ein einziger an Corona Erkrankter in die Räumlichkeiten kommen. „Das wäre eine Katastrophe für uns.“ Er sei aber zuversichtlich: „Unser Konzept ist sehr streng. Das sollte klappen.“

Coronavirus: Verhaltensregeln und Empfehlungen der Gesundheitsbehörde

  • Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum und halten Sie Abstand von mindestens 1,50 Metern zu anderen Personen
  • Achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände gründlich mit Wasser und Seife
  • Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund
  • Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden