Hamburg

Denkmal für sexuelle Vielfalt geplant – das sind die Ideen

Bürgermeister Peter Tschentscher (l., SPD) und Stellvertreterin Katharina Fegebank (r., Grüne) 2019 beim CSD in Hamburg.

Bürgermeister Peter Tschentscher (l., SPD) und Stellvertreterin Katharina Fegebank (r., Grüne) 2019 beim CSD in Hamburg.

Foto: Imago/Chromorange

SPD und Grüne haben dieses Vorhaben in ihrem Koalitionvertrag festgehalten. Vorschläge für Standorte gibt es bereits.

Hamburg. Der Satz steht etwas versteckt auf Seite 155 des Koalitionsvertrages, aber er ist sehr bestimmt: "Wir realisieren gemeinsam mit den beteiligten Initiativen ein Denkmal für die sexuelle Vielfalt in Hamburg", schreiben SPD und Grüne in ihrem Regierungsprogramm fest. Tatsächlich läuft im Hintergrund schon länger die Planung für eine Statue oder Installation, die auch als Mahnung vor Verfolgung von Homosexuellen dienen soll.

Laut Kulturbehörde hat bereits ein Treffen mit der Initiative "Denkmal für sexuelle Vielfalt" gegeben, die den Anstoß für das Vorhaben gab. Nach ihren Vorstellungen soll das Denkmal nicht "eine einzige sexuelle Minderheit" – also etwa nur Schwule, Lesben oder Transsexuelle – darstellen, sondern für die gesamte Bandbreite an Geschlechtern und Vorlieben stehen. Ihre Ideen reichen "von einer Gedenktafel über eine Statue, einen Spiegel, einen Erlebnisblock bis zu einem gestalteten Platz".

St. Pauli, St. Georg und Planten un Blomen im Gespräch

Wichtig und dem Thema angemessen sei es, dass das Denkmal auffalle, "einen Erlebnisbezug biete" und "mehrere Sinneseindrücke" anspreche. Konkret beschreiben die Initiatoren auf ihrer Website etwa einen großen Granitblock mit einem eingebauten Prisma. "Das Prisma spaltet das Licht in die unterschiedlichen Spektralfarben, die den Betrachtenden als Regenbogen erscheinen". Dazu könnten Schriftzügen an die Opfer von Verfolgung, etwa in der NS-Zeit, erinnern. "Denkbar wäre auch das Anbringen von QRS-Codes, über die per Smartphone weitere Informationen, möglicherweise auch exemplarische Lebensgeschichten, abrufbar wären", so die Initiatoren.

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Kultursenator Carsten Brosda (SPD) ist von der Idee offenbar überzeugt. Wie es aus seiner Behörde heißt, soll es demnächst ein weiteres Treffen geben und eine Ausschreibung für Künstler auf den Weg gebracht werden. Die Initiative "Denkmal für sexuelle Vielfalt" hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 3000 Euro als Spenden für das Projekt gesammelt. Es gilt als sicher, dass die Stadt den Großteil der Kosten tragen wird. Vor den rot-grünen Koalitionären hatte sich auch die FDP bereits für ein Denkmal eingesetzt. Sie nannte auch drei Vorschläge für passende Standorte: In St. Georg, auf St. Pauli oder inmitten der Parkanlage Planten un Blomen.

Auch ein "Regenbogenhaus" als Treffpunkt soll kommen

Wie es aus Koalitionskreisen heißt, passe das Projekt auch dazu, dass in diesem Jahr das 40. Jubiläum des "Christopher Street Day" in Hamburg gefeiert wird. Über das Denkmal hinaus ist im Koalitionsvertrag auch davon die Rede, weiter für die Gleichbehandlung eintreten zu wollen. Es sei auch an der Zeit, dass die queere Community unabhängig vom Denkmal einen "Ort für alle" bekommt.

Bürgermeister Tschentscher stellt den Koalitionsvertrag vor:

Bürgermeister Tschentscher stellt den Koalitionsvertrag vor

Die Grünen hatten bereits in ihrem Wahlprogramm die Forderung nach einem sogenannten Regenbogenhaus verankert, das als Treffpunkt für Vertreter aller sexuellen Orientierungen und Geschlechter dienen soll. Die Partei ließ dazu auch ein Gutachten anfertigen. Es soll ebenso wie das Denkmal in enger Zusammenarbeit mit den entsprechenden Initiativen geplant und eingerichtet werden.