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Schräge Aktion: Warum 111 Puppen den Jungfernstieg bevölkern

| Lesedauer: 24 Minuten
Die Installation "It is like it is" mit 111 Schaufensterpuppen auf dem Hamburger Jungfernstieg soll der Corona-Krise ein Mahnmal setzen.

Die Installation "It is like it is" mit 111 Schaufensterpuppen auf dem Hamburger Jungfernstieg soll der Corona-Krise ein Mahnmal setzen.

Foto: Marcelo Hernandez / FUNKE Foto Services

Noch 630 akut Corona-Infizierte in Hamburg. Gastronomen senden Hilferuf. Weiterer UKE-Krebspatient gestorben. Der Newsblog.

Hamburg. Während das öffentliche Leben in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen nach ersten Lockerungen der Corona-Maßnahmen teilweise wieder anläuft, leiden einige Branchen weiterhin stark unter der Krise. Allen voran die Gastronomie und die Unterhaltungsbranche.

Seit Wochen sind Lokale, Bars und Clubs, nur ein Liefer- oder Abholservice ist möglich. Ab dem 18. Mai können Gastronomen ihre Restaurants unter strengen Auflagen wieder öffnen. Über die im März gestartete Initiative #PayNowEatLater haben Hamburger derweil 335.000 Euro an Restaurants, Cafés und Bars in der Hansestadt gezahlt und dafür Gutscheine bekommen.

Eine besondere Aktion hat auch ein Musiklehrer aus Schleswig-Holstein ins Leben gerufen und damit nun einen Weltrekord aufgestellt. Und in Hamburg sorgt ein Künstler mit 111 Schaufensterpuppen für einen seltsamen Anblick auf dem Jungfernstieg.

Weitere Infos dazu und andere Nachtrichten lesen Sie hier im Newsblog:

Corona-Newsblog für Hamburg und den Norden am Sonnabend (9. Mai):

Abstraktes Mahnmal für die Corona-Krise auf dem Jungfernstieg

111 Schaufensterpuppen – gekleidet in rot-weißem Flatterband – haben am Sonnabend einen ungewöhnlichen Anblick auf dem Jungfernstieg geboten. Der Kunststudent Dennis Josef Meseg will der Corona-Krise damit ein Mahnmal setzen. Die Aktion mit dem Titel "It is like it is" soll symbolisch den Stillstand darstellen, den die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in den vergangenen Monaten verursacht hat und – so der Künstler – das "Unfassbare fassbar" machen.

Was damit gemeint ist? "Ein winziges Virus, zwanzig Mal dünner als ein menschliches Haar, hat geschafft, wovon die Großen und Mächtigen dieser Welt so gerne träumen: Es beherrscht alle Gedanken", formuliert Meseg selbst zur Erklärung seiner Installation. Das Virus sein ein "tödlicher Equalizer", der die Menschen gleichmache und sie "auf nie gekannte Art" in ihrer Angst, ihren Verlusten, ihre Einsamkeit und Not vereine.

Doch die Puppen stehen laut Erklärung Mesegs auch für die Trennung der Menschen. "Schaufensterpuppen, zu Beginn des Jahres noch in den Auslagen der Geschäfte die überbordende Fülle lebensbejahender, bunter Kleidung präsentierend, stehen nun einförmig beieinander, nur noch unterscheidbar in ihrer Körpergröße und umgeben von einer Aura der Hoffnungslosigkeit", so Meseg. Das Flatterband in Signalfarben dokumentiere die Trennung, die "das eingeschränkte Leben und die Beschneidung der Grundrechte" mit sich bringe. Eine vertraute Gemeinschaft werde aufgelöst in eine "Herde aus Individuen".

Mit seiner Aktion "It is like it is" tourt Meseg quer durch Deutschland – die Puppen hat er schon an prominenten Orten in Berlin, Wolfsburg, Bonn, Düsseldorf und Köln ausgestellt. Mehr über den Künstler auf der Website seines seines Online-Ateliers.

Erster Gottesdienst mit der Gemeinde im Hamburger Michel

Nach einer wochenlangen Pause wegen der Corona-Pandemie sind seit Mittwoch in Hamburg wieder Gottesdienste und religiöse Veranstaltungen möglich. Den ersten Gottesdienst mit Gemeindemitgliedern wird am Sonntag (10.00 Uhr) Hauptpastor Alexander Röder im Hamburger Michel halten. Wegen des Mindestabstands von zwei Metern zwischen den Besuchern – abgesehen von Paaren oder Familien, die in einem Haushalt leben – können nur bis zu 150 Personen teilnehmen. Eine Anmeldung ist online und telefonisch möglich. Der Gottesdienst wird vom Fernsehsender Hamburg 1 live übertragen. Bisher haben rund 137.000 Zuschauer die Übertragungen verfolgt.

Lockerung der Corona-Maßnahmen: An der Küste kehrt das Leben zurück

Die Küstenorte an der Ostsee proben die Rückkehr zu einer Form der Normalität. An der Küste in Schleswig-Holstein waren am Sonnabend erstmals wieder deutlich mehr Besucher unterwegs. Auf den Promenaden von Niendorf, Timmendorfer Strand und Travemünde flanierten überall wieder Gäste. Am Strand lagen Sonnenhungrige im Sand, Kinder spielten am noch kalten Wasser.

Es sei das erste Wochenende, an dem alle Zweitwohnungsbesitzer und Dauercamper wieder zurück durften, erklärt Kristina Wenske vom Tourismusservice in Timmendorfer Strand. Zudem seien deutlich mehr Schleswig-Holsteiner für einen Tag an die Küste gekommen. Hotels und Gaststätten dürfen allerdings erst ab 18. Mai wieder öffnen - dann dürfen auch Gäste aus anderen Bundesländern wieder an die Küste in Schleswig-Holstein. Schon jetzt gingen die Buchungen ab dem 18. steil hoch, sagte Wenske.

Auch die Strandkorbvermieter dürfen ab jenem Tag wieder ihre Körbe anbieten - unter strengen Auflagen, wie eine Vermieterin erklärt. So habe sie nun die Information bekommen, dass die Strandkörbe 3,5 Meter voneinander entfernt stehen und immer desinfiziert werden müssten. Wie das zu bewerkstelligen sei und wie viele Körbe sie unter diesen Bedingungen aufstellen könne, müsse man dann sehen.

In Mecklenburg-Vorpommern dürfen auswärtige Besitzer von Zweitwohnungen bereits seit 1. Mai wieder einreisen. Strandkörbe dürfen vom 11. Mai an wieder vermietet werden. Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze sind vom 18. Mai an für Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns ebenfalls wieder nutzbar. Zum 25. Mai wird dann das seit Mitte März geltende Einreiseverbot für Touristen aus anderen Bundesländern aufgehoben. Die Lockerungen hatte das Kabinett jüngst in Schwerin beschlossen.

Corona-Fälle in Schlachthof – Gewerkschaften fordern mehr Schutz

Angesichts von Corona-Ausbrüchen unter Mitarbeitern von Schlachtbetrieben sind Forderungen nach schärferen Kontrollen und grundlegend besseren Arbeitsbedingungen laut geworden. Gewerkschaften kritisierten langjährige Missstände und verlangten ein Ende des hohen Preisdrucks in der Fleischproduktion. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) ermahnte die zuständigen Landesbehörden, Schutzvorgaben wegen der Corona-Epidemie besonders auch in Sammelunterkünften und bei Fahrten streng zu kontrollieren.

In Schleswig-Holstein sind eine Schlachterei in Bad Bramstedt im Kreis Segeberg und eine Sammelunterkunft für deren Mitarbeiter in Kellinghusen im Kreis Steinburg betroffen. Der Schlachthof hat seine Produktion bereits eingestellt, die Unterkunft steht unter Quarantäne. In Nordrhein-Westfalen hat die Landesregierung vorübergehend einen Schlachtbetrieb in Coesfeld geschlossen, in dem sich besonders viele Mitarbeiter angesteckt hatten.

„In Schlachthöfen muss deutlich mehr unternommen werden, um die Risiken für Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zu reduzieren“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel. Die Branche falle seit Jahren mit miserablen Arbeitsbedingungen auf. Freddy Adjan (Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten) sagte: „Diese Krise macht deutlich, wie überfällig es ist, auf Stopp zu drücken und den ruinösen Preiskampf beim Fleisch zu beenden.“

Eltern von Kleinkindern begrüßen den Kita-Fahrplan

Nachdem Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) den Fahrplan für die Wiedereröffnung der Kitas in Hamburg bekannt gegeben hat, herrscht bei vielen Eltern Erleichterung. "Als Eltern haben wir jetzt zumindest einen vorbehaltlichen zeitlichen Rahmen, der uns Planungsmöglichkeiten eröffnet. Wir bleiben gespannt, wieweit die Kitas den Erwartungen der Eltern, ihre Kinder wieder in die Kitas bringen zu können, auch tatsächlich umsetzen können", heißt in einer Stellungnahme des Landeselternausschusses Kindertagesbetreuung Hamburg (LEA).

Ferner appelliert das Gremium an alle Eltern und die Arbeitgeber zunächst nicht zu hohe Erwartungen aufzubauen. Ferner sollten alle die erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um Schließungen durch Infektionsfälle zu vermeiden.

Ab 18. Mai sollen die Fünf- und Sechsjährigen wieder in die Kindertageseinrichtungen gehen. Das bedeutet, dass dann etwa 30 bis 40 Prozent der Kita-Kinder betreut werden – je nachdem, wie viele Eltern ihre Kinder bringen. Die Gebühren bleiben ausgesetzt, die Betreuung ist also kostenlos, bis – voraussichtlich im Spätsommer -- wieder Regelbetrieb möglich ist.

Schleswig-Holsteiner nutzen neue Einkaufsfreiheit zurückhaltend

Die Schleswig-Holsteiner haben am ersten Tag der Wiedereröffnung der Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmetern nur verhalten von ihren neuen Möglichkeiten Gebrauch gemacht. „Die Händler freuen sich sehr. Es ist aber nicht so, dass die Kunden die Läden stürmen“, sagte die Geschäftsführerin des Handelsverbands Nord, Mareike Petersen, am Sonnabend. Ein Grund sei die Maskenpflicht. Sie führe dazu, dass die Kunden nur gezielt in ein Geschäft gingen und auch nur das kauften, was sie sich vorgenommen hätten. „Das klassische Shoppen fällt weg.“

Die Hygienemaßnahmen in den Läden, etwa Einbahnstraßen zur Wahrung der Abstandsregeln, seien dagegen kein Problem. „Das scheint alles reibungslos zu klappen“, sagte Petersen. Seit Sonnabend dürfen in Schleswig-Holstein unabhängig von ihrer Größe wieder alle Geschäfte öffnen. Die bisherige Flächenbegrenzung auf 800 Quadratmeter fiel weg. Gelockert wurden auch die Kontaktbeschränkungen, die im Zuge der Corona-Krise verfügt wurden: Jetzt dürfen sich auch Menschen aus zwei Haushalten treffen, privat und in der Öffentlichkeit.

Hygieniker warnt vor Masken mit Ventil in der Öffentlichkeit

Der Sylter Krankenhaushygieniker und Leitende Arzt der Nordseeklinik, Dieter Telker, hat vor dem Tragen von sogenannten FFP 2 oder FFP 3-Masken mit Ventil in der Öffentlichkeit gewarnt. Diese böten dem Träger zwar einen hohen Eigenschutz, sagte der Mediziner dem Onlineportal „shz.de“. Sei man aber selbst infiziert, erreichten selbstgemachte Stoffmasken beim Schutz der Anderen einen höheren Wirkungsgrad.

Bei FFP 2/3-Masken mit Ventil entweiche die Atemluft nahezu ungefiltert, sagte Telker. „Sollte der Träger mit dem Coronavirus infiziert sein, kann er ihn auf diesem Wege weitergeben.“ FFP-2 und -3 Masken mit Ventil seien etwa für Handwerker und Mitarbeiter im Gesundheitswesen entwickelt worden. „Wer im medizinischen Bereich den ganzen Tag eine Maske tragen muss, dem erleichtert das Ventil in der Maske die Atmung, weil der Widerstand nicht so groß ist.“

Während beim medizinischen Personal davon ausgegangen werden könne, dass die Masken-Träger nicht infiziert seien, sei dies bei Privatpersonen aber keineswegs der Fall. Für Telker sind Masken mit Ventil deshalb im öffentlichen Personennahverkehr oder in Geschäften ungeeignet.

Coronakrise: Wo noch Intensivbetten frei sind

Knapp 5000 Infizierte in Hamburg registriert

Die Zahl der akut infizierten Menschen in Hamburg sinkt. Die Gesundheitsbehörde geht von 640 Hamburger aus, die derzeit an Covid-19 erkrankt sind. Vor einer Woche waren es noch 970 Hamburger. 4100 Menschen sind nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts wieder gesund. Allgemein haben sich bislang 4938 Hamburger offiziell mit dem Coronavirus infiziert. Innerhalb der vergangen 24 Stunden sind 13 weitere Corona-Fälle in der Stadt registriert worden.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind in Hamburg bislang 204 Personen, bei denen zuvor eine Covid-19-Infektion festgestellt wurde, gestorben. Die Mediziner im Institut für Rechtsmedizin am UKE stellten bis Sonnabendmittag bei 193 Hamburgern eine Infektion mit dem Coronavirus als Todesursache fest.

112 Menschen mit Wohnort Hamburg werden derzeit wegen der Infektion stationär in einem Krankenhaus behandelt. Davon müssen 47 auf einer Intensivstation behandelt werden. "Es ist nach wie vor erkennbar, dass die Zahlen insbesondere im stationären Bereich seit Tagen kontinuierlich rückläufig sind", heißt es von der Gesundheitsbehörde.

Energieverbrauch im Homeoffice: Tipps zum Stromsparen

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronaviruspandemie zwingt viele Menschen derzeit ins Homeoffice. Das treibt auch die Stromkosten zu Hause in die Höhe. Die Verbraucherzentrale Hamburg gibt Tipps, um den Stromverbrauch zu senken und so Ressourcen und Geld zu sparen.

  • Der Computer: Bauart und Leistungsfähigkeit beeinflussen den Stromverbrauch erheblich. Ein Standard-Laptop kommt bei einem achtstündigen Arbeitstag auf 0,2 Kilowattstunden, ein Desktop-PC mit vergleichbarer Leistung auf ungefähr das Dreifache. In sechs Wochen Homeoffice ergibt das zwei Euro zusätzliche Stromkosten bzw. sechs Euro für den PC.
  • Hoch gerüstete Gamer-PCs sollten nicht über einen längeren Zeitraum im Homeoffice verwendet werden, da deren Leistungsfähigkeit zu einem 70 % höheren Stromverbrauch führen kann.
  • In Arbeitspausen sollte jeder PC in den Energiesparmodus versetzt werden. In den Optionen lassen sich genaue Energiespar-Einstellungen vornehmen. Nachts und bei längeren Arbeitspausen sollte der PC ausgeschaltet sein.
  • Auch der Stromverbrauch der WLAN-Router lässt sich verringern. So kann bei einigen Modellen die Datenübertragungsfunktionen zeitlich begrenzt und nachts abgeschaltet werden.
  • Wer nachts außerdem WLAN-Empfänger (wie PC, Handy, Smart TV) komplett ausschaltet, verringert damit auch den Stromverbrauch des Routers. Gleiches gilt für WLAN-Repeater. Diese erweitern die Reichweite des Funknetzes und kommen deshalb oft in großen Wohnungen oder Häusern zum Einsatz.
  • Abschaltbare Mehrfachsteckdosen sind empfehlenswert, da einige elektrische Geräte auch nach der Abschaltung weiter Strom verbrauchen. Durch die Abschaltung der Mehrfachsteckdose wird der unnötige Stand-by-Verbrauch verhindert.
  • Sogenannte Master-Slave-Steckdosen schalten selbsttätig weitere Geräte wie etwa PC-Peripherie vom Netz, allerdings haben sie einen Eigenverbrauch. Dieser liegt bei ein bis zwei Watt.
  • Rund ums Stromsparen bietet die Verbraucherzentrale Hamburg eine telefonische Beratung an. Kurzauskünfte und Anmeldungen für ausführliche Beratungsgespräche sind möglich über die Hamburger Energielotsen unter der Rufnummer (040) 248 32-250.

Kreis Steinburg bleibt über Obergrenze bei Corona-Neuinfektionen

Wegen der vielen Corona-Fälle in der Gemeinschaftsunterkunft von Schlachthofmitarbeitern in Kellinghusen bleibt der Kreis Steinburg über der von der Politik definierten Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) gab es Stand Sonnabend (0 Uhr) im Kreis 166 Fälle. Umgerechnet auf die vergangenen sieben Tage seien dies 62,4 Fälle pro 100 000 Einwohner. Bundesweit haben neben dem Kreis Steinburg noch die Kreise Greiz in Thüringen und Coesfeld in Nordrhein-Westfalen überhöhte Werte gemeldet.

Nach Angaben des Kreises Steinburg steht die Gemeinschaftsunterkunft seit Ausbruch der ersten Fälle unter Quarantäne. Die zuletzt 109 Betroffenen sind Mitarbeiter eines Schlachthofs in Bad Bramstedt im Nachbarkreis Segeberg, der seine Produktion wegen der Corona-Fälle bereits eingestellt hat. Laut Landwirtschaftsministerium gibt es in Schleswig-Holstein derzeit etwa 50 Schlachtbetriebe.

Weiterer mit dem Coronavirus infizierte Krebspatient im UKE gestorben

Nachdem sich auf der Krebsstation des UKE in Hamburg Anfang April mehrere Menschen mit dem Coronavirus infiziert hatten, ist nun ein weiterer Krebspatient mit einer COVID-19-Infektion gestorben.

Wie die Klinik am Sonnabend mitteilte, ist ein 62 Jahre alter Lymphom-Patient am Sonnabendmorgen auf der Intensivstation nach einer langjährigen Krebserkrankung (Morbus Hodgkin mit erfolgter allogener Stammzelltransplantation) verstorben. „Weitere Untersuchungen müssen zeigen, ob COVID-19 ursächlich für den Tod des Mannes war“, heißt es in dem Schreiben der Klinik.

Anfang April war bekannt geworden, dass sich rund 20 Mitarbeiter und etwa 20 schwer kranke Patienten auf Krebsstationen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hatten. Insgesamt sechs der Patienten sind nach UKE-Angaben inzwischen gestorben. Bereits Ende April hat die Staatsanwaltschaft Hamburg wegen der Infektionen Ermittlungen aufgenommen. Sie beträfen Verantwortliche der Klinik und eine Reinigungskraft. Zuvor waren zwei Strafanzeigen eingegangen. Nach einer ersten Prüfung sei ein Anfangsverdacht bestätigt worden.

Gastronomen machen im Video auf ihre prekäre Situation aufmerksam

"Wir brauchen ganz dringend Ihre Hilfe", mit diesen Worten richtet sich Tim Mälzer, Betreiber der Bullerei in Hamburg, an die Politiker und "Kriesenstemmer". Gemeinsam mit zahlreichen weiteren Gastronomen aus ganz Deutschland fordert der Hamburger in einem dreieinhalbminütigen Video auf Youtube die Politik zum Handeln auf. Restaurants, Bars, Cafes und Hotels bräuchten weitere finanzielle Hilfe. Anne Behm vom Restaurant Klippkroog in Hamburg betont an dieser Stelle, dass beispielsweise die Senkung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent mindestens ein Jahr bestehen müsste.

Neben Mälzer und Behm beteiligen sich weitere Hamburger an der Aktion. Cozy & Jo aus dem Salt & Silver sagen, dass die Lockerungen ab dem 18. Mai zwar ein erster guter Schritt sei, aber wegen der Auflagen "haben wir viel weniger Gäste." Okan Saiti von Mammas Canteen erklärt, dass auch die Produzenten und Lieferanten betroffen seien.

Gastro

Patrick Rüther (ÜberQuell) sagt: "Wir alle kämpfen momentan für ein einziges Ziel: Unser Gewerbe vor dem Ruin zu bewahren. Deswegen fasst Koral Elci (Kitchen Guerilla) den Appell der Gastronomen zusammen: "Bitte schaffen Sie eine Perspektive. Retten Sie die Gastronomie." Denn wie Jens Sroka von den Heimthafen Hotels (St. Peter-Ording) sagt: "Wir sind die regionale und kulturelle Vielfalt unseres Landes."

1320 Musiker spielen sich mit Scorpions-Song zum Weltrekord

Mehrere Hundert Musiker sind in der Corona-Krise getrennt voneinander eng zusammengerückt und haben einen neuen Weltrekord auf die Beine gestellt. Genau 1320 Menschen haben jeder für sich das Lied „Rock You Like a Hurricane“ von den Scorpions auf ihren Instrumenten eingespielt. Der Initiator des „Corona-Spezial-Online-Orchesters“, Musiklehrer Jens Illemann aus Schleswig-Holstein, hat daraus schließlich ein gemeinsames Video geschnitten. Am Sonnabend gegen 18 Uhr soll das Video auf Youtube veröffentlicht werden.

Seit Beginn der Corona-Beschränkungen hatte er Laienmusiker jede Woche zum gemeinsamen Musizieren aufgerufen und die ihm geschickten Videos der vorgegebenen Lieder zu einem Musikvideo zusammengeschnitten. Der Gipfel der Aktion mit Musikern aus 44 Nationen ist nun der Weltrekordversuch. Das Rekord-Institut für Deutschland mit Sitz in Hamburg hat die Bestmarke bereits bestätigt. Das Institut gilt als das deutschsprachige Pendant zum „Guinnessbuch der Rekorde“.

Die erste Folge des Online-Orchesters:

Online-Orchester

2896 bestätigte Corona-Infektionen in Schleswig-Holstein

Die Zahl der in Schleswig-Holstein offiziell gemeldeten Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist binnen 24 Stunden um sieben gestiegen. Wie das Institut für Infektionsmedizin der Universität Kiel am Sonnabend auf seiner Homepage mitteilte, erhöhte sich damit die Zahl der seit Ausbruch der Corona-Epidemie nachgewiesenen Infektionen bis Freitagabend auf 2896. Die Zahl der Todesfälle blieb seit der Meldung von Freitagmorgen unverändert bei 122.

Mit Stand Freitagabend waren im nördlichsten Bundesland 58 Menschen in klinischer Behandlung. Das war einer weniger als einen Tag zuvor. Etwa 2400 Corona-Infizierte seien mittlerweile genesen.

Hilfe: Hamburger geben ihren Restaurants Kredit

Die von Hamburger Unternehmern aus der Foodbranche im März ins Leben gerufene Initiative #PayNowEatLater hat inzwischen deutschlandweit mehr als eine Million Euro für Gastronomen eingespielt. Davon gingen mehr als 335.000 Euro an Restaurants, Cafés und Bars in der Hansestadt. Hier nehmen 391 Betriebe an der Aktion teil.

Wegen der Corona-Pandemie mussten die Lokale schließen, nur Außer-Haus-Service ist den Restaurants noch erlaubt. Ab dem 18. Mai sollen die Gas­tronomen unter strengen Auflagen wieder öffnen dürfen.

Mitinitiator Patrick Kosmala freut sich über die positive Resonanz: „Durch meinen Job bin ich mit der Gastroszene sehr eng verbunden. Ohne Hilfe ist ein Großteil der Gastronomen nicht in der Lage, ihre Existenz über die Krise hinaus zu sichern. Ich freue mich sehr, dass mein Team und ich supporten können und #PayNowEatLater auf allen Seiten so großen Anklang findet“, sagte Kosmala.

Wer mitmachen möchte, kann unter www.paynoweatlater.de Gutscheine für ein Restaurant seiner Wahl kaufen, das an der Aktion teilnimmt. Der Erlös geht ohne Abzüge direkt an die Gastronomen. Die Gutscheine können dann, wenn die Betriebe wieder öffnen, dort eingelöst werden. Eine Woche müssen sich die Gäste noch gedulden.