Verkehrsknotenpunkt

Sternbrücke: Auch Ingenieurkammer kritisiert Bahn

So sieht der Entwurf für neue Sternbrücke aus.

So sieht der Entwurf für neue Sternbrücke aus.

Foto: Vössing Ingenieurgesellschaft mbH

Der Entwurf sei „nicht entsprechend proportioniert“. Wettbewerb gefordert. Denkmalverein plädiert für eine Sanierung.

Hamburg. Die Diskussion um die Sternbrücke reißt nicht ab. Am Montag hat sich die Hamburgischer Ingenieurkammer Bau (HIK) in die Schar der Kritiker der Bahn-Pläne eingereiht. Auch die HIK moniert Transparenz sowie die architektonische Qualität des vorgestellten Entwurfs. Wie berichtet, wollen Bahn und Stadt die denkmalgeschützte Brücke durch eine stützenfreie Kon­struktion ersetzen. Kosten: 125 Millionen Euro, Bauzeit: vier Jahre (2023 bis 2027).

Die Ingenieurkammer kritisiert, dass die bisherigen Planungen zur Sternbrücke nicht offen abgelaufen seien: „Hierzu gehört der von der Bahn maßgeblich bestimmte Abstimmungsprozess bis hin zur Senatsentscheidung über den Abriss der denkmalgeschützten Sternbrücke und dem Neubau in der nun geplanten Form.“ Eine solche Intransparenz sei „angesichts der Tragweite der Entscheidungen und der Bedeutung des Projekts nicht akzeptabel“.

Auch Bezirksamtschefin plädiert für einen Architekten-Wettbewerb

Die Ingenieurkammer fordert nun „einen ausreichend vorbereiteten Planungswettbewerb“, um die „bestmögliche Lösung“ zu finden. Der jetzige Entwurf erscheine „zu hoch und nicht dem Ort entsprechend proportioniert“. Eine neue Brücke müsse sich so weit wie möglich in die Umgebung einfügen und dürfe sie nicht erdrücken.

Mit dem gleichen Tenor hatten zuvor die Hamburgischen Architektenkammer (HAK) sowie der Bund Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) das Vorgehen von Stadt und Bahn kritisiert. Altonas Bezirksamtschefin Stefanie von Berg hatte sich im Abendblatt ebenfalls für einen Architekten-Wettbewerb ausgesprochen: „Die Frage bleibt, ob der jetzt vorliegende Entwurf aus städtebaulicher Sicht wirklich die beste Lösung ist.“

Bahn spricht von „sehr engem gestalterischen Spielraum“

Die Bahn argumentiert dagegen, dass es nur einen „sehr engen gestalterischen Spielraum“ gebe, was die „Möglichkeiten eines öffentlichen Wettbewerbs stark einschränkt“. Die Planung einer Überführung von vier Gleisen sei „grundsätzlich eine komplexe Ingenieurleistung, die eisenbahntechnischen Anforderungen“ unterliege: „Die Möglichkeiten der technischen Ausgestaltung und die Planungsflexibilität sind somit generell durch festgelegte technische und betriebliche Parameter begrenzt.“

Der Hamburger Denkmalverein plädiert für eine Sanierung des fast 100 Jahre alten Bauwerks. Gutachten hätten gezeigt, dass dies möglich sei.