Newsblog für Norddeutschland

Gericht rügt Stadt: Kein Konzept bei Corona-Regeln erkennbar

| Lesedauer: 33 Minuten
ILLUSTRATION - ARCHIV - Gesetzbücher stehen am 26.03.2014 auf einem Tisch in einem Gerichtssaal des Verwaltungsgerichts im Haus der Gerichte in Hamburg. Der 18. Deutsche Verwaltungsgerichtstag am 01.06.2016 in Hamburg befasst sich mit den Themen Asyl- und Aufenthaltsrecht, Datenschutz und Inklusion an Schulen. Foto: Christian Charisius/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

ILLUSTRATION - ARCHIV - Gesetzbücher stehen am 26.03.2014 auf einem Tisch in einem Gerichtssaal des Verwaltungsgerichts im Haus der Gerichte in Hamburg. Der 18. Deutsche Verwaltungsgerichtstag am 01.06.2016 in Hamburg befasst sich mit den Themen Asyl- und Aufenthaltsrecht, Datenschutz und Inklusion an Schulen. Foto: Christian Charisius/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Foto: Christian Charisius / dpa

Tschentscher und Günther stellen Lockerungen in der Gastronomie noch im Mai in Aussicht. Individualsport in Hamburg wieder erlaubt.

Hamburg. Die Menschen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern haben wieder ein kleines Stück Alltag in der Corona-Krise zurück: In Hamburg dürfen seit Montag Friseure wieder öffnen, Tausende Schüler kehrten an die Grundschulen (4. Klassen), Gymnasien (6. und 11.) und Stadtteilschulen (12.) blockweise in den (äußerst regulierten) Unterricht zurück.

Der Senat gab am Dienstag seine Entscheidungen über weitere Lockerungen bekannt. Dabei ging es unter anderem um Kirchen, Museen und Spielplätze. Die Gesundheitsbehörde warnte unterdessen, dass die niedrige Zunahme der Corona-Fälle auch darauf zurückzuführen sein könne, dass wegen des Feiertags und des Wochenendes weniger Testungen stattgefunden hätten.

Das Coronavirus in Deutschland und weltweit:

Corona-Newsblog für Hamburg und den Norden am Dienstag (5. Mai):

Fridays For Future: Protest-Aktion vor den Deichtorhallen

Aktivisten von Fridays For Future Hamburg haben am Dienstagvormittag anlässlich des stattfindenden Autogipfels im Bundeskanzleramt auf die Wichtigkeit einer Verkehrswende aufmerksam gemacht. Sie suchten an den Deichtorhallen unter hygienischen Sicherheitsvorkehrungen das Gespräch mit Autofahrern, wie die Bewegung mitteilte.

Fridays For Future lehnt eine erneute Abwrackprämie zur Unterstützung der Automobilkonzerne ab. Bereits Tausende E-Mails sollen Unterstützer der Bewegung an die Bundesregierung geschrieben haben, um dagegen zu protestieren.

“ Die geforderte Abwrackprämie ist höchst unsozial und ökonomisch nutzlos. Sie kostet den Staat Milliarden, die grüner und gerechter investiert werden müssen”, sagt Florian König, Sprecher von Fridays for Future Hamburg.

Corona: Weinberg fordert Lockerungen für Senioren

Der Hamburger CDU-Bundestagsabgeordnete Marcus Weinberg fordert einen Fahrplan für Lockerungen der Corona-Beschränkungen in Hamburger Seniorenheimen.

Die Senioren und ihre Familien gingen in der Regel verantwortungsvoll mit den Einschränkungen um, teilte der Ex-Spitzenkandidat mit. Obwohl der Gesundheitsschutz an erster Stelle stehe, könne die vollständige Isolation kein Dauerzustand sein. „Seniorinnen und Senioren leiden unter den fehlenden familiären und sozialen Kontakten“, so Weinberg.

Weinberg fordert den Senat auf, Alternativen wie zum Beispiel in Form von Besuchsräumen zu schaffen. Dafür solle der Rat von Ethikern sowie Vertretern der Religionsgemeinschaften, Senioren- und Beratungseinrichtungen eingeholt werden.

Corona-Lockerung: So sieht's für Gastro, Theater und Kitas aus

Corona-Lockerung: So sieht's für Gastro, Theater, Kitas aus

Lehrergewerkschaften stärken Rabe den Rücken

Die Lehrergewerkschaften Hamburg (dlh) unterstützen den Schulsenator Ties Rabe (SPD), der sich gegen die Aussetzung von Abschlussprüfungen und für das Abschulen nach der sechsten Klasse ausgesprochen hat.

„Für welche Sechstklässler das G8-Gymnasium Schwierigkeiten bereit hält und für welchen nicht, zeichnet sich in Klasse 5 und 6 meist schon früher ab und wird mit der Versetzungsgefährdung im Halbjahreszeugnis der 6. Klasse ausgewiesen,“ sagt Susanne Ehlers, stellvertretende Vorsitzende der dlh.

Auch im digitalen Fernunterricht orientierten sich die Lehrkräfte an regulären Aufgabenformaten und seien teilweise sogar in der Lage häufiger auf individuelle Schwierigkeiten einzugehen. „Die längere Periode des digitalen Fernunterrichts stellt deshalb keinen Grund dar, in diesem Jahr das Verfahren auszusetzen“, so Ehlers.

Niedersachsen plant weitere Schulöffnungen

Angesichts von "positiven Ersteindrücken" hat das Bundesland Niedersachsen einen weiteren Fahrplan zur Wiederaufnahme des Schulbetriebs vorgelegt. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sagte: „Das Ziel ist und bleibt, dass jede Schülerin und jeder Schüler vor den Sommerferien zurückkehren kann. Ich bin zuversichtlich, dass das gelingt.“

Am kommenden Montag (11. Mai) soll der Unterricht für die zwölften Klassen wieder anlaufen, eine Woche später, am 18. Mai, werde die Schule laut des vorläufigen Plans der niedersächsischen Landesregierung auch für die Jahrgangsstufen 3, 9 und 10 wieder beginnen. Weitere Schuljährgänge sollen am 25. Mai zurückkehren.

Schleswig-Holstein öffnet die Schulen am Mittwoch (6. Mai) für weitere Jahrgänge. Dann werden die 4. Klassen an Grundschulen wieder in ihren Klassenzimmern unterrichtet. Ebenso die 6. Klassen an den Gymnasien. Zudem werden die Berufsschulen geöffnet. Für weitere Jahrgänge gibt es noch keine konkreten Pläne. Auch in Hamburg sind nach bisher keine Schulöffnungen für weitere Jahrgänge bekannt.

Mundschutz-Mode: Kreativ durch die Krise:

Verwaltungsgericht: 800-Quadratmeter-Regel verletzt Berufsfreiheit

Das Verwaltungsgericht Hamburg hat in einem Eilverfahren festgestellt, dass das Öffnungsverbot für Läden mit einer Verkaufsfläche von mehr als 800 Quadratmetern gegen die Berufsfreiheit verstößt. Zwar habe die Stadt Hamburg aufgrund der Corona-Pandemie "erheblichen Spielraum" beim Erlassen von Verordnungen, sie sei jedoch auch verpflichtet dazu, ihr "Vorgehen zu begründen und die Einhaltung der bundesgesetzlichen Vorgaben darzulegen".

Augenblicklich sei aber "weder den Materialien zu der Coronavirus-Eindämmungsverordnung noch den Angaben der Freien und Hansestadt Hamburg im Verfahren" zu entnehmen, welches Gesamtkonzept sie verfolge: "Insbesondere ist weder erkennbar, ob eine zu bestimmende Zahl von Erkrankungen hingenommen werden sollte noch auf welchen Gesamtzeitraum möglicher Freiheitseinschränkungen das Gesamtkonzept der Freien und Hansestadt Hamburg ausgelegt ist", so die zuständige Kammer.

Gegen die Entscheidung hat die Stadt Beschwerde beim Hamburgischen Oberverwaltungsgericht erhoben und wie bei weiteren Verfahren rund um die Gültigkeit der 800-Quadratmeter-Regel beantragt, dass die Regelung bis zu einer Entscheidung über die Beschwerde in Kraft bleibt. Die Entscheidung über diese Zwischenverfügung werde das Oberverwaltungsgericht kurzfristig treffen, hieß es abschließend.

Corona: Masken-Selfie mit den Promis

Auch das Panoptikum am Spielbudenplatz öffnet ab Donnerstag wieder seine Türen. „Wir freuen uns sehr der Bevölkerung etwas Ablenkung und Unterhaltung in dieser schwierigen Zeit zu ermöglichen“, so Panoptikum-Chefin Susanne Faerber.

Zum Schutz der Besucher seien zahlreiche Maßnahmen ergriffen worden. Unter anderem führt ein Leitsystem durch das Wachsfigurenkabinett und eine Besucherampel wurde installiert, um zu verhindern, dass sich zu viele Menschen gleichzeitig in dem Gebäude aufhalten.

Das Tragen einer Maske ist nicht verpflichtend, wird aber empfohlen. Das wächserne Abbild der Bundeskanzlerin Angela Merkel macht es vor. Einem gemeinsamen Masken-Selfie steht also nichts mehr im Wege.

Lockerungen: Daniel Günther kritisiert andere Bundesländer

Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat am Dienstagnachmittag keine weiteren konkreten Lockerungen der Coronamaßnahmen bekanntgegeben: Vor der gemeinsamen Konferenz der Landesregierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch sei das "nicht sehr sinnvoll". Günther kritisierte andere Bundesländer, die bereits vor dem Gespräch feste Zeitpläne bekanntgeben würden: Das würde den Sinn eines solchen Bund-Länder-Gipfels infrage stellen. Zuvor hatten mehrere Bundesländer, darunter Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern, konkrete Termine für weitere Lockerungen genannt: In Mecklenburg-Vorpommern dürfen Gaststätten ab dem 9. Mai wieder öffnen, in Niedersachsen ab dem 11. Mai, jeweils mit Einschränkungen.

Günther betonte, dass "ab Mitte Mai und vor Pfingsten" weitere Lockerungen im Bereich Hotel und Gastronomie geplant seien und stellte "gute Nachrichten für Familien" in Aussicht - so zum Beispiel bei der Frage, wann Kindertagesstätten wieder öffnen würden. Es sei Günther wichtig, "in allen Bereichen Perspektiven aufzuzeigen", er bat aber um Verständnis dafür, dass er konkrete Maßnahmen erst am Donnerstag bekanntgeben werde.

Harburg: Leiter des Gesundheitsamtes wechselt zur Polizei

Der Bezirk Harburg verliert mitten in der Corona-Krise den Leiter seines Gesundheitsamtes. Nachdem Dr. Robert E. Wegner zunächst beurlaubt wurde, habe man sich, so hieß es aus der Verwaltung „im gegenseitigen Einvernehmen“ getrennt. Wegner wechselt zur Polizei und soll dort den ärztlichen Dienst wieder aufbauen. Die Stelle war nach dem Weggang der zuständigen Ärztin verwaist.

Bei den Sicherheitsbehörden hatte sich der Mediziner zu Beginn der Pandemie einen Namen gemacht. Er richtete unter anderem das Fasttrack-System ein, durch das schnell Beamte in wichtigen Funktionen getestet wurden.

In Harburg hatten sein oft unkonventionelles Vorgehen und seine Entscheidungsstärke offenbar keine Anhänger gefunden. Dort hatte man ihn gegen seinen Willen beurlaubt. Offiziell wurde das unter dem Hinweis auf bestehende Überstunden mit der Fürsorgepflicht begründet.

Verstoß gegen Maskenpflicht kann 20 Euro Bußgeld kosten

Wer in Niedersachsen gegen die Pflicht zum Tragen einer Maske etwa beim Einkaufen oder in Bus und Bahn verstößt, dem droht ein Bußgeld von 20 Euro. Das hat die stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs der Landesregierung, Claudia Schröder, am Dienstag in Hannover mitgeteilt. Niedersachsen hatte die Höhe des Bußgeldes bislang noch nicht festgelegt gehabt. Die Bundesländer hatten beim Start der Maskenpflicht wie bei anderen Auflagen kein einheitliches Bußgeld festgesetzt. Vielfach war zunächst auch auf ein Bußgeld verzichtet worden.

Corona-Krise: Dieter Bohlen echauffiert über Friseurkosten

Die Friseure haben wieder geöffnet. Im Hause von Dieter Bohlen, der vor den Toren Hamburgs lebt, wurde das gleich genutzt. Frisiert wurde jedoch nicht der Musikproduzent, sondern Hund Rocky.

Auf Instagram postete Bohlen ein Video, in dem er sich nun über die Kosten für den Friseurbesuch augenzwinkernd echauffiert. 60 Euro hat es gekostet, das weiße Fell von Rocky zurecht zu stutzen. „Ich hatte fast einen Schlaganfall – 60 Euro.“ Immerhin waren auch Pediküre und das Entfernen der Haare aus den Ohren im Preis inbegriffen.

VNW-Direktor Breitner warnt vor Öffnung der Spielplätze

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) hat sich gegen die Öffnung der Spielplätze in Schleswig-Holstein ausgesprochen. Hintergrund seien die von der Landesregierung festgelegten Voraussetzungen, unter denen Spielplätze wieder geöffnet werden sollen.

"„Die infektionshygienischen Auflagen für die Betreiber sind finanziell nicht zu tragen und die Haftungsrisiken einfach zu hoch“, erklärt VNW-Direktor Andreas Breitner in einem Schreiben an den Sozialminister Heiner Garg. Um die hygienischen Anforderungen zu erfüllen, sei schon bei einem kleinen Spielplatz mit Kosten in Höhe von 150 Euro pro Tag zu rechnen. Auch sollten die Anzahl der Kinder sowie das geltende Abstandsgebot eingehalten werden – die Verantwortung dafür liege allein beim Betreiber. Breitner fordert Garg daher auf, eine pragmatische Lösung zu finden, die die Betreiber von Spielplätzen nicht über Gebühr belaste.

Udo Lindenberg appelliert an seine Fans und entwirft "Udopie"

Der Hamburger Sänger Udo Lindenberg hat sich in einem emotionalen Post auf Facebook an seine Fans gewandt. Er appelliert daran, die Entschleunigung während der Corona-Zeiten dafür zu nutzen, sich Gedanken über die Zukunft des Planeten zu machen. "jetz wo die welt den atem anhält, is doch die beste zeit für nen neustart, für ganz neue wege, utopien und visionen!!", schreibt er in seinem Post und weist darauf hin, dass es für einen radikalen Wechsel immer eine Krise brauche.

"weltweiter waffenstillstand, und die ganze rüstungskohle nutzen, um die gesellschaft und die von uns ausgebeuteten länder wieder aufzubauen", schlägt Lindenberg ebenso vor wie "gleiche chancen für alle, sozial- und bildungssystem gleichberechtigt gestalten!" Mit einem ermutigenden " freunde, das kriegen wir doch hin !!" beendet "Udopios Linde" seinen Post.

Tschentscher über weitere Schritte in Gastronomie, Schulen und Kitas

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hält am aktuellen Fahrplan in den Bereichen Schule und Kitas fest. "Erste Schritte sind bereits vollzogen", so Tschentscher. Weitere Maßnahmen könnten nur unter bestimmten Auflagen beschlossen werden, und diese Schritte bräuchten eine Vorbereitungszeit. Er sei sich bewusst, dass der Druck in den Familien groß sei. Daher wäre es auch ein wichtiges Thema am Mittwoch bei der Länderkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

Darüber hinaus hält Tschentscher eine Öffnung der Außengastronomie und der Hotel noch im Mai für denkbar. Auch für die Innengastronomie sieht er Möglichkeiten für Lockerungen. Er erwarte sehr bald Schritte in diesen Bereichen. Auch der Veranstaltungsbranche, den Clubs und der Musikszene müsse schnell eine Perspektive geboten werden, da dort sehr viele Menschen von den Schließungen betroffen seien.

Dennoch mahnt er, die bisherigen Erfolge in der Eindämmung des Coronavirus nicht leichtfertig zu gefährden. Alle Lockerungen seien auch weiterhin an Auflagen geknüpft. Die Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Leben bleiben vorerst weitgehend bestehen.

Tschentscher über Corona-Lockerungen:

Bürgermeister: Corona-Lockerungen für Hamburg
Bürgermeister: Corona-Lockerungen für Hamburg

Sport, Spielplätze: Senat verkündet Lockerungen in Hamburg

Die Spielplätze in Hamburg können ab Mittwoch unter Auflagen wieder öffnen. Hamburg hatte in den vergangenen Wochen immer wieder auf eine rasche Öffnung der Spielplätze gedrungen. Zwischen 7 und 20 Uhr dürfen Eltern und Kinder wieder auf die Plätze, das gelte auch für private Flächen in Innenhöfen.

Kinder unter sieben Jahren dürfen nur in Begleitung eines Erwachsenen auf die Spielplätze. Für letztere und auch für Jugendliche ab 14 Jahren gilt das Abstandsgebot von 1,5 Metern. Das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes sei jedoch keine Pflicht, so Umweltsenator Jens Kerstan.

Umweltsenator: Spielplätze öffnen wieder

Umweltsenator: Spielplätze Mittwoch wieder geöffnet
Umweltsenator: Spielplätze Mittwoch wieder geöffnet

Auch im Sport gibt es Lockerungen: Individualsport an der frischen Luft ist wieder erlaubt. Das betrifft unter anderem die Bereiche Leichtathletik, Wassersport, Reitsport, Klettern oder Skaten. Mannschaftssport sei laut Sportsenator Andy Grote jedoch weiter untersagt.

Museen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten sollen ebenfalls in Hamburg wieder öffnen. Das kündigte Gesundheitssenatorin Prüfer-Storcks an. Einen Termin nannte sie zunächst nicht. Auch Gottesdienste seien wieder möglich. Religiöse Veranstaltungen oder Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen oder Synagogen sowie in den Kulträumen anderer Glaubensgemeinschaften seien zulässig, wenn die Veranstalter die Einhaltung eines von ihnen erstellten Konzepts zum Infektionsschutz gewährleisteten.

Grote: Polizei löst Schlangen vor Friseurläden auf

Innensenator: Polizei löst Schlangen vor Friseuren auf
Innensenator: Polizei löst Schlangen vor Friseuren auf

Lockerungen in der Corona-Krise: Autokinos erlaubt

Hamburg erlaubt zudem den Betrieb von Autokinos, sofern Tickets nicht vor Ort, sondern online gekauft werden und sich in einem Auto nur Menschen aus demselben Haushalt aufhalten. Auch die Sanitäranlagen müssen den Hygienevorschriften entsprechen, sagte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks am Dienstag.

Eine weitere Lockerung: Von Mittwoch an (6. Mai) dürfe laut Senat nicht mehr nur der familiäre Kreis, sondern auch der persönliche Kreis an Bestattungen und Trauerfeiern in Hamburg teilnehmen –vorausgesetzt, dass das Abstandsgebot und die erforderlichen Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Diese Regelung gelte, soweit die Bestattungen und Trauerfeiern nicht aus anderen Gründen gesondert eingeschränkt sind.

Prüfer-Storcks: zwölf Neu-Infizierte in Hamburg

Die Zahl der Neu-Infizierten ist in Hamburg seit der letzten Meldung erneut vergleichsweise leicht gestiegen. Am Dienstag meldete die Gesundheitsbehörde zwölf weitere Covid-19-Fälle (Montag: neun). "Das ist eine sehr moderate Entwicklung, man kann wirklich sagen, dass wir uns in Hamburg in den letzten Wochen richtig nach unten gearbeitet haben mit unserem Infektionsgeschehen", sagte Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) auf der Pressekonferenz am Dienstag.

Die Anzahl der Todesopfer, bei denen das Sars-CoV2-Virus ursächlich war, hat sich nach Angaben des UKE-Instituts für Rechtsmedizin binnen eines Tages um vier auf 171 erhöht. 144 Patienten befinden sich derzeit in stationärer Behandlung, 52 von ihnen auf einer Intensivstation.

Senatorin über Corona-Patienten und Todesfälle

Senatorin erklärt Corona-Zahlen der Kliniken
Senatorin erklärt Corona-Zahlen der Kliniken

Tierpark Hagenbeck öffnet am Mittwoch wieder

Nach sechs Wochen möchte der Tierpark Hagenbeck am Mittwoch wieder seine Türen für Besucher öffnen, allerdings für eine reduzierte Anzahl von Besuchern und unter strengeren Corona-Maßgaben. Statt bis zu 3000 Besucher an sonnigen Tagen, können höchstens 1000 Menschen den Tierpark zu den gewohnten Öffnungszeiten von 9 bis 18 Uhr besuchen. Das Tragen eines Mundschutzes wird empfohlen, ist aber kein Muss.

„Wir freuen uns sehr, endlich wieder Gäste begrüßen zu dürfen. Die besucherarme Zeit ist nun endlich vorbei“, sagt Dirk Albrecht, Geschäftsführer bei Hagenbeck. Wegen der Corona-Krise werden die Besucher durch Einbahnstraßensysteme an den Hotspots, wie dem Elefantengehege geleitet. Zusätzlich 36 Ordner werden dafür sorgen, dass die Abstandsregeln auch beim Tierparkbesuch eingehalten werden. Bis auf die Antarktischen Pinguine, die Seevögel und die Orang Utans sind alle Tiere zu sehen. Die Eintrittspreise sind gleichgeblieben.

Coronavirus: Hamburg feiert den Hafengeburtstag digital

Der Hamburger Hafen feiert seinen 831. Geburtstag – trotz Corona. Jedoch nicht mit Hunderttausenden Besuchern, die sich rund um die Landungsbrücken tummeln, sondern digital. „Der Hafengeburtstag ist in jedem Jahr ein Highlight im Veranstaltungskalender Hamburgs“, sagt Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos). „Viele Menschen aus der ganzen Welt kommen dafür in die Stadt.“ Und weil das in diesem Jahr nicht ginge, sei es eine tolle Möglichkeit, auf www.hamburg.de zu feiern.

„Wir wollen schöne Bilder transportieren, Hamburg und seinen Hafen feiern und die Menschen damit natürlich einladen, wiederzukommen, sobald das möglich ist, “ sagt Westhagemann, der trotz Corona wie immer die Schiffsglocke des Segelschiffes Rickmer Rickmers zur Eröffnung der Einlaufparade am Freitag läuten wird. Neben den Klassikern wie die Ein- und Auslaufparade, Schlepperballett und Feuerwerk gibt es das ganze Hafengeburtstagswochenende über ein buntes Musikprogramm von bekannten Hamburger Lokalmatadoren mit exklusiven Konzerten.

Der Fahrplan für den digitalen Hafengeburtstag (Änderungen vorbehalten):

  • Freitag, 8. Mai, 16 Uhr: Einlaufparade
  • Sonnabend, 9. Mai, 15.30 Uhr: Schlepperballett
  • Sonnabend, 9. Mai, ca. 18 – 22 Uhr: waschecht.hamburg
  • Sonnabend, 9. Mai, 22.30 Uhr: Feuerwerk
  • Sonntag, 10. Mai, 17.30 Uhr: Auslaufparade

Hamburger CDU-Chef fordert schrittweise Kita-Öffnungen

Der Hamburger CDU-Chef Roland Heintze sieht es als problematisch, dass die große Mehrheit der Kita-Eltern berufstätig ist und seit Wochen einen harten Spagat zwischen Beruf und Familie ausüben muss. „Es wird Zeit, auch beim Thema Kita in Hamburg verlässliche Perspektiven aufzuzeigen“, forderte der CDU-Mann am Dienstag. Viele Eltern und Kinder seien seit Wochen großen Belastungen ausgesetzt, die „zunehmend unzumutbar werden“. Heintze: „Homeoffice mit Kind auf dem Schoß klingt gut, frustriert in der Praxis aber oft Eltern wie Kinder. Darunter leiden sowohl die Familien als auch sehr viele Betriebe und Unternehmen durch Personalausfälle und Produktivitätsrückgänge.“

Er ist der Meinung, dass der Senat einen klaren Fahrplan zur Öffnung der Kitas aufzeigen sollte – „gerade wenn Spielplätze wieder öffnen“. Alleingänge einzelner Bundesländer sieht Heintze jedoch kritisch. „Deshalb muss sich Hamburg bei den morgigen Bund-Länder-Beratungen für einen bundesweit einheitlichen Öffnungskurs stark machen und zu einem gemeinsamen Fahrplan drängen.“

Coronavirus: Kinder schmücken Zaun in Eimsbüttel mit Bildern

Die Kitas bieten nur eine Notbetreuung und auch die meisten Schüler befinden sich nach wie vor im Homeschooling: Damit dennoch keine Langeweile aufkommt, wächst am Spielhaus Eidelstedt derzeit eine "Zaungalerie". Kinder können zu Hause Bilder malen oder basteln und ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Die fertigen Kunstwerke werden dann am Zaun im Park an der Wiebelstraße präsentiert. Der bunte Anblick sorgt für gute Laune und bringt ein bisschen Farbe in den Corona-Alltag.

Beiersdorf leidet und profitiert durch Coronavirus

Der Nivea-Konzern Beiersdorf wird wegen des Coronavirus seine geplanten Ergebnisse in diesem Jahr nicht erreichen. Gleichzeitig gibt es aber Geschäftsbereiche, die eine erhöhte Nachfrage verzeichnen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Hamburg mit. Im ersten Quartal habe sich die Kernmarke Nivea mit nur leichten Umsatzrückgängen stabil halten können und die Marken im Bereich Derma und Healthcare hätten zweistellige Umsatzzuwächse erreicht. „Beiersdorfs Fundamente sind stark genug, um diese beispiellose Krise zu meistern und langfristig gestärkt aus ihr hervorgehen zu können“, sagte Vorstandschef Stefan De Loecker.

Beiersdorf hat inzwischen Produktionswerke auf fünf Kontinenten zur Herstellung von Hand-Desinfektionsmitteln umgestellt und spendet mehrere Millionen Dosen Nivea-Creme an medizinisches Personal. Im Kosmetikbereich gibt es dort Rückgänge, wo durch Ausgangssperren der Konsum insgesamt zurückgegangen ist.

VNW-Direktor Breitner bittet: "Balkonkonzerte wieder erlauben"

Andreas Breitner, Direktor des Verbands Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), bittet in einem Schreiben an Innensenator Andy Grote, die sogenannten "Balkonkonzerte" zu erlauben. Während in anderen Ländern diesbezüglich eine kulturelle Nische entstanden sei, hätte der Verband die Erfahrung gemacht, dass verschiedene Polizeikommissariate mehrfach Balkonkonzerte in Innenhöfen untersagt hätten. Diese Anordnungen seien jeweils mündlich erfolgt und damit „begründet“ worden, dass durch das Balkonkonzert die Gefahr einer Ansammlung durch Passanten bestünde.

"Wir glauben, dass derartige Konzerte keine Ansammlung oder Veranstaltung im Sinne des § 2 der landesrechtlichen Verordnung zur Eindämmung des Corona-Virus sind", schreibt Breitner. "Die Bewohner selber verlassen ihre Wohnung ja nicht und können daher ebenfalls keine verbotene Ansammlung und keine Veranstaltung darstellen." Musik und Kultur stellten gerade in der Krise ein verbindendes Element zwischen den Menschen dar und sollten gefördert werden.

2794 Corona-Infektionen in Schleswig-Holstein - 118 Tote

In Schleswig-Holstein hat es elf Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus gegeben. Damit hat sich die Zahl der seit Ausbruch der Corona-Epidemie gemeldeten Infektionen bis Montagabend auf 2794 erhöht, wie die Landesregierung am Dienstag mitteilte. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich seit der Meldung vom Montagmorgen um 5 auf 118 Fälle.

Mit Stand Montagabend waren im nördlichsten Bundesland nur noch 63 Menschen in klinischer Behandlung. Das waren 2 weniger als einen Tag zuvor. 2300 Corona-Infizierte sind mittlerweile genesen.

Sechstklässlerin: So war der erste Tag zurück in der Schule

Bereits am Montag durften etwa Sechstklässler wieder zur Schule gehen. Unter ihnen war Louisa Bräuer (12) vom Emilie-Wüstenfeld-Gymnasium in Eimsbüttel. Ihre Klasse 6a wurde halbiert. Die eine Hälfte geht montags und donnerstags in die Schule, die andere mittwochs und freitags. „Vor dem Klassenraum standen wir in der Schlange, weil jeder vorher noch mal seine Hände desinfizieren musste, und dann wurde uns ein Sitzplatz zugewiesen“, erzählt sie von ihrem ersten Schultag nach der Schließung. „Der Unterricht war ganz normal, nur mit weniger Schülern“, sagt Louisa.

Als sie eine Frage hatte, kam ihr Lehrer mit Maske an den Tisch. Sonst dürfen die Masken im Klassenraum abgenommen werden. Die Pause war auf eine Viertelstunde verkürzt, weil die Kinder im Schichtsystem raus dürfen. „In der Pause mussten wir die Masken aufbehalten“, sagt Louisa Bräuer.

Schiffbaumesse SMM wird verschoben auf Februar

Die Hamburger Schiffbaumesse SMM ist wegen des Coronavirus von September auf Februar 2021 verschoben worden. „Die immer noch sehr dynamische Entwicklung von Covid-19 sowie die damit einhergehenden Verbote von Großveranstaltungen haben uns dazu veranlasst, die SMM schweren Herzens auf das nächste Jahr zu verschieben", teilte Messechef Bernd Aufderheide am Dienstag in der Hansestadt mit. Nach intensiven Beratungen mit dem Ausstellerbeirat habe sich die Hamburger Messe auf den neuen Termin vom 2. bis 5. Februar 2021 verständigt.

Die SMM findet alle zwei Jahre auf dem Hamburger Messegelände statt und gilt mit mehr als 2200 Ausstellern und rund 50.000 Besuchern aus aller Welt als die Leitmesse des Weltschiffbaus. Ursprünglich war die Messe vom 8. bis 11. September vorgesehen.

Regierung rechnet mit Einbruch der Wirtschaftsleistung um 6,3 Prozent
Regierung rechnet mit Einbruch der Wirtschaftsleistung um 6,3 Prozent

Kiez in der Corona-Krise: Gastronomen bringen Freiheit zum Leuchten

Am Donnerstag, 7. Mai, planen rund 50 Bars, Kneipen, Clubs und Diskos, die Große Freiheit auf dem Kiez für kurze Zeit wieder zum Leben zu erwecken. Mit dabei sind auch Olivia Jones und Yared Dibaba. Leuchtreklamen sollen angehen und Musik gespielt werden, nur um kurz darauf schlagartig wieder abgeschaltet zu werden. Anschließend soll eine große Diskokugel auf den Boden fallen und einen Scherbenhaufen hinterlassen – ein Symbol für die zerbrochenen Träume und Lebenswerke der Gastronomen. Die Aktion soll per Livestream übertragen werden.

„Wir möchten mit unserer Aktion nicht anklagen, sondern ein starkes Bild senden: Leben ist nicht nur das Gegenteil von Tod", erklärt Olivia Jones. "Es geht auch darum, ein lebenswertes Leben zu haben, um Existenzen, die sich Menschen aufgebaut haben und deren Lebenswerke jetzt bedroht sind.”

Erst am Sonnabend hatte Jones im Gespräch mit Peter Tschentscher auf die schwierige Situation der Kiezwirte aufmerksam gemacht und dem Bürgermeister dabei ein Versprechen abgerungen.

Coronavirus: Meridian Spa schreibt offenen Brief an Tschentscher

Das Fitnessstudio Meridian Spa & Fitness hat sich mit einem offenen Brief an Hamburgs Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher, Innensenator Andy Grote und Staatsrat Christoph Holstein (alle SPD) gewandt, um für die baldige Öffnung der Studios zu werben. "Corona hat den meisten Menschen noch einmal vor Augen geführt, wie wichtig Gesundheit ist und dass man dafür etwas tun muss: Nicht nur Händewaschen und Abstand halten!", heißt es in dem Brief. "Bewegung und Muskeltraining führen u.a. auch zur Stärkung des Immunsystems und nehmen damit unmittelbar Einfluss auf Lunge und Atemmuskulatur."

Das Meridian Spa sieht sich als Gesundheitsdienstleister und stellt in dem Schreiben acht Maßnahmen zur Einhaltung der Hygiene vor:

  1. Zehn Quadratmeter Platz pro Person
  2. Nachvollziehbarkeit der Kontaktstrecke
  3. Training ohne Mund-Nasen-Schutz
  4. Geräte werden desinfiziert
  5. Einzeltraining oder Gruppentraining mit maximal 20 Personen
  6. Begrenzte Personenzahl in Sauna und Pool
  7. Abstand in den Umkleidebereichen
  8. Persönliche Betreuung mit Abstand

Corona: HSV-Schutzmasken werden an die Fans geschickt

Fußball-Zweitligist HSV hat mit dem Versenden der 57.000 Schutzmasken in den Vereinsfarben begonnen. Der blau-weiß-schwarze Mund-Nasen-Schutz war Mitte April im Onlineshop angeboten worden. Binnen sechs Tagen waren sämtliche 57.000 Stück vorbestellt. Die Zahl entspricht den Zuschauerplätzen im Volksparkstadion. Nach Angaben des Clubs sind weitere Masken geplant. Noch ist offen, wann sie wieder angeboten werden.

Der Erlös aus dem Verkauf geht an die HSV-Stiftung „Der Hamburger Weg“. Mit dem Geld sollen sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche aus der Hansestadt unterstützt werden.

Seit Mitte März ruht aufgrund der Corona-Pandemie der Spielbetrieb in der 2. Bundesliga ebenso wie in der Bundesliga. Am Mittwoch wird erwartet, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Bundesländer bei ihrer Videokonferenz entscheiden, wann die Saison fortgesetzt wird. Der HSV hofft als Tabellendritter noch auf die Erstliga-Rückkehr.

Die Maskenpflicht in Deutschland:

Lob und Kritik für Niedersachsens Vorpreschen bei Lockerungen

Der niedersächsische Fahrplan für Lockerungen der Corona-Regeln stößt auf ein geteiltes Echo. Während die Wirtschaft mit Erleichterung auf die angekündigten Maßnahmen für Tourismus und Gastronomie reagierte, kamen aus der Politik auch kritische Stimmen. Mit dem Plan verlasse die Landesregierung ihren Kurs für ein möglichst abgestimmtes Handeln aller Bundesländer, kritisierte die Grüne.

Es fehlten zudem nachvollziehbare Kriterien. Die Partei erneuerte ihre Forderung, dass ein solches Konzept nicht nur mit der Kanzlerin und den anderen Ländern, sondern auch mit den Landtagsfraktionen beraten werden müsse. „Die Zeit des Regierens im Alleingang muss nun endlich vorbei sein“, forderte Fraktionschefin Julia Willie Hamburg.

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Mit dem Fünf-Stufen-Plan will die Niedersachsen den Weg in eine „neue Normalität“ in der Corona-Krise ebnen, wie Ministerpräsident Stephan Weil sagte. Nachdem der SPD-Politiker mehrfach das Vorpreschen anderer Länder mit Lockerungen kritisiert hatte, geht Niedersachsen damit vor den Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch selbst in die Offensive. Endgültig beschließen will das Land den Plan jedoch erst danach.

Schleswig-Holsteins SPD-Landtagsfraktionschef Ralf Stegner kritisierte das Verhalten. Der Wettbewerb einzelner Länderchefs um die früheste Ankündigung, den härtesten Kurs oder die weitreichendste Lockerung erschwere die Akzeptanz der Regelungen enorm, sagte er der Tageszeitung „Welt“ (Dienstag). Die Strategie zur Wiederaufnahme des öffentlichen Lebens müsse zwischen Bund und Ländern möglichst einheitlich geregelt werden.

Coronavirus – die Fotos zur Krise: