Newsblog für Norddeutschland

Alle Hamburger Kinder noch im Mai zurück zur Schule

| Lesedauer: 23 Minuten
In Hamburg sollen alle Schüler bald wieder zum Unterricht zurück in die Klassen (Symbolbild).

In Hamburg sollen alle Schüler bald wieder zum Unterricht zurück in die Klassen (Symbolbild).

Foto: Sven Hoppe / dpa

Tschentscher: "Wir haben der Pandemie standgehalten". Neue Zahlen zu Infektionen und Toten in Hamburg. Der Newsblog.

Hamburg. Die Menschen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern freuen sich über mehr und mehr Lockerungen der Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie. Nach Öffnung vieler Läden und der Friseurgeschäfte in Hamburg sind nun auch Spielplätze – unter Auflagen – wieder geöffnet. Auch Gottesdienste sind wieder möglich. Zudem dürfen Museen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten wieder aufmachen – und es darf wieder mehr Sport im Freien getrieben werden.

Damit setzt Hamburg die Beschlüsse von Bund und Ländern um, die am vergangenen Donnerstag getroffen wurden. Derweil berät die Bundeskanzlerin am Mittwoch mit den Länderchefs bereits über weitere Lockerungen. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat zudem baldige Lockerungen für Hotels und die Gastronomie in Aussicht gestellt. „Wir haben noch im Laufe des Mais Öffnungsschritte vor“, sagte er am Dienstag. Die Außengastronomie werde sehr bald beginnen. Die Hamburger Schüler sollen ab dem 25. Mai zumindest phasenweise die Schule besuchen, kündigte Bildungssenator Ties Rabe am Nachmittag an.

Das Coronavirus in Deutschland und weltweit:

Corona-Newsblog für Hamburg und den Norden am Mittwoch (6. Mai):

Tschentscher: "Wir haben der Pandemie standgehalten"

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sagte am Abend im ZDF: "Wir haben der Pandemie standgehalten." Wichtig sei nun, einen Rückfall zu verhindern: Alle jetzt gelockerten Maßnahmen müssten regelmäßig kontrolliert werden. Nur, wenn die Infektionszahlen niedrig blieben, könne man weitere Lockerungen vornehmen.

Mit Blick auf die Urlaubssaison im Sommer sagte Tschentscher, die "großartige Leistung der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland" bisher stimme ihn "sehr zuversichtlich, dass es uns weiterhin gelingt, zu einem normaleren öffentlichen Leben zurückzukehren und gleichwohl die Dynamik der Epidemie zu begrenzen."

Alle Hamburger Kinder nach Maiferien in die Schule

Hamburg will den Beschluss von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder, alle Schülerinnen und Schüler noch vor den Sommerferien tage- oder wochenweise zurück in die Schule zu schicken, nach den Maiferien umsetzen. Das teilte Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Nachmittag mit: „Nach den Maiferien ab dem 25. Mai sollen jetzt auch die Schülerinnen und Schüler der bislang fehlenden Klassenstufen wenigstens einmal pro Woche mindestens fünf oder sechs Unterrichtsstunden im schulischen Präsenzunterricht bekommen. Der Unterricht in der Schule soll unter anderem dafür genutzt werden, das Lernen zu Hause besser vor- und nachzubereiten."

Rabe stellt klar, dass es vorerst keine vollständige Rückkehr zum Unterricht in den Schulen geben werde: "Auch künftig müssen alle Schülerinnen und Schülern ergänzend zu Hause im so genannten Fernunterricht lernen." In den Präsenzphasen gelten weiterhin strenge Hygiene- und Abstandsregeln. Lerngruppen sollen maximal 15 Kinder umfassen.

In dieser Woche hatte der Unterricht in der Schule für die Klassenstufen 6, 10, 11 und 12 der Gymnasien, für die Klassenstufen 9, 10, 12 und 13 der Stadtteilschulen, für allen vierten Klassen der Grundschulen sowie für Schülerinnen und Schüler der Sonderschulen und Berufsschulen begonnen – die Kinder lernen in kleineren Gruppen und ebenfalls im Wechsel von Heim- und Präsenzunterricht.

Serengeti-Park öffnet wieder für Besucher

Ursprünglich sollte der Tierpark bereits am 28. März seinen Saisonstart feiern, aber aufgrund der Corona-Pandemie mussten sich die Besucher vorerst gedulden. Nun gibt es erfreuliche Nachrichten: Am 9. Mai öffnet der Serengeti-Park mit der Serengeti-Safari, die mit dem eigenen Pkw durchfahren werden kann, zumindest teilweise seine Pforten wieder.

Der Freizeitpark, die begehbaren Tiergehege, die Gastronomie sowie die Übernachtungsmöglichkeiten bleiben jedoch weiterhin geschlossen. "Wir blicken positiv in die Zukunft und freuen uns auf all unsere Gäste, die uns 'mit Abstand' natürlich die liebsten sind!", sagt Dr. Fabrizio Sepe, Inhaber und Geschäftsführer des Serengeti-Parks. Die Eintrittspreise sollen wegen des eingeschränkten Angebots reduziert werden.

Polizei: Warnung vor Betrugsmails bei Corona-Hilfen

Die Polizei in Hamburg warnt im Zusammenhang mit Soforthilfen in der Corona-Krise vor einer neuen Betrugsmasche. In der Hansestadt seien erste Einzelfälle betrügerischer E-Mails bekannt geworden, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung. Diese Mails erwecken den Anschein, „durch die Hamburgische Investitions-und Förderbank (IFB Hamburg) versendet worden“ zu sein und würden sich auf „vermeintlich gezahlte Corona-Soforthilfen“ beziehen.

An der Nachricht angehängt sind zwei echt wirkende PDF-Dokumente. Darin wollen die mutmaßlichen Betrüger persönliche Daten abgreifen und fordern die Angeschriebenen auf, bereits erhaltene Zuschüsse teilweise oder komplett zurückzuzahlen.

Die Mails wurden nicht gezielt verschickt, sondern breit gestreut. Die Adresse der Betrugsmails lautet corona-zuschuss@ifb-hh.de.com. Die Polizei rät dringend, auf diese E-Mails nicht zu reagieren. Auch das Landeskriminalamt Niedersachsen warnt vor dieser Betrugsmasche.

Corona-Krise: Leonhard verteidigt zurückhaltende Kita-Öffnungspläne

Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) hat die coronabedingt zurückhaltenden Öffnungspläne bei den Kitas gegen Kritik der Opposition verteidigt. Die Familien hätten mit dazu beigetragen, dass die Zahl der festgestellten Covid-19-Neuinfektionen auf heute 26 zurückgegangen sei, sagte Leonhard am Mittwoch in einer Aktuellen Stunde der Hamburgischen Bürgerschaft.

„Die Dynamik hat also deutlich abgenommen, aber sie ist nicht weg“, betonte die Senatorin. Das sei auch der Grund, „warum all die Rufe nach konkreten Daten nicht seriös beantwortet werden können“. Hamburg habe den Plan, Mitte Mai den nächsten Schritt für mehr Kita-Betreuung zu gehen. „Aber wir dürfen nicht so tun, als könnten wir schon versprechen, wir wissen, wie es im Land im August aussieht.“ Zuvor hatten Vertreter der Opposition der Senatorin vorgeworfen, Eltern und Kinder im Unklaren über die Zukunft zu lassen.

150 Menschen dürfen am Gottesdienst im Michel teilnehmen

In der Kirche St. Michaelis findet am Sonntag, 10. Mai, der erste Gottesdienst mit Besuchern statt. Um die Handlungsempfehlungen der Nordkirche umzusetzen, sind 150 Personen während der Andacht im Michel erlaubt.

„Wir freuen uns und sind dankbar, dass wir wieder zusammen mit der Gemeinde am Michel Gottesdienst feiern dürfen", sagt Hauptpastor Alexander Röder. "Das ist eine großartige und positive Nachricht in dieser Zeit, auch wenn die Gemeinde momentan noch nicht singen darf und wir für eine gewisse Zeit auch noch auf die Feier des heiligen Abendmahls verzichten werden.“

Polizei beendet „Corona-Party“ auf Schulgelände

Trotz Kontaktbeschränkungen haben sich am späten Dienstagabend rund 20 junge Leute auf einem Schulgelände in Celle getroffen und dort zusammen Alkohol getrunken. Beim Eintreffen der Polizei flüchteten einige von ihnen in ein nahe gelegenes Waldgebiet, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Gegen fünf Menschen im Alter zwischen 16 und 23 Jahren wurden Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten eingeleitet. Der Hausmeister der Schule stellte am Mittwoch mehrere Sachbeschädigungen am Putz der Hauswand durch Graffiti fest.

Corona-Krise erneut im Zentrum der Bürgerschaftssitzung

Die Corona-Pandemie steht heute seit 13.30 Uhr einmal mehr im Zentrum der Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft. In einer Aktuellen Stunde wollen die Abgeordneten auf Antrag der SPD über Lockerungen der Auflagen für Kinder und Familien diskutieren.

Hier können Sie den Livestream verfolgen

Vitamine in Corona-Zeiten: Edeka verteilt 250.000 Kiwis

Edeka spendet 250.000 Kiwis an Kliniken, Catering-Dienstleister für Senioren- und Pflegeheime und weitere lokale Einrichtungen in Norddeutschland. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die Früchte werden in dieser Woche ausgeliefert.

In den Genuss der Vitaminschubs kämen Pflegebedürftige und Kranke ebenso wie die Angestellten der Einrichtungen. "Sie alle sind in der aktuellen Situation besonders gefährdet und einem erhöhten Risiko ausgesetzt", so Rolf Lange, Leiter Unternehmenskommunikation der Hamburger Edeka-Zentrale. "Gerade jetzt ist es wichtig, auch mit kleinen Gesten den Menschen Aufmerksamkeit zu schenken, die Hilfe benötigen und denen zu danken, die Hilfe geben". Mit der Spende wolle Edeka ein Zeichen für Zusammenhalt in diesen besonderen Zeiten setzen.

Coronavirus: Verhaltensregeln und Empfehlungen der Gesundheitsbehörde

  • Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum, und halten Sie mindestens 1,50 Meter Abstand zu anderen Personen
  • Achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände gründlich mit Wasser und Seife
  • Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund
  • Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden

Coronavirus: 26 Neu-Infektionen in Hamburg

Die Zahl der Neu-Infizierten ist in Hamburg seit der letzten Meldung wieder etwas gestiegen. Am Dienstag meldete die Gesundheitsbehörde 26 weitere Covid-19-Fälle (Dienstag: zwölf). Damit liegt die Zahl der in Hamburg gemeldeten Fälle nun insgesamt bei 4881. Laut Robert-Koch-Institut gelten 3900 zuvor positiv getestete Personen inzwischen als genesen. Die Gesundheitsbehörde geht von derzeit 800 Corona-Infizierten in der Hansestadt aus.

Die Anzahl der Todesopfer, bei denen das Sars-CoV2-Virus ursächlich war, hat sich nach Angaben des UKE-Instituts für Rechtsmedizin binnen eines Tages um sieben auf 178 erhöht. 134 Patienten befinden sich derzeit in stationärer Behandlung (zehn weniger als am Vortag), 49 von ihnen auf einer Intensivstation Dienstag: 52).

Udo Lindenbergs „Panik City“ soll am 17. Mai wieder öffnen

Die „Panik City“, das Multimedia-Erlebnis von Udo Lindenberg auf dem Hamburger Kiez, will am 17. Mai wieder ihre Pforten öffnen - pünktlich zum 74. Geburtstag des Panik-Rockers. Sprecherin Petra Roitsch bestätigte den Termin am Mittwoch auf Nachfrage. Zuvor hatte „Radio Hamburg“ berichtet. Die Einrichtung ist wegen der gegenwärtigen Corona-Pandemie seit dem 15. März geschlossen.

Lindenberg hatte seine Tournee, die am 21. Mai in Kiel starten sollten, auf 2021 verschoben: „Es wäre cool, wenn wir uns dann nächstes Jahr ohne dieses Fuckvirus gesund wiedersehen“, hatte der Musiker erklärt.

Bäderland hofft bald auf Freibad-Öffnungen

Nach den Lockerungen der Corona-Maßnahmen für den Sport- und Freizeitbereich hofft auch Betreiber Bäderland, seine Freibäder in Hamburg bald öffnen zu können. „Die Zeichen stehen schon besser als in der vergangenen Woche“, sagte Bäderland-Sprecher Michael Dietel am Mittwoch. Die ersten Schwimmbäder seien bereits bereit, bei einige anderen würden die Becken mit Wasser gefüllt. Niedersachsen ist schon einen Schritt weiter und erlaubt die Öffnung von Freibädern vom 25. Mai an unter Auflagen.

Als Termin für einen Start in die Freiluftsaison in Hamburg würde sich Bäderland Ende Mai/Anfang Juni wünschen. „Dann ist auch die Wettersituation zuverlässiger“, sagte Dietel. Die Öffnung würde ausschließlich für die Freibäder gelten, betonte er. Bäderland arbeite an einem umfangreichen Hygienekonzept. Die Ansteckungsgefahr im Schwimmbecken selbst sei durch die desinfizierende Wirkung des Chlors im Wasser indes ausgeschlossen, meinte der Sprecher und verwies auf das Bundesumweltamt.

2811 Corona-Infektionen in Schleswig-Holstein – 119 Tote

In Schleswig-Holstein hat es 17 Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus gegeben. Damit hat sich die Zahl der seit Ausbruch der Corona-Epidemie gemeldeten Infektionen bis Dienstagabend auf 2811 erhöht, wie die Landesregierung am Mittwoch mitteilte. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich seit der Meldung vom Dienstagmorgen um 1 auf 119 Fälle.

Mit Stand Montagabend waren im nördlichsten Bundesland nur noch 58 Menschen in klinischer Behandlung. Das waren 5 weniger als einen Tag zuvor. 2300 Corona-Infizierte sind mittlerweile genesen.

Coronavirus: Das müssen Sie über Fachbegriffe wissen

  • Coronavirus: Eine Klasse von Viren, zu denen der neuartige Erreger gehört
  • Sars-CoV-2: Die genaue Bezeichnung des Virus, das sich von China aus verbreitet
  • Covid-19: Die Erkrankung, die das Virus auslöst

Die Cap San Diego in Hamburg öffnet wieder für Besucher

Ab Donnerstag, 7. Mai, ist das Museumsschiff Cap San Diego im Hamburger Hafen von 10 bis 18 Uhr wieder für Besucher geöffnet. Um den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu folgen, gilt auf dem Schiff eine Maskenpflicht. Auch der Mindestabstand zu anderen Personen muss eingehalten werden. Darüber hinaus ist ein On-Way-Rundgang ausgeschildert.

Der Shutdown hat auch die Cap San Diego stark getroffen. Nach Angaben des Bordmanagements stehen weiterhin hohe Ausgaben den ausbleibenden Einnahmen gegenüber. Auch bleiben der Hochseilgarten, die Escape-Rooms sowie die Gastronomie auf dem Schiff weiter geschlossen. Der Museumsshop hingegen ist zumindest sonnabends und sonntags geöffnet.

Coronavirus – die Fotos zur Krise

Probst kritisiert Corona-Richtlinien in Schleswig-Holstein

Propst Karl-Heinrich Melzer vom Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein hat im Gespräch mit dem Abendblatt die Corona-Richtlinien in Schleswig-Holstein kritisiert. Melzer stellt klar, dass es richtig war, das öffentliche Leben unserer Gesellschaft und damit die Kirche weitgehend „runterzufahren“. „Die evangelische wie die katholische Kirche haben nicht rebelliert. Sie haben auch nicht versucht, in Karlsruhe die Vereinbarkeit derart massiver Eingriffe in ein grundgesetzlich verbrieftes Recht überprüfen zu lassen.“

Nun aber ist die Geduld der Kirchen offenbar überstrapaziert. „Was für alle gilt, gilt auch für die Kirchen“, sagt Melzer in Bezug auf die Lockerungen. „Was es nicht braucht, ist eine