Nachruf

Hamburgs Fußballfamilie trauert um Trainerlegende Eugen Igel

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Mirko Schneider
Trainer Eugen Igel ist kurz vor seinem 80. Geburtstag gestorben.

Trainer Eugen Igel ist kurz vor seinem 80. Geburtstag gestorben.

Foto: imago images / Claus Bergmann

Der ehemalige Coach starb kurz vor seinem 80. Geburtstag. Er bezeichnete sich selbst als "Hamburgs Otto Rehhagel".

Hamburg. „Vergesst Eugen Igel nicht!“ Darum bat der frühere Abendblatt-Reporter Dieter Matz 2018 in seinem Buch „Matz ab!“ die Hamburger Fußball-Familie. Eine liebevolle Bitte.

Doch HSV-Ikone Uwe Seeler, St. Paulis einstiger Publikumsliebling Hauke Brückner, Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich und unzählige Spieler, Trainer, Präsidenten, Manager, Fans, Freunde und Weggefährten gaben sich schon lange im Pflegeheim „Alsterberg“ die Klinke in die Hand. Wie hätte man Eugen Igel auch je vergessen können?

Zehn Meisterschaften und drei Pokalsiege

Hamburgs mit zehn Meisterschaften und drei Pokalsiegen vielleicht erfolgreichster Amateurfußballtrainer – um diesen Titel stritt er sich jahrzehntelang bei jedem Treffen lachend mit seinem Freund und Trainerkollegen Bert Ehm – empfing beinahe rund um die Uhr Besucher. Im Rollstuhl. Querschnittsgelähmt seit seinem als Beifahrer erlittenen Autounfall im Juni 2015.

Nun aber ohne seine fast lebenslangen Markenzeichen: Zigarre und Lederjacke. Allerdings nie ohne Lebensmut. Immer bereit zu einem Schnack über alte Zeiten. Doch nun, wenige Tage vor seinem 80. Geburtstag, ist Eugen Igel verstorben. Den Ehrentag wollte er groß im Hotel Elysée feiern.

Eugen Igel atmete Fußball

Natürlich bleiben seine Trainerleistungen beim Hummelsbütteler SV (1982 bis 1986) und bei Raspo Elmshorn (1989 bis 2000) sportliche Meilensteine. Doch Igel war mehr als „nur“ Erfolg. Er atmete Fußball, liebte und lebte ihn bis in die kleinste Anekdote. Teamgeist war sein erstes Prinzip, Erfolge zünftig und lebensfroh zu feiern das zweite.

Sein großes Selbstbewusstsein („Ich bin Hamburgs Otto Rehhagel“) setzte er als sympathischer, schlitzohriger Lausbub in Szene, dem niemand für irgendetwas böse sein konnte. Verhandeln konnte er knallhart. Und Humor hatte er. „Saisonvorbereitung im Eimer, aber viele tolle Sachen gesehen“, kommentierte er 1984 die seinem Hummelsbütteler SV vom Senat spendierte vierwöchige Meisterreise in die Partnerstadt Shanghai.

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