Hamburg

Winterhude: Streit um Tempo 30 in der Ohlsdorfer Straße

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Timo B. Kranz, Vorsitzender der Grünen-Fraktion in Hamburg-Nord, fordert Tempo 30 für die Ohlsdorfer Straße im Bereich der Kitas.

Timo B. Kranz, Vorsitzender der Grünen-Fraktion in Hamburg-Nord, fordert Tempo 30 für die Ohlsdorfer Straße im Bereich der Kitas.

Foto: Reiffert/GRÜNE Fraktion Nord

Verkehrssicherheit vor Kitas Thema in Koalitionsverhandlungen – das fordern die Grünen. Sperrung auf Max-Brauer-Allee.

Hamburg. Bereits im November 2019 hatte Innensenator Andy Grote (SPD) angekündigt, dass es deutlich mehr Tempo-30-Strecken vor Schulen, Kitas, Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen in Hamburg geben soll und rund 200 Straßenabschnitte auf diese Möglichkeit geprüft werden sollen. Im Februar traf das laut Innenbehörde auf 58 Strecken zu – an 28 davon wurde seit Dezember Tempo 30 eingerichtet. Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord hatte Anfang des Jahres gefordert, dass die Innenbehörde für die Ohlsdorfer Straße im Bereich der Kitas Tempo 30 anordnen möge. Doch das wurde abgelehnt – zum Unmut der Berzirkspolitiker.

Timo B. Kranz, Vorsitzender der Grünen-Fraktion in Hamburg-Nord, übt nun scharfe Kritik. „Innensenator Andy Grote und Dirk Kienscherf haben beide vor der Wahl im Februar den Eindruck erweckt, dass die zuständigen Behörden Tempo 30-Strecken vor Kitas nun eher zulassen würden als bisher", so der Grünen-Politiker.

Kein Tempo 30 in Ohlsdorfer Straße – wegen Busverkehr

"Für die Ohlsdorfer Straße lässt die Polizei, die der Innenbehörde zugeordnet ist, nun aber in gewohnter Manier mitteilen, dass auf Grund des Busverkehrs in der Ohlsdorfer Straße Tempo 30 dort nicht möglich sei." Kranz moniert: "Die Innenbehörde orientiert sich weiterhin nicht an den Realitäten, sondern versteckt ich hinter Vorschriften und Regelungen, die doch angeblich gelockert werden sollten.“

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Die Grünen-Bezirksfraktion weist darauf hin, dass es an der Ohlsdorfer Straße keine Radwege gebe. Da das Fahren auf der Fahrbahn mit vielen Autos und Lkw von den meisten Radfahrern als sehr unangenehm empfunden werde, würden viele Radler ordnungswidrig auf dem Gehweg fahren. Die Grünen sind sich sicher: Durch Tempo 30 würde das Radeln auf der Fahrbahn attraktiver und weniger Kitakinder und Senioren mit Rollator würden mit Radfahrern auf dem schmalen Gehweg konfrontiert.

Max-Brauer-Allee ab Montag teilweise gesperrt

„Ich erwarte, dass die Innen- und die Verkehrsbehörde sich in den nun beginnenden Koalitionsverhandlungen deutlich bewegen und nicht länger die Sicherheit von Kindern gegen schnellen Busverkehr ausspielen", sagt Kranz. "Die vielversprechenden Aussagen von Herrn Grote und Herrn Kienscherf dürfen nicht bloß dem Wahlkampf geschuldet gewesen sein." Er plädiert dafür, dass das Wohlergehen der Kleinsten und die Verkehrssicherheit die Mühe einer neuen Verknüpfung von Busverkehr und Tempo 30 wert sein sollten.

Vermutlich langsamer als üblich geht es ab kommender Woche auf der Max-Brauer-Allee vorwärts: Für den Umbau der Hauptverkehrsstraße werden ab Montag, 4. Mai, Leitungsarbeiten von Hamburg Wasser durchgeführt. Bis Ende Juli wird in der Straßenmitte der Holstenstraße Höhe Norderreihe gearbeitet. Das bedeutet für Autofahrer: Es entfällt jeweils die linke Spur für den Verkehr. Die Trinkwasserversorgung ist während der Bauarbeiten sichergestellt.

( coe )

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