Neue UKE-Studie

Coronavirus schädigt neben der Lunge weiteres Organ stark

Tobias B. Huber, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), stellte die Corona-Studie am Donnerstag vor.

Tobias B. Huber, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), stellte die Corona-Studie am Donnerstag vor.

Foto: Christian Charisius / dpa

Sars-CoV-2 verursacht nicht nur Lungenkrankheiten, sondern hat bei vielen UKE-Patienten zu weiteren Problemen geführt.

Hamburg. Nach der Lunge ist die Niere das von einer Covid-19-Erkrankung am stärksten betroffene Organ. Das hat eine Studie des Universitätsklinikums Eppendorf ergeben, die Prof. Dr. Tobias B. Huber, Direktor der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik, heute vorgestellt hat: „Sars-CoV-2 ist kein reines Lungenvirus, sondern kann mehrere Organe betreffen, neben den Nieren auch Leber, Herz und Gehirn.“

Ein Großteil der Patienten, die im Verlauf der Corona-Pandemie in Hamburger Kliniken aufgenommen werden musste, habe Probleme mit den Nieren gehabt, so Huber weiter. Und jeder dritte Intensivpatient musste an ein Dialysegerät angeschlossen werden: „Wir haben deswegen im UKE unsere Dialysekapazitäten in den vergangenen Wochen deutlich erweitert.“

Nach Abschluss der Behandlung im Krankenhaus hätten etwa 50 Prozent der Patienten zwar noch leicht erhöhte Nierenwerte, eine Dialyse bräuchten die allermeisten aber nicht mehr.

Corona-Opfer hatten im Schnitt drei schwere Begleiterkrankungen

Huber hat mit einem Team von Wissenschaftlern 27 Hamburgerinnen und Hamburger untersucht, die an Covid-19 gestorben sind. Im Schnitt hatten diese Patienten drei schwere Begleiterkrankungen und waren über 70 Jahre alt. „Je mehr Begleiterkrankungen vorliegen, desto mehr Organe sind auch von dem Virus betroffen“, so Huber.

Coronavirus: Verhaltensregeln und Empfehlungen der Gesundheitsbehörde

  • Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum, und halten Sie mindestens 1,50 Meter Abstand zu anderen Personen
  • Achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände gründlich mit Wasser und Seife
  • Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund
  • Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden